Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
632
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Vorurthcile.

Der Philosoph.

Ich gestehe ganz gern, daß sie weder so nachtheilig, nochso hart zu besiegen sind. Die Vorurcheile der Kindheit sindschwach, und vergehen leicht, wann die Vernunft stärkerwird: und jene, welche die Philosophen den Christen vorwer,fen, sind weder der Gesellschaft, noch den guten Sitten schäd,lich; und man darf sie mit jenen nicht vergleichen, die ausden Leidenschaften entstehen.

Der Christ.

Mein Herr! Es genüget mir, daß Sie alle diese Punktezugegeben haben, um Ihnen zu beweisen, daß jene, welchedie Religion, oder verschiedene Punkte der Religion, bestreuten, tadeln, und angreiftn; daß die Ungläubigen, Philoso,phen, und andere Leute von diesem Schrotte, weit mehrVornrcheilen, und Vorurkheileu, die weit weniger zu ent,schuldigen, und der Gesellschaft und den Sitten weit schäd,licher sind, unterworfen seyn , als die Christen, auf welcheman mir so gezwungnem Eifer schmähet.

Der Philosoph.

Mich verlanget sehr zu sehen, wie Sie Ihren Sah bttweisen werden. Er inuß allen Verfechtern der neuartigenPhilosophie und allen ihren Bewunderern innerst ins Auggreisen.

Der Christ.

Ich will Ihnen dann erstlich sagen, daß Leute, welchesich anmaßen, sich für die Beleuchter der Welt auszugeben;welche sich brüsten im Stande zu seyn, über alles, überZSitten, Gebräuche, Geschichte, Philosophie, Religion,Vernunftschlüsse zu machen, Urtheile zu fällen, Aussprüche

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