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Evangelische Räche. -79
von der Liebe abhalten können, womit ich gegen Gottbrenne, und die mir von Jesu Christo eingegossen ist.
Was mag uns die Philosophie vorstellen, das mit die,sem Edelmuthe, dieser Herzhaftigkeit, diesen göttlichen Trie.ben zu vergleichen wäre ? Oder, was wird man hiebey fin,dm, das für einen Gesetzgeber, der Gottmensch ist, nichthöchstens würdig sey?
§. III.
Die evangelischen Räche treten den Rechten der Ge-sellschaft nicht zu nahe.
Die Gesellschaft ist die Vereinigung mehrerer Menschenoder Familien, welche unter gleichen Gesetzen leben; der Geistder Gesellschaft fodert, daß ein jedes ihrer Glieder, so viel esvermag, zum allgemeinen Besten beyhelfe; endlich bas allge-meine Beste soll nicht nach der Bestimmung, die etliche Pri,vaileute aus Eigensinne oder Leidenschaft geben wollten, son,dern nach dem Ausspruche der Vernunft und der Religiongeschähet werden.
Durch so einfache und so deutliche Kenntnisse begreift manleicht, daß die evangelischen Räche, da sie nichts als Wohl,thäligkeit, Großmuch, Ehrerbiethung, und Liebe gegen sei-nes Gleichen einflößet, und die Seele über alle Leidenschaftender Habsucht, Ehrbegierde, Hoffart, und Wohllust erhebt,Welche alle Zwistigkeiten, Verwirrungen, und Plagen ver,Ursachen, wodurch die Gesellschaft gestöret werden kann;man begreift, sage ich, daß diese Räthe nicht allein ihreehrwürdigen Rechte niemals verletzen, sondern nur dazumithelfen, dieselbe jederzeit angenehmer, vollkommner, undsicherer zu machen.
Noch mehr! Nur jme Seelen, die sich über die menschli-chen Absichten erhaben zeigen, und Herz genug haben, ReichS 4 thümer