672 Ursprung des Bösen.
„ Anstatt des freyen Willens wird sie ihren Geschöpfen den„ Trieb zum Guten geben: oder, wenn sie ihnen den freyen„ Willen giebt, wird sie beständig mit Nachdrucke Sorge„ tragen, um zu verhindern, daß sie nicht sündigen,,.
Antwort.
Nach dem Maaße, wie wir in der Erörterung derSchwierigkeiten fortrücken, sehen wir, wie sich die gräulichenGrundsähe immer besser entwickeln, und wie die Ungereimt»heiren aufwachsen. Dieser Mann will weder freyen Willen,noch sittliches Gutes, noch Tugend mehr haben. Er willlieber die Menschen einfache Triebmaschinen seyn lassen, dieblindhin geleitet, und wie die Thiere angetrieben werden.Wie rühmlich ist diese Philosophie für die Menschlichkeitund die Vernunft!
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Gott, saget er, wird den Menschen zum sittlichen !PGuten anteiben, wie er ihn zum physischen Guten an- stzgetrieben hat. Aber ist Menschenverstand dabey, wenn man U
also redet? Das sittliche Gute ist das, was man frey, aus lWeinem ehrlichen Beweggründe und in einer ehrlichen Absicht,thut. Das physische Gute ist die Hülse, welche die ,schöpfe nokhwendig von auswärtigen Gegenständen nach den ^Gesehen empfangen, die der Schöpfer zu ihrer Erhaltung .bestimmet hat: wie das Wachöthum in den Pflanzen, die ^
Ernährung in den Thieren, u. s. w. Das sittliche Gute be» ^
greift nokhwendig die Ausübung der Freyheit in sich: das ^
physische Gute zeiget nur die Nothwendigkeit an. Wenn ^
man also saget, Gott sollte den Menschen zum sittlichen Gu»ten, wie zum physischen Guten, antreiben; so ist es so viel, ^
als ob man sagte, Gott sollte ihn antreiben, etwas nothwen» ^
big zu thun, was wesentlich nur mit Freyheit geschehen kann.
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