Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66 Messias.

lichen Orakeln falsche Anwendungen machen. * Es giengin ganz Osten, saget der erste von diesen Schriftstellern,eine beständige, und seit langer Feit angenommene Mcyrnung im Schwange, als hätte das Schicksal beschlossen,daß Sieger aus Iudenlande ansgehen, und die ganzeWelt unter ihre Gewalt bringen sollten. Der Ausganghargezeiget, daß diese Orakel den römischen Raiser be-trafen. Die Juden haben sie für ihr Volk ausgeleget,und dich hat sie zur Aufruhr verleitet. Tacitus trägtes auf eine eben so nachdrückbche Weise vor. ** Sehr vie-le Inden, saget er, waren innerst überzeuget, daß diealten Orakel bedeuten, es werde das Morgenland zuderselben Zert alles seiner Gewalt unterwerfen, und dieBesieger der ganzen Welt werden aus Iudenlande aus«gehen. Titus und Vespasian wurden durch diese dunkelnOrakel bedeutet. Aber da sich die Menschen gemeinlichvon ehrbegierigen Aussichten einnehmen lassen, versahes das jüdische Volk nicht, diese Orakel für sich auszu-legen. Gueton und Tacitus waren so viel als Zeitgenossender Begebenheiten, von denen sie sprechen : und Bolingbro-ke, der sechözehn hundert Jahre danach kam, läugnet hart-sinnig , daß die Juden einen siegreichen König erwartet ha-ben , wie es diese Geschichteschreiber sagen.

Virgil, welcher zur Zeit Augusts lebte, und etlicheJahre vor der Geburt Jesu Christi starb, hat gleicher Wei-se erkannt, was die ganze Welt erwartete. ^ wir nähernuns , saget er, jenen glückseligen Zeiten, welche die pro-phetinn von Rumes vorhergesaget hat: Lin neuer Spröß«ling vom Himmel wird auf Erden erscheinen. WennVirgil diese Orakel der Sybille auf einen Nachkommen Au-gusts

. Im Vespas. " Jahrbuch. L. S. 4. Lirtenl.

HD

ii'ch

Ä

K

Si-

ch

'«r