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Die Symphonie in ihrer historischen Entwickelung
Entstehung
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S. Bagge.

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Gruppen scheiden; Streich-, Holzblas-, Blech- oder Metallinstru-mente, endlich Schlaginstrumente. Der Solocharakter verbleibt hierbloß den Bläsern in einzelnen Partien des Satzes. Die Streich-instrumente, wofern sich nicht etwa einmal eines als „Solo" ab-sondert — was aber schon nicht gattungsgemäß —, sind entschiedenchorisch, oder wie man auch sagt: „ripien". Aus dieser Zusam-mensetzung ergiebt sich eine Masse von Klangmöglichkeiten, welchedie Tonsetzer nach allen Seiten zu erschöpfen bemüht waren. In-sofern sie dabei an der vortrefflichen Form der Sonate, mit ihrerMannigfaltigkeit und Einheit des Satzbaues, mit ihrer thematischenVerarbeitung und Kontrastirung der Motive, festhielten, hatten siedabei den Vortheil höchst kunstvoller Gestaltung und zugleich wirk-samerer Mittel.

Wie das alles nach und nach zu fester Gestalt gelangte, wienamentlich auch die drei Hanptelemente der Musik: Rhythmus, Me-lodie und Harmonie, dabei zu immer feinerer Durchbildung undVerschmelzung vorschritten, dies zu zeigen, ist Aufgabe einer histo-rischen Entwicklungsgeschichte der Symphonie, von der hier freilichnur ein kurzer Abriß gegeben werden kann. —

Wie jedes Ding außer seiner eigentlichen Geschichte noch einesogenannte Vorgeschichte hat, so auch unsere Symphonie. Dieselbeist hier nicht ganz zu übergehen, wird aber möglichst kurz gefaßtwerden.

Das Wort „Symphonie" hat sehr viele Bedeutungen gehabt,ehe es das bezeichnte, was wir jetzt darunter verstehen. Als ur-sprünglich griechisches Wort heißt es bloß: konsonirender Zusam-menklang zweier Töne. Hieraus entstand später die Bedeutung einesmehrstimmigen Stücks. Daß man dabei aber auch mehr alszwei Stimmen annahm, zeigt sich z. B. bei S. Bach, der eineSammlung von Klavierstücken unter dem Titel „Symphonien" her-ausgab, die principiell dreistimmig sind. — Eine ganz andere, näm-lich eine Formbedeutung, hatte das Wort Symphonie schon früherangenommen, als man, nach Erfindung der Oper, dieser ein selb-ständiges Jnstrumentalstück als Einleitung voraussetzte, und diesemit dem Namen »8intonia« bezeichnte. Dieselbe, zuerst ganz kurzund aus einem Stück bestehend, gewann später eine größere Aus-dehnung und wurde dreisätzig. Merkwürdigerweise faßten diedamals obenan stehenden Nationalitäten, die Jtaliäner und Fran-