Königliche Musee: Verzeichniss Gemälde - Sammlung } Landschaft, worin die Stadt Bethlehem liegt. r In den Ecken des bemalten. Randes, oben zwei jugendliche Sibyllen, unten die Heiligen Bene- e dict und Scholastica. Auf der oberen Seite d des Randes in einem Rund das goldene: „In r hoc signo “ umgeben von arabeskenartigen ' n 48 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. Figuren, auf der unteren ebenso das Wappen der Familie Ancajani auf eine ähnliche Weise eingefasst. Auf beiden Seiten von Kindern getragene Candelaber. In Leimfarben auf Leinw., das Bild 5 F. 8 Z. h., 5 F. 8 Z. br., der Rand 1 F. f Z. br. E. E. Dieses Bild wurde ursprünglich für den Hochaltar der Klosterkirche zuFerentillo, einem abseits zwischen Terni und Spoleto gelegenen Flecken, für einen Abt aus der Familie An- cajani ausgeführt, im Jahre 1733 aber, da es durch die Feuchtigkeit der Kirche in den Zustand gerathen war, worin es sich gegenwärtig befindet, zur Verhütung weiteren Verderbens in die Capelle des Palastes der Familie Ancajani zu Spoleto versetzt. Vom Jahr 1825 bis zu der Zeit, als es im Jahr 1833 Eigenthum des Museums wurde, befand es sich endlich in Rom. Zweite Classe. Die italienischen Schulen vom Jahre 1500 — 1540, oder die Epoche der höchsten Blüthe. A. Die venezianische Schule. Durch Giorgione da Castelfranco gelangte das der venetianischen Schule eigenthüinliclie Be- streben auf Naturwahrheit der Auffassung wie Die italienischen Schulen von 1500—1550. 49 der Färbung, zuerst zur vollen Ausbildung, welche dann von seinem Schüler Tiziano Ve- cellio mit der grössten Meisterschaft in Handhabung der Oelmalerei lange auf dieser Höhe festgehalten, und durch zahlreiche Schülerschaft im ganzen Cfebiet von Venedig die herrschende Kunstweise wurde. Der ganzen Richtung gemäss, zeichneten sowohl er, als seine Nachfolger, sich ganz besonders in der Bildnissmalerei aus. 151. Girolamo Romanino, blühte von 1520 ab, f vor 1566. Der todte Christus, von seiner Mutter, den übrigen Marien, Magdalena, Johannes und andern Jüngern beweint. Auf Holz, 6 F. h., 5 F. 10* Z. br. K. E. 152. Giorgio Barbarelli, gen. Giorgione, geb. 1477, f 1511. Schüler des Giovanni Bellini. Die Bildnisse von zwei Männern in mittleren Jahren, wovon der eine dem andern eine Schrift vorliest; beide in schwarzer Tracht. Hintergrund ein Gemach mit Aussicht ins Freie. Auf Leinw., 2 F. 10 Z. h., 3 F. 3* Z. br. S. S. 153. Batista Franco, gen. il Semolei, geb. 1510, f 1561. Das Bildniss des berühmten Archi- tecten und Bildhauers Jacopo Tatti, genannt il Sansovino, ein schwarzes Barett auf dem Kopfe, in schwarzer Kleidung. Mit der Rechten, worin er einen Zirkel hält, deutet er auf eine Papierrolle in seiner Linken. Grund 3 50 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. dunkel. Auf Leinw., 3 F. 5 {- Z. h., 2 F. 8 f Z. br. G. G. 154. Loeenzo Luzzo da Feltke, blühte 1511. Die auf dem Throne sitzende Maria hält das stehende Kind auf dem Schoosse, welches die Fahne des, zur Linken stehenden, heiligen Mauritius anfasst. Rechts der heilige Stephanus. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: Lavrentivs Lvcivs Feltrensis facie- bat 1511. Auf Holz, 8 F. h., 5 F. 1 Z. br. S. S. ' 155. Girolamo Romanino. Judith hält eine Schüssel, worin sich das Haupt des Holofernes befindet, rechts ihre Magd, links ein schlafender Kriegsknecht. Aussicht in eine dunkle Landschaft. Auf Holz, 2 F. 9| Z. h., 2 F. 3-1 Z. br. S. S. 156. Giorgio Barbareli.t, gen. il Gioegione. Das Portrait eines Venezianers in schwarzer Kleidung und mit schwarzem Barett. Neben einer Nische im Hintergründe ein Relief im antiken Geschmack. Auf Leinw., 2 F. 9| Z. h., 2 F. IBA Z. br. E. E. 157. Girolamo Romanino. Die auf dem Throne sitzende Maria hält das liegende Kind auf dem Schoosse. Rechts ein heiliger Abt, links de 1 ' heilige Rochus, mit dem Hunde zu seinen Füssen. Am Fusse des Thrones ein die Laute spielender, oben zwei schwebende Engel, welche den Vorhang des Thrones halten. Hin- Die italienischen Schulen von 1500—1550. 51 tergrund Landschaft. Auf Holz, 5 F. 5 Z. h., 3 F. 11 Z. br. S. S. 158. Bernardino da Pordenone. Schüler des Giovanni Antonio Licino da Pordenone. Das Bildniss eines Ballschlägers, der in der Rechten den Ball, in der Linken ein Werkzeug hält, denselben zu schlagen. Dabei ein Knabe, welcher ihm den Gurt festmacht. Hintergrund mehrere Gebäude. Halbe Figuren. AufLeinw., 3 F. 3-j- Z. h., 3 F. 9 Z. br. S. S. 158a. Schule des Giorgione. Ein Lautenspieler wird von einem Mädchen auf der Flöte begleitet. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 6 Z. h., 3 F. 1 Z. br. E. E. 159. Tiziano Vecellio, geh. 1477, f 1576. Schüler des Giovanni Bellini. Zwei mit einander ringende Liebesgötter. Auf Holz, 2 F. 2-i- Z. h., 2 F. Z. br. E. E. 160. Tiziano Yecei.lio. Zwei mit einander ringende Liebesgötter, mit einem dritten zu ihren Füssen. Gegenstück des vorigen. Auf Holz, 2 F. 24 Z. h., 2 F. 34 Z. br. E. E. 161. Tiziano Vecellio. Das Portrait des venezianischen Admirals Johannes Mauro, in dunkler Rüstung, den Commandostab in der Rechten. Mit der Aufschrift: Johannes Maurus Generalis Maris Imperator MDXXXVIII. Auf Leinw., 2 F. 74 Z. h., 2 F. 2 Z. br. E. E. 3* 52 ERSTE ABTHEILUNö. 2. Classe. 162. Tiziano Vecellio. Die Anbetung der Hirten. Auf Holz, 1 F. 7f Z. h., 2 F. lf Z. br. E. E. 163. Tiziano Vecellio. Das Bildniss des Tizian selbst in höherem Alter, eine schwarze Mütze auf dem Kopfe, in weiss und röthlich schillerndem Unter- und schwarzem Oberkleide. Er stützt die Rechte auf einen Tisch, und wendet den Kopf etwas aufwärts nach der linken Seite. Auf Leinw., 3 F. 2 Z. h., 2 F. 5 Z. br. S. S. 164. Tiziano Vecellio. Die Heimsuchung Mariä. Auf Holz, 1 F. \ Z. h., 1 F. 6| Z. br. E. E. 165. Giovan Antonio Licino, gen. il Pokdenone, geb. 1484, f 1539. Christus wäscht den Aposteln die Füsse. Der Künstler hat den Augenblick gewählt, in welchem Christus den sich weigernden Petrus bedeutet und auch die andern Apostel ihre Verwuriderung über das Beginnen Christi ansdrücken. Auf Leinw., 4 F. h., 7 F. i Z. br. E. E. 166. Tiziano Vecellio. Das Bildniss von Tizians Tochter Lavinia. An einer FensterbrüstuDg stehend, hält sie mit beiden Händen eine silberne Schüssel mit Früchten und Blumen hoch empor und sieht dabei den Beschauer über ihre rechte Schulter an. In dem röth- lichen Haar trägt sie ein reich mit Perlen und Edelsteinen verziertes Diadem, auf der Stirn ein Stück Schmuck. Das sichtbare Ohr ist mit einem goldenen Gehänge, worin ein Die italienischen Schulen von 1500—1550. 53 Edelstein, der Haie mit einer Schnur Perlen geschmückt. Ihr Anzug besteht in einem goldgelben Kleide von gemustertem Stoffe, von welchem ein weisses Halstuch von feinem Zeuge so weit hinten herabhängt, dass der Nacken ganz frei erscheint. Hintergrund ein Theil der Wand, vor welcher ein rother Teppich und eine bergige, von Bäumen und Wasser belebte Landschaft. Halbe Figur. Auf Leinw., 3 F. 3-1- Z. h., 2 F. 7-J- Z. br. E. E. 167. Gtiovan Batista Moroni, blühte 1553, f 1578. Schüler des Alessandro Moretto. Das Bild- niss eines jungen Mannes in schwarzer Kleidung, welcher in der Linken ein Papier hält. Auf einem Tische ein Brief, mit der Jahreszahl 1553. Grund hellgrau. Auf auf Holz geklebte Leinwand, 3 F. 3 Z. h., 2 F. 7 Z. br. S. S. 168. Tiziano Veceluo. Die Anbetung der Hirten. Auf Holz, 10] Z. h., 1 F. 2 Z. br. E. E. 169. Paris Bokdone, geh. 1500, f 1570. Schüler des Tiziano Vecellio. Die Bildnisse von zwei Männern, welche, im Freien sitzend, mit Schachspielen beschäftigt sind; beide in schwarzer Kleidung. In der Landschaft freie Säulenhallen. Im Mittelgründe mehrere kleine Figuren, von denen viere an einer kleinen Tafel beim Kartenspiel sitzen. Bezeichnet: O. Paris B. Auf Leinwand, 3 F. 8 Z. h., 5 F. 10 Z. br. K. S. 54 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. 170. Bernardino da Pordenone. Das Bildniss eines Mannes von mittleren Jahren, in einem schwarzen Pelz, welcher einem Knaben in schwarzer Kleidung Lehren ertheilt. Hintergrund das Gemach und Landschaft. Auf Leinw., 2 F. 9 Z. li., 3 F. 4 Z. br. S. S. 170a. Tiziano Yeceu.io. Die Parabel vom ungerechten Haushalter. Eine Skizze. Bezeichnet: Titianus. Auf Leinw., 10 Z. h., 2 F. 6 } Z. br. E. E. 170b. Tiziano Vecellio. Die Parabel vom Weinberge des Herrn. Eine Skizze. Gegenstück des Vorigen. Auf Leinwand, 10 Z. h,, 2 F. 6f Z. br. E. E. 171. Tiziano Vecellio. Die Anbetung der Könige. Auf Holz, 10j Z. h , 1 F. 3 Z. br. E. E. 172. Tiziano Vecellio. Die Beschneidung Christi. Auf Holz, 1 F. | Z. h,, 1 F. 6J Z. br. E. E. 173. Francesco Vecellio, blühte 1541. Schüler des Tiziano Vecellio. Die in einer Capelle thronende Maria hält das Kind auf dem Schoosse, welches, in der Linken eine goldene Kugel tragend, mit der Rechten segnet. Rechts der heilige Petrus, links Hieronymus. Auf den Stufen des Thrones zwei musicirende Engel. Auf Holz, 8 F. 9 Z. h., 4 F. 9| Z. br. S. S. 174. Palma Vecchio. Das Bildniss eines Mannes von mittleren Jahren, in schwarzem Unterkleide und Pelz.. In der Rechten hält er ein Die italienischen Schulen von 1500—1550. 55 Paar Handschuh. Der Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 44- Z. h., 2 F. br. K. S. 175. Alessandro Bonvicino, gen. il moretto, geh. gegen 1500, f nach 1575. Schüler des Ti- ziano Yecellio. Der heilige Augustinus in reicher bischöflicher Tracht unter einem Bogen stehend. Hintergrund Landschaft. Auf Leinwand, 2 F. 9f Z. h., 2 F. 2 Z. br. E. E. 176. Morto da Feltre, blühte von 1500—1519. Schüler des Giorgione. Krieg und Frieden, eine allegorische Vorstellung. Während der Gott des Krieges, in altrömischer Rüstung, das Schwert über die Flamme hält, welche von einem Altar auflodert, ist der am Boden ruhende Frieden, eine weibliche Gestalt, beschäftigt, die Insignien des Krieges, Schild und Trommel, mit einer Fackel zu verbrennen, Hintergrund eine Landschaft mit Gebirgen und Wasser. Auf Leinw., 3 F. 6 Z. h., 3 F. t Z. br. E. E. 177. Paris Bordone. Die in einer Nische auf dem Throne sitzende Maria hält das auf ihrem Schoosse sitzende Kind, welches dem vor ihm knieenden Augustinus die Bischofsmütze aufsetzt. Rechts Magdalena, links Catharina und der knieende Alö. Am Fusse des Thrones ein musicirender Engel. Auf Holz, G F. 8 Z. h., 4 F. 4 Z. br. 'S. S. ! 78. Schule des TrziANO Vecellio. Das Bild- niss des Andrea Navagero, Gesandten der ERSTE- ABFHEILUNG. 2. Classe. ü6 Republik Venedig bei den Höfen Kaiser Karl’s V. und König Franz I. von Frankreich, in einem rothen Pelz. Hintergrund Arclii- tectur. Bezeichnet: Andreas Naugerius MDXXVL Auf Leinw., 2 F. Z. h., 1 F. 7$ Z. br. G. G. 179. Venetianische Schule. Des Bildniss eines Mannes in schwarzer Kleidung, welcher mit der Rechten sein Gewand hält. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 3f Z. h., 2 F. 1-i- Z. br. G. G. 180. Paris Bordone. Venus ruht entkleidet auf einem rothen Teppich in einer Landschaft. Zu ihren Füssen ein Bologneser Hündchen. In der Ferne ein Schäfer mit seiner Heerde, welcher die Schaliney bläst. Auf Holz, 4 F. h., 5 F. br. S. S. 181. Schule des Tjziano Vecellio. Das Bildniss des berühmten Baumeisters Andrea Palladio, in schwarzer Kleidung, eine goldene Kette um den Hals. Grund dunkel. Auf Leinw., 1 F. 4 Z. h., 11 Z. br. G. G. 182. Andrea Sohiavone, geb. 1522, f 1582. Schüler des Tiziano Vecellio. Des Künstlers eigenes Bildniss, in schwarzer Kleidung. Hintergrund ein grüner Vorhang. Auf Leinw., 1 F. 6 Z. h., 1 F. 2-f- Z. br. G. G. 183. Jacoco Palma, gen. Palma Vecchio. Maria verehrt das vor ihr liegende Kind; dabei Joseph, dasselbe betrachtend. Hintergrund Die italienischen Schulen von 1500—1550. 57 Landschaft. Auf Holz, 1 F. 11-f- Z. h., 1 F. 7| Z. br. G. G. 184. Morktto. Die Bildnisse zweier Männer in schwarzer Tracht, von denen der eine einen Brief liest. Auf Leinw., 2 F. 64 Z. h., 3 F. 2 Z. br. E. E. 185. Schule des Giorgione. Im Vorgrunde einer reichen Landschaft ruht eine jugendliche weibliche Figur, theilweise mit einem rothen Gewände bekleidet. Neben derselben ein Bologneser Hündchen. In der Entfernung einige Reiter. Auf auf Holz geklebte Leinw-, 2 F. 4j Z. h., 3 F. | Z. br. K. S. 186. Jacopo Palma, gen. il Vf.cciiio. Das Bild- niss eines Dogen, aus der Familie Priuli, in seiner reichen Amtstracht. Auf Leinw., 4 F. 4 Z. h., 3 F. 4 Z. br. E. E. 187. Moretto. Die Anbetung der Hirten. Bezeichnet: Alexander Morettus. Auf Leinwand, 12 F. 10 Z. h., 8 F. 10 Z. br. E. E. 188. Giovanni Cariani. Kunde bis 1519. Schüler des Tizian. Das Bildniss eines jungen Mannes in schwarzer Mütze und schwarzer Kleidung, welcher, in der Linken eine Papierrolle haltend, die Rechte auf ein Sculptur- werk legt. Hintergrund ein Gemach mit Aussicht in’s Freie. Auf Leinw., 1 F. 11 Z. h., 1 F. 8 Z. br. S. S. Schulcopie nach Tiziano Vecei.lio. Venus, bis auf den halben Leib nackt, sieht in einen 3** 189 . 58 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. w •f Spiegel, welchen ihr Amor vorhält. In der Rechten einen Bogen haltend, bedeckt sie mit der Linken die Brust. Hintergrund ein Gemach. Auf Leinw., 3 F. 10 Z. h., 3 F. 4-f Z. br. G. G. 190. Hans von Calcak, f 1546. Schüler des Titian. Das Bildniss eines Mannes von mittleren Jahren, in schwarzer Kleidung, mit dem rechten Arm auf einen Tisch gestützt, die Linke am Griffe seines Degens. Hintergrund Architectur und Landschaft. Bezeichnet: AETATIS. 23. A. 1535. Auf Leinw., 3 F. 5 Z. h., 2 F. 11 Z. br. K. S. 191. Paris Bordone. Die unter einem Bau auf dem Throne sitzende Maria unterstützt mit der Rechten das auf ihrem Schoosse stehende Kind, in der Linken hält sie eine Frucht. Rechts die Heiligen Rochus und Gregorius der Grosse, links Catharina und Sebastian. Auf den Stufen des Thrones zwei Engel mit einer Handtrommel. Hintergrund Luft. Auf Holz, 8 F. 7 Z. h., 5 F. 11 Z. br. S. S. 192. Jacopo Palma, gen. il Vecchio. Die Vermählung der heiligen Catharina. Auf Holz, 1 F. lOf Z. b., 1 F. lOf Z. br. E. E. 193. Giovanni Batista Moroni. Des Künstlers eigenes Bildniss. Brustbild in einem Pelz von dunkeier Farbe. Auf Leinw., 2 F. 1 Z. h., 1 F. 6-f- Z. br. E. E. 194. Moretto. Die Anbetung der Hirten, eine Die italienischen Schulen von 1600—1550. 59 Skizze. Auf Leinw., 1 F. llf Z. h., 4 F. 54 Z. br. E. E. i 195. Dem Morktto verwandt. Der heilige Se- ’ bastian, an eine Säule gefesselt, von Pfeilen ’ durchbohrt. In der Luft ein Engel, welcher 5 ihm die Märtyrerkrone bringt. Mehr rück- 5 wärts der Zug der Executoren. Im Hintergründe eine Menge von Gebäuden, unter welchen mehrere vom römischen Forum entlehnt sind. Auf Leinw., 4 F. lLj- Z. h., 3 F. 2 Z. br. S. S. 19G. Licino da Pordunonk. Die Ehebrecherin vor Christus, welcher den ihn fragenden Phari- r säer bescheidet. Die Ehebrecherin in Erwar- u tung ihres Schicksals; dabei andere Schrift- ;. gelehrte, Pharisäer und Kriegsknechte. Hin- tergruud Arcliitectur und Luft. Auf Leinw., 3 F. 24 Z. h., 4 F. 6 Z. br. G. G. s 197. Morktto. Oben Maria mit dem Kinde, die ^ heilige Anna und Johannes als Kind, welcher dem Christus eine Frucht darreicht. In der y Mitte ein Engel mit einem Spruchzettel. Unten der Stifter Fra Bartplommeo Arnoldo, Vorsteher des Klosters der Umiliati zu Verona, :, und dessen Neffe in Verehrung. Bezeichnet: r Ales. Morettus Pri (sic) F. MDXLI. Auf Leinw., 8 F. 6-f- Z. li., 6 F. ( Z. br. E. E. e 198. Paris Bordone. Das Bildniss einer jungen ^ Frau mit einem Federhut, im rothen Kleide. r Auf Leinw., 1 F. 114 Z. h., 1 F. 5fZ. br. E. E. n 60 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. 199. Jacopo Palma, gen. il Vecchio. Maria mit dem segnenden Kinde, von den Heiligen Fran- ciscus und Catharina umgeben. Auf Holz, 1 F. 5f Z. h., 2 F. 1| Z. br. E. E. 200. Bonifacio, geb. 1494, f 1553. Schüler des Tiziano Vecellio. Christus, von den Pharisäern wegen der Ehebrecherin befragt, deutet auf etwas von ihm auf dem Boden Geschriebenes. Die Ehebrecherin, von Kriegsknechten umgeben, in Erwartung ihres Schicksals. Mehr rückwärts eine Gruppe sie beklagender Frauen. Hintergrund Arehitectur und Landschaft. Bezeichnet: MDLII. Auf Leinw., 4 F. 7 Z. h., 9 F. 10 Z. br. S. S. 201. Batista Zelotti, f um 1592. Schüler des Titian. Auf der linken Seite des Bildes unterstützt die auf einem Säulenpostament vor einem grünen Teppich thronende Maria das auf ihrem Schoosse stehende Christuskind, welches, vorschreitend, in beiden Händen ein Laubbüschel mit Kirschen hält. Der Maria zunächst Joseph, der, auf einem Stabe gestützt, sich zu dem kleinen Johannes herabbückt, welcher ein Lamm herbeibringt. Am Fusse des Thrones die knieende heilige Catharina, das Kind voll Inbrunst verehrend. Mehr rückwärts ein mit geiälteten Händen herbeieilender Engel. Ganz auf der rechten Seite der an einen Baum gefesselte, von Pfeilen durchbohrte heilige Sebastian, welcher Die italienischen Schulen von 1500—1550. 61 seine Blicke, auf die Maria und das Kind richtet. Hintergrund eine bergige Landschaft. Auf Leinw., 5 F. 3f Z. h.,-7 F. 7 Z. br. E. E. 202. TrziANO Veceliuo. Die auf dem Throne sitzende Maria hält das stehende Kind auf dem Schoosse. Rechts die Heiligen Paulus und Petrus, links Franciscus und Antonius von Padua. Auf der Stufe des Thrones ein auf der Laute spielender Engel. In der Luft zwei andere Engel, welche den Vorhang des Thrones halten. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 8 F. 11 Z. h., 6 F. 3 Z. br. S. S. 203. Schulcopie nach Tiziano Veceli.io. In einer reichen Landschaft sitzt Maria und hält das stehende Kind auf dem Schoosse, welches sich gegen den kleinen Johannes wendet, der ein Lamm herbeibringt; dabei der zuschauende Joseph. In der Luft zwei Engel mit dem Kreuze. Mehr rückwärts in der Landschaft Ochs und Esel. Auf Leinw., 3 F. 1 Z. h., 5 F. br. S. S. B. Die lomhardisclie Schule. Erst in dieser Epoche trugen die Lehren des Lionardo da Vinci zu Mailand die schönsten Früchte. Als das Haupt seiner Nachfolger daselbst ist Bernardino Luini zu betrachten. Die höchste Ausbildung der Richtung der lombardischen Schule auf Lieblichkeit 62 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. des Ausdrucks, Grazie der Bewegungen, Abrundung der Formen,' Feinheit der Abtönung in den verschiedenen Plänen, Schönheit, Klarheit und Harmonie der Färbung, erreichte sie aber in Correggio, welcher vorzugsweise in Parma thätig war. 204. Gaudenzio Ferrari, geb. 1484, f 1550. Schüler des Stefano Scoto. Maria, Joseph und zwei Hirten, von denen der eine ein Lamm herbeibringt, verehren knieend das neugeborene Christuskind. Hintergrund Landschaft, worin man unter einem Hüttendache Ochs und Esel sieht. Auf Holz, 4 F. 3 Z. h., 4 F. 9 Z. br. s. s. 205. Giovanni Pedrini , Schüler des Lionardo da Vinci. Magdalena, welche in einer Felsenhöhle im Gebet begriffen ist. Neben ihr das Salbgefäss. Auf Holz, 2 F. h., 1 F. 7 Z. br. S. S. 20G. Filippo Mazuola, f 1505. Das Bildniss eines Mannes von mittleren Jahren, mit schwarzer Mütze, in dunkel violetter Kleidung. In der Rechten hält er ein Papier, in der Linken ein Paar Handschuh. