674 Ursprung -es Bösen,
er gleich strafbar, weilerein Gesetz Übertritt, welches ibmder Schöpfer aufgeleget hat. Er ist dann durch ein nochstärkeres Gesetz, als das Gesetz der väterlichen Güte, verbun«den, seinen Kindern keine Geschenke zu geben, die sie misdrau,chen würden.
Wenn man aber ein Gesetz iin Schöpfer vermuthen kann,was für ein Gesetz soll es wohl seyn ? Ein Gesetz, das sichmit allen göttlichen Vollkommenheiten verträgt; ein Gesetz,wodurch seine Heiligkeit ihre unendliche Wioersehung vor derSünde zeiget; wodurch feine Weisheit alles zum sittlichenGuten ordnet, und zu diesem Ende Len Geschöpfen die Frey-heil erhält, womit sie dieselben begaber hat; wodurch endlichsein« Güte ihnen allen Beystand und alle Mürel reichet, umzur Glückseligkeit zu gelangen. Aber man wird niemalsmit Vernunft eine Güte in Gotte vermuthen können, diealle ursprüngliche Verordnungen, welche die Weisheit ge-macht hätte, vernichten müßte, um die Verirrungen desfreyen Geschöpfes zu verhindern und zu bessern. WelcheAusschweifung, zu begehren, daß die Fehltritte, der Eigensinn,der Misbrauch, den der Mensch mit seiner Freyheü machenkann, die Rathschlüsse des höchsten Wesens bestimmen soll-ten ! Was für Verwirrungen würde nicht eine Güte, diesich danach richten müßte, in der physischen und sittlichenWelt stiften!
Zweiter Einwurf.
* „ Wie unter der Regierung eines höchsten Wesens,„ das unendlich gütig, unendlich heilig , unendlich mächtig„ ist, sich das Böse eingeschlichen habe, ist nicht allein un-
„ auß
' Ariik. Paulicianer, Note M