Optimismus. sor
denn, sobald dieses Wesen unendlich ist, kann es eine umendliche Menge Absichten haben, die alle von einander un,terschieden, und alle auf gleiche Art seiner würdig sind. Esist eben so wunderbar im Pssope, der aus der Erde hinan,wächst, als in dem Zederbaume, der aufLibanon sprosset:und nichts ist lachenswürdiger, als kleine Dingerchen zu se,hen, wie die Philosophen sind, die sich damit abgeben, zuberichten, was in dem Rache des Allmächtigen hat geschehenmüssen.
2. Der Optimismus, die philosophische beste Welt, ver,wägt sich eben so wenig mit der Vernunft. Denn wennman die Religion aufdie Seite schet, wenn man ihrem Lich,te nicht nachwandelt, so wird man finden, daß diese beste Weltbevnahe aus lauter einzelnen Nebeln besteht; daß sie aus einerSammlung elender und mißvergnügter Wesen gebildet ist.Nun aber, wem gereichen alle diese einzelnen Nebel oder Mis,vergnügen zum Besten? Wie werden sie zu einem Philosoph»schm Beweise, daß diese die beste Welt sey? Wie erprobensie, daß es in dem Schöpfer und Beherrscher des ganzen Welt»gebäudes eine unendliche Weisheit gebe? Das allgemeineBeste, ein Lieblingöwort der philosophischen Optimisten, istalso nur ein Wesen aus der Einbildung; die Vernunft läug-net und verkennet es lediglich, weil man nicht bestimmenkaun, worinnen es bestehe, wo es sich aufhalte, und zu wes-sen Nuhen es gereichen könne.
z. Dieses System stimmet nicht genau mit der Offen,barung überein, welche ein weit helleres Licht ist, als allephilosophische Systeme, die sich, wie die Moden, verändern«Nun, die Offenbarung saget nicht allein nicht, daß alles aufdas Beste sey; sondern zeiget uns beynahe aller Orlen einsittliches Böse, und eine unendliche Menge physischer Uebel
N 5 an.