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2 (1777) M - Z
Entstehung
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590
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XL.VIII.

N e r n u n f t.

^V>an läßt sich durch die verführerische Sprache leichtüberraschen, womit uns die Philosophen die Vorthei»le der Vernunft herausstreichen, die geheiligten Rechte derVernunft ohn Unterlaß im Munde führen, und ihre Schü-ler arglistig bereden, die Vernunft für den einzigen Richteraller Gegenstände der Religion aufzustellen. Sie laden dieChristen ein, bey ihnen in die Schule zu gehen, um überdie Schwachheit der Vorurtheile, der Leichtgläubigkeit, undheS Aberglaubens sich hinauszuschwingen : und wir laden sieauf gleiche Weise ein, bey den Christen in die SÄule zugehen, damit sie erkennen lernen mögen, wie weit sich dieGränzen der Vernunft erstrecken, wie sie zu Werke gehenmüsse, was für Gefahren in ihrem Wege seyn, was fürVortheile man aus ihrem guten Gebrauche ziehen, und wiesehr man sie miöbrauchen könne. Dreß sind wir Vorhabens,durch eine Reihe der einfachsten und deutlichsten Sähe, zu er«klären und zu entwickeln.

Wir wollen im Anfänge eine richtige Kenntniß von derVernunft angeben, die Jedermann fassen, und Niemand an-streiten mag. Danach werden wir zeigen, gleichwie es Wahr»heiren von verschiedenen Arten giebt, daß auch die Vernunftverschiedene Wege habe, um zu der Erkenntniß dieser Wahr-heiten zu gelangen. Nachmals wollen wir erklären, daßman in der Erforschung und Untersuchung der Wahrheitnicht sicher zu Werke gehen könne, wenn man zu dieser Un-tersuchung und Erforschung keine redliche Vernunft brauchet.

Der