Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
16
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is Märtyrer,

weiter, als alle übrige. Man urtheile davon aus den« ent-setzlichen Blutbade, welches dortmals zu Nikodemien selbstunter feinen Angen angerichtet wurde. Es können dann nurUnwissende seyn, die Diokletianen unter die Zahl der Ver-folger nicht setzen.

2. Er saget ferner: Galer, der sich über die Christenzu beklagen hatte, bewog Diokletianen , die Domkirchezu Nikodemien niederreißen zu lassen. Aber man hat kei-ne Urkunde, welche bezeuget, daß Galer, der aus einemHirten Kaiser wurde, irgend eine Ursache gehabt habe, sichüber die Christen zu beklagen. Sodann sagen die zwo Bann-schristen Diokletians kein Wort von der sogenannten Dom,kirche. Sie gebrechen überhaupt, daß im ganzen Umfangedes Reiches die Oerter, wo sich die Christen versammelten,der Erde gleich gemacht, ihre Bücher verbrannt, die Män-ner , die ein Amt bekleideten, ihrer Würden entsetzet, jene,die den Götzen zu opfern sich weigerten, mit allen erdenkli-chen Martern gepeiuiget werden sollten. Dieser FürsprecherGalers verlheidiget dann seinen Clienten sehr schlecht.

z. Ein Christ, der nicht so vernünftig als eifrig war,riß die Verordnung des Kaisers in Stücke. Dieser Christwar ein Herr vom größesten Ansehen, wie eS Euseb , einzeitgenosser Schriftsteller, meldet. Wir gestehen, daß dieseHandlung tadelhast war: denn Unterthanen sollen sich nie,mals wider die Fürsten verfehlen, wann sich auch die Fürstenwider ihre Unterthanen verfehlen. Geduld und Unterwer-fung ist die einzige Wehre, die Jesus erlaubet. Aber wardiese Handlung ein Laster ? Und wer begieng hier ein größe,reö Laster: der Kaiser, der eine grausame, eine augenschein-lich ungerechte, und gottesräubrische Verordnung herausgab;oder der Christ, welcher, im Augenblicke eines billigen Un-willens