den Leib der Ruhe beraubten, abgemattet, noch durchden Affect des Neides oder heimlich - brennendenEhrgeiß »ach hohem Dingen entzündet würden, son-dern vielmehr gantz gemächlich durch die Welt hin-durch giengen, und die Anmuth des Lebens merck-lich und ohne einige Bitterkeit genössen,^ auch daß sieglückselig empfanden, und es durch tägliche Erfah-rung noch besser kennen lernten.
Hierauf redete er mir aufs allerer»!?- und beweg-lichste zu, kein unbesonnener junger Bursch zu seyn, nochmich selbst in allerhand Elend zu ftürhen, vor dem michja die Natur,und der Stand, worin» ich gebohren, ge-sichert zu haben schiene. Ich härte ja nicht nöthig,mein Brod weit zu suchen. Er wolle schon vor michsorgen und mir zu der Lebens-Art, die er mir eben itzoangerathen, gerne behülflich seyn, und,womirsinderWelt sodan nicht gemächlich und glücklich gienge,müstebloß mein Schicksal)! oder eigenes Versehen es verur-sachen,da er dann keine Verantwortung deßfals habenwolle: Massen er aufsolche Art durch Abmahnung vonAbsichten, die er wüste, daß sie mir schädlich seyn wür-den, seiner Väterl.Pflicht ein Genügen gethan: Kurtz,gleichwie er an allem Guten nichts ermangeln lassenwolte,wan ich daherme bliebe,», mich nach seiner Mei-nung mdBefehl setzte,also wolle er hingegen zu meinemUnglück und Wegreise ie im geringsten nicht kelffen.Zum Beschluß stellte er mir meinen ältesten Bruderzum Exempel vor,dem er eben so ernstlich vom Kriegs-Handwerek in den Niederlanden abgerathen, aber ge-gen seine junge hitzige Begierde ins Feld zu gehen, wor-inn er hernach erschossen worden, nichts auszurichtenA 3 per-