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 2 Z. h., 1 F. 9 Z. br. E. E. 207. Giovan Antonio Boi.traffio, geb. 1467, f 1516. Schüler des Lionardo da Vinci. Die heilige Barbara steht, den Kelch mit beiden Händen haltend, da. Hintergrund Landschaft mit Felsen und Wasser, in welcher man den Die italienischen Schulen von 1500—1550. 63 Thurm sieht. Auf Holz, 5 F. 5 Z. h., 3 F. 7] Z. br. S. S. 207 A. Antonio Allegri, gen. Corheggio, geh. 1494, f 1534. Das dornengokrönte Antlitz Christi. Der Grund dunkel. Auf Seide, 1 F. 5 Z. h., 1 F. 10 Z. br. K. S. 208. Mailändische Schule, unter Einfluss des Lio- nardo da Vinci. Das Bildniss der Marghe- rita Coleonea, Tochter des Niccolino Co- leone und der Cia Visconti, ersten Gemahlin des Gian Jacopo Trivulzi, mit dem Beinamen des Grossen. Sie ist ganz von der Seite, auf einem Lehnstuhl sitzend vorgestellt; die übereinandergeschlagenen Hände lässt sie auf einem Tische ruhen, ihr in Flechten aufgenommenes, blondes Haar ist von einem durchsichtigen, weissen Schleier bedeckt; über ein hellgraues Kleid mit weiten Aermelu trägt sie ein weisses Brusttuch. Grund dunkel. Bezeichnet: Mar- gherita Coleonea filia Nicolini rnagni Trivulzii prima uxor, und noch einmal unten: Margherita Coleonea. Auf Holz, 2 F. 5 Z. h., 1 F. 9! Z. br. S. S. 209. Bernardino Fasolo, blühte 1518. Schüler des Lionardo da Vinci. Die vor einem grünen Vorhang sitzende Maria liest mit Joseph - gemeinschaftlich in einem Buche, während das Kind auf ihrem Schoosse schläft. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 1 F. 9f Z. li., 1 F. 74- Z. br. G. G. 210. Marco d’Uggione, f 1530. Schüler des Lio- 64 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. nardo da Vinci. Die auf einer Rasenbank sitzende Maria hält das Kind auf dem Schoosse, welches den knieenden heiligen Ambrosius segnet; dabei in Verehrung, Georg und der Apostel Paulus. Hintergrund gebirgige Landschaft mit Wasser. Auf Holz, 5 F. 3 Z. h., 3 F. 6 Z. br. S. S. 211. Andkea Solario, blühte zu Mailand um 1530. Schüler des Gaudenzio Ferrari. Der dornengekrönte Christus, die rechte Schulter und Arm entblösst, heftet, sein Kreuz tragend, den Blick auf den Beschauer. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 4J- Z. h., 1 F. 10.| Z. br. S. S. 212. Mailändische Sciidi.e, dem Gaudenzio Ferrari verwandt. Das Bildniss eines Mannes von mittleren Jahren, mit rothern Unter- und grünem Oberkleide, welcher in der Linken eine Laute hält. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 9 Z. h., 1 F. Z. br. G. G. 213. Dem Gaudenzio Ferrari verwandt. Der Engel bringt der Maria die himmlische Botschaft. Beide sind knieend vorgestellt. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 10 Z. h., 2 F. 10 Z. br. S. S. 214. Giovan Antonio Boltraffio. Maria, welche die Rechte auf ein Buch hält, reicht mit der Linken dem vor ihr auf einer steinernen Brüstung sitzenden Kinde eine Blume. Grund dunkel. Auf PIolz, 2 F. 1 Z. h., 1 F. 5 Z. br. S. S. Die italienischen Schulen von 1500—1550. 65 215. Giovanni Pedrini. Die heilige Catharina. zwischen zwei zackigten Rädern, nur über die Hüften und eine Schulter mit einem Gewände bekleidet, wendet sieh hülfeflehend gen Himmel, von woher ein Lichtstrahl auf sie herabfällt. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. Z. h., 1 F. 6-i- Z. br, S. S. 216. Antonio Ali.f.gri , gen. Correggio. Io wird von dem in einer Wolke verborgenen Jupiter umarmt. Im Vordergründe ein grosses Gefäss mit einer Aloe und der Kopf eines aus einem Wasser trinkenden Hirsches. Hintergrund Felsen und Baumwerk. Auf Leinw., 4 F. 6 Z. h., 2 F, 8f Z. br. K. S. 217. Bernardino Luini, geb. 1460, f 1529. Schüler des Lionardo da Vinci. Maria, in der Linken ein aufgeschlagenes Buch haltend, unterstützt mit der Rechten das auf ihrem Schoosse sitzende Kind, welches, zu der Mutter emporblickend, derselben mit der Linken einen Apfel zeigt, während es in der Rechten eine Blume hat. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 84 Z. h., 1 F. 5 Z. br. K. S. 218. Antonio Ali.kgki, gen. Correggio. In der Mitte des Bildes sitzt Leda unter einem Baume mit dem Schwan in ihrem Schoose, an einem stillen, dunklen Wasser. Links zwei sich badende Gespielinnen, von welchen die eine einem fortfliegenden Schwane nachblickt, wäh- ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. G6 rend eine Dienerin im Begriff ist, ihr das Gewand überzuwerfen, die andere bemüht ist, sich einen Schwan abzuwehreü. Rechts Amor, welcher die Lyra spielt, und zwei Liebesgötter, die ihn auf Hörnern begleiten. Hinter der Leda noch eine weibliche bekleidete Figur. Hintergrund eine Landschaft mit Berg und Wald. Auf Leinw., 4 F. 1H Z. h., 6 F. 2i- Z. br. K. S. 219. Bernardino Luini. Die Geburt Christi. Maria ist im Begriff, das Jesuskind, welches ein Händchen verlangend zur Mutter erhebt, in die Krippe zu legen, worin ein Engel beschäftigt ist, das Lager zu bereiten. Hinter der Maria Joseph in Verehrung mit gefalteten Händen. In der Ferne im himmlischen Glanz der Engel, welcher den Hirten erscheint. Auf Holz, 1 F. 6! Z. h., 1 F. 2f Z. br. E. E. 220. Schule des Correggio. Johannes der Täufer, als Kind am Boden sitzend, ist beschäftigt, sich zu seiner Nahrung eine Wurzel auszuziehen, welche am Rande eines dunklen Wassers wächst. Neben ihm sein Lamm. Auf Holz, 1 F. 4J Z. h., 1 F. Z. br. E. E. 221. Lelio Orsi, geb. 1511, f 1587. Christus am Kreuz von zwei in der Luft schwebenden Engeln beklagt. Unten Magdalena, welche das Kreuz umfasst. Auf Holz, 1 F. 4-i- Z. h., 1 F. 1 Z. br. S. S. 222. Francesco Melzt, lebte noch 1568. Schii- Dili italienischen Schulen von 1500—1550. 07 ler des Lionardo da Vinci. Die unter einem von "Weinreben umschlungenen TJlmenbaume sitzende Pomona, mit beiden Händen ein Körbchen voll Früchte haltend, hört auf die "Worte des Gottes Vertumnus, welcher, in der Gestalt einer alten Frau ihr gegenüberstehend, sie von den Annehmlichkeiten der Liebe zu überzeugen sucht. Hintergrund eine gebirgige, reich bewachsene Landschaft. Auf Holz, 5 F. lli Z. h., 4 F. 4J- Z. br. K. S. 223. Schule des Correggio. Die Anbetung der Hirten, eine Skizze. Die auf dem Boden sitzende Maria ist in Beschauung des vor ihr in der Krippe liegenden Kindes verloren, dessen Köpfchen auf ihrem rechten, dasselbe umfassenden Arm ruht. Zu den Füssen des Kindes zwei verehrende Engel. Im Vordergründe ein junger Hirt mit einem Lamm auf dem Schoosse, neben ihm sein Hund. Im Hintergründe der mit dem Esel beschäftigte Joseph. Auf Leinw., 1 F. ? Z. h., 1 F.. -f- Z. br. E. E. 224. Bernardino Luini. Der Kopf der Maria, mit niedergeschlagenen Augen und gefalteten Händen. Grund dunkel. Auf Holz, 11 Z, li., 9 Z. br. S. S. 225. Giovan Antonio Boltuaffio. Das Bildniss eines Mannes aus der Familie Bentivogli, welche lange Zeit die Stadt Bologna beherrscht hat. Auf Holz, llf Z. h., 9j Z. br. E. E. 68 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. 226. Aurelio Lehm, geh. 1530, f 1593. Nachfolger des Bernardino Luini. Der dornengekrönte Christas ganz von vorn, mit der Rechten segnend, in der Linken das Rohr. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 3i Z. h., 1H Z. br. s. s. 227. Camillo Boccacini, f 1546. Maria hält das Kind auf dem Schoosse. Rechts der heilige Joseph, links Franciscus. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. h., 1 F. 7 Z. br. G. G. 228. Gaudenzio Ferrari. Das Bildniss eines Jünglings mit rothem Federhut, im Harnisch, worüber er einen grünen Mantel trägt. Mit der Rechten zeigt er auf die an einem Schilde befindliche Chiffre s. a. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 8 Z. h., 1 F. 4 Z. br. S. S. Rückwand. C, Die toieanische, (Ue ritiniaelie, die bolognesische und ferraresisclie Schule. Die toscanische und die römische Schule stehen in dieser Epoche in so lebhafter Wechselwirkung zu einander, und beide sind so bestimmend für den Charakter der bologne- sisc.hen und ferraresischen Schule, dass es nicht thunlich erschienen, diese vier Schulen so scharf Die italienischen Schulen von 1500—1550. 69 zu sondern, als es bei der venezianischen und lombardischen geschehen ist. Lionardo da Vinci brachte es zuerst, die wissenschaftlichen Bestrebungen der florensi- schen Schule der vorigen Epoche zusammen fassend, zu der ganz freien und sicheren Handhabung der darstellenden Mittel, und wusste zugleich damit eine der Bedeutung der jedesmaligen Aufgabe angemessene Auffassung zu vereinigen. Sein Einfluss war gross und allgemein, er bahnte dem Michelangelo und Raphael den Weg, und wirkte entscheidend auf Fra Bartolommeo und Andrea del Sarto ein. Den höchsten Gipfel ihrer ursprünglichen Richtung auf Ausbildung der Formen und Linien erreichte die florentinische Schule aber durch den Michelangelo Buonaroti, der im Besitz des tiefsten Wissens, den Formen eine von Keinem erreichte Grossheit, den Bewegungen die unbedingteste Freiheit und den kühusten Schwung zu geben wusste, und im Besitze dieser Eigenschaften die erhabensten Gedanken auf das Würdigste ausdrückte. Sein Einfluss in diesen Stücken war höchst bedeutend. Dem Raphael Sanzio gelang es, die tiefe, religiöse Begeisterung der umbrischen Schule, aus welcher er liervorgegangen, mit der wissenschaftlichen Ausbildung der Florentiner in ihrer ganzen Gründlichkeit zu verbinden, und indem er so die Richtungen beider Schulen in ihrer vollen Ausbildung in seinen Werken geltend machte, unter allen neueren die grösste Höhe in der Malerei zu erreichen. Diese Vereinigung macht den Charakter der römischen 70 ERSTE ABTHEILUNG 2. Classe. Schule aus, als deren Haupt und Begründer er dasteht. Ausser dem Kreise der kirchlichen Darstellungen, welchen er in seinem ganzen Umfange mit der wunderbarsten Genialität durcharbeitete, verstand er es zugleich, den Anforderungen der allgemeineren Weltbildung seiner Zeit an die Kunst durch Beziehungen auf die Philosophie, das Recht, die Mythologie der Alten, so wie der leichtern Form der Verzierungen, welche wir Arabesken nennen, auf das Schönste und Vollständigste zu genügen. Sein Einfluss war in allen diesen Beziehungen ebenso bedeutend, als er sich auf alle vier, hier in Betracht kommenden Schulen erstreckte. 229. Makiotto Aijsertinelli, geb. um 1465, f um 1512. Die Dreieinigkeit. Der in einem Kranze von Cherubim auf Wolken thronende Gott Vater segnet mit der Rechten Christus am Kreuze, den er mit der Linken hält. Zwischen beiden der heilige Geist. Am Fusse des Kreuzes zwei Engel. Grund Luft. Auf Holz. Rund, 3 F. 4 Z. im Durchmesser. S. S. 230. Andrea del Brescianino, blühte 1520. Die auf dem Schoosse ihrer Mutter Anna sitzende Maria beugt sich zu dem Kinde herab, welches mit einem Lamme spielt. Hintergrund eine Nische. Auf Holz, 4 F. 1-L Z. h., 3 F. 1 Z. br. v. R. 231. Giovan Batista Salvi, gen. in Sassoferhato, geb. 1605, f 1685. Copie nach Raphael. Das Die italienischen Schulen von 1500— 1550. 71 Bildniss der Johanna von Aragonien, Gemahlin des Ascanio Golonna, Fürsten von Taglia- cozzo. Sie ist auf einem Sessel, mit rothem Hute, in einem rothen Kleide mit sehr weiten Ermeln vorgestellt. Hintergrund ein Gemach mit Aussicht ins Freie. Auf Leinw. 1 , 3 F. 10 Z. h, 3 F. H Z. br. S. S. 232. Alte Copie nach Raphael. Das Bildniss des Pabstes Julius II., in einem Lehnstuhl sitzend, in der päbstlichen Haustracht, einer rothen Kappe und weisser Kleidung mit rothem Mantelkragen. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h., 2 F. (4 Z. br. G. G. 233. Jacopo Carrucci, .gen. il Pontormo, geb. 1499, f 1558. Schüler des Andrea del Sarto. Venus und Amor, welche sich in lebhafter Bewegung küssen. Nach einem Carton des Michelangelo. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 3 F. 11* Z. h., 5 F. 4 Z. br. E. E. 234. Sebastian del Piombo, geb. 1485, f 1547. Schüler des Giorgione und des M. Buonarot.i. Das Bildniss des Dichters Pietro Aretino, mit schwarzer Mütze, in schwarzer Kleidung. Grund dunkel. Auf Schieferstein, 2 F. 34 Z. h., 1 F. 84 Z. br. v. R. 235. Sebastian del Piombo. Das Bildniss eines Mannes von mittleren Jahren, mit schwarzer Mütze in schwarzer Kleidung. .Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 6 Z. h., 1 F, 1 Z. br. S. S. 72 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. 236. Andrea Vannucchi, gen. Andrea del Sarto, geb. 1488, f 1530. Schüler des Pier di Co- simo. Ein Wunder aus der Legende des heiligen Antonius von Padua. Auf Holz, 7f Z. h., 1 F. 7f Z. br. E. E. 237. Sebastian der Piombo. Der todte Christus wird von Joseph von Arimathia gehalten, während Maria Magdalena voll Schmerz die Wunde der aufgehobenen, linken Hand Christi betrachtet. Halbe Figuren von colossalen Verhältnissen. Auf Schieferstein, 5 F. -f Z. h., 3 F. 7J Z. br. E. E. 238. Bartolommeo Ramengiii, gen. il Bagnaca- vallo, geb. 1484, f 1542. Schüler des Raphael Sanzio. Auf Wolken stehen unter einem Vorhang, in der Mitte die heilige Agnes, rechts der heilige Petronius mit dem Modell der Stadt Bologna, links der heilige Ludwig. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 5 F. 6 Z. h., 7 F. 4 Z. br. S. S. 239. Pontormo. Das Bildniss des Andrea del Sarto, mit schwarzem Hut in schwarzer Kleidung. Hintergrund Architectur und Vorhang. Auf Holz,. 2 F. h., 1 F. 5 Z. br. S. S. 240. Andrea del Sarto. Das Bildniss der Frau des Künstlers, fast ganz von vorn, um den Kopf ein weisses Tuch gebunden, in einem gelben Kleide mit weissem Brusttuche. Grund grün. Ein a la prima gemaltes Studium. Auf Holz, 1 F. 4|- Z. h., 1 F. 2| Z. br. v. R. Die italienischen Schulen von 1500—1550. 73 241. Andrea dei, Sarto. Ein Wunder aus der Legende des heiligen Antonins von Padua. Gegenstück zu Nr. 236. Auf Holz, 7J Z. h., 1 F. 7A Z. br. E. E. 242. Nach Rapliael’s Coinposition, von Francesco Rossi, gen. de’ Saeviati, geh. 1510, f 1563. Johannes der Täufer in der Wüste. Auf einem Stück Erdreich sitzend, nur um Hüfte und Arm mit einem Pantherfelle bekleidet, deutet er mit der erhobenen Rechten auf ein neben ihm errichtetes Kreuz, von welchem ein Lichtstrahl ausgeht. Tn der Linken hält er den Streifen Papier mit dem „Agnus Dei.“ Hintergrund eine düstere Landschaft. Auf Holz, 5 F. 34 Z. h., 4 F. 94 Z. br. v. R. 243. Benvf.nuto Tisi, gen. Garofat.o, geb. 1481, f 1559. Schüler des Domenico Panetti und des Raphael. Der heilige Hieronymus in der Einöde kasteiet sich, vor dem Crucifixe knieend, mit einem Steine. Neben ihm der Löwe. Hintergrund Landschaft mit Berg und Meer. Bezeichnet: MDXIIII. SFTE. Auf Holz, 5 F. 5 Z, h., 2 F. 9 Z. br. S. S. 244. Giovan Antonio Razzi, gen. ii. Soddoma, geb. 1479, f 1549. Schüler des Lionardo da Vinci. Der kreuztragende Christus mit einem Henker. Halbe Figur. Auf Holz, 1 F. 11Z. h., 1 F. 94 Z. br. E. E. 245. Marcantonio, Franciabigio. Das Bildniss eines jungen Mannes mit schwarzem Hute, in schwarzer Kleidung, welcher in der Rech- 4 74 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. ten die Feder haltend, sich mit dem linken Arm auf ein Pult lehnt, worauf ein Schreibzeug steht. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: 1522 den 24. October, und mit dem Monogramme Auf Holz, 2 F. 7 Z. h., 1 F. 11 Z. br. v. R. 246. Andrea df.l Sarto. Die in einer Nische auf einem Gewölk thronende Maria hält das lebhaft bewegte Christuskind stehend auf ihrem Schoosse. Im unteren Theil des Gewölks zwei Cherubim. Rechts, stehend die Heiligen Petrus und Benedictus, knieend Onophrius. Links, stehend Marcus mit dem Löwen und Antonius von Padua, knieend Catharina. Im Vordergründe in halben Figuren, rechts der heilige Celsus, links Julia. An den Stufen bezeichnet: ANN. DOM. MDXXVIII. Auf Holz, 8 F. 5 Z. h., 5 F. 11 Z. br. E. E. 247. Alte Copie nach Raphael. Maria, den Blick auf das Kind gerichtet, welches, auf ihrem Schoosse so eben erwacht, zu ihr emporschaut, unterstützt dasselbe mit der Rechten. Grund dunkel. Das Original dieses Bildes befindet sich zu London in der Bridgewater- gallerie. Auf Holz, 2 F. 6 Z. h., 1 F. lli Z. br. E. E. 247 a. Raphael Sanzio , wahrscheinlich im Jahre 1505 gemalt. Die sitzende Maria heftet den Blick auf das Christuskind auf ihrem Schoosse, welches auf den kleinen, zur Rechten der Maria stehenden Johannes den Täufer herab- Die italienischen Schulen von 1500—1550. 75 schaut. Letzterer reicht das Spruchband mit dein „Ecce agnus Dei“ zu ihm empor. Zur Linken der Maria ein anderes Knäbchen, wahrscheinlich Johannes der Evangelist. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, ein Rund 2 F. 9f Z. im Durchmesser. Früher im Besitz der Familie der Herzoge von Terranuova. E. E. 248. Raphael Sanzio. Aus der letzten Zeit seiner florentinischen Epoche; mithin zu Anfang von 1508 gemalt. Maria, den Blick auf das Kind gerichtet, welches auf ihrem Sckoosse an ihr emporstrebt, unterstützt dasselbe mit der Rechten, während die Linke ein Buch hält, worin sie so eben gelesen. Hintergrund Landschaft mit Bergen und leichten Bäumen. Dieses Gemälde ist, weil es sich geraume Zeit im Besitz der Familie Colonna zu Rom befunden bat, unter dem Namen des Raphael di Casa Colonna bekannt. Auf Holz, 2 F. 6 Z. h., 1 F. 10J- Z. br. E. E. 249. Fra Bartolommeo m san Marco, geb. 1469, f 1515. Schüler des Pier di Cosimo, in Vereinigung mit Mariotto Albertinelli. Die Himmelfahrt Mariä. Dieselbe schwebt, auf dem Halbmond stehend, von Glanz umflossen, zum Himmel empor. Auf Wolken, zu ihren Füssen, drei kleine, je rechts und links ein grösserer Engel, welche sämmtlich musiciren. Unten um das Grab, woraus Rosen und Lilien hervorsprossen, knieen rechts die Heiligen Domi- 4* 76 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. nicus, Petrus und Johannes der Täufer, links Petrus Martyr, Paulus und Magdalena. Hintergrund Landschaft mit bergiger Ferne. Mit der Inschrift: ORATE PRO PICTORE. Der obere Theil des Bildes rührt von Albertinelli, der untere von Fra Bartolommeo her. Auf Holz, 9 F. 8 Z. h., 6 F. 7 Z. br. S. S. 250. Pi.autilla Nelli, blühte um 1524. Schülerin des Fra Bartolommeo. Der zwischen der Maria und Petrus sitzende Christus bedeutet der Martha, welche, mit einer Schüssel voll Früchte herbeieilend, ihre, zu den Füssen Christi sitzende Schwester Maria tadelt, dass sie ihr in der Besorgung der Bewirthung nicht beistehe, wie dieselbe das bessere Theil erwählt habe. Dabei noch drei Apostel, der heilige Georg und eine heilige Frau, die Getränke herbeibringt. Unten, rechts das Bild- niss des Stifters mit einem Kinde, welches einen Stieglitz hält, links das Bildniss der Frau desselben mit einem andern Kinde. Bezeichnet: MDXXIIII. Auf Holz, 7 F. 5 Z. h., 8 F. 4 Z. br. S. S. 251. Schule von Raphael. Das Bildniss des Grafen Balthasar Castiglione. Auf Leinwand, 2 F. 2 Z. h., 1 F. 10 Z. br. E. E. 252. Schule von Raphael, vielleicht Perino Bo- nacorsi , gen. del Vaga, geb. 1500, f 1547. Johannes der Täufer, von mehreren Gruppen von Zuhörern umgeben, predigt in der Wüste. Auf Holz, 10 Z. h., 1 F. 10 Z. br. S. S. Die italienischen Schulen von 1500—1550. 