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Seele.
Es ist also falsch, daß man erst seit Jesu Christo dasDaseyn der Seele und ihre Unsterblichkeit glaube.
2. Was dachten die Hebräer von der Seele? Ihre Lehrevon diesem Punkte war unendlich erhabener, einfichtvoller,lehrsamer, und gründlicher, als alles, was die übrigen Völ»ker lehreren. Wir mögen aus dem, was uns die hebräischenLehrer davon gesagt haben, darauf schließen.
* Moses erstlich berichtet uns , daß die Seele von Got»te erschaffen worden, daß sie unsterblich, daß sie das Eben»bild der Gottheit sey. Denn, als Gott den Leib des Men«schen aus der Erde gestaltet hatte, beseelte er diesen Leib durcheinen göttlichen Hauch; und der Mensch ist das einzige er»schaffene Wesen,welches — man erlaube mir den Ausdruck —aufzweymal gemacht worden ist. Er saget nachmals vondem Menschen, daß er das Ebenbild und die Aehnlichkeitder Gottheit sey. Allein dieses kann nur von der Seele ge»sagt werden, welche, da sie verständig und unsterblich ist,eben öadm ch das Bild der ewigen und unendlichen Erkennt«niß, das Bild Gottes ist. Es giebt auch Moses gut zuerkennen, daß die Seele mit dem Leibe nicht vergeht, weiler ausdrücklich verbeut, ** die Lobten rathzufragen, umvon ihnen die Wahrheit zu erfahren. Er setzet dann vor»aus, daß die Seelen nach dem Tode leben: denn man fra»ger nicht die kalken und unempfindsamen Aschen, oder einentragen Staub um Rath: man fraget nur jenes rath, wasfähig ist, die Wahrheit zu erkennen und zu entdecken.
David konnte den Unterschied der Seele und des Leibes,die Unsterblichkeit der Seele, und die Auferstehung des Lei«bes nicht deutlicher vortragen, als durch diese Worte:
Freude
* i. N. Moses, kt.
*** 15. Psalm.
*' 5- v. Moses. XVIll.