Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
588
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;88 Verfolgungen.

Aber man vernehme den berühmten GeschichteschreiberVoltairen. Er wird uns versichern, daß niemals eine Ver-folgung billiger und besser verdient gewesen sey. Er wirdsagen, die Verschwörungen und Meurereyen der Christenhaben den Anlaß dazu gegeben; und man hätte niemalsdaran gedacht sie zu verfolgen, wenn sie sich mit der Ge-wissenSfreyheit genüget hätten, die man ihnen gestattete. Erwird die Nothwendigkeit dieser Verfolgung Staatsgründenzuschreiben; er wird in seiner schändlichen Einbildung dieBeweise seiner Aussage suchen. Die gröbsten Unwahrhei-ten werden so leicht von seiner Feder fließen, als dis Wahr»heit von den Lippen eines rechtschaffenen Mannes stießt.Die Geschichten, dis Zeitbestimmungen, die Bürgschaften derAugenzeugen sprechen wider ihn. Was liegt daran? DieChristen müssen, was es immer gelten mag, strafbar, unddie Verfolger gerechkfertiget werden. O! wie wäre es eineverdrießliche Sache, ein Christ zu seyn, für jeden, der sichnach dem Beyfalle Voltairens schnete!

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Nach allen Wahrheiten, die wir hier erkläret, und allenAnmerkungen, die wir vorgetragen haben, ist es vergeblich,die Ursachen auszuforschen, welche die Philosophen zur Ver-theidigung der Verfolger der Religion so sehr anfeuecn mö-gen ; es ist vergeblich zu fragen, warum sie einen so lebhaf-ten Eifer für jene zeigen, die zu verschiedenen Zeiten sichunterfangen haben, die Lehrsähe der Religion zu verfälschen,ihr Ansehen zu schwächen, ihre Gebräuche und Satzungenzu vernichten; für jene, die von Zerr zu Zerr durch die Reli-gion verdammet worden sind: es ist vergeblich zu unrecsu,chen, warum sie alle weiseste und nokhwendigsie Handlungen

der Gerechtigkeit von dieser Art, nicht anders als unter dem

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