422 Schicksal.
cheten? Ist dieses nicht ein Kauderwälsch, worüber sich der
Menschenverstand ärgern möchte ? Heißt es philosophisch dm,
ken ? Nein; es heißt die Vernunft entehren, wenn man aljö
redet.
Der Fatalist.
Ein Bauersmann glaubet, daß das Ohngefähr denHagel auf sein Feld geworfen habe. Aber der Philosophweiß, daß es kein Ohngefähr gisbt, und daß es bey der Be-schaffenheit dieser Welt unmöglich war, daß nicht an diesemTage der Hagel aufdiesen Orr fallen sollte. .
Der weise.
Sie lassen den Bauersmann sagen, was er nicht saget.Er sieht den Hagel nicht für eine Wirkung des OhngefährS,sondern für ein Unglück an; und er suchet nicht weiter. Erweiß in diesem Stücke so viel, als der Philosoph. Der Phi-losoph weiß nicht mehr davon, als er; aber er plaudert weitmehr.
Der Fatalist.
Aber wäre es nicht drolligt, wenn ein Theil der Weltgeordnet wäre, und der andere nicht? wenn ein Theil vondem, was geschieht, geschehen müßte, und wenn ein andererTheil von dem, was geschieht, nicht geschehen müßte?
Der weise.
Alles, was Sie da sagen, ist nur auf eine lächerlicheZweydeutigkeil des Wortes: Müsse»;, gegründet.
Dieses Work bedeutet manchesmal die zukünftige Wirk-lichkeit eines Dinges; ein andermal die Nothwendigkeit einesDinges; und zuweilen auch die Pflicht, wozu ein Ding ver-bindet. Wir wollen diese drey Sähe machen: Ich muß nachMittage spatzieren gehen. — Eine Mauer, die ihr Gleich»
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