77 253. Dosso Dossi, f um 1560. Schüler des Lorenzo Costa. Oben die auf Wolken in der Herrlichkeit thronende Maria, welche das Kind auf dem Schoosse hält; unten, in der Mitte, die Heiligen Agnes, Catharina und Clara, rechts Hieronymus, links Magdalena, beide in Bussübung knieend. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 1 F. 9 Z. h., 1 F. 4 Z. br. S. S. 254. Dosso Dossi. Die Apostel am Grabe der Maria schauen derselben, wie sie zum Himmel emporschwebt, nach. Eine Skizze. Auf Leinwand, 10 Z. ln, 1 F. 9-f- Z. br. E. E. 255. GaropXi.o. Die Himmelfahrt Christi. Maria blickt mit den Aposteln dem emporschwebenden Heiland in Verehrung nach. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 1 F. 10 Z. h., 1 F. 6 Z. br. S. S. 256. Schule von Raphael, vielleicht Pekino del Vaga. Der heilige Paulus predigt, von mehreren Zuhörern umgeben, zu Athen. Gegenstück zu Nr. 252. Auf Holz, 10 Z. h., 1 F. 10 Z. br. S. S. 257. Nach Rapiiael’s Composition von einem Unbekannten. Johannes der Evangelist, auf dem Adler, von Wolken emporgetragen, ist im Begriff, auf eine Tafel, die er mit der Linken hält, seine Offenbarung zu schreiben. Unter ihm das Meer und die Insel Patmos. Auf Leinw., 7 F. 7 Z. h., 5 F. 7J- Z. br. G. G. 258. Garofalo. Maria empfängt in ihrem Gemache, am Betstuhl knieend, von dem Engel 78 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. die himmlische Botschaft. Auf Holz, 1 F. li., 10 Z. br. G. G. 259. Sebastian del Piombo. Christus am Kreuze, nach der Composition des Michelangelo Buo- naroti. Auf Stein gemalt, der auch den Grund bildet, 11^- Z. h., 7J- Z. br. E. E. 260. Garofalo. Die heiligen drei Könige bringen dem Christuskinde, welches auf dem Schoosse der Maria unter Ruinen sitzt, ihre Gaben dar. Hintergrund Landschaft, worin man das Gefolge der Könige sieht. Auf Holz, 2 F. 24- Z. h., 2 F. 7.L Z. br. S. S. 261. Garofalo. Die heiligen drei Könige bringen dem Christuskinde ihre Gaben dar. Hintergrund Landschaft, in welcher man das Gefolge sieht. Auf Holz 1 F. 4 Z, hi., 1 F. 10 Z. br. S. S. 262. Garofalo. Christus, von den vier Marien, Johannes, Joseph von Arimathia, Nicodemus und noch einem Anderen betrauert und zu Grabe bestattet. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 1 F. h.,.l F. br. S. S. 263. Ridolfo Ghiulandajo. Oben Maria mit gefalteten Händen, von einer Wolke emporgetragen, umgeben von Cherubim und einem Chore von zwölf verehrenden Engeln. Unten, am Grabe, woraus Rosen und Lilien emporsprossen, die Apostel und Johannes der Täufer. Der aus dem Bilde heraussehende Kopf, letzterem zunächst, ist das Bildniss des Malers. Die italienischen Schulen von 1500—1550. 79 Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 12 F. 1.1 Z. h., 7 F. 14 Z. br. S. S. 264. Dosso Dossi. Unterhaltung der Kirchenväter über die unbefleckte Empfängniss Mariä. Rechts Hieronymus, neben ihm Ambrosius; links Augustinus und Gregorius der Grosse. Hintergrund Landschaft. Der obere Theil des Gemäldes, die Maria in der Herrlichkeit vorstellend, fehlt. Auf Holz, 6 F. h., 5 F. 8 Z. br. S. S. 265. Giulio Pippi, gen. Giulio Romano, geb. 1492, f 1545. Schüler des Raphael Sanzio. Die Entdeckung des Fehltritts der Calisto, eine Composition von sieben Figuren. Auf Leinwand, 12 F. 10| Z. h., 8 F. 2f Z. br. NB. Dieses Frescogemälde ist von der Mauer auf Leinwand übertragen worden. E. E. 266. Lodovico Mazzolino, geb. um 1481, f um 1530. Schüler des Lorenzo Costa. Christus lehrt von einem hohen Sitze herab als zwölfjähriger Knabe im Tempel. Unter den Schrift- gelehrten und Pharisäern, welche ihn zahlreich umgeben, erblickt man links Maria und Joseph. Auf einer Gallerie befinden sich Gruppen von anderen Pharisäern, welche an der Handlung Theil nehmen. Im Hintergründe der Gallerie zwei bronzene Basreliefs, rechts Moses, welcher den Israeliten die Gesetztatein mittheilt, links derselbe, der, die Arme emporstreckend, den Sieg der Israeliten fördert. An der Brüstung der Gallerie zwei 80 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. andere Marmorreliefs; rechts Judith mit dem Haupte Holofernes, und die Israeliten im siegreichen Kampfe gegen die Assyrer; links David mit dem Haupte des Goliath, und die Philister, welche von den Israeliten in die Flucht geschlagen werden. Bezeichnet: MDXXIY. ZENAR LVDOVICVS MAZZO- LINVS FERRARENSIS. Auf Holz, 8 F. 3 Z. h., 5 F. 9 l Z. hr. S. S. 267. Fhancksco Ubertini, gen. il Bachiacca, f um 1557. Christus wird von Johannes im Jordan getauft. Dabei mehrere Gruppen von allerlei Volk, welche derselbe Zweck versammelt hat. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 2 F. 7f Z. h„ 5 F. 4 Z. br. S. S. 268. Girolamo Marches: da Cotignola, geb. um 1480, f 1550. Schüler des Francesco Francia und des Raphael Sanzio. Der heilige Bernhard, in bischöflicher Tracht thronend, ertheilt seinen Schülern, deren drei zu jeder Seite des Thrones knieen, seine Ordensregel. Oben zwei Engel, die den Vorhang des Thrones halten; unten zwei andere, von denen der eine die Laute spielt, der andere singt. Bezeichnet: Hieronymus Cottignol’s MDXXVI. Auf Holz, 6 F. 5 Z. h., 4 F. 114 Z. br. S. S. 269. Lorenzo Sabbatini, gen. Lorenzino da Bologna, f 1577. Zwei Engel sind bemüht, den todten Christus in das Grab zu legen. Die italienischen Schulen von 1500—1550. 81 1 Hintergrund Landschaft mit dem Calvariberg. Auf Holz, 1 F. 1 Z. h., 10 Z. br. S. S. i 270. Lodovico Mazzolino. Maria, von Joseph, i, Elisabeth und Anna umgeben, hält das Kind auf dem Schoose. Zu ihren Füssen der s kleine Johannes mit dem Lamme. Hinter- s grund Landschaft. Auf Holz, 1 F. 3-1 Z. h., 1 F. 4| Z. br. S. S. 271. Giacomo Francia, blühte um 1525, f 1557. if Schüler des Francesco Francia. Die Keuschheit, unter der Gestalt einer nur mit einem weissen, ganz durchsichtigen Zeuge bekleideten weiblichen Figur, welche in der Rechten die Palme, in der Linken, als Zeichen ihrer r Reinheit, ein spiegelhelles Schild hält. Hin- u tergrund Landschaft, worin man rechts die !• Keuschheit auf einem von zwei Einhörnern -5 gezogenen Wagen, von vier Genien, welche Palmen tragen, begleitet, einem Gebäude im Hintergründe zueilen sieht, links die der Un- keuschheit Schuldigen über den Höllenfluss gesetzt werden, um in dem Flammenpfuhl ihre Strafe zu empfangen. Auf Holz, 2 F. 6i Z. h., 1 F. 101 Z. br. G. G. 272. Rosso de’ Rosst, gen. il Rosso, geb. 1496, , f 1541. Die vier Jahreszeiten, vier allego- , r rische Figuren in vier Abtheilungen. Auf Holz, , jede Abtheilung 10 Z. h., 3 Z. br. S. S. e 273. Lodovico Mazzolino. Maria und Joseph fin- den Christus, wie er als zwölfjähriger Knabe , r vor einer grossen Anzahl von Schriftgelehrten n 4 «# 82 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. und Pharisäern im Tempel lehrt. Im Vordergründe ein Knäbchen mit einer Eule, welchem sich ein Affe nähert. Im Hintergrund der mit einem Marmorrelief verzierte Altar. Auf Holz, I F. 5f Z. h., 11£ Z. br. E. E. 274. Schule von Ferrara, dem Dosso Dossi verwandt. Die Heimsuchung. Maria und Elisabeth reichen sich die Hände; mehr rückwärts, rechts Joseph, links ein Mädchen. Hintergrund Architectur und Landschaft. Auf Holz, 6 F. 2 Z. h., 5 F. br. S. S. 275. Lodovico Mazzolino. Gemälde in drei Abtheilungen. In der mittleren sitzt Maria auf einem mit einem Marmorrelief verzierten Thron und hält das Kind auf dem Schoosse, welches einen Stieglitz mit rothen Beeren füttert. In der rechts steht der heilige Antonius Eremita mit der Glocke und dem Schweine, in der links Magdalena mit dem Salhgefässe. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: MDVIIII. Auf Holz. Das Mittelbild 2 F. 11Z. h., 1 F. lOf- Z. br.; die beiden Seitenbilder, jedes 2 F. II Z. h., 1 F. 4J- Z. br. S. S. 276. Polidoro da Caravaggio. Der heilige Lucas. Halbe Figur. Hintergrund dunkel. Auf Holz. 1 F. 6 Z. h., 1 F. 10L Z. br. E. E. 277. Adone Doni, lebte noch 1567. Das auf einem Kissen sitzende Christuskind verlangt lebhaft nach einem Buche in der Hand der Maria, worin sie so eben gelesen. Rechts, unter einem grünen Teppich, der kleine Johannes Die italienischen Schalen von 1500—1550. 83 schlafend; am Boden ein Stieglitz. Hintergrund Landschaft, worin die Flucht nach Aegypten vorgestellt ist. Auf Holz, 3 F. 7| Z. h., 2 F. 9i Z. br. v. R. 278. Paolo Zacchia, gen. il Vecchio, blühte um 1527. Maria hält das Kind auf dem Schoosse, welches den kleinen, von einem Engel herbeigeleiteten Johannes segnet. In der Linken der Maria ein Granatapfel. Hintergrund Landschaft. Auf Holz. Rund, 2 F. 81- Z. im Durchmesser. S. S. 279. Giulio Romano. In einem Gemache ruhen zwei Liebende entkleidet auf einem Bette mit grossen, grünen Vorhängen. Durch die geöffnete Thür werden dieselben von einer Alten belauscht, an welcher ein kleiner Hund emporspringt. Auf einem Schemel, neben dem Bette, sitzt eine Katze. Zu den Füssen des Bettes Kleidungsstücke des Paares. Auf Holz, 6 F. 1 Z. h., 11 F. 2f Z br. K. S. 280. Innocenzio Francucci, gen. Innocenzio da Imola, blühte zwischen 1506 und 1549. Schüler des Francesco Francia, Nachfolger des Raphael. Maria, in der Herrlichkeit von Cherubim umgeben, unterstützt das auf ihrem Schoosse stehende Kind, welches den Segen ertheilt. Unten, rechts der heilige Alö, Schutzpatron des Schmiedegewerks, links Petronius mit dem Modell von Bologna, beide in Verehrung. Hintergrund Landschaft, worin man Vorgänge aus der Legende des heiligen r 84 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. Alö sieht. Auf Holz, 6 F. 4 Z. h., 5 F. 6i Z. br. S. S. 281. Giacomo Francia. Maria leitet das Kind an der Hand, welches sich gegen den kleinen Johannes wendet. Links die Heiligen Magdalena und Agnes, rechts Dominicus und Fran- ciscus. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: I. FRANCIA. Auf Holz, 6 F. 3 Z. h., 5 F. 4 Z. br. S. S. 282. Giovanni Batista Benvenuti, gen. Ortolano, f 1525. Hieronymus, ein Crucifix und ein aufgeschlagenes Buch vor sich, kasteiet sich knieend mit dem Steine; hinter ihm der Löwe, ein Todtenkopf und eine Sanduhr. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 4 F. 10 Z. h., 4 F. i Z. hr. S. S. 283. Giuliano Bugiardini, geh. 1471, f 1556. Das auf dem Boden sitzende Christuskind wird von Maria knieend verehrt. Recht s knieend, Johannes der Evangelist, hinter ihm, stehend, Philippus; links, knieend, Hieronymus, hinter ihm, stehend, Joseph. In der Luft schwebt ein Engel mit einem Papierstreifen herab, worauf das „gloria in excelsis.“ Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: IYL. FLO. FAC., d. h. Julius Florentinus. Auf Holz. 6 F. 8i Z. h., 5 F. 6| Z. br. S. S. Die italienischen Sehulen von 1500—1550. T> 85 i Rückwand. n 284. Giuliano Bugiardini. Die nur um die Hüfte ’’ mit einem grünen Gewände bekleidete Lucre- tia, von der tödtlichen Wunde, die sie sich bei- S gebracht hat, zu Boden gesunken, ist im Be- s griff, sich noch einmal zu durchbohren. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 5f Z. h., 3 F. 2 Z. ", br. S. S. lf 285. Giuliano Bugiardini. Maria, in der Linken ein Buch haltend, welches auch das Kind auf ihrem Schoosse anfasst, leitet mit der Rechten den kleinen Johannes herbei, der auf das r Christuskind deutet. Hintergrund Landschaft. u Auf Holz, 2 F. 8 Z. h., 1 F. 11 Z. br. S. S. j. 286. Lionardo da Pistoja, blühte um 1516. Schü- •’ ler des Francesco Penni. Maria unterstützt mit der Rechten das Christuskind auf ihrem Schoosse, welches einen Faden hält, woran ein ^ Stieglitz befestigt ist, der auf dem Zeigefinger der linken Hand der Mutter sitzt. Hintergrund ^ das Zimmer. 'Durch das Fenster Aussicht in eine Landschaft. Bezeichnet: OPVS. LEON. PIST. M. D. XVI. Auf Holz, 2 F. 4 Z. h., 3 , 1 F. 8-i- Z. br. v. R. t 287. Giacomo Francia, und Giulio Francia, blühte 1500, f 1540. Maria als Himmelskönigin, in e der Herrlichkeit, von einem Kranze von Che- ^ rubim umgeben, mit Engeln rings umher. Un- ' r n 86 ERSTE ABTHEILUNG. 2. Classe. ten die Heiligen Paulus, Catharina, Francisco und Johannes der Täufer. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: I. I. FRANCIA AVRIFI. BONON. FECER. MDXXV. Neben der Inschrift ein Specht. Auf Holz, 9 F. 10 Z. h., 6 F. 5 Z. br. S. S. 288. Pellegrino Tibäldi, geh. 1527, f 1591. Die Anbetung der Hirten. Dabei je rechts und links ein heiliger Bischof. In den Wolken Engel, von welchen einige singen, andere die Werkzeuge des Leidens tragen. Hintergrund Landschaft, in welcher man das Gefolge der drei Könige sieht. Auf Holz, 2 F. 5 Z. h., 2 F. br. S. S. 289. Marcellino Venusti, f vor dem Jahre 1585. Schüler des Michelangelo Buonaroti. Zwei Vorstellungen auf einem Bilde. Rechts Christus am Oelberg im Gebet, auf welchem ein Lichtstrahl vom Himmel fällt. Daneben Christus, wie er die eingeschlafenen Jünger weckt. Hintergrund Landschaft, worin man Jerusalem mit dem Tempel Salomonis sieht. Auf Stein, 1 F. 7 Z. h., 2 F. lf Z, br. S. S. 290. Girolamo Marchesi da Cotignola. Die Vermählung Mariä und Josephs im Tempel. Dabei mehrere Personen, von denen ein Jüngling seinen Stab zerbricht. Im Vordergründe rechts eine Sibylle, links ein Prophet, jeder von einem Engel begleitet. Oben ein Chor von Engeln mit dem heiligen Geist; zwei an- Die italienischen Schulen von 1500—1550. 87 dere Engel, welche mit Kränzen auf Maria und Joseph herabschweben. Auf Holz, 2 F. 6 Z. h., 1 F. 11 Z. br. G. G. 291. Domenico Beccafümi, gen. il Mechekino, geb. um 1484, lebte noch 1551. Schüler des Ca- panna. Maria, ein Buch auf dem Schoosse, hält das Kind, welches mit einem Lamme spielt. Zu ihnen der kleine Johannes mit dem Kreuze. Hintergrund Landschaft. Auf Holz. Rund, 2 F. 8-1 Z. im Durchmesser. S. S. 292. Soddoma. Der gefesselte, dornengekrönte Christus wird von zwei Kriegsknechten verspottet. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 5 T ] Z. h., 2 F. br. v. R. 293. Giacomo Franoia. Maria hält mit der Rechten das auf einer steinernen Brüstung vor ihr stehende Kind, während ihre Linke auf einem aufgeschlagenen Buche ruht. Rechts der heilige Franciscus. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: F. FRANCIA. Auf Holz, 2 F. 64 Z. h., 2 F. 1| Z. br. S. S. 88 ERSTE ABTHEILUNG. 3. Classe. Dritte Classe. Die italienischen Schulen vom, Jahre 1550 — 1590, oder die Epoche der Abnahme. gen, welche in der Malerei in den verschiedenen Gegenden Italiens verfolgt worden, zur höchsten Ausbildung gelangt, und die sich daraus ergebenden Eigenthümhchkeiten in grösster Schärfe ausgeprägt worden waren, verloren sich dieselben wiederum allmählig vornehmlich dadurch, dass die Meister nicht mehr auf dem bisher allgemein betretenen Wege eigener Naturanschauung fortgingen, sondern sich vielmehr auf Nachahmung der grössten Meister jener Richtungen legten. Von den Malern des mittleren Italiens erhielten sich die, welche sich j Raphael zum Muster nahmen, aus dessen Wer- 1; ken die edelste, reinste und ungetrübteste Auf- j! fassung der Natur wiederstrahlt, noch immer i: auf einiger Höhe. Die Anzahl solcher war in- j dess nur gering. Bei weitem die Mehrzahl der | Maler liess sich von der Nachahmung des ' Michelangelo hinreissen, dessen ganze Kunstweise, durch seine Persönlichkeit bedingt, nur | in ihm selbst wahrhaft gross sein konnte, für jeden andern aber verderblich werden musste; so dass sie denn auch darüber in Unwahrheit jede der eigenthümlichen Richtun- Die italienischen Schulen von 1550—1590. 89 iin Ausdruck, arge Uebertreibung und Ostenta- tion in der Zeichnung, endlich in eine kalte und unharmonische Färbung verfielen. Im nördlichen Italien ging es den Lombarden, welche den Correggio nachahmten, nicht besser, indem dessen Grazie bei ihnen in fratzenhafte Geziertheit, die Harmonie der Beleuchtung in gesuchte Lichtefiekte ausartete. Dagegen erhielt sich keine Schule so lange in einer so achtbaren Stellung als die venetiauische. Hier gewährte nämlich Tizian durch sein gesundes und kräftiges Streben nach Naturwahrheit allen, welche sich ihn zum Vorbild nahmen, eine breite, tüchtige Grundlage, welche selbst immer wieder auf die Natur als Urquelle zurückwies. Höchst nachtheilig wirkte es, dass man in ganz Italien das Schnellmalen zum Maassstab der Meisterschaft machte, indem dadurch die Darstellung an Gründlichkeit einbüsste und die gute Technik in Abnahme kam. A. Die 'vencliaiiisclie Sehute. 294. Ippolito Scarsella, gen. lo Scarsellino, geb. 1551, f 1621. Während der Schutzengel seinen Schützling mit einem Schilde in der Linken gegen die Anfechtungen des in Flammen erscheinenden Satans schirmt, deutet er mit der Rechten nach oben. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 4 F. h., 3 F. 1 Z. br. S. S. 295. Paolo Caliari, gen. Paolo Veronese, geb. 1530, f 1588. Schüler des Antonio Badile. 90 ERSTE ABTEILUNG. 3. Classe. Der todte Christus von zwei Engeln unterstützt und beklagt. Hintergrund ein Vorhang und Luft. Auf Leinw., 3 F. 6 Z. h., 3 F. br. G. G. 296. Paolo Veronese. Die Findung Mose. Auf Leinw., 2 F. 1 Z. h., 3 F. 1 Z. br. E. E. 297. Carlo Caliari, geb. 1507,. f 1596. Schüler des Paolo Veronese. Die Darstellung Christi im Tempel. Maria, an den Stufen des Altares knieend, reicht dem Simeon das Kind dar. Hinter ihr Joseph mit einer Kerze. Rechts ein Jüngling, welcher zwei Tauben als Opfer knieend darbringt. Ausserdem drei andere Figuren. Hintergrund Architectur des Tempels. Auf Leinw., 7 F. Z. h., 7 F. 4 Z. br. K. S. 298. Jacopo Robusti, gen. il Tintoretto, geb. 1512, f 1594. Schüler des Tiziano Vecellio. Das Bildniss eines Procurators des heiligen Marcus in seiner Amtstracht, einem rothen Mantel mit weiten Ermeln. Der Grund dunkel. Auf Leinw., 3 F. 4 Z. h., 2 F. 7-L Z. br. G. G. 299. Tintoretto. Das Bildniss eines Procurators des heiligen Marcus in seiner Amtstracht, einem dunkelrothen Pelz mit weiten Ermeln. Hintergrund ein Gemach mit der Aussicht ins Freie. Auf Leinw., 3 F. 74 Z. h., 3 F. 1 Z. br. S. S. Die italienischen Schulen von 1550—1590. 