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2 (1777) M - Z
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xxxvn.

Religion.

A^ichlS ist für den Menschen und für die Gesellschaft vongrößerer Wichtigkeit, als die Religion. Nichts«,fodert reinere Absichten, eine großmüthigere Liebe zur Wahr,heit, eine standhaftere und emschloßnece Rechtschaffenheitder Seele, um sie mit jener Weisheit und Ehrerbmhung,die ihr gebühret, abzuhandeln. Dennoch redet man hem zuTage von nichts verwägeuer und freyer, als von der Religion.Seitdem das große Orakel der Philosophen dieser Zeiten dashohe Unternehmen ausgevacht hat, die Philosophie qn dieStelle des Christenthums zu setzen; seitdem er uns die natür,liche Religion so sehr gepriesen, die christliche durch so vieleSpottreben, Betrüge, und Falschheiten angegriffen, und En«ropen mit so vielen gottlosen und anstößigenScharteken über-schwemmet hat: seit dieser Zeit redet, schmähet, urtheiletJedermann von der Religion. Alle kleine Bürschgen, wel,che der Schule oder der Universitär entwischet sind; alle,die nur mit einem Blicke in die Rechte, oder in die Anfangs,gründe der mathematischen Wissenschaften, oder der Ge-schichten geschielet haben; alle, die sich Herz genug fühlen,eine kleine Schrift für einen Tag herauszugeben; selbst dasFrauenzimmer, welches Gott erschaffen hat, damit es durchdie Sanfrmuth, die zärtliche Empfindung, die Einsamkeit,die Zucht, die Lenksamkeit, das Vergnügen der Gesellschaftauömachen sollte: alle geben heut zu Tage in Religionösa-chen Richter ab, und lassen sich beygehen, neue Lehren auf-zubringen.

Damit wir mit aller Vorsicht dareingehen, welche dieKlugheit eingeben mag, und die bey einem so wichtigen

Gegen,