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2 (1777) M - Z
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641
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Vorurcheile. 641

ttt; eine Jugend, die keine Kenntniß und keine Beurchei,lunghat, wiederholet sie voll Bewunderung; Leute, welchesich zuversichtlich für Weise ausgeben, und fähig seyn wol«len, alles zu entscheiden und zu beurtheilen, nehmen sie mitVergnügen an.

Der Philosoph.

Mein Herr! Sie haben mir das größeste Gefallen vonder Welt erwiesen, und ich bin Ihnen unendlichen Dankschuldig. Wenn ich alles durchgehe, was in unfern Ge,sprächen abgehandelt worden ist, erkenne ich augenscheinlich,daß im Punkte der Vorurcheile zwischen den Christen undden Philosophen keine Vergleichung Statt hat. Jene, dieman den Christen so gewaltig vorwirft, finden nur untereinem kleinen Haufen des gemeinen Volkes Platz; sie ernste,hen nur aus einer Unwissenheit, die zu entschuldigen ist. oderaus einer gottseligen Leichtgläubigkeit; sie sind wohl zu verzei,hen, weil sie weder der Religion, noch den guten Sitten,noch der Gesellschaft schaden.

Aber weit anders verhält es sich mit jenm, welcheSie mit so gutem Grunde den Tadlern der Religion Schuldgeben. Sie zeigen ganz richtig, daß sie wahre Vorurcheilesind, weil sie allezeit ohne Vernunftschlüsse, und ohne Be,weise stehen; daß sie recht schädliche Vorurcheile sind, weilsie nur auf die Entkräftung der Religion und auf das Versderbniß der Sitten hinauslaufen; daß sie nicht zu verzeihensind, weil sie bloß aus dem Stolze, einer ruchlosen Ein,bildung, der Neigung zur Unabhängigkeit, dem Hange zurWohllust entspringen; endlich, daß sie Vorurcheile sind,welche der Vernunft sowohl, als der Religion widerstreben,

ll. Band. S s und