91 300. Tintoketto. Maria mit dem Kinde in der Herrlichkeit, von zwei Engeln umschwebt, wird von den Aposteln Marcus und Lucas verehrt. Auf Leinw., 7 F. 4 Z. h., 5 F. 2 ± Z. br. E. E. 301. Tintoketto. Das Bildniss eines Mannes in mittleren Jahren, in schwarzer Kleidung. Grund dunkel. Auf Leinw., 3 F. 1| Z. li., 2 F. 5 Z. br. K. S. 302. Francesco da Ponte, gen. Bassano, geb. 1548, f 1592. Schüler des Jacopo da Ponte. In dem Mittelgründe einer bergigen Landschaft wird Europa von dem Jupiter in Gestalt eines weissen Stiers ins Meer entführt. An den' Ufern desselben die besorgten Gespielinnen der Europa. Im Vordergründe Merkur, welcher als Hirt bei einer Heerde von allerlei Vieh verweilt. Auf Leinw., 3 F. h., 3 F. 94 Z. br. K. S. 303. Paot.o Veronese. Der zwischen Wolken thronende Jupiter deutet, zu der Germania, einer Frau in der reichen, venetianischen Tracht der Zeit mit einem Scepter, gewendet, mit lebhafter Gebärde auf die Attribute der irdischen Macht, einer Kaiser- und verschiedenen Kö- nigskronen und Bischofsmützen, welche er ihr als oberster der Götter verleiht. Eine andere weibliche Gestalt, vielleicht die Fortuna, zeigt der Germania einen Würfel, als das Zeichen des wechselnden Glückes. Zwei Kinder- ERSTE ABTHEILUNG. 3. Classe. genien spielen mit dem Adler, während zwei andere mit einer Bischofsmütze beschäftigt sind. Auf Leinw., 4 F. 8 a Z. h., 7 F. 11Z. br. E. E. 304. Paolo Veronese. Die Zeit führt den Sieg der Religion über die Ketzerei herbei. Der auf den Erdglobus gestützte Saturn mit der Sense blickt auf die Ketzerei, welche als eine scheussliche und abgezehrte Alte im Vorgrunde liegt, herab. Im Hintergründe die Religion als eine in einem Buche lesende Matrone. Neben ihr ein Genius mit einem Bischofshut; unterhalb des Saturns zwei andere mit Win- kelmaass und Zirkel. Auf Leinw., 4 F. 8 Z. h., 7 F. 91 Z. br. E. E. 305. Paolo Farinato, geb. 1522, f 1606. Schüler des Nicolo Giolflno. Die Darstellung des Kindes im Tempel. Simeon empfängt, am Altar knieend, von der an der Stufe desselben ebenfalls knieenden Maria das Kind. Im Vordergründe desgleichen knieend, Joseph mit einer Kerze. Ausserdem zahlreiches Gefolge und Zuschauer. Hintergrund Architectur des Tempels mit einer Durchsicht ins Freie. Auf Leinw., 4 F. 111 Z. h., 7 F. 6f Z. br. K. S. 306. Sciiüle des Tiziano Vecellio. Die Bildnisse von zwei jungen Frauen; zwischen beiden das eines Mannes von mittleren Jahren. Grund dunkel. Auf Leinw., 1 F. 7 Z. h., 1 F. 10j- Z. br. K. S. Die italienischen Schulen von 1550—1590. 93 307. Giovanni Girolamo Sayoldo, blühte um 1550 zu Venedig. Eine weibliche Figur im rothen Kleide, darüber ein hellgelbes Gewand, welches sie über den Kopf genommen hat. Hin* tergrund Architectur und Luft. Bezeichnet: Joannes Jeronimus Savoldus di Brescia faciebat. Auf Leinw., 2 F. llf Z. h., 2 F. 4-f- Z. br. S. S. 308. Venetianisciie Schule, Die Darstellung des Kindes im Tempel. Maria, von Joseph, zwei anderen Frauen und einem Manne begleitet, reicht dem Simeon das Kind dar. Hinter demselben die alte Anna und zwei Männer in venetianischer Tracht. Auf den Stufen, welche zum Altar führen, ein alter Türke, der ein Kind auf dem Arme hält, welches nach den aus dem Korbe hervorkommenden Tauben hascht. Hintergrund Architectur des Tempels. Auf Leinw., 5 F. 4 Z. h., 7 F. 11 Z. br. S. S. 309. Paolo Veronese. Minerva ist beschäftigt, den Mars zu rüsten. Neben ihnen Genien mit Lorbeerzweigen und Kriegsgeräth. Durch dieses Bild wird die Kriegsrüstigkeit Deutschlands gefeiert, welche Eigenschaft die Deutschen im ganzen Mittelalter, zumal in Italien, vielfach bewiesen haben. Auf Leinw., 4 F. 8| Z. h., 4 F. 84 Z. br. E. E. 310. Tintoretto. Luna auf einem prächtigen Wagen, von drei Horen umgeben, ist im Begriff, ihre nächtlich durchmessene Himmelsbahn zu if öiW-rfb 94 ERSTE ABTHEILUNG. 3. Classe. beendigen, da sie schon von den Strahlen der aufgehenden Sonne beschienen wird. Auf Leinw., 4 F. 10 Z. h., 8 F. 2 Z. br. E. E. 311. Paolo Veronese. Apollo mit der Lyra wendet sich zur Juno, welche mit ihrem Pfau mehr rückwärts zu sehen ist. Apollo bezieht sicli offenbar auf die Blüthe von Kunst und Wissenschaft in Deutschland. Auf Leinw., 4 F. 8f- Z. h., 4 F. 4f Z. br. E. E. Anmerkung. Dieses Bild und die unter der Nr. 303., 304., 309. und 310. befanden sich vordem im Fondaco (Kaufhaus) der Deutschen zu Venedig. 312. Paoi.o Veronese. Der todte Christus von zwei Engeln zu Grabe bestattet. Auf Leinw., 3 F. 1| Z. h., 1 F. 11'- Z. br. E. E. 313. Schule des Tiziano Yecellio. Das Bildniss eines Mannes von mittleren Jahren in schwarzer Kleidung, in der Rechten ein Paar Handschuh. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h., 1 F. 11| Z. br. E. E. 314. Francesco Bassano. Der barmherzige Samariter verbindet den von Räubern verwundeten Israeliten; links sein Esel und ein ruhender Hund. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 1 F. llf Z. h., 2 F. 10| Z. br. K. S. 315. Jacopo da Ponte, gen. Bassano, geb. 1510, f 1592. Schüler des Tiziano Vecellio. Das Bildniss eines bejahrten Mannes in schwarzer Die italienischen Schulen von 1Ö50—1590. 95 Kleidung, welcher sich mit der Rechten auf einen Tisch stützt, worauf ein Buch liegt. Grund dunkel. Auf Leinw., 3 F. 5i Z. h., 2 F. 9 Z. br. S. S. 316. Tjntorktto. Der thronende heilige Marcus ertheilt dreien seiner Procuratoren Lehren. Hinter diesen, welche ihn in ihrer Amtstracht knieend verehren, noch zwei andere Venezianer. Ein Votivbild mit den Wappen der Geschlechter Zane, Cornaro und Molino, zu welchem die drei Procuratoren gehören, der Devise: „tres et unus“ dem bedeutenden Spruche: „pensate la fin“ und der Jahreszahl 1569. Auf Leinw., 6 F. 8-J Z. h., 5 F. 9 Z. br. E. E. 317. Schule des Jacopo Bassano. Maria verehrt das auf ihrem Schoosse liegende Kipd, welches sich nach der, ein Salbgefäss darbringenden Magdalena umsieht; dabei der in einem Buche lesende Joseph. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 2 F. 2 Z. h., 2 F. 7 Z„ br. S. S. 318. Leandro da Ponte, gen. Bassano, geb. 1558, f 1623. Schüler des Jacopo Bassano. Das Bildniss eines Procurators des heiligen Marcus in seiner Amtstracht, einem rothen Mantel mit weiten Ernieln, eine schwarze Mütze auf dem Kopf. Hintergrund Architectur. Auf Leinw., 2 F. 10| Z. h., 2 F. 3 Z. br. S. S, 96 ERSTE ABTHEILUNG. 3. Classe. 319. Schule des Tiziano Vecellio. Das Bildniss eines jungen Mannes in schwarzer Kleidung, in der Rechten ein Paar Handschuh. Hintergrund Architectur. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h., 2 F. 1 Z. br. G. G. 320. Lorenzo Lotto. Kunde von 1460, lebte noch 1525. Des Künstlers eigenes Bildniss mit einem schwarzen Barett, in schwarzer Kleidung. Hintergrund ein rother Vorhang, mit der Aussicht in eine Landschaft. Bezeichnet: L. Lotus Pietor Auf Leinw., 1 F. 6 Z. h., 1 F. 3 Z. br. G. G. 321. Venf.tianische Schule. Gemälde in zwei Abtheilungen. Rechts die Astronomie; zu ihren Füssen der Himmelsglobus, worauf sie mit einem Zirkel Maass nimmt. während sie in der Linken eine Sphäre hält. Links die Architectur, in der Rechten ein Winkelmaass, mit der Linken das Loth an eine Säule haltend. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., jede Abtheilung 11Z. h., 5-T Z. br. S. S. Rückwand. 322. Giovanni Contarino, geb. 1549, f 1605. Der heilige Sebastian wird von einem Henker an einen Baumstamm gefesselt; zu seinen Füssen eine Anzahl Pfeile. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: Johannes Contari- Die italienischen Schulen von 1550—1590. 97 3 nus. Auf Leinwand, 6 F. 2f Z. h,, 3 F. 2 Z. br. S. S. 323. Lokenzo Lotto. Gemälde in zwei Abtheilungen. Auf der rechts der heilige Sebastian, an einen Baumstamm gebunden, von Pfeilen durchbohrt; auf der links der heilige Christoph, das Christuskind, welches ihm den Segen ertheilt, durch den Fluss tragend. Hintergrund in beiden Landschaft. Die erste bezeichnet: L. Lotto, die zweite ebenso, nebst der Jahreszahl 1531. Auf Leimv , 5 F. 1 Z. h., 3 F. 7 Z. br S. S. 324. Jacopo Bassano. Christus am Kreuze, zu dessen Fuss Maria, Johannes und Magdalena in Trauer, so wie Longinus, welcher ihm die Seite geöffnet hat, zu Pferde. Auf Leinw., 8 F. 34 Z. h., 4 F. 1 Z. br. E. E. 325. Lokenzo Lotto. Christus nimmt vor seinem Leiden in einem grossen, von einer Bogen- st.ellung umgebenen Raum von seiner Mutter knieend Abschied, welche ohnmächtig geworden, von Johannes und einer heiligen Frau unterstützt wird; dabei das Bildniss der Stifterin mit einem Gebetbuche. Hintergrund ein mit einer Säulenhalle umgebener Klosterhof. Bezeichnet: Laurenttjo Lotto pictor 152i. Auf Leinw., 4 F. 4 Z. h., 3 F. 2 \- Z. br. S. S. 326. Paolo Veronese. Ein Plafond; Jupiter, Juno, Cybele und Neptun blicken nach einer von Engeln zum Himmel emporgetragenen 5 i- n ■s i- >f r. T U y. •1 S d )- if ii* ie d ?r 31 98 ERSTE ABTHEILUNG. 3. Classe. Figur. Auf Leinw., 7 F. 3f Z. h., 7 F. 1 Z. br. E. E. 327. Paolo Veronese. Drei Genien mit Scepter und Lorbeerkranz. Auf Leinw., 1 F. 9f Z. h., 3 F. llf Z. br. E. E. 328. Paolo Veronese, Drei Genien mit Blumen und Früchten. Auf Leinw., 1 F. 9f Z. li., 3 F. llf Z. br. E. E. 329. Paolo Veronese. Drei Genien mit einem Vogel und einer Handtrommel. Auf Leinw., 1 F. 9f Z. h„ 3 F. llf Z. br. E. E. 330. Paoi.o Veronese. Drei Genien mit einer Taube und einem Fisch. Auf Leinw., 1 F. 9f Z. h., 3 F. llf Z. br. E. E. NB. Diese fünf Bilder gehören zu dem Plafond. B. Oie toseanische, römische, bologne- sische und lombardische Srlinie. NB Hier folgt die andere Hälfte der Rückwand. 331. Schule von Bologna. Unter einem Bau wird die knieende Maria von dem neben ihr thronenden Christus gekrönt. Rechts und links vier auf Posaunen blasende Engel. In der Luft der segnende Gott Vater in der Herrlichkeit, von Cherubim umgeben. Oben, in zwei Nischen, je rechts und links, zwei singende Engel; am Gesimse zwei andere, die auf Hörnern blasen. Im Vorgrunde, rechts Johannes der Täufer, links Vincenzius Fer- Die italienischen Schulen von 1550—1590. 99 3 rerius; in der Mitte ein Engel, welcher die . Laute spielt. Hintergrund Luft. Auf Holz, 8 F. 8 Z. h. 6 F. 2 Z. br. S. S. 332. Bartolommeo Neroni, gen. Maestro Riccio, blühte 1573. Schüler des Soddoma. Maria ,g hält das Kind auf dem Schoosse. Rechts der . s heilige Ludwig, links Clara. Grund dunkel. Auf Holz. Rund, 2 F. J- Z. im Durchmesser. |. v. R. if 333. Schule des Angelo Bronzino. Das Bildniss r. eines Ifeldherrn im Harnisch, welcher den Cnmmandostab auf einen 'fisch stützt, worauf sein Helm liegt. Hintergrund Architectur. Auf Holz, 3 F. 7 Z.’h., 2 F. 8 Z. br. S. S. ;r 334. Giorgio Vasari, geb. 1512, f 1574. Schüler des Michelangelo Buonaroti. Die Apostel 3 Petrus und Johannes legen ihre Hände seg- ’’ nend auf die Häupter von vier knieenden, gläubigen Männern und Frauen, auf welche, s in Folge dessen, in einem Lichtstrahl der d heilige Geist herabschwebt. Im Hintergründe >. die übrigen Apostel und eine Frau mit einem if Kinde auf dem Arme, Auf Leinwand, 5 F. ILf Z. h., 4 F. U Z. br. K. S. c, 335. Lorenzo Sabbattini. Die auf dem Throne ir sitzende Maria hält das stehende Kind, welches segnet. Rechts die Heiligen Catharina und Petronius, welcher die Stadt Bologna ^ empfiehlt, deren Modell drei Engel empor- tragen; links Apollonia und Domiuicus. Der 5 * 100 ERSTE ABTHEILUNG. 3. Classe. Vf j I. Grund Architectur. Auf Holz, 7 F. 3 Z. h., 4 F. 10| Z. br. S. S. 336. Girolamo Mazzuola, lebte noch 1580. Schüler des Parmegianino. Die auf dem Throne sitzende Maria hält das Kind auf ihrem Schoosse, welches sich mit der heiligen Catharina vermählt; zu den Füssen der Maria der kleine Johannes, knieend, in Verehrung; links der heilige Paulus. Unten, rechts, ein heiliger Bischof, anbetend. Oben drei Engel, die den Vorhang halten, welcher den Hintergrund bildet. Auf Holz, 9 F. 5 Z. h., 5 F. 9 Z. br, s. s. 337. Giorgio Vasari. Das Bildniss des Cosmus von Medici, ersten Grossherzogs von Toscana, im Harnisch. Er hat so eben den Helm abgenommen. Neben ihm auf einem Tische ein Oelzweig. Hintergrund ein grüner Teppich. Auf Holz, 3 F. h., 2 F. 1 Z. br. S. S. 338. Alessandro Ali.oui, gen. Bronzino, geh. 1535, f 1607. Schüler des Angelo Bronzino. Das Bildniss eines jungen Mannes in schwarzer Kleidung, welcher in der Rechten einen Brief hält. Grund grünlich. Auf Holz, 2 F. 9| Z. h., 2 F. lf Z. br. S. S. 339. Francesco Salviati. Psyche beschleicht, um sich zu überzeugen, wer ihr Geliebter sei, Nachts mit der Lampe den schlafenden Amor. Hintergrund Vorhänge des Bettes. Auf Holz, 6 F. 6 Z. h., 4 F. 9 Z. br. S. S, Die italienischen Schulen von 1550 1590. 101 340. Alessandro Ai.oei, gen. Bronzino. Familiengemälde. Der Mann, nach dem Wappen, zu der florentinischen Familie Bonaventura gehörig, und seine Gemahlin, eine Strozzi, reichen sich, auf einer steinernen Bank sitzend, die Beeilte. Auf dem Schoosse der Frau sitzt ein kleines Söhnchen, welches die Hand auf den Kopf seiner, vor. ihm stehenden, etwas grösseren Schwester legt. Auf der Bank, zwischen beiden Eltern, steht das älteste Kind, ein Knabe, von dem Yater mit der Linken umfasst. Der Mann ist über einem braunen Kleide mit einem schwarzen Pelze angethan, die Frau hat über einem rothen Kleide einen gelben Mantel an. Auch die Kinder sind sämmtlich reich angezogen. Hintergrund Landschaft. Nach einer Aufschrift um das Jahr 1579 gemalt. Auf Holz. Rund, 4 F. 101 Z. irn Durchmesser. K. S. R ü c k w a n d. 341. Sante di Titio, geh. 1538, f 1603. Der todte Christus von Maria, einer anderen Frau, Johannes, Nicodemus und Joseph von Arima- „thia betrauert und zu Grabe gebracht. Grund dunkel. Auf Holz, 4 F. J- Z. h., 3 F. 1 Z. br. S. S. 342. Schule des Andrea del Sarto. Maria hält das Christuskind auf dem Schoosse. Rechts 102 ERSTK ABTHEILUNG. 3. Classe. neben ihr die heilige Elisabeth mit dem kleinen Johannes, links Joseph. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 9‘ Z. h., 2 F. 2i Z. br. K. S. 343. Ein Florentinisciier Nachahmer des Michelangelo, mit Benutzung einer Composi- tion Ilaphael’s. Der heilige Stephanus, von vier Kriegsknechten gesteinigt, wendet seinen Blick nach oben, von wo ein Strahl auf ihn herabfällt. Unter einem Baume der die Henker antreibende junge Saulus. Hintergrund Landsch. Auf Holz, 3 F. h., 2 F. J Z. br. S.S. 344. Pkospero Fontana, geh. 1512, f 1597. Schüler des Innocenzio da Imola. Die heiligen drei Könige, von einem zahlreichen Gefolge umgeben, bringen dem Christuskinde ihre Gaben dar. Hintergrund Landschaft. In der Luft der Stern, welcher den Königen erschienen. Darüber in einem himmlischen Glanze, ein Chor singender Engel. Auf Holz, 10 F. h., 5 F. 11 Z. br. S. S. 345. Alessandro Ali.ori, gen. Bronzino. Das Bildniss der Bianca Capello, Gemahlin Francesco II. von Medici, Grossherzogs von Toscana, in dunkelviolettem Kleide. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 10 Z. h., 1 F. 6-f- Z. br. S. S. 346. Francesco Brüh, blühte vor und nach dem Jahre 1600. Maria hält mit beiden Händen das auf ihrem Schoosse stehende Kind. Rechts der kleine Johannes in Verehrung. Hinter- Die italienischen Schulen von 1550—1590. 103 grund Landschaft. Auf Holz, 2 F. 6 Z. h., 2 F. br. S. S. 347. Jacopo Ligozzi, geh. 1543, f 1627. Eine Frau mit gesenktem Blick, einen Bund um den Kopf, in einem blauen Kleide mit weissen Ermeln. Grund dunkel. Auf Leiuw., 1 F. 7 Z. h., 1 F. 3| Z. br. S. S. 348. Beknardino Lamno, blühte 1546, f um 1578, Schüler des Gaudenzio Ferrari. Die unter einem Baldachin sitzende Maria reicht der heiligen Anna das Kind. Rechts Joseph und Augustinus, links Petrus Martyr und Georg. Oben zwei schwebende Engel, welche die Vorhänge des Baldachins halten. Hintergrund Luft und Bäume. Auf Holz, 4 F. 7 Z. li., 3 F. 11 * Z. br. S. S. 349. Luga Longiii, f 1580. Maria hält das stehende Kind auf dem Schoosse. Rechts die heilige Bibiena, links der kleine Johannes und Jacobus der jüngere, den Stifter, einen mit einem Orden geschmückten Geistlichen, empfehlend. Hintergrund ein Teppich und Archi- tectur. Bezeichnet: LUCAS DPI LONCHIS RAVENNAS. P. MDLXII. Auf Leinwand, 3 F. 4 Z. h., 3 F. 14 Z. br. S. S. 350. Lavinia Fontana, geb. 1542, f 1614. Schülerin des Prospero Fontana. Die unter einem Apfelbaume ruhende Venus nimmt aus dem Köcher des schlafenden Amor einen Pfeil. Dabei noch sechs andere Liebesgötter, von 104 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. denen einer die Venus liebkost, ein anderer den Bogen hält, zwei sich Aepfel pflücken, zwei in einem Korbe die Toilette herbeibringen. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 2 F. 1 Z. h., 1 F. 5f Z. br. G. G. 351. Unbekannt. Das Bildniss eines vornehmen Geistlichen von mittleren Jahren, in einem weissen Ordenskleide mit schwarzem Ueber- kragen, in der Hand ein Papier haltend, worauf eine stellenweise verwischte Inschrift befindlich ist. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 2-J Z. h., 1 F. 8 Z. br. E. E. Vierte Classe. Die italienischen Schulen vom Jahre 1500 — 1770, oder die Epochen der Nachblüthe und des Verfalls. Die spanische Schule. Unter den Malern in Italien, durch deren Bemühungen ihre Kunst sich noch einmal hob, gebührt dem Lodovico Carkacci zu Bologna die erste Stelle. Durch die Vereinigung eines ernsten und eifrigen Studiums der Natur, der Antiken, der Werke der grössten neueren Mei- Die italienischen Schulen von 1590—1770. 105 ster gelang es ihm, nicht allein selbst Werke hervorzubringen, welche in Composition, Zeichnung, Ausdruck, Färbung, grosse Verdienste darlegen, sondern mit dieser Art des Studiums auch ähnliche Vorzüge auf eine zahlreiche Schule fortzupflanzen, obschon es weder ihm noch irgend einem dieser Zeit möglich war, zur Naive tat, der Auffassung, zur Gründlichkeit der Darstellung der Zeitgenossenschaft llaphael’s zurückzukehren. In der Landschaft führte seine Schule Schönheit und Grossartigkeit der Linien ein, und veranlasste die höchste Blüthe dieser Gattung von Malerei in Italien. Im Gegensätze mit diesen Bestrebungen machte Michelangelo ha Caravaggio es sich zum Grundsatz, nichts als die Natur zu liathe zu ziehen, wodurch er, in Verbindung mit einer sehr geschlossen gewählten Beleuchtung und meisterlicher Handhabung der Oelmalerei allerdings Werke von ungemeiner Lebendigkeit und erstaunlicher Wirkung hervorbrachte. Da er aber in Benutzung der Natur ohne alle Auswahl und ohne alle Berücksichtigung der jedesmaligen Aufgabe verfuhr, so dass die Charaktere mit denselben häufig im grellsten Widerspruch stehen, haben desohngeachtet viele Bilder von ihm etwas sehr Widerstrebendes. Auch er fand hauptsächlich in Italien, aber auch in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, zahlreiche Nachfolger. Obgleich die Genre-Malerei in Italien nie- mals eine grosse Ausbreitung erlangt hat, wurde doch in dieser Epoche darin, im Verfolg von 106 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. niederländischen Anregungen, einiges recht Achtbare geleistet. Nach dem Jahre 1650 kam es unter einem grossen Theil der Maler in Italien in Aufnahme, durch blendende Effecte nur nach allgemeiner Befriedigung des äusseren Sinnes zu streben, worüber alles ernstere Studium versäumt, und Willkühr und Oberflächlichkeit in allen Theilen der Malerei einheimisch wurden. Andere ergaben sich einer geistlosen Nachahmung der Carracci und ihrer berühmtesten Schüler. 