Die italienischen Schulen von 1500—1550.
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zu sondern, als es bei der venezianischen undlombardischen geschehen ist.
Lionardo da Vinci brachte es zuerst, diewissenschaftlichen Bestrebungen der florensi-schen Schule der vorigen Epoche zusammenfassend, zu der ganz freien und sicheren Hand-habung der darstellenden Mittel, und wusstezugleich damit eine der Bedeutung der jedes-maligen Aufgabe angemessene Auffassung zuvereinigen. Sein Einfluss war gross und all-gemein, er bahnte dem Michelangelo und Ra-phael den Weg, und wirkte entscheidend aufFra Bartolommeo und Andrea del Sarto ein.Den höchsten Gipfel ihrer ursprünglichen Rich-tung auf Ausbildung der Formen und Linienerreichte die florentinische Schule aber durchden Michelangelo Buonaroti, der im Besitz destiefsten Wissens, den Formen eine von Keinemerreichte Grossheit, den Bewegungen die un-bedingteste Freiheit und den kühusten Schwungzu geben wusste, und im Besitze dieser Eigen-schaften die erhabensten Gedanken auf dasWürdigste ausdrückte. Sein Einfluss in diesenStücken war höchst bedeutend.
Dem Raphael Sanzio gelang es, die tiefe,religiöse Begeisterung der umbrischen Schule,aus welcher er liervorgegangen, mit der wis-senschaftlichen Ausbildung der Florentiner inihrer ganzen Gründlichkeit zu verbinden, undindem er so die Richtungen beider Schulen inihrer vollen Ausbildung in seinen Werken gel-tend machte, unter allen neueren die grössteHöhe in der Malerei zu erreichen. Diese Ver-einigung macht den Charakter der römischen