4 Leben des Engländers
und gewünschet, die Mittel-- Strasse zwischen demgeringen armen Pöbel und dem hohen Stande zu besi,tzen: und daß Salomondiestn Stand als eine wah-re Glückseligkeit dadurch bezeichne, wann er zuGOtt gebetet: Armuch und Reichthum giebmir nicht!
Ich solte nur nachsinnen, so wurde ich allezeit befin-den, daß die Mühseligkeiten dieses Lebens unter demobersten und untersten Theil der Menschen ausgethei-let sey, dagegen habe der Mittel - Stand den wenigstenUnstern, und nicht so manche Abwechselungen als dieHohen und Niedrigsten zu befahren: ja man sey dabeynicht so vielen Gebrechen beydes an Leib und Gemüthnmerworffen, als die, so wegen lasterhafften Lebens,Üppigkeit und Übermaß an der einen Seiten,oder wegenharter Arbeit,Mangel an allerhand Nothdurfft, undgeringer oder unzulänglicher Kost, aufder andern Seitestch.durch den natürlichen Erfolg ihrer Lebens-Art inKränckheit und Ungemach stürtzten: DaßderMittel-Stand für alle Arten der Tugenden und Vergnügun-gen sich schicke: Daß dem mittelmäßigen GlückeFriede und Überfluß zur Hand gienge: Daß Mäßig-keit, Zufriedenheit, Ruhe, Gesundheit und gute Gc,lbschafft, aller angenehme Zeitvertreib und alle nur zuwünschende Ergohlichkeiten demselben auf dem Fußenachträten: Daß aufsolche Weise die Menschen stilleund gemächlich durch die Welt,und bequeme aus der-selben kämen, ohne daß sie durch harteHand-oder Kopf-Arbeit geplaget, noch ums tägliche Brod zu einem sla-vischen Leben gleichsam verkaufft, oder von verdrießli-chen Umständen, die sowol die Seele des Friedens als