352. Cerano Crespi, geb. 1558, f 1633. Eine Anzahl von Franciscanern, unter welchen ein Bischof und die heilige Clara, richten knieend ihre Blicke gen Himmel, woselbst in einem Lichtglanze eine Hand auf einen Streifen Papier, mit einer lateinischen Inschrift, weist, die den Anhängern der Regel des heiligen Franciscus Frieden und Barmherzigkeit ver- heisst. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: CC. EDEBAT MDC. Auf Leinwand, 10 F. 3A Z. h., 6 F. 3 Z. br. S. S. 353. Michelangelo Aaierigiii, gen. Michelangelo da Carayaggio, geb. 1569, f 1609. Während Johannes und Joseph von Arimathia den Leichnam Christi emporheben, um ihn zu Grabe zu bestatten, küsst Magdalena die rechte Hand desselben. Hintergrund Landschaft mit dem Calvariberg. Auf Leinwand, 8 F. 11| Z. h., 6 F. 9 Z. br. G. G. Die italienischen Schulen von 1590 —1770. 107 354. Michelangelo da Cakavaggio. Das Bild- niss eines Mannes von mittleren Jahren in schwarzer Kleidung. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 5 Z. h., 2 F. | Z. br. G. G. 355. G iulio Cesare Procaccini, geh. um 1548, f um 1626. Der Engel erscheint dem Joseph im Traume und bedeutet ihn, mit Maria und dem Christuskinde nach Aegypten zu entfliehen. Mehr rückwärts die das Kind säugende Maria. Durch die Thür Aussicht in eine nächtliche Landschaft, Auf Holz, 1 F. 4 Z. h., 11-J- Z. br. K. S. 356. Michelangelo da Caravaggio. Das Bildnis« einer jungen Frau, angeblich einer römischen Buhlerin, Namens Phillis, in einem schwarzen Kleide mit weissen Aermeln, welche sich mit der Rechten einen Straus« von Orange- blütbe vorsteckt. Grund dunkel. Auf Leinwand, 2 F. 3 Z. h., 1 F. 9-? Z. br. G. G. 357. Daniele Crespi, geb. 1590, fl630. Schüler des Cerano Crespi. Dem am Oelberge betenden Christus erscheint ein Engel, der ihm die Marter-Instrumente zeigt. Hintergrund eine dunkle Landschaft. Auf Leinw., 5 F. 9 : j Z. h., 3. F. 9 Z. br. E. E. 358. Lhcas Cambiaso, geb. 1527, f 1585. Schüler des Giovanni Cambiaso. Die Caritas. Dieselbe sieht in lcnieender Stellung auf ein Kind, welches sie säugt, herab. Zwei andere Kinder sind um sie bemüht. Hintergrund 108 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. Baumwerk. Auf Leinw., 4 F. 5 Z. h., 3 F. 5-J- Z. br. E. E. 359. Michelangelo da Caravaggio. Christus am Oelberge, welcher den Apostel Petrus aufweckt, während Johannes und Jaeobus noch im Schlafe liegen. Die Gruppe wird vom Monde beleuchtet. AufLeindw., 4 F. 11-J- Z. h., 7 F. l : j- Z. br. G. G. 360. Pietro Francesco Mola, geb. 1621, f 1666. Schüler des Albano und des Guercino. Galatea wird mit zwei Nymphen von einem Meerungeheuer getragen. In der Luft zwei Liebesgötter, welche ein grosses Gewand schirmend ausbreiten. Andere Nymphen und Tritonen. Hintergrund das Meer. Auf Kupfer, I F. 31 Z. h., 1 F. 8f Z. br. K. S. 361. Lodovico Carracci, geb. 1555, f 1619. Schüler des Prospero Fontana. Die am Boden sitzende Maria betrachtet das Kind, welches, neben ihr sitzend, ein Lamm herzt. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 1 F. 3 Z. h., II Z. br. G. G. 362. Domenico Zampieri, gen. Domenichino, geb. 1581, f 1641. Schüler der Carracci. Der heilige Hieronymus, welcher seine Hände auf der aufgeschlagenen, heiligen Schrift ruhen lässt, wendet den Blick nach oben, von woher er den Schall der Posaune des jüngsten Gerichts vernimmt. Auf Leinw., 4 F. 1 Z. h., 3 F. 2. Z. br. S. S. Die italienischen Schulen von 1590—1770. 109 363. Guido Reni, geb. 1565, f 1642. Schüler der Carracci. Maria als Schmerzensmutter, den Blick aufwärts gerichtet. Grund dunkel. Auf Leinw., 1 F. 7] Z. h., 1 F. 3 Z. br. K. S. 364. Annibale Cakracci, geb. 1560, f 1609. Schüler des Lodovico Carracci. Christus am Kreuz. Am Fusse desselben die ohnmächtig gewordene Maria, von einer der heiligen Frauen unterstützt, so wie die Christus betrauernde Magdalena. Mehr rückwärts Johannes, in Aensserung lebhaften Schmerzes. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: Annibal Caratius. F. MDXCIIII. Auf Leinw., 1 F. { Z. h., 9. Z. br. G. G. 365. Michelangelo da Cakavaggio, Der Evangelist Matthäus, mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einem Stuhle sitzend, schreibt sein Evangelium. Der neben ihm stehende Engel führt ihm die Hand. Grund dunkel. Auf Leinw., 7 F. 4| Z. h., 5 F. 10 Z. br. G. G. 366. Pietro Paolo Bonzi, gen. il Gobbo da’ Frutti, geb. 1570, f 1630. Schüler der Carracci. Des Künstlers eigenes Bildniss, in einem braunen Pelz, mit beiden Händen eine Wassermelone haltend. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 44 Z. h., 1 F. 11L Z. br. G. G. 367. Francesco Barbieri, gen. Guercino, geb. 1590, f 1666. Schüler der Carracci. Das Bildniss eines Grafen Dondino von Cento, in höheren Jahren, in einem einfachen Hauskleide von 110 EBSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. grauer Farbe. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. Z. h., 1 F. 11;- Z. br. E. E. 368. Guercino. Maria lehnt ihr Haupt an das des Kindes, welches sie auf dem Schoosse hält. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 5 Z. h., 1 F. 11 Z. br. G. G. 369. Michelangelo ha Carayaggio. Amor, Bogen und Pfeil in der Rechten, als frecher Beherrscher aller Wissenschaften und Künste, aller irdischen Macht und Herrlichkeit. Zu seinen Füssen, in dieser Beziehung, Stücke eines Harnisches, ein Lorbeerzweig, ein aufgeschlagenes Buch, Winkelmaass und Zirkel, eine Laute, eine Geige und ein Notenbuch. Auf seinem Lager eine Krone und Scepter, welche er im Begriff ist, mit einem Fusse herabzu- reissen. Grund dunkel. Auf Leinw., 4 F. 11; Z. h., 3 F. 64 Z. br. G. G. 370. Annibale Carracci. Maria hält das stehende Kind auf dem Schoose, welches sich gegen den dasselbe liebkosenden Joseph wendet. Grund dunkel. Auf Leinw., 3 F. i; Z. h., 2 F. 6 Z. br. G. G. 371. Lodovico Cakracci. Die Speisung der fünftausend Mann. Christus, dem von einem Knaben auf einer Schüssel die zwei Fische, von Petrus die Brodte dargereicht werden, welche vorräthig sind, bedeutet letzterem, dieselben unter das Volk, welches sich in grosser Anzahl gelagert hat, zu vertheilen. Hinter Petrus noch mehrere andere Jünger. Hintergrund Die italienischen Schulen von 1590—1770. 111 Landschaft. Auf Leinw., 8 F. 4-J Z. h., 5 F.. 8* Z. br. G. G. 372. Annibale Carracci. Eine Landschaft, deren Vorgrund durch Bäume, der Mittelgrund durch ein von Kähnen belebtes Wasser, worüber eine Brücke nach einem Gebäude führt, der Hintergrund von Bergen gebildet wird. Unter den Bäumen unterhalten sich ein Jüngling und ein Mädchen mit Musik. Auf Leinw., 2 F. 6f Z. h„ 4 F. 7 Z. br. E. E. 373. Guido Reni. Die beiden Einsiedler Paulus und Antonius in der Wüste. Beide sind sitzend vorgestellt. Der letztere hört, auf seinem Stabe gestützt, auf die Worte des erste- ren, welcher nur theilweise von einem Mantel bedeckt wird. Tn der Luft ein Rabe, welcher den Heiligen ein Brod bringt. Oben Maria in der Herrlichkeit, das Kind auf dem Schoosse haltend; je rechts und links von ihr zwei schwebende Engel. Auf Leinw., 9 F. 3-1 Z. h., 5 F. 114 - Z. br. G. G. 374. Bolognesische, Schule. Das Bildniss eines Knaben in schwarzer Kleidung mit weissem Halskragen. Grund dunkel. Auf Leinw., 1 F. 3| Z. h., 1 F. br. S. S. 375. Domenichino. Das Bildniss des berühmten Architecten Scamozzi im höheren Alter, mit schwarzer Mütze, in schwarzer Kleidung, in der Rechten einen Zirkel haltend. Grund einfarbig. Auf Leinw., 2 F. f Z. h., 1 F. 8-f Z. br. v. R. 112 ERSTE ABTHEILUNG. 4 . Classe. 376. Domenichino. Der knieende, heilige Hieronymus, in der Linken ein Crucifix, in der Rechten einen Stein, wendet den Blick aufwärts zu einem Engel, welcher ihm eine Botschaft von oben bringt. Neben demselben noch ein Engelchen. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 1 F. 10j Z. h., 1 F. 3f Z. br. K. S. 377. Guido Reni. Venus, fast unbekleidet, auf einem Ruhebette sitzend, hält in der Linken einen Pfeil, wonach der neben ihr stehende Amor lebhaft verlangt, hoch empor. Im Hintergründe ein durch eine Fensteröffnung hereinschauender Liebesgott. Auf Leinw., 7 F. 1 Z. h., 4 F. 9j Z. br. K. S. 378. Guercino. Maria hält das an ihrer Brust schlafende Kind auf den Armen. Vor ihr, auf einem Tisch, ein Kissen. Hintergrund das Gemach mit Aussicht in eine Landschaft. Auf Leinw., 4 F. 1» Z. h., 3 F. 1| Z. br. K. S. 379. Bartolommeo Schidone, aus Modena, f 1615. Maria hält das Christuskind, welches ein Krenz- chen im Arme hat, auf dem Schoosse. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 5{ Z. h., 1 F. 1 Z. Jir. E. E. 380. Guido Reni. Die Dreieinigkeit. Gott Vater thront in der Herrlichkeit, von Cherubim umgeben. Unter ihm Christus am Kreuz, welches von zwei Engeln emporgetragen wird. Am Fnsse des Kreuzes je rechts und links ein verehrender Engel; unter demselben die Erdkugel. Skizze des Bildes von Guido in Die italienischen Schulen von 1590—1770. 113 St. Trinita de’Pellegrini zu Rom. Auf Leinwand, 1 F. 10 Z. h., Ui Z. br. 8. S. 380a. Guido Reni. Die auf Wolken mit dem Kind thronende Maria, von Engeln umgeben, wird von den Heiligen Dominions und Theresa knieend verehrt. Die Jungfrau ist im Begriff, dem Heiligen, welchem das Kind den Segen ertheilt, einen, ihr von einem Engel in einem Korbe dargereichten Rosenkranz zu geben. Auf Leinw., 1 F. 4 Z. h., 114 Z. br. E. E. 381. Michelangelo da Caravaggio. Ein geflügelter Jüngling, im Harnisch, schleudert mit der Rechten einen Blitzstrahl auf einen mit zerbrochenen Bogen und Pfeil am Boden liegenden Liebesgott. Rechts Pluto, den Zweizack in der Rechten. Grund dunkel. Auf Leinw., 5 F. 9 Z. b., 3 F. 9 Z. br. G. G. (Ein drittes, mit diesem und Nr. 3C9. in Rücksicht der Vorstellung in Beziehung stehendes Bild desselben Meisters soll sich in der Eremitage zu St. Petersburg befinden.) 382. Lodovico Carracci. Die auf einem Felsstück sitzende Venus umarmt den an ihr emporstrebenden Amor. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw. 2 F. 4 Z. h., 1 F. 6 Z. br. G. G. 382a. Giovanni Lanfranco, geb. 1581, f 1647. Schüler der Carracci. Maria Magdalena blickt reuevoll zum Himmel empor. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h., 1 F. 64 Z. br. S. S. 383. Pietro Francesco Mola. In einer bergigen, waldreichen Landschaft, in deren Mittelgründe 114 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. man eine Stadt sieht, schläfert Merkur durch sein Flötenspiel den Argus ein. Hinter demselben die Io als Kuh. Auf Leinw., 1 F. 11| Z. h., 1 F. 8 Z. br. K. S. 384. Guido Reni. Die über dem Erdkreis schwebende Fortuna schüttet mit der erhobenen Rechten aus einem Gelddeutel Goldstücke aus. In der Linken hält sie Palme und Scepter. Hinter ihr schwebt ein Genius, welcher versucht, sie an den fliegenden Haaren zurückzuhalten. Hintergrund Luft. Auf Leinw., 4 F. 1 1-V Z. h.. 8 F. 1H Z. br. K. S. 385. Domeniciiino. Die Sündfluth. Mehrere Menschen, welche sich auf einen Hügel gerettet haben, sind in lebhafter Aeusserung von Angst und Schrecken. Andere suchen aus der Fluth denselben zu erklimmen und ihre Angehörigen dem Tode zu entreissen. Verschiedene Gruppen nah und fern in ähnlicher Noth und Bestrebungen. Ganz im Hintergründe die Arche Noäh. Die Luft ist von schweren Regenwolken gänzlich verfinstert. Auf Leinw., 5 F. 3 Z. h., 7-F. 7 Z. br. K. S. 386. Lodovico Carracci. Der in Anbetung vor auf einem Altar stehenden Crucifix knieende, heilige Carolus Borromeus wird von einem himmlischen Glanze erleuchtet. In Wolken drei Engel, deren einer im Begriff ist, dem Heiligen einen Kranz aufzusetzen. Auf Leinw., 5 F. 9 J- Z. h., 3 F. 9| Z. br. G. G. Die italienischen Schalen von 1590—1770. 115 387. Alessandro Tiarini, geb. 1577, f 1668. Schüler der Carracci. Johannes der Evangelist hält mit beiden Händen den Kelch, aus welchem sich die Schlange erhebt. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 2 F, 10 Z. h., 2 F. 1 Z. br. S. S. Die zwölf Apostel, Christus, Maria und Johannes der Täufer, welche, von himmlischem Glanze umgeben, auf Wolken thronen; ausgeführt nach den Compositionen des Annibale Carracci, von ihm selbst und seinen beiden Schülern Dotnenichino und Albani, und zwar: 388. Annibale Carracci. Der heilige Paulus. Auf Leinw., 4 F. 4} Z. b., 3 F. lj- Z. br. G-. G. 389. Annibale Carracci. Der heilige Matthäus. Auf Leinw., 4 F. 4] Z. li., 3 F. lt- Z. br. G. G. 390. Annibale Carracci. Der heilige Philippus. Auf Leinw., 4 F. 4t- Z. h., 3 F. 1-j- Z. br. G. G. 391. Annibale Carracci. Der heilige Jacobus der ältere. Auf Leinw., 4 F. 4-t Z. h., 3 F. 1 7 J Z. br. G. G. 392. Domeniciiino. Der heilige Jacobus der jüngere. Auf Leinw, 4 F. 4-J- Z. h., 3 F. 1{ Z. br. G. G. 393. Francesco Albani, geb. 1578, f 1660. Schüler der Carracci. Der heilige Petrus. Auf Leinw., 4 F. 4| Z. h., 3 F.~l| Z. br. G. G. 116 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. 394. Francesco Albani. Maria. Auf Leinw., 4 F. 4| Z. h., 3 F. 4 Z. br. G. G. 395. Francesco Albani. Christus. Auf Leinw., 4 F. 4} Z. h., 3 F 4 Z. br. G. G. 396. Francesco Albani. Johannes der Täufer. Auf Leinw., 4 F. 4i Z. h., 3 F. 4 Z. br. G. G. 397. Domeniciiino. Der heilige Johannes der Evangelist. Auf Leinw., 4 F. 4-J- Z. h., 3 F. 4 Z. br. G. G. 398. Domeniciiino. Der heilige Thomas. Auf Leinw., 4 F. 4-j- Z. h., 3 F. 1] Z. br. G. G. 399. Francesco Albani. Der heilige Simon. Auf Leinw., 4 P. 4| Z. h., 3 F. 4 Z. br. G. G. 400. Francesco Albani. Der heilige Bartholomäus Auf Leinw., 4 F. 4| Z. h., 3 F. 4 Z. br. G. G. 401. Francesco Albani. Der heilige Thadäns. Auf Leinw., 4 F. 4| Z. h., 3 F. 1| Z. br. G. G. 402. Francesco Albani. Der heilige Andreas Auf Leinw., 4 F. 4J Z. h., 3 F. 4 Z. br. G. G. Die italienischen Schulen von 1590—1770. 117 IHe spanische Schule. Obgleich die Malerei in Spanien schon in den letzten beiden Epochen einige ausgezeichnete Maler hervorgebracht hatte, so selano-te sie doch erst in dieser zu ihrer höchsten Ausbildung. Dieselbe hat jedoch keinesweges einen so ursprünglichen Character, als die italienische oder niederländische Schule, sondern erfuhr vielmehr von diesen beiden einen starken Einfluss. Vorzugsweise wurde das bei den Ve- netianern und Niederländern mit so grossem Erfolg angrebaute Colorit und die ihnen eben- falls eigene Auffassung der einzelnen Naturer- scheinung von den Spaniern ergriffen, und auf eine eigentlmmliche Weise zu bewumderungs- würdiger Meisterschaft ausgebildet. In Portraiten und Genre-Bildern brauchen sie daher keiner anderen Schule nachzustehen. Bei ihren historischen Gemälden, zumal religiösen Inhalts, gesellte sich zu diesen Elementen eine schwärmerisch - phantastische Sinnesweise, von bald mehr ernstem und derbem, bald mehr lieblichem und süsslichem Character. Die beiden grössten spanischen Maler sind Velasquez und Murillo. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts stellte sich in der spanischen Schule ein ähnlicher Verfall wie in der italienischen ein. 403. Giuseppe Ribera, gen. u, Spanuoi.etto, geh. 1593, f 1G5G. Schüler des Michelangelo da Caravaggio. Der heilige Hieronymus, den Blick aufwärts gerichtet, hält die heilige Schrift in den Händen. Rechts ein Todten- 118 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. köpf. Grund dunkel. Auf Leinw., 3 F. 9 Z. h., 2 F. 11 Z. br. S. S. 403 a. Alfonso Miguel de Tobar. Der heilige Joseph blickt voll Verehrung auf das Christus- kind, welches er auf seinen Armen hält. Auf Leinw., 3 F. } Z. L, 2 F. 3-J- Z. br. Sammlung Soult. F. E. 403b. Ai.onso Cano, geh. 1601, f 1667. Schüler des F. Pacheco. Das Bildniss eines spanischen Geistlichen, welcher in der Rechten ein Brevier hält. Grund grünlichgrau. Auf Leinw., 2 F. 1» Z. h., 1 F. 9,]- Z. br. E. E. 404. Schule des Velasquez. Das Bildniss des Cardinais Infanten Ferdinand, Bruder des Königs Philipp IV. von Spanien, mit einem grauen Filzhut von breiter, an den Seiten aufgeschlagener Krempe, grauem Ober- undrothem Unterkleide mit weissen Stickereien und weissem Kragen. Auf Leinw,, 1 F. ll-i Z. h.,'l F. 84 Z. br. E. E. 404a. Francisco Zurbaran 1 , geh. 1598, f 1662. Schüler des Juan de las Roelas. Ein Franciskaner zeigt dem heiligen Petrus Nolascus in seiner Zelle ein Crucilix, welches durch ein Wunder die Stellung und den Ausdruck angenommen, wie solche der Heiland hei seinem Verscheiden am Kreuze gehabt hat. Hinter ihm noch vier Franciscaner im Gespräch über den Vorgang. Neben einem Tische, worauf einige aufgeschlagene Bücher, ein Armstuhl. In einem Borde an der Wand die Werke verschiedener Die italienischen Schulen von 1590—1770. 119 Kirchenväter mit den Titeln auf den Rücken. Bezeichnet: F. D. Zurbaran 1629. Auf Leinw., 7 F. 7-L Z. h., 8 F. 34- Z. br. Sammlung Soult. E. E. 404b. Alonso Cano. Der Esel des Propheten Bileam, welcher von dem Engel mit dem Schwert in seinem Fortschreiten gehindert, deshalb hart von seinem Herrn geschlagen worden, wirft ihm, der im Begriff ist, ihn von Neuem zu züchtigen, seine Grausamkeit vor. Den Hintergrund bildet eine öde Gegend. Ganze, lebensgrosse Figuren. Auf Leinwand, 6 F. 7-i Z. li., 9 F. 44- Z. br. Sammlung des Königs Louis Philipp. E. E. 405. Bartolome Esteban Murillo, geh. 1618, f 1682. Schüler des Juan de Cast.illo. Das Bildniss einer Spanierin in einem rothen Kleide mit aufgeschlitzten, weiss gefütterten Ermeln und kleinem weissen Halstuch, eine Schnur Perlen um den Hals. Auf Leinwand, 2 F. 1-J Z. h., 1 F. 74- Z. br. E. E. 405a. Giuseppe Ribera. Maria hebt knieend den Schleier von dem schlafenden Kinde, um es dem heiligen Joseph zu zeigen, welcher stehend beschäftigt ist, ein Stück Holz zu schlichten. Zwischen beiden der kleine Johannes. Auf Leinw., 8 F. 3 Z. h., 6 F. 64- Z. br. Sammlung Soult. E. E. 406. DonRodriguezde Silva yYelasquez, geh. 1599, fl660. Schüler des alternUerredau. des Pacheco. Das Bildniss eines Mannes mit langem, blondem 120 FRSTE ABTHEILUNG 4. Classe. Haar, in schwarzer Kleidung und Degenkoppel, beide mit reicher Stickerei. