< Leben des Engländers
vermocht: Und, sehte er hinzu, ob er gleich nicht auf-hören wolle vor mich zu beten, so getraue er sich dochnicht zu sagen, daß, wo ich diesen unverständigen Trittthäte, GOtt mich segnen würde, und dürffte ich nach-mals Muffe genyg haben, der Verachtung seinesRaths nachzusinnen, wann zu meiner Errett-undErhaltung vielleicht keine menschliche HülfeMehr vorbanden seyn würde.
Bey diesem letzten Stück seiner Rede /welche wahr-wafftig was Prophetisches war, uneracht mein Vateres wohl selber so nicht gemeinst haben mag,) beobachteteich, daß ihm die Thränen sehr hauffig über die Backenlieffen, absonderlich-als er von meinem in der Schlachtgebliebenen Bruder sprach; und daß, wie er daraufkam, daß ich Mufft und Zeit genug zur Bufft,aberniemand zum Beystand haben würde, ihn eine sol-che Zärtlichkeit undUnruhe überfiel,daß er die Rede garabbrach und zu mir sagte, sein Hery sey ihm so voll,daß er nichts mehr gegen mich sagen könne.
Diese Rede gieng mir recht zu Hertzen. Denn wensolle sie nicht beweget haben? Ich faste also denSchluß,weiter an kein Reisen mehr zu gedencken, sondern mei-nesVaters Verlangen zufolge mich in meiner Heimathzu setzen. Allein in wenig Tagen war, leider! alles wie-der ausgeschwitzt ; Und, damit mein Vater mit seinenverdrießlichen Ermahnungen nicht noch einmal an michkäme, nahm ich mir etliche Wochen hernach vor, liebergar von ihm wegzugehe,ohne Abschied zu nehmen. Dochfuhr ich gleichwol nicht so geschwinde zu, als mich meineerste Hitze antrieb, sondern nahm meine Mutter, als sieeinstens meinemDüncken nach freundlicher als sonsten