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16. Er mußte cS sofort bei sich gestehen,
Daß er so ein Mädchen noch me gesehen,
Und durch ihren himmlischen VerstandWard er vollends noch ärger verbrannt.
11. Er hielte zwar lange seine verliebte Grille»
Für sich allein, incognito und im Stillen,
Und wagte eS durch Liebeserklärung nicht,
Von sich zu wälzen das schwere Gewicht.
12. Auch Esther, als sie zuerst den Baron sähe,Wußte nicht recht, wie und was ihr geschähe;
Denn ein unbekanntes Etwas innerlichBemächtigte ihrer gewaltsam sich.
13. Sie hatte noch nie eigentlich geliebet,
War auch in Romanenlektüre nicht geübet,
Sonst hätte sie eS wohl gleich gewußt,
Was da so wurmte in ihrer Brust.
11. Nach und nach entwickelten sich ihre Triebe,Wuchsen, und sie merkte, eS sey die Liebe,
Und sie gestand sich, sie hätte nie gesehnEinen jungen Herrn so artig »nd schön.
15. Aber sie suchte die Gefühle zn bestreiten,
Und die aufwachsende Liebe auSzüreuten;
Jedoch sähe sie immer den jungen Herrn,Wenn er zu ihnen in's Pfarrhaus kam, gern.
16. Und oft, wenn sie ihn in der Nähe erblicket,Ward ein aufsteigender Seufzer in ihr zerdrücket,
Und es ging hervor aus ihres HerzensschreinManchmal ein gewagtes Wünschlein klein.