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. l Z. h., 1 F. 8-L Z. br. E. E. 407. Jüan Carreno de Miranda, geb. 1614, f 1685. Schüler des .Pedro de las Cuevas und des Bartolome Roman. Das Bildniss Karls II., Königs von Spanien. Der junge Monarch, mit hellblondem, lang herabfallendem Haar, steht in schwarzer Tracht mit weissen Strümpfen neben einem Tische, mit der Linken seinen auf demselben liegenden Hut fassend, in der Rechten einen Handschuh. Hintergrund das Zimmer, mit einem Vorhang und zweien, von Adlern gehaltenen, Spiegeln. Bezeichnet: A eta- tis suae XII. Ann. und Johannes a Ca- renno Pictor Reg. et Cubi^. fac. Anno 1673. Auf Leinw., 6 F. 7 Z. h., 4 F. 6j- Z. br. E. E. 407a. Spanische Schule. Eine Gesellschaft von ruhenden Räubern, und eine Frau, welche mit dem Hauptmann bei einem Mahl von Früchten und Wein. Auf der Seite gegenüber ein Jüngling, welcher auf Truppen in der Ferne deutet. Auf Leinw., 4 F. 1 Z. li., 4 F. 64 Z. br. S. S. 408. Murillo. Eine reuige Maria Magdalena. Auf das Innigste von dem Gefühle ihrer Sündhaftigkeit durchdrungen, fleht sie, die Hände ringend, um Vergebung zum Himmel empor, während ihr aufgelöstes Haar Schulter und Die italienischen Schulen von 1590-—1770. 121 Brust umflattert. Auf Leinw., 2 F. Z. b., 2 F. br. E. E. 409. Pedro Campanna, geb. 1503, f 1580. Maria betrachtet das saugende Christuskind auf ihrem Sehoosse. Grund dunkel. Auf Holz, 2 F. 34 Z. h., 1 F. 9J- Z. br. E. E. 410. Murii.lo. Der jugendliche Johannes der Täufer füllt sich eine Schaale mit Wasser aus einem Springquell, indem er sich mit der Linken auf das Kreuz stützt. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 1 F. 2 Z. h., 114 Z. br. E. E. 411. Alfonso Berruguete , geb. 1480, f 1561. Schüler des Michelangelo Buonaroti. Maria wird von zwei Engeln zum Himmel emporgetragen/wo Gott Vater und Christus thronend, und von Engeln verehrt, die ihr als Himmelskönigin bestimmte Krone halten. Zu beiden Seiten der Maria zu oberst Adam und Eva, Moses und andere Patriarchen, Propheten uud Heilige; darunter in drei Reihen übereinander, singende und musicirende Engel. Unten auf der Erde die zu der Maria knieend emporschauenden Apostel. Auf Holz, 2 F. 9 Z. h,. 2 F. br. E. E. 412. Luis de Morales, gen. el Devino, geb. gegen 1509, f 1586. Das auf dem Sehoosse der Maria sitzende Kind hat mit der Rechten eine Garnweife so aufgestellt, dass sie ein Kreuz bildet, zu welchem es emporblickt 6 122 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe Die Mutter vergiesst im Bewusstsein der Bedeutung dieses Zeichens Thränen. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 64 Z. h , 1 F. | Z. br. E. E. 413. Velasquez. Das Bildniss des Cardinais Dezio Azzolini. Im weissen Untergewand mit rothem Ueberkragen sitzt er in einem prächtigen Lehnstuhl. Der Hinterkopf ist mit einem purpurrothen Käppchen bedeckt. In der Rechten hält er die rothe Cardinalsmütze. Hintergrund ein Vorhang und Architectur. Auf Leinw., 3 F. 9i Z. h., 3 F. ) Z, br. E. E. 414. Murillo. Der heilige Antonius von Padua hält knieend das ihn liebkosende Christuskind auf den Armen. In einem himmlischen Glanze schweben fünf Engel. Zwei andere mit Buch und Lilie am Boden. Hintergrund Landschaft. Auf Leinwand. 5 F. 4 Z. h., 6 F. Z. br. E. E. 414a. Juan de las Roelas, geb. 1560. Die im Himmel auf dem Halbmonde erscheinende Maria, über deren Haupte zwei Engel eine Krone halten, wird unten von einem Jesuiten, welcher ein Gebetbüchlein zu ihr emporreicht, verehrt. In der Luft noch ein Engel, welcher in einen Spiegel sieht. In der Landschaft verschiedene der Bezeichnungen, unter welchen Maria in der Litanei angerufen wird, als der Thurm Davids, der Rosenstock, der Brunnen. Auf Leinw., 9 F. h., 5 F. 04 Z. br. Sammlung Soult. E. E. Die italienischen Schalen von 1590—1770. 123 1 414b. Alonso Cano. Die heilige Agnes, recht ei- :: gentlich als Märtyrerin aufgefasst; denn in t der Linken hält sie fest die errungene Palme, 1 während die gegen die Brust gehaltene Rechte, ( der ernste, strenge, begeisterte Ausdruck des ’• Gesichts Zeugniss von dem Bewusstsein ihres c errungenen Sieges geben. An einem Marmor- < tische, worauf ihr Attribut, das Lamm, befin- ( det sich das Monogramm des Künstlers. Auf- Leinwand, ö F. Z. h., 2 F. 10 Z. br. f Sammlung Soult. E. E. '• t: 415. Francisco Ztjrbaran. Der an dem Mar-:] terblocke gefesselte Christus steht nach der -. Geisselung in gebückter Stellung da. Zu t seinen Füssen die Werkzeuge der Geisselung. Grund dunkel. Auf Leinwand, 5 F. 9J Z. h., i 4 F. br. E. E. i £ 416. Giuseppe Ribera. Der heilige Bartholomäus wird nackt von drei Henkern zum Martyrtod ^ emporgewunden ; dabei links und rechts Grup- ' pen von Zuschauern. Hintergrund Luft. Auf Leinw., 7 F. li., 8 F. br. S. S. 417. Spanische Schule. Vorstellung von Glaube, 1 ' Liebe und Hoffnung. In der Mitte der 11 Glaube als eine Frau in blauem Gewände, ‘ um Kopf und Hals ein weisses Tuch, welche' 1 mit der Rechten auf die Brust deutet, und 1 auf deren Haupte ein Vogel sitzt. Zu ihrer 1 ' Rechten die Liebe, als eine Frau in weissein * 6 » 124 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classc. Gewände, welche mit der Linken ein Körbchen, worin zwei Tauben, in der Rechten ein Scepter hat. Zur Linken die Hoffnung, als eine Frau im röthlichen Gewände, welche, die heilige Schrift mit beiden Händen haltend, den Blick auf einen Lichtstrahl richtet, der von oben herabfällt. Grund dunkel. Auf Leinw., 3 F. 6f Z. h„ 4 F. 8 Z. br. S. S. 418. Henriqüe de las Marinas, geh. 1620, f 1680. An einer Seeküste, deren Vorgrund von einem prächtigen, mit Säulen verzierten Gebäude, deren Mittelgrund von einem Baumpark, der Hintergrund von Bergen gebildet wird, ist man beschäftigt ein grosses Schiff zu befrachten. Unter mehreren anderen Figuren befindet sich ein Türke. Auf Leinw., 3 F. 2; Z. h., 4 F. 10; Z. br. K. S. Verfolg der italieniKrlien Schulen. 419. Giovan Batista Salvi , gen. il Sassofer- rato. Der heilige Joseph hält das bekleidete Christuskind auf dem rechten Arm, welches die "Weltkugel in der Linken des Heiligen segnet. Hintergrund Architectur und Landschaft. Auf Leinwand, 6 F. 2 Z. h., 4 F. br. S. S. 419a. Salvator Rosa, geb. 1615, f 1673. Schüler des Spagnoletto. Das eigene Bildniss des Die italienischen Schulen von 1590 —1770. 125 Künstlers in schwarzer Tracht mit weissein Kragen, welcher sich, in der Rechten eine bronzene Statuette, lebhaft umsieht. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 9| Z. h., 2 F. 3 Z. br. E. E. 420. Sassofekrato. Der todte Christus wird von Maria, drei anderen heiligen Frauen und Magdalena betrauert; dabei Joseph von Arimathia, Johannes und ein anderer Jünger. Hintergrund Landschaft mit dem Calvariberge. Auf Leinwand, 2 F. 34 Z. h., 1 F. 10£ Z. br. E. E. : 421. Salvator Rosa. Die durch das zerrissene Gewölk hervorgebrochene Sonne bescheint ein von Stürmen aufgewühltes Meer mit gebirgiger Küste, an welcher ein Schiff, hoch von einer Woge emporgetragen, im Begriff ist zu scheitern. Auf Leinwand, 2 F. 5 Z. h., 3 F. 7f Z. br. E. E. 422. Andrea Sacciii, geb. 1600, f 1661. Schüler des Francesco Albani. Der berauscht eingeschlafene Noah wird von seinem Sohne Ham in seiner Blosse verspottet, während seine beiden anderen Söhne, Sem und Japhet, sich ihm rücklings nahen, um ihn mit einem Gewände zu bedecken. Hintergrund. Landschaft. Auf Leinw., 6 F. 7 } Z. h., 8 F. 2 Z. br. K. S. 423. Carlo Dolci, geb. 1616, f 1686. Schüler des Jacopo Vignali. Johannes der Evangelist, 126 KltSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. den Blick aufwärts gewandt, ist im Begriff, seine Offenbarung zu schreiben. Auf einem Felsstücke Schreibzeug und Buch. Neben ihm der Adler. Hintergrund Luft. Auf Leinwand, 3 F. 7-J- Z. h., 2 F. 11-J- Z. br. E. E. 424. Bolognesische Schule. Eine Caritas Romana. Pera reicht ihrem alten Vater Cimon im Ge- fängniss die Brust, während sie, mit der Rechten ihr Gewand vorhaltend, den Vorgang den Blicken eines an dem Gitter des Gefängnisses spähenden Wächters zu entziehen sucht. Auf Leinwand, 6 F. 6 Z. h., 4 F. 71, Z. br. E. E. 425. Il Cavai.iek Giuseppe Recco, geb. 1634, f 1695. Am Fusse eines Postaments mit einer Vase ein umgestürztes Holzgefäss, mit Trauben, Pfirsichen, Feigen und anderen Früchten. Daneben eine aufgeschnittene Melone und zwei Tauben. Hintergrund eine Landschaft. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h., 3 F. li Z. br. s: S. 426. Carlo Maratta, geb. 1652, f 1713. Schüler des Andrea Sacehi. Der heilige Antonius von Padua verehrt knieend das Christuskind, welches ihm, auf Wolken stehend, von einem himmlischen Glanze umstrahlt, erscheint; neben ihm ein Engel, der auf die Erscheinung hindeutet. Zu seinen Füssen zwei andere Engel, von denen der eine eine Lilie, der andere ein Die italienischen Schulen von 1590—1770. 127 Buch hält. Hintergrund Gebäude und Landschaft. Auf Leinw., 2 F. 1 Z. h., 1 F. 6-j- Z., br. K. S. 427. Carlo Maraxta. Maria, den Blick aufwärts gerichtet, schwebt, von fünf Engeln umgeben, auf Wolken thronend, zum Himmel empor. Auf Leinwand, 5. F. 9 Z. h., 4 F. 1 Z. br. K. S. 428. Cr ,aöde Gelee, gen. Claude Lorrain, geb. 1600, f 1682. Schüler des Agostino Tasso. Eine Landschaft mit reichem Baumwuchs im Vorgrunde, deren Hintergrund von duftigen Bergen gebildet wird. ImJ^orgrunde DiaDa, welche den neubelebten Hippolyt seiner geliebten Aricia wiedergiebt. Auf Leinwand, 4 F. 4 i- Z. h., 5 F. 64 Z. br. G. G. 428a. Salvator Rosa. Von zwei grossen Felsmassen des Mittelgrundes stürzt ein kleines Wasser in ein grosses, welches sich lebhaft rauschend durch den ganzen Vorgrund ausdehnt, auf dem sich einige starke Bäume erheben. Im Hintergründe steigt ein höheres Gebirge empor. Auf Leinw., 3 F. Z. h., 5 F. 4} Z. br. E. E. 429. Pieter Rysbrack, blühte um 1713. Schüler des Franz Mile. Eine Landschaft. Rechts hohe Bäume, links ein Waldgebirge, aus welchem ein Wasser herabstürzt. Der Hintergrund eine Bergkette. Im Vordergründe Christus, der von Johannes getauft wird. Ausserdem andere 128 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. zu ähnlichem Zwecke Versammelte. Auf Leinwand, 5 F. 3 Z. h„ 7 F. 8 Z. br. S. S. 430. Joannes Glauber, gen. Polyijor, geh. 1040, f 1726. Schüler des Nicolaas Berchem. i Eine Landschaft, deren Hintergrund von Gebirgen, der Mittelgrund von Wasser und reich bewachsenen, mit Gebäuden gekrönten Felsen gebildet wird. Im Vorgrunde Bäume. Stafage einige Hirten. Auf Leinwand, 5 F. 1-f- Z. h., 6 F. 2 Z.'br. K. S. 431. Gerard Honthorst, gen. Gerardo balle Notte, geb. 1592, lebte noch 1606. Schüler des Abraham Bloemart. Der Engel tritt, um Petrus zu befreien, in dessen Gefängniss. Der Heilige, von dem himmlischen Glanze geblendet, schirmt mit der Linken die Augen, während er sich mit der Rechten auf einen Stein stützt. Auf Leinwand, 4 F. lf Z. h., 5 F. 8A Z. br. G. G. 442. Julius Frans van Bloeiien, gen. Orizonte, geb. 1656, f 1748. Eine bauinreiche Landschaft, deren Hintergrund von Gebirgen gebildet wird. Im Mittelgründe eine Stadt und ein Schäfer mit seiner Heerde. Iin Vorgrunde, an einem Wasser, die Latona mit ihren Kindern, Apollo und Diana, auf deren Flehen zum Zeus die Landleute, welche ihr, der Durstigen, das Wasser getrübt haben, in Frösche verwandelt werden. Auf Leinwand. 4 F. 1| z - h -> 6 F. 3-i- Z. br. G. G. Die italienischen Schulen von 1590—1770. 129 j 433. Pif.tro Berretini, gen. Pietro da Cortona, geb. 1596, f 1669. Schüler des Andrea Co- ( modi. Der auf einer Bank sitzende Hercules, , von drei Liebesgöttern umgeben, welche ihm anstatt des Löwenfells und der Keule, die sie ihm wegnehmen, den Spinnrocken geben ^ und ihn mit einem Purpurgewande bekleiden. In der Luft Amor, welcher nach seinem Her- ( zen zielt. Hintergrund Landschaft. Auf Leinwand, 6 F. 6f Z. h., 5 F. 1 Z. br. K. S. s 434. Gerarp Honthorst. Der von der Jagd zurückkehrende Esau verkauft seinem Bruder Jacob um ein Linsengericht das Recht der 1 Erstgeburt. Dabei die dem Jacob zuredende '• Mutter Rebecca. Der Vorgang wird von einem ( Lichte auf dem Tische erhellt.. Hintergrund ein Vorhang. Auf Leinwand, 4 F. 3 Z. h., i 5. F. 4 Z. br. S. S. i « 435. Crescenzio di Onoerio, blühte um 1712 zu Rom. In einer gebirgigen Landschaft, in deren Mittelgründe man Wasser und mehrere Gebäude sieht, ruhen unter einem starken Baume im Vordergründe Venus und Adonis; dabei drei Jagdhunde und die Tauben der Göttin. Auf Leinwand, 4 F. H Z. h., 3 F. br. K. S. " ’ ( 436. Giovanni Lan franco. Der heilige Andreas , knieend in Verehrung vor dem Kreuz, an wel- . chem er den Mart.yrtod erleiden soll. Hinter- . grund Landschaft. Bezeichnet: 1607. Auf ; 6 ** 130 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. Leinwand, 6 F, 14 Z. h., 4 F. 54 Z. br. G. G. 436a. Schule ues Claude Lorrain. Eine Landschaft. In dem mit dunklen Bäumen bewachsenen Vorgrunde, Armida, welche von Amor abgehalten wird, den schlafenden Rinald zu durchbohren. In einem Wasser daneben zwei badende Nymphen. Im Mittelgründe von Gebäuden gekrönte Felsen. Im Hintergründe verschiedene Reihen blauer Berge. Auf Leinwand, 3 F. 6| Z. h., 5 F. l Z. br. S. S. 437. Bf.rnardo Strozzi, gen. il Prete Genovese, geb. 1581, f 1644. Schüler des Pietro Sorri. Das Bildniss eines Offiziers in seiner Kriegstracht, einem braunledernen Koller mit eisernem Halsstück. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h.. 1 F. llf Z. br. E. E. 438. Jacob de Hughtenburg. Schüler des Nicolaas Berchem. Eine Landschaft, deren Hintergrund von Berg und Wald, der Mittelgrund von Klostergebäuden und Ruinen gebildet wird. In dem reich bewachsenen Vorgrunde ein Wasserfall. Mit mehreren Figuren in antiker Kleidung stafirt. Bezeichnet: Jacob v. Huchten . Auf Holz, 104 Z. li., 1 F. 1| Z br. K. S. 439. Albrecht Meyering, geb. 1645, f 1714. Schüler des Friedrich Meyering. In einem Wasser, welches sich zwischen einer mit Bäumen besetzten Anhöhe und zwei von Die italienischen Schulen von 1590—1770. 131 Cyprcssen umgebenen Denkmalen hinzieht, baden sieh Nymphen. Im Mittelgründe Gebäude, im Hintergründe eine Bergkette. Bezeichnet: Meyiering. Auf Leinw., 1 F. 4» Z. h., 1 F. 1| Z. br. K. S. 440. Ai, brecht Meyering. Eine Landschaft, deren Hinter - und Mittelgrund von bewachsenen Bergen, Gebäuden und einem Wasser gebildet wird. Im Vorgrunde, vor einem Gehölz, nackte Kinder, welche um eine Bildsäule der Flora tanzen. Bezeichnet: A. Meyiering. fecit. Auf Leinwand, 1 F. 4j- Z. h., 1 F. 1 Z. br. K. S. 441. Luca Giordano, geb. 1632, i 1705. Schüler des Giuseppe Ribera. Das Urtheil des Paris. Der unter einem Baume sitzende Paris, von seiner Heerde umgeben, betrachtet, den goldenen Apfel in der Rechten, die drei Göttinnen, Juno, Minerva nnd Venus, vvelche sich vor ihm entkleidet haben In der Luft der nach dem Herzen des Paris zielende Amor. Hinter dem Baume der auf den Ausgang lauschende Merkur. Auf Leinwand, 8 F. h., 10 F. 6 Z. br. K. S. 442. Herman Swanicveld, geb. um 1620. Eine Landschaft, deren Hintergrund von Bergen gebildet wird und in deren Mittelgründe sich ein klares Wasser ausbreitet. Im Vorgrunde zieht sich ein von einigen Figuren belebter 332 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classo. Weg an einer mit edlen Kastanienbätmien besetzten Anhöhe hin. Auf Leinw., 1 F. 8| Z. b., 2 F. { Z. br. E. E. 443. Michelangelo Cerqüozzi, gen. Michelangelo helle Battaglie, geh. 1602 f 1660. Schüler des Pieter de Laar. Der Einzug eines Papstes in Rom mit einer grossen Anzahl von Wagen und von Menschen zu Pferde und zu Fuss, worunter Mönche in Procession, Schweizer von der Leibwache des Papstes, Verkäufer von Backwerk, Krüppel, Bettler und Gassenjungen. Im Hintergründe der Monte St. Angelo. Im Mittelgründe die Mauern von Rom, die Pyramide des Cestius und die Kirche S. Paolo fuor le mura. Auf Leinwand, 3 F. 1| Z. h., 4 F. 3 Z. br. K. S. 444. Gerard Hontiiorst. Eine lustige Gesellschaft von Kriegsleuten und Weibern, von denen zwei im Puff spielen, während ihnen drei andere Zusehen. Ein anderer reicht einem Mädchen, welches mit der Laute dasitzt, liebkosend ein Glas Wein. Grund einfarbig. Bezeichnet: G. Honthorst. ft. 1664. Auf Holz, 1 F. 6 Z. h., 2 F. 2 Z. br. K. S. 445. Joachim Sandrart, geb. 1606, f 1688. Schüler des Gerard Honthorst. Seneca er- theilt, indem er sich die Adern öffnen lässt, seinen trauernden Angehörigen seine letzten . Lehren. Einer ist beschältigt dieselben auf- Die italienischen Schulen von 1590—1770. 133 zuschreiben. Dabei die Abgesandten des Nero; welche die Vollstreckung des Urtheils befehlen. Grund dunkel. Auf Leinw., 5 F. 5{ Z. h., 7 F. 10 j Z. br. G. G. 445a. Pietro della Vecchia, geb. 1605, f 1678. Schüler des Padovanino. Ein Jüngling in einem weissen Anzuge mit aufgeschlitzten Aermeln, und einem rothen Hut mit weissen Federn spricht zu einem Mädchen, welches die linke Hand auf seine Schulter legt. Grund dunkel. Auf Leinwand, 2 F. 3|- Z. h., 1 F. 10f Z. br. E. E. 446. Sebasttano Conca, geb. 1676, f 1764. Schüler des Francesco Solimene. Abrahan ver- stösst die Hagar mit ihrem Sohne Ismael; dabei Sarah mit ihrem Sohne Isaac. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 2 F. J- Z. h. 1 F. 6i Z. br. K. 'S. 447. Carlo Cignani, geb. 1628, f 1719. Anchises, welcher, auf einem Steine sitzend, sich auf die Lyra stützt, hört auf die Anrede der vor ihm stehenden Venus. Neben derselben der auf deui Anchises deutende Amor. Hintergrund Landschaft mit der Aussicht auf das Meer. Auf Leinw., 3 F. 2“ Z. h., 4 F. 2J Z. br. S. S. 448. Claude Lorrain. In einer Landschaft, deren Hintergrund von Meer und Berg, der Mittelgrund von einem Waldstück gebildet wird, sieht man im Vorgrunde einen Triumphzug 134 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Classe. des Silen mit zahlreichen, grossen und kleinen Satyrn und Bachantinnen, welcher sich nach einem offenen Tempel des Bacchus im Mittelgründe hinbewegt. Dieser Zug ist nach einer Composition des Giulio Romano von anderer, unbekannter Hand ausgeführt. Auf Leinw., 2 F. 4| Z. h., 3 F. 1 Z. br. K. S. 449. Justus Sustermans, geh. 1597, f 1681. Schüler des Willem de Yos. Der auf seinem Lager sitzende Socrates, im Begriff, den Giftbecher, nach welchem er die Hand ausstreckt, zu leeren, deutet mit der Linken nach oben. Um ihn her seine trauernde Freunde. Links seine Frau Xantippe mit seinen Kindern und sonstigen Angehörigen im Begriff sich zu entfernen. Hintergrund das Gefängniss. Auf Leinw., 5 F. 6 - 1 - Z. h., 7 F. 94 Z. br. G. G. 450. Joannes Glauber. Eine Landschaft mit Bäumen und Gebäuden im Mittelgründe, deren Hintergrund von Felsgebirgen und einem Wasser gebildet wird. Im Vorgrunde an einem Denkmale, eine männliche und zwei weibliche Figuren. Auf Leinw.. 