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2 (1777) M - Z
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618
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Vorurcheile.

Schändliche Vorcirtheile.

Man soll jene Vorurcheile für die schändlichsten haken,welche zum wenigsten Einsicht und B-mcheilung vmaihen,und welche den Beleuchtungen der gesunden Vernunft zummeisten widerstreben. Nun, unter diese Vorurcheile darf manEines rechnen, das heut zu Tage sehr gemein und sehr aus,gebreitet ist; ich mcyne das Vomrcheil, nach welchem manglaubet, daß die Vernunft und die Wahrheit allezeit aufder Seite der sogenannten Philosophen unserer Zeiten stehen.Diests Vorurrheil ist sehr gemein: deßhalben liest man mitso großem Eifer und Vergnügen alles, was aus ihrer FederUmmt; und cs ist zugleich recht schändlich: denn die mei-sten jener so gepriesenen Schriften können nicht den mindestenVersteh der Kritik, oder die mindeste Untersuchung ans,halten, die nur ein Bißchen überleget und vernünftig wäre.Man lobet, und rühmet sie dann nur aus Vorurcheile sogewaltig. Es ist keine Frage, daß dieses Vorurrheil schänd-lich und entehrend sey.

Gefährliche und schädliche Vorurcheile.

Man vernehme nur die Philosophen wieder. Sie wer-den unaufhörlich sagen, daß diese Zeiten die Zeiten der Ver,nunft und der Einsicht seyn; daß man zuvor nicht gewußt,oder nicht gewaget habe, zu denken; und daß die Philoso-phie, da sie endlich die Welt anfklärer, alle Finsimüß zer-streuet, die Vernunft in alle ihre Rechte emgesetzek, und da-durch dem ganzen menschlichen Geschlechts die kostbarstenDienste geleistet habe.

Nach diesen vertheilhaften Meynungen eignen sie derVernunft das ausschließende Recht zu, alles zu entscheiden,

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