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war nicht vonnöthen, daß er von Lehrsätzen redete, die schon
bekanm und angenommen waren.
4. Man hat sehr Unrecht, die Sekte der Sadducäer ei,ne große Schule zu heißen. Diese Sekte war nicht sehrzahlreich; sie bestand nur grkßesten Theils aus reichmundmächtigen Leuten. Daraus nimmt der Dechant von Nor-wich Gelegenheit, in seiner Geschichte der Juden diese ver-ständige Anmerkung zry machen: Da die Gewalt und dasReichlhum den Stolz und die Leidenschaften ungemein be,günstigen, so müssen sie auch allezeit einen Abscheu und Wi-derwillen gegen die Religion einflößen. Im übrigen beweistdas Beyspiel der Sadducäer durchaus nichts, welche di«Unsterblichkeit der Seele geläugnet, und dennoch, wie esheißt, die vornehmsten Stellen bey den Juden bekleidet ha-ben. Sehen wir nicht, daß Deisten und Leute ohne Reli-gion vornehme Stellen bey den Christen bekleiden, wenngleich die Deisten der Offenbarung in der christlichen Reli-gion nicht weniger widerstreben, als die Sadducäer der Of-fenbarung in der jüdischen Religion widerstrebet hatten?
5. Wenn es wahr ist, daß die Philosophen niemalseinen bestimmten Begriff von der Seele gehabt haben,so thur man wohl Un echt, daß man sie so sehr herausstreicht,und ohn Unterlaß ihre Meynungen den Lehrsätzen der Offen,barung cmgegenstellet.
6. Man wird aus allem, was wir ißt vorgetragen ha-ben, schließen, daß es grundfalsch ist zu sagen, man seyerst seit siebenzehn hundert Jahren^ von dem Daseynder Seele, und von ihrer Unsterblichkeit versichert. Je<sus Christus hat von der Seele nichts Neues gelehrct: eehar uns nur stärker zur Uebung jener Werke ermahnet, wel-che norhwendig sind, um sie selig zu machen; und neben den
Er-