3 F. 3 } Z. h., 4 F. 14 Z. br. K. S. 451. Alessandko Varotari, gen. il Padovanino. Ein „Ecce homo“. Das Haupt nach der linken Seite gewendet, mit der Rechten den Purpnrmantel haltend, in der Linken das Rohr. Auf Leinwand, 1 F, IO 4 Z. h., 1 F. 5 Z. br. E. E. Die italienischen Schulen von 1590—1770. 135 452. Luca Giordano in Nachahmung des Strozzi. Euclides, die Rechte auf einen Tisch gestützt, betrachtet ein Papier, worauf eine mathema- thische Figur befindlich, welches er mit der Linken hält. Grund dunkel. Auf Leinwand, 3 F. 8 Z. h., 3 F. 4 Z. br. S. S. 453. Luca Giordano in Nachahmung des Strozzi. Archimedes, einen Brennspiegel in beiden Händen haltend, blickt aufwärts. Vor ihm, auf einem Tische, Papiere mit mathematischen Figuren. Grund dunkel. Auf Leinw., 3 F. 11 Z. h., 3 F. 2i Z. br. S. S. 454. Giovan Batista Tif.poi.o, geh. 1692, f 1769. Schüler des Gregorio Lazzarini. Eine Frau, welche sich gebadet hat, wird von fünf Zofen bedient, unter denen eine Mohrin. Zu ihnen ein Jüngling, der einen Spiegel in der Hand hält. Hintergrund die architectonische Einfassung des Bades und Landschaft. Auf Leinw., 3 F. Of Z. h., 4 F. 7 Z. br. K. S. 455. _ Pietro Liberi, geh. 1605, t 1687. Diana, um welche sich ihre Nymphen zusammendrängen, hat den sie im Bade überraschenden Actäon in einen Hirsch verwandelt. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 6 F. 11. Z. h., 5 F. 9 Z. br. K. S. 456. Giovan Francesco Romanelli, geh. 1617, f 1662. Schüler des Pietro da Cortona. Die Königin Zenobia demüthigt sich knieend vor dem in seinem Zelte thronenden, von seinen 136 ERSTE ABTHEILUNG. 4. Clause. Feldherrn umgebenen römischen Kaiser Aurelian. Im Hintergründe die zuschauenden römischen Soldaten und das Lager. Auf Leinwand, 3 F. 8 Z. h., 4 F. 9^ Z. br. S. S. 457. Justus Sustermans. Christus wird von Petrus und Johannes in das Grab getragen, über welches Joseph von Arimathia die Leinen ausbreitet. Dabei Maria und Magdalena, welche ihren Schmerz zu erkennen geben. Grund dunkel. Auf Leimv., 4 F. 10| Z. h., 4 F. 5-U Z. br. K. S. 458. Sassofebrato. Die vor einem Vorhänge sitzende Maria hält mit beiden Händen das stehende Kind auf dem Schoosse, welches in der Linken eine Nelke hat. Seine Rechte wird von dem heiligen Joseph geküsst. Grund dunkel. Auf Leinwand, 2 F. 4u Z. h., 3 F. 1 Z. br. K. S. 459. Giovan Batista Tiepolo. Ein Herr in schwarzer Kleidung, mit einer Ordenskettte um den Hals, wird von einem Geistlichen und anderen unter einem mit Säulen geschmückten Bau feierlich empfangen. Dabei mehrere Zuschauer. Mehr rückwärts das Gefolge des Herrn zu Pferde. Hintergrund Landschaft. Auf Leinwand,' 2 F. 24 Z. h., 3 F. 5. Z. br. K. S. Die französische Schule u. d. Akademiker. 137 Fünfte Classe. Die französische Schule, die Akademiker und deren Zeitgenossen. V on der französischen Schule, welche erst im Laufe des 17ten Jahrhunderts zu einer höheren Ausbildung gelangte, folgten einige Meister, wie Valentin, der Weise des Michelangelo da Caravaggio. Die Mehrzahl aber schloss sich, den Nicolas Poussin an der Spitze, den eklektischen Bestrebungen der Carracci an. Letztere zeichnen sich durch eine stylgemässe Composi- tion und eine correcte Zeichnung aus, waren aber schwach in der Färbung und verfielen in der Gefühlsweise bald in das Theatralische. Diese zweite Richtung der französischen Schule war leider schon in ihrer Ausartung vorzugsweise maassgebend bei der Feststellung der akademischen Regeln, welche von dem Belgier Gerarp Lairesse durch seine Bilder und Schriften vollständig begründet wurden, und durch die Einführung in alle öffentlichen Kunstschulen Europa’s zu allgemeiner Verbreitung gelangten. Ungeachtet die nach diesen Regeln angefertigten Bilder öfter sehr grosse Verdienste in den wissenschaftlichen und technischen Thei- len der Kunst haben, lassen sie doch meist durch den Mangel eines eigenthümlichen Gefühls kalt. Die gleichzeitigen Leistungen der 138 ERSTE ABTHEILUNG. 0. Classe. Franzosen, der Italiener und einiger Deutschen in der Bildniss-, der Genre- und der Landschaftsmalerei erfreuen dagegen durchLebendig- keit, Wahrheit und malerischen Reiz. 460. Hyacinth Rigaud, geh. 1659, f 1746. Schüler des Charles Lebrun. Das Bildniss des Bildhauers Bogaert., gen. Desjardins in schwarzer Kleidung. Die Linke stützt er auf den kolossalen Kopf eines Herkules. Hintergrund Vorhang und Arcliitectur mit Durchsicht in eine Landschaft. Auf Leinw., 4 F. 4-L Z. h., 3 F. 4{. Z. br. K. S. 461. Jacques Courtois, gen. Bourguignon, geh. 1621, f 1671. Aus schweren Regenwolken wirft der Mond seinen klaren Schein auf eine bergige Landschaft, in deren Mittelgründe eine Bogenbrücke über ein Wasser führt, welches einen Fall bildet. Auf derselben ein Packpferd und zwei Reiter. Im Vorgrunde starke Bäume. AufLeinw., 2 F. 2? Z. h., 3 F. iZ. br. E. E. 462. Moyse Valentin, geb. 1600, f 1632. Schüler des Simon Vouet. Die Fusswaschung. Christus knieet vor Petrus, im Begriff ihm die Fusse zu waschen. Der betroffene Heilige will dieses nicht zugeben. . Die übrigen Apostel geben ebenfalls über Christi Beginnen ihre Verwunderung zu erkennen. Grund dunkel. Auf Leinw., 6 F. 3 Z. b., 9 F. 44 Z. br. G. G. Die französische Schule u. d. Akademiker. 139 463. Nicolas Poussin, geb. 1594, f 1665. Schü. ler des Quintin Varin. Eine waldige- Landschaft mit dunklen Bergen in der Ferne. Im Vorgrunde befindet sich Juno, welche die hundert Augen des getödteten Argus in den Schweif ihrer Pfauen versetzt; dabei ihr Himmelswagen und Io als Kuli, die ihren Schmerz über ihre neue Gefangenschaft ausdrückt. In der Luft der nach vollbrachter That entschwebende Merkur. Auf der anderen Seite ruhende Nymphen mit Kindergenien. Auf Leinwand, 3 F. 11 Z. h., 6 F. 2 { Z. br. G. G. 464. Pierre Subleyras, geb. 1699, f 17-49. Schüler des Antoine Rivalz. Der thronende heilige Januarius, Bischof von Benevent, wird von drei Geistlichen verehrt, deren einer ihm die Hand küsst. Ueber seinem Haupte schwebt ein Engel, welcher die Siegespalme in der Linken, auf der Rechten, in Bezug auf das Martyrium des Heiligen, eine Flamme hält. Hierauf beziehen sich auch die Fasces* ein Schwert und zwei Löwen im Vorgrunde, so wie einige andere Löwen im Mittelgründe. Im Hintergründe zwei Männer, von denen einer zu einer Gruppe von Engeln in der Luft emporblickt. Auf Leinw., 4 F. 4 Z. h., 3 F. -2| Z. br. K. S. 464a. Caspar Dughet, gen. Poussin, geb. 1613, f 1675. Schüler des Nicolas Poussin. Eine Landschaft, in deren Vordergründe eine Heerde Schaafe an einem mit Bäumen bewachsenen 140 EKSTE ABTHEILUNG. 5. Classe. Hügel vorübergetrieben wird. Im Mittelgründe ein dunkles Wasser und ein Schloss auf einer Anhöhe. Im Hintergründe blaue Berge. Auf Leinw., 2 F. 4L Z. h., 3 F. Ia Z. br. E. E. 465. Pikrre Mignard, geb. 1610, f 1695. Schüler des Jan Boucher. Das Bildniss der Maria Mancini, Nichte des Cardinais Mazarin, im Neglige. In der Rechten hält sie eine Perle. Grund dunkel. Auf Leinw., 2 F. 5 l Z. h., 2 F. l Z. br. K. S. 466. Eustache i.e Sueur, geb. 1617, -j- 1655. Schüler des Simon Vouet. Der heilige Bruno steht in seiner Zelle an einem Betschemel vor einem Kreuze in Verehrung. Durch die offene Thür der Zelle Aussicht in eine Landschaft. Auf Leinw., 6 F. 2£ Z. h., 4 F. Gl Z. br. K. S. 467. Nicolas PouSsin. Jupiter wird als Kind von einer auf der Erde hockenden Nymphe mit • der Milch getränkt, welche ein daneben knieender Faun so eben von der Ziege Amal- thea gemolken hat. Eine andere Nymphe ist beschäftigt, zur Speise des Kindes einen Honigwaben, den sie aus einem Bienenstock genommen, auf eine hölzerne Scheibe zu legen. Hintergrund Landschaft, Auf Leinw., 3 F. 2 Z. h., 4 F. 3-J Z. br. K. S. 468. Antoine 'Wateau, geb. 1684, f 1721. Schüler des Claude Gillob Die Vergnügungen der französischen Comödie. Mehrere Herren Die französische Schule n. d. Akademiker. 141 und Damen sehen einem Paare zu, welches eine Menuet tanzt. Zwei andere Herrn, welche Apoll und Bacchus vorstellen, stossen mit gefüllten Gläsern an. Dabei die Spielleute. Hintergrund ein Garten. Auf Leinw.. 1 F. :Z. h., 1 F. 6f Z. br. K. S. 469. Jan Francois dp Tkov. Fin hinter einem steinernen Tische sitzendes Mädchen, welches beschäftigt ist, eine Tasse Chocolade auszulöffeln, betrachtet aufmerksam und mit freundlicher Miene einen ausserhalb des Bildes angenommenen Gegenstand. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: ile Troy. 1723. Auf Leinw., 1 F. H Z. h., 10j Z. br. E. E. 470. Antoine Wateau. Die Vergnügungen der italienischen Comödie; ein nächtlicher Maskenzug. Unter den Masken bemerkt man den Harlequin, und einen anderen, welcher die Guitarre spielt; dabei drei Zuschauer, von denen einer die Scene mit einer Fackel erleuchtet. Am Himmel der Mond. Gegenstück von No. 468. Auf Leinw., 1 F. 2? Z. h., 1 F. 6-J- Z. br. K. S. 470a. Caspak Poussin, eigentlich Caspar Dughet. Eine hüglichte und stark bewachsene Landschaft, in deren Vorgrunde ein Mann in einem dunklen Wasser angelt, in deren Mittelgründe eine Heerde Vieh einher getrieben wird, in deren Ferne sich ein bläuliches, sonnenbeschienenes Gebirge hinzieht. Auf Leinw., 1 F. 6-*- Z. h., 2 F. 1 Z. br. S. S. 142 ERSTE ABTHEILUNG. 5. Glasse. 471. Charles Lebrdn, geb. 1619, f 1690. Schüler des Simon Vouet. Das Bildniss des Eberhardt Jabach von Cöln, Banquiers und berühmten Kunstsammlers in Paris zur Zeit Ludwig XIV., -in Gesellschaft seiner Frau und seiner vier Kinder. Er deutet auf die Symbole von Kunst und Wissenschaft, als die Gegenstände seiner Liebhaberei. Im Spiegel des stattlichen Zimmers das Bildniss des Malers Lebrun. Auf Leinw., 8 F. 10-L Z. b., 10 F. 5 Z. br. E. E. 471a. Caspar Dugiiet, gen. Poussin. Eine Landschaft. In einem dunklen Wasser des Vorgrundes zwei badende Frauen. In dem reich bewachsenen Mittelgründe eine dritte an einem Brunnen. In der Ferne bläuliche Berge. Auf Leinw., 1 F. 3 Z. h., 1 F. 6-|- Z. br. E. E. 472. Francois Clotjet, gen. Janet, blühte um 1540. Das Bildniss Königs Heinrich II. von Frankreich, mit schwarzem Barett, in schwarzer Tracht, Alles sehr reich mit Gold, Silber und Perlen gestickt, den Orden des heiligen Michael um den Hals. Grund dunkel. Auf Holz, 1 F. 4f Z. h., 1 F. lf Z. br. G. G.' 473. Nicolas Lancret, geb. 1690, f 1747. Schüler des Pierre Dulin und des Claude Gillot. In einer Landschaft befinden sich' mehrere, als Schäfer und Schäferinnen gekleidete Herren und Damen, von denen einige, unter Bäumen gelagert, sich verschiedentlich unterhalten, ein Paar aber nach der Begleitung einer JDie französische Schule u. d. Akademiker. 143 Flöte und des Hackebretts eine Menuett tanzen. Mehr rückwärts noch eine, an einem Kornfelde gelagerte Gruppe. Auf Leinwand, 1 F. 8f Z. h., 2 F. 3 Z. br. K. S. 474. Antoine Watkau. Ein hochstämmiges Gehölz mit der Aussicht auf eine flache Gegend, und ein Wasser im Mittelgründe. Im Vorgrunde, in der Nähe eines Denkmals, ein Herr und drei Damen, welche mit Musiciren beschäftigt sind. Auf Leinw., 2 F. 2 Z. h., 2 F. 8-1- Z. br. S. S. 475. Francois Clou et , gen. Janet. Das Bildniss des jungen Herzogs von Anjou, nachmaligen Königs Heinrich III. von Frankreich, mit schwarzem Barett, in schwarzer Kleidung mit rothen Ermeln, Alles mit Gold und Perlen gestickt, den Orden des heiligen Michael um den Hals. Grund dunkel. Gegenstück zu No. 472. Auf Holz, 1 F. 4f Z. h., 1 F. 1-j- Z. br. G. G. 476. Moyse Valentin. Ein Cavalier lässt sich von einer Zigeunerin aus der Hand wahrsagen, während eine andere ihm seinen Geldbeutel stiehlt. Dabei noch ein anderer Mann, und mehrere Zigeuner, von denen der eine die Bassgeige, der andere die Violine spielt. Grund dunkel. Auf Leinw., 5 F. 2f Z. h., 6 F. 10i Z. br. K. S. 477. Französische Schule , vielleicht Nicolas Mignard, geb. 1610, f 1668. Schüler des Jan Boucher. Die von Engeln in Wolken zum 144 ERSTB ABTHEILUNG. 5. Classe. Himmel emporgetragene Maria wird von den himmlischen Heerschaaren mit Musik empfangen. Unten die Apostel, von denen einige den Deckel des Grabes Mariä abnehmen, andere in dasselbe hineinblicken, noch andere der Maria nachschauen. Auf Leinwand,. 3 F. 3. Z. h., 2 F. 1.1 Z. br. S. S. 478. Nicolas Potjssin. Helios, mit der Linken auf die Lyra gestützt, thront vom Thierkreis umgeben, auf Wolken. Vor ihm sein Sohn Phaeton, welcher ihn knieend bittet, ihm die Lenkung der Sonnenrose auf einen Tag zu überlassen. Neben dem Helios der Frühling, unter der Gestalt eines jungen Mädchens, welches Blumen streut, der Sommer, unter der Gestalt einer Frau, welche einen Spiegel in den Händen hält; ihr zur Seite Getreidegarben. Im Vorgrunde, links, der Herbst, als ein in Trunkenheit schlafender Satyr; neben ihm ein Füllhorn mit Trauben; rechts, der Winter, als ein greiser, mit gebücktem Haupte dasitzender Mann; vor und hinter ihm ein Kohlenbecken. In der Mitte der geflügelte, rasch einherschreitende Saturnus, im Begriff, den Stein zu verschlingen, als die Zeit im Allgemeinen. Mehr rückwärts der Sonnenwagen und zwei Horen, von dienen die eine ein Sonnenross herbeibringt. Hintergrund Luft. Auf Leinw., 3 F. 11J Z. h., 4 F. 11* Z. br. K. S. 479. Simon Vouf.t, geb. 1582, f 1641. Schüler des Michelangelo da Car&vaggio. Maria empfängt, Die französische Schule n. d. Akademiker. 145 in ihrem Gemache knieend, von dem Engel, welcher von Lichtglanz umflossen, auf einer Wolke knieet, die himmlische Botschaft. Auf Leinw., 9 F. 34 Z. h., 6 F. 2 Z. br. G. G. 480. Gerakd Lairesse, geh. 1640, f 1711. Der junge Alexian, nachmalige Kaiser Alexander Severus, wird im Tempel der Vestalinnen zu Area zum Cäsar ernannt. Hintergrund eine Säulenhalle, vor welcher die Statue des farne- sischen Hercules; zwischen den Säulen Aussicht auf eine Stadt. Auf Leinw., 3 F. f Z. h, 5 F. 4 Z. br. K. S. . 481. Gerakd Lairesse. Die Göttin Thetis taucht ihren Sohn, den Achill, in ein Gefäss mit Styxwasser. Daneben der ruliendeFlussgott und vier Nymphen. Zur Linken zwei andere Nymphen, welche ein Kohlenbecken herbeitragen, um auf einem Altar ein Rauchopfer anzuzünden. Hintergrund der Palast der Thetis, neben welchem ein grosser Brunnen und Landschaft. Auf Leinw., 1 F. 9 a Z. b., 2 F. 5f Z. br. K. S. 482. Daniel Chodowiecky, geb. 1726, f 1801. Das Blindekuhspiel. Eine ansehnliche Gesellschaft von Herren und Damen sieht in einem Garten, meist paarweise traulich gelagert, dem Blindekuhspiel zu, welches auf einem Rasenplatze, in dessen Nähe auf hohem Postamente eine Statue der Venus, von einem jungeu Paar gespielt wird. Bezeichnet: D. Chodowiecky p. 1768. Auf Leinw., 1 F. 1 Z. h., 2 F. 64 Z. br. E. E. 146 ERSTE ABTHEILUNG. 5. Classe. 483. Anton Raphael Mengs, geb. 1728, f 1779. Schüler des Isaac Mengs. Maria hält das mit einem Hemdchen bekleidete Kind, welches sich an sie schmiegt, auf dem Schoose. Rechts der in einem Buche lesende Joseph. Hintergrund dunkel. Auf Leinw., 5 F. 11 Z. h., 4 F. 4f Z. br. K. S. 483a. Philipp Roos, gen. Rosa di Tivoli, geb. 1655, f 1705. Schüler des Johann Heinrich Roos. Eine ansehnliche Zahl von Thieren, unter denen sich besonders ein Hirsch, ein Hund, eine Ziege und ein weisser Pfau be- merklich machen, sind in einer bergigen Landschaft um Orpheus versammelt, welcher sie durch sein Spiel auf der Geige bezaubert. Auf Leinw., 5 F. 5 Z. h., 6 F. llf Z. br. S. S. 484. Joseph Vernet, geb. 1712, f 1789. Schüler des Adrien Manglard. Eine Landschaft, in deren Hintergrund man eine römische Wasserleitung und einen Wasserfall sieht. Der Mittelgrund wird von Felsen gebildet, auf deren Gipfel unter anderen Gebäuden der Tempel der Sibylle zu Tivoli. Im Yorgrund Fischer, welche zum Theil beschäftigt sind, ihr Netz an das Land zu ziehen. Bezeichnet: Joseph Yernet f. Romae 1751. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h., 3 F. H Z. br. E. E. 485. Daniel Chodowiecky. Der Hahnenschlag In einem baumreichen Garten sieht eine heitere Gesellschaft, welche meist aus liebenden Paaren besteht, einem jungen Mann zu, der Die französische Schule u. d. Akademiker. 147 mit verbundenen Augen mit einem langen Stabe nach dem, ganz im Vordergründe befindlichen Kruge schlägt, unter welchem der Hahn verborgen ist. Daneben die Scherben eines schon zerschlagenen Kruges. Im Hintergründe ein Zelt, worin ein Raucher, welcher sich mit einem anderen Manne unterhält. Bezeichnet: D. Chodowie.cky p. 1768. Gegenstück von No. 482. Auf Leinwand, 2 F. 1 Z. h., 2 F. 6f Z. br. E. E. 485. Nicolas Poussin. Armida entführt den in ihren Zaubergärten eiugeschläferten Rinald. Sie wird dabei von vier Liebesgöttern, denen ein fünfter voranfliegt, unterstützt. Links ein Flussgott und zwei Najaden. Im Vorgrunde die Waffen des Helden und der Dolch der Zauberin. Im Mittelgründe, am Fusse einer Säule, zwei Kreuzfahrer. Auf Leinw., 3 F. 10 Z. h., 4 F. 9-3 Z. br. K. S. 486a. Charles Andre Vanloo, geb. 1705, f 1756. Schüler des Benedetto Luti. Das Bildniss Ludwig XV., Königs von Frankreich, als Jüngling. Ln Harnisch, Koller und Reitstiefeln, steht der König da, indem er die Linke in die Seite stemmt und mit der Rechten sich auf den Commandostab stützt, dessen unteres Ende auf einem Tische mit dem Federhelm und dem mit goldenen Lilien besetzten Königsmantel ruht. Links ein Vorhang und Architectur. Der Hintergrund ein trüber Himmel. Auf Leinw., 2 F. Z. ln, 1 F. 6f Z. br. E. E.. 7* 148 ERSTE ABTHEILUNG. 5. Classe. 487. Louis Boulogne der jüngere, geb. zu Paris 1654, f 1733. Schüler von Louis Boulogne dem älteren. Der Frühling, der Sommer und der Herbst, als drei Frauen dargestellt, von denen die eine ein Blumengewinde, die andere, auf Getreidegarben sitzend, in der Rechten die Sichel hält, die dritte ein Füllhorn mit Trauben und anderen Früchten zur Seite hat. Dabei Bacchus, eine Nymphe, jüngere und ältere Frauen und Kinder. Hintergrund Landschaft, worin zwei Frauen vor einer Herme tanzen. Bezeichnet: L. Boulogne 1698. Auf Kupfer, 1 F. 7-f Z. h., 1 F. '5* Z. br. K. S. 488. Adriaan van der Werfe, geb. 1659, f 1722. Schüler des Eglon van der Neer. Mehrere Frauen flehen knieend zu einer mit Blumengewinden geschmückten Statue des Priap, unter welchen eine, nur theilweise von einem rothsammtenen Gewände bedeckt, von dem die Zunge heraussteckenden Amor verspottet wird. Mehr rückwärts andere Frauen, in Verehrung vor einer Statue der Venus. Hintergrund eine baumreiche Landschaft mit sehr dunklem Himmel. Bezeichnet: Adrian van derWerfff. Auf Holz, 1 F. 6 Z. h., 1 F. 1 Z. br. K. S. 489. Antoine Pesne, geh. 1683, f 1757. Schüler des Charles de la Fosse. Das Bildniss Friedrich des Grossen, mit gepudertem Haar, im Harnisch, mit dem Mantel darüber, im Jahre 1739, mithin ein Jahr vor seiner Thron- Die französische Schule u. d. Akademiker. 