Religion. zr?
Sie sagen: Er ist ein unendlich Heiliger Gott; das ist,der die Ordnung unendlich und nochwendig liebet, und de»alles, was ihr widerstrebet, unendlich und nochwendig Has,set. Diese Heiligkeit ist der Grund der Liebe, die er zurTugend trägt, und zugleich der Belohnungen, die für dieTugend, als die nochwendigen Folgen jener Liebe, bestimmetsind. Diese Heiligkeit ist der Grund des Abscheues, dener vor dem Laster hat, und der Strafen und Peinen, diefür das Laster, als die nochwendigen Folgen jenes Abscheues,bereitet sind.
Sie sagen endlich : Er ist ein Gott, welcher den Men«schen, als sein themes Geschöpf, liebet, Len er für seinKind aufnimmt, den er bestimmet, an der Glückseligkeitund Glorie der Gottheit in dem Himmel Theil zu nehmen,basem er sich nur durch die Tugenden, in welchen er sichwährend seines Aufenthalts auf Erden üben soll, derselbenwürdig machet.
Dieß sind die Begriffe, welche die Christen von derGottheit angeben. Niemals haben die Philosophie, dieVernunft, die natürliche Religion so erhabene, so wunder-volle , so wichtige hervorgebracht. Man eröffne die Bücherder Philosophen / oder man genüge sich mit Cicero, welcherin seinen philosophischen Werken alles gesammelt hat, wasimmer Wichtiges die Philosophen gesagt haben: was wirdman dorten amreffen, das den hohen Begriffen und erha-benen Gedanken der Christen gleichkäme?
Man mache uns den Einwurf nicht, es haben etlicheneuartige Philosophen, da sie die natürliche Religion pre,digtm, von der Gottheit auf eine eben so herrliche Weifegesprochen, als die Christen von ihr reden. Die meynei-digen Usberläufer! — wir wollen ihnen keine gehäßigern Na»
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