149 besteigung gemalt. Der Grund grau. Auf Leinw., 2 F. 64 Z. h., 2 F. } Z. br. E. E. 490. Antonio Canai.e, gen. il Canaletto, geb. 1697, f 1768. Ansicht der Kirche della Salute zu Venedig mit ihren Umgebungen. Auf dem Canal Gondeln und Barken. Auf Leinwand, 1 F. 11-f- Z. h., 3 F. | Z. br. S. S. 491. Raphael Mengs, das Bildniss seines Vaters, des Ismael Mengs, in einem rothen Hauspelz. Der Grund braun. Auf Leinw., 2 F. 14 Z. h., 1 F. 8f Z. br. E. E. 492. Adkiaan van der Wf.rff. Ein Schäfer, welcher ein sich sträubendes Mädchen umarmt; neben ihm eine Faunsherme. Hinter einem Baume ein lauschender Schäfer. Im Mittelgründe der Landschaft, worin man eine Pyramide sieht, andere Schäfer und Schäferinnen, welche dem Vorgänge lachend zusehen. Auf Leinw., 1 F. 6| Z. h., 1 F. 3 Z. br. K. S. 493. Canaletto. Ansicht des Dogenpalastes und des Marcusthurms zu Venedig mit deren Umgebungen, vom Canal Grande genommen. Auf demselben eine Galeere nebst Gondeln und Barken. AufLeinw., 1 F. 11 Z.h., 3F.|Z.br. K. S. 494. Antoine Pesne. Das Bildniss des berühmten Kupferstechers Georg Friedrich Schmidt und seiner Frau. Er, in einem Hausrock von dunkel violettlichem Sammet an einem runden Tische sitzend, deutet, den Beschauer des Bildes ansehend, auf die Werkzeuge seiner Kunst, Grabstichel, Radirnadel etc., während 150 ERSTE ABTHEILUNGr 5. Classe. er in der Linken die Erzählungen von Lafontaine hält, woraus er seiner Frau vorgelesen hat. Sie, in einem grünen Kleide, blickt ihn, auf ein Kissen gestützt, an. An der Lehne seines Stuhls eine Katze. Grund grau. Bezeichnet: Pesne pinxit 1748. Auf Leinw., 3 F. 7 Z. h., 4 F. 1 Z. br. E. E. 494a. Anna Greuze. Schülerin ihres Vaters J. B. Grenze. Ein kleines Mädchen im blauen Kleidchen und Brusttuch von Schillerstoff hält ein bologneser Hündchen auf dem Arm. Grund dunkel. Auf Leinw., 1 F. 3-i-Z. h., 1 F. 4Z.br. E.E. 494b. Jean Baptistf. Greüzr, geb. 1726, f 1805. Ein kleines blondes Mädchen mit blauen Augen blickt von einem Notenbuch auf, dessen Blätter sie sehr unsanft handhabt. Auf Leinw., 1 F. ö'f Z. h., 1 F. a Z. br. E. E. 495. Adriaan van der Werfe. Eine Nymphe der Diana, welche nackt auf einem Felsstück sitzt. Neben ihr Bogen und Köcher. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: Chev r . v r . Werff. fec. an. 1705. Auf Holz, 11-i- Z. h., 9| Z. br. K. S. 496. Antoine Pesne. Der Hauptmann der hundert Schweizer unter König Friedrich I., ein Herr v. Erlach mit seiner Frau und einem Kinde. Eine Skizze zu dem berühmten Familien- portrait. Auf Leinwand, 1 F. 4-J- Z. h., 1 F. 7| Z. br. K. S. 497. Adriaan van der Werff. Maria Magdalena nur um die Hüften mit einem blauen Gewände Die französische Schule u. d. Akademiker. 151 bekleidet, liest, auf einem Erdhügel sitzend, in einem Blatt Papier. Hintergrund eine bergige Landschaft. Dieselbe Figur befindet sich in Lebensgrösse in der Königl. Gallerie zu München. Auf Holz, 1 F. 1 Z. h., 9-1- Z. br. K. S. 498. Aky de Yois, geb. 1641. Schüler des Nicolaas Knüpfer und des Abraham van den Tempel. Adonis, nur um die Lenden mit einem Pantherfelle bekleidet, ruht, aufwärts blickend in dem Schoosse der an einem Denkmale sitzenden Venus, welche ihn liebkost. Vor ihnen ein Hund, mehr rückwärts Amor mit zwei Windhunden. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: A. D. Vois f. A°. 1678. Auf Holz, 1 F. 3 Z. L., 1 F. 7 Z. br. K. S. 499. Marta Angelica Kauffmann, geb. 1742, f 1807. Schülerin des Joseph Kauffmann. Das Bild- niss der Künstlerin selbst, den Kopf mit einem Taubengewinde geschmückt, in einem weissen Kleide von feinem Stoff. Hintergrund Luft. Auf Leinw., 2 F. 4L Z. h., 1 F. 114- Z. br. K. S. 500. Adriaan van der Werff. Der am Boden sitzende Loth wird von seinen beiden Töchtern berauscht gemacht. Hintergrund eine dunkle Landschaft. Auf Holz 1 F. 4-J- Z. h., 1 F. 4- Z. br. K. S, 500a. Pietro Rotari, Graf, geb. 1707, f 1764. Schüler des Francesco Solimena. Das Bild- niss des päpstlichen Nuntius in Dresden, 152 ERSTE ABTHEILUNG. 5. Classe. J Accoramboni, in schwarzer Tracht, die Rechte auf ein Buch stützend, während er mit der Linken herausweist. Grund grau. Auf Leinwand, 2 F. 10 Z. h., 2 F. 3 Z. br. E. E. 501. Canai.etto. Ansicht des Palastes Grimani zu Venedig mit seinen Umgebungen. Auf dem Canal Gondeln und Barken. Auf Leinwand, 1 F. 11 Z. h., 3 F. i- Z. br. K. S. 502. Adriaan van der Werff. Die auf einer steinernen Bank sitzende Maria unterhält sich mit der ihr gegenübersitzenden Elisabeth. Vor ihr das am Boden sitzende Christuskind, welches, ein aus dem Neste genommenes Vögelchen in der Rechten haltend, mit dem kleinen Johannes spielt. Mehr rückwärts, hinter der Maria, der schlafende Joseph, hinter der Elisabeth der in einem Buche lesende Zacharias. Hintergrund Gebäude und Landschaft. Bezeichnet: Chev 1 '. v r . Werff fec. An. 1709. Auf Holz, 2 F. 7} Z. h., 1 F. 10 Z. br. K. S. 503. Canai.etto. Die Ansicht der Dogana zu Venedig nebst ihren Umgebungen. Auf dem Canal eine Galeere. Auf Leinw., 1 F. 11 f Z. h., 3 F. f Z. br. K. S. 504. Pompeo Batoni, geb. 1703, f 1787. Der Gott Hymen vermählt Amor und Psyche. Rechts Venus, welche, auf ihrem mit Tauben bespannten Himmelswagen thronend, ihren Beifall zu erkennen giebt. Links der auf einer Wolke entschwebende Zephyr. Hintergrund Die französische Schule u. d. Akademiker. 153 Architectur und ein Vorhang. Auf Leinwand, 2 F. 8} Z. h , 3 F. 9} Z. br. K. S. 505. Gerard Lairesse. Vor einem marmornen Denkmale, welches eine auf einem Löwen sitzende weibliche Figur vorstellt, die von einer Victoria bekränzt wird, tränkt ein alter Mann aus einem Röhrbrunnen einen kleinen Knaben, der von einer Frau unterstützt wird. An einem Baume noch drei andere Frauen mit Gepäck. Bezeichnet: G. Lairesse, f. Auf Leinw, 2 F. 5} Z. h., I F. 11* Z. br. K. S. 506. Adriaan van der Werfe. Der auf seinem Lager ruhende Isaac ertheilt seinem knieenden Sohn Jacob den Segen als Erstgebornen. Daneben Rebecca. Hintergrund ein Vorhang und Landschaft. Auf Holz, 1 F: 11} Z. h., 1 F. 6} Z. br. K. S. 507. Gerard Lairesse. Ein Satyr und eine Nymphe, die auf einer Bank sitzen, halten sich umschlungen. Ein kleiner Satyr zu ihren Füssen verlangt nach einer Traube, welche die Nymphe in ihrer Linken emporhält. Mehr rückwärts ein anderer Satyr, der einen Korb voll Trauben wegträgt. Hintergrund Landschaft mit einer Ruine und zwei Hermen. Auf Leinw., 4 F. 10} Z. h., 3 F. 6} Z. br. K. S. 508. Jacques Courtois, gen. Bourguignon. In einer weiten Landschaft mit einer Aussicht auf die See wird eine Reiterschlacht geliefert. Im Vorgrunde ein Fahnenträger und ein Stück Geschütz, mit welchem man eine Anhöhe zu 7 ** 154 ERSTE ABTHEILUNG. 5. Classe. gewinnen sucht. Auf Leinw., 1 F. 10 Z. h., 5 F. 6 Z. br. S. S. 509. Geraud Lairesse. Eine auf einem Bette ruhende Frau, welche von dem Arzte unterstützt wird, schreibt sterbend auf ein Papier, so ihr von einem Manne dargereicht wird, ihren letzten Willen, wobei ein anderer ihr die Hand führt. Ausserdem mehrere leidtragende Frauen, deren eine das Dintenfass lullt. Hintergrund das Zimmer und ein Vorhang. Auf Leinw., 2 F. 4f Z. h., 2 F. 8f Z. br. K. S. 510. Adria an van der Werfe. Der auf seinem Lager ruhende Jacob segnet Ephraim und Mannasse. Neben denselben steht ihr Vater Joseph. Hintergrund Architectur und ein Vorhang. Auf Holz 1 F. 11J- Z. h., 1 F. (i Z. br. K. S. 511. Pieter van der Werfe, geb. 1665, f 1718. Schüler des Adriaan van der Werff. Christus wird von Maria Magdalena, zwei anderen Frauen und Joseph von Arimathia beweint. Aus der Ferne nahen sich Nicodeinus und ein Diener mit einem Gefäss voll Specereien. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: P. van' der Werff. f. 1709. Auf Leinw., 2 F. l-i- Z. h., 1 F. 84 Z. br. K. S. Zweite Abtheilung. l>ie niederliindischen mul deutschen Schulen. 1,'J« -?.ct : ;*'&•! ,‘A .wv Mfcistf? .rrjri Kpf»? klm m&&.< \--r&h w-'s&l Erste Classe Die Niederländer und Deutlichen in Ausübung der ihnen ursprünglich eigentümlichen Kunstweise, von Hubert und Jan van Eyck bis auf Hans Holbein und die Schüler von Albrecht Dürer, oder erste Epoche der Blütlie vom Jahre 1420 bis 1550. In den Niederlanden wurde die Malerei, wie aus mehreren vorhandenen Miniaturen erhellt, bereits im 14. Jahrhundert mit ungemeinem Erfolge ansgeübt. Denkmale von grösserem Umfange aus dieser Zeit sind indess äusserst selten. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aber erhielt dieselbe durch die Gebrüder Hubert und Jan van Eyck eine höchst eigentümliche Ausbildung. Ihr Bestreben auf die grösste Treue und Wahrheit in Auffassung und Darstellung der einzelnen vorliegenden Natur-Erscheinungen, welche sie, bei achter Begeisterung für ihre jedesmalige Aufgabe, derselben auf das Sinnigste anzupassen wussten, führte sie auf ein eben so gründliches als ausgebreitetes Naturstudium, vermöge dessen sie 158 ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. ihren Werken in allen Theilen eine bewunderungswürdige Ausführlichkeit und ergreifende Lebendigkeit ertheilten. Trefflich bedienten sie zu ihren Zwecken sich der Oelmalerei,, in welcher sie eine bis dahin nicht erreichte Vereinigung von Kraft, Tiefe, Sättigung und Verschmelzung der Farben hervorbrachten. Alle diese Vorzüge pflanzten sie in einem seltenen Grade auf eine zahlreiche Schule in den Niederlanden fort. Demnächst schlossen sich die' Maler am Niederrhein dieser Kunstweise am meisten an; aber auch in Ober-Deutschland bildeten sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Maler nach derselben, obschon sie an Ausbildung sämmtlich, an Geschmack bis auf den Martin Schongauer, dessen Werke ein dem Pietro Perugiiino verwandtes Bestreben darlegen, hinter den Niederländern zurückblieben. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts machte die Malerei in den Niederlanden durch Ltjcas van Leyden in manchen wissenschaftlichen Theilen, besonders in der Zeichnung und Perspective, Fortschritte, verlor aber desto mehr an Geschmack, und verfiel in Hässlichkeit der Charaktere, in eckige und gesuchte Stellungen. Dagegen erlebte sie zu derselben Zeit in Deutschland, besonders durch zwei Künstler, ihre höchste Blütlie. Albrecht Dürer, der grösste Meister der fränkischen Schule, verband einen ausserordentlichen Reichthum geistreicher Erfindungen mit dem Bestreben, Zeichnung und Perspective wissenschaftlich zu begründen, und besass dabei die seltenste und Die niederl. u. deutschen Schulen von 1420—1550. 159 ausserordentlichste Meisterschaft in Handhabung der verschiedensten technischen Mittel. In den Werken Hans Holbein’s , des grössten Meisters der schwäbischen Schule, aber spricht sich ausser der geistreichsten Erfindungsgabe , das edelste und reinste Naturgefühl für Form und Farbe und ein ungemein gewählter Geschmack, ein feiner Sinn für Schönheit aus. Lucas Cranach, der Hauptmeister in Obersachsen, welcher nächst jenen zu nennen ist, macht sich in seinen Werken durch Naivetät in der Auffassung, ein häufig nicht unglückliches Bestreben nach Grazie, ungemeine Kraft und Klarheit der Färbung und eine sehr sorgfältige Ausführung geltend. Von diesen Künstlern bildete nur Albrecht Dürer eine eigentliche und sehr zahlreiche Schule, aber auch Holbein und Cranach fanden im Einzelnen viel Nachfolge. Von allen diesen Künstlern wurde vorzugsweise in der Bildniss - Malerei Bewunderungswürdiges geleistet. Hubert van Eyck, geb. 1366, f 1426 und Jan van Eycii, f 1441. Das Hauptwerk dieser beiden Brüder ist ein Altarbild, welches sie für eine Capelle der Familien Vyts und Burlut in der Kirche des heiligen Johannes (später St. Bavo genannt) zu Gent ausgeführt haben. Dasselbe wird von zwölf Tafeln gebildet, welche in zwei Reihen zerfallen. In der oberen befindet sich in der Mitte Gott Vater, rechts Maria, links Johannes der Täufer; auf den vier Flügeln, rechts singende Engel und 160 ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. Adam, links musicirende Engel und Eva. Die Mitte der unteren Reilie wird von der Anbetung des makellosen Lammes eingenommen. Auf den vier Flügeln schliessen sich, rechts die, gleichfalls zur Verehrung des Lammes herbeiziehenden, Streiter Christi und gerechten Richter, links die Einsiedler und Pilger an. Wenn die Flügel geschlossen waren, zeigte die obere Reihe die Verkündigung Mariä und darüber zwei Propheten und zwei Sibyllen, die untere, in der Mitte die beiden Johannes, an den Seiten die Bildnisse der Stifter. Ein an der Fensterwand angebrachter Kupferstich dient dazu, im Kleinen eine Uebersicht dieses Ganzen zu geben. Von diesem Gesammtge- mälde befinden sich noch gegenwärtig die vier Mittelbilder und zwei Flügel in obiger Kirche zu Gent, folgende sechs Flügel aber in der Königlichen Sammlung: 512. Die gerechten Richter. In einer felsigten, baumreichen Landschaft befinden sich zehn Figuren zu Pferde, von denen der vorderste, welcher auf einem Schimmel mit reichem Zaumzeuge reitet, das Bildniss des Hubert van Eyck, des älteren Bruders und Urhebers der ganzen Composition, der in einem schwarzen Kleide, welcher sich umsieht, das Bildniss des Jan van Eyck, des jüngeren Bruders und Schülers des Huberts ist. Unterschrift: Justi Judices. Auf Holz, 4 F. 7-f- Z. li., 1 F. 7i Z. br. S. S. Die niederl. u. deutschen Schulen von 1420—1550. 161 513. Die Streiter Christi. In ähnlicher Landschaft, deren Ferne mit Schneebergen schliesst, befinden sich neun Figuren zu Pferde, von denen die drei vordersten, in Stahlharnischen, Fahnen tragen. Die mittelste derselben ist wahrscheinlich der heilige Georg. Unter den übrigen erkennt man Karl den Grossen, in der Kaiserkrone, und am Rande des Bildes Ludwig den Heiligen. Unterschrift: Christi mi- lites. Auf Holz, 4 F. 7-J- Z. h., 1 F. 7|- Z. br. S. S. 514. Die singenden Engel. Ein, vor einem mit kunstreichem Schnitzwerk verzierten Notenpult stehender, prächtig bekleideter Engel giebt den Takt an, nach welchem er und sieben andere Engel singen. Hintergrund Luft. Auf , Holz, 5 F. li Z. h., 2 F. 2| Z. br. S. S. 515. Die musicirenden Engel. Während ein, ebenfalls prächtig gekleideter Engel den Gesang seiner Brüder auf der Orgel begleitet, machen fünf Engel, von denen einer das Violoncell, ein anderer die Harfe spielt, eine Pause. Ausserdem noch ein Engel, welcher die Bälge handhabt. Hintergrund Luft. Auf Holz, 5 F. 4 Z. h., 2 F. 2J Z. br. S. S. 516. Die heiligen Einsiedler. In einer felsichten baumreichen Landschaft bewegt sich eine Schaar von zehn Einsiedlern aus einer Schlucht hervor. Voran schreiten Paulus und Antonius, beschlossen wird der Zug von Magdalena und Maria Aegyptiaca. Unterschrift: Heyremeti 162 ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. Sti. Auf Holz, 4 F. 7f Z. h., 1 F. 7\ Z. br. S. S. 517. Die heiligen Pilger. In einer baumreichen Landschaft mit weiter Ferne führt der colos- sale heilige Christoph den Zug von siebzehn Pilgern von verschiedenem Alter und in mannigfaltigen Trachten an. Unterschrift: Pere- grini Sti. Auf Holz, 4 F. 7f Z. h., 1 F. 74- Z. br. S. S. 518. (Rückseite von No. 512.) Johannes der Täufer, als ein steinernes Standbild vorgestellt. Mit der Rechten deutet er auf das Lamm, welches er auf dem linken Arme hält; über dem Fell ist er mit einem Gewände angethan. Hintergrund eine Nische. S. S. 519. (Rückseite von No. 513.) Das Bildniss des Stifters Judocus Vyts, in höheren Jahren,« in einem rothen, mit Pelzwerk vorgestossenen Rock. Die Augen aufwärts gerichtet, die Hände gefaltet, verrichtet er knieend seine Andacht. Hintergrund eine Nische. S. S. 520. (Rückseite von No. 514.) Der Engel Gabriel, in weissen Gewändern, bringt der Maria in ihrem Gemache, knieend, in der Linken die Lilie, mit der Rechten nach oben deutend, die himmlische Botschaft, dar. Ueber demselben, in einem abgesonderten Halbrund, der auf die Schrift deutende Prophet Zacharias. S. S. 521. (Rückseite von No. 515.) Maria, in weissem Ober- und Untergewande, vernimmt, an ihrem Die niederl. u. deutschen Schulen von 1420—1550. 163 Betstühle knieend, den Blick aufwärts gewandt, in Ergebung die Worte des Engels. Durch ein Fenster Aussicht auf Gebäude. Ueber ihr, in einem abgesonderten Halbrund, der auf sie herabschauende Prophet Micha. S. S. 522. (Rückseite von No. 516.) Das Bildniss der Lisbette Vyts, geb. Burlut, Gemahlin des Judocus Vyts. Auf dem Kopfe hat sie über eine feine Haube ein weisses Tuch, ihr Kleid ist dunkelviolett mit grünem Futter. Auch sie ist knieend mit gefalteten Händen vorgestellt. Hintergrund eine Nische. S. S. 523. (Rückseite von No. 517.) Johannes der Evangelist, als ein steinernes Standbild dargestellt. Mit der Rechten giebt er den Segen über den Kelch in seiner Linken, aus welchem sich ein Ungetliüm und vier Schlangenköpfe erheben. Hintergrund eine Nische. S. S. Auf dem alten Rahmen der No. 518. 519. 522. 523. befindet sich unten folgende Inschrift : Pictor Hubertus e Eyck, major quo nem o rep ertus, Incepit; pondusque Johannes arte, secundus Frater, perfecit, Judoci Vyd prece fretus.*) *) Der Maler Hubert van Eyck, grösser denn welcher niemand gefunden worden. Fing an,* und Johannes sein zweiter Bruder, vollendete das Werk durch seine Knust, dazu vermocht durch die Bitte des Judocus Vyd. 164 ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. Vers V se X ta Ma I Vos Co LLo Cat aCta t Ver I. Die ersten anderthalb Worte des dritten Verses, welche fehlen, sind nach einer Im 16. Jahrhundert in den Niederlanden gemachten Abschrift ergänzt worden. Aus dem letzten Verse, einem Chronostichon, geht hervor, dass diese Bilder den 6. Mai des Jahres 1432 nach Christi Geburt als fertig aufgestellt worden sind. 524. Michael Cocxie, geh. 1497, f 1592. Schüler des Raphael Sanzio und Bernardin van Orley. Copie des Mittelbildes der unteren Reihe des Genter Altars. In der Mitte einer reichen Landschaft steht das makellose Lamm, dessen Versöhnungsblut in einen Kelch fliesst, auf dem Altar, welcher von vierzehn Engeln umgeben ist, von denen vier die Leidenswerkzeuge halten, acht anbeten, die zwei anderen endlich Rauchfässer schwingen. Aus dem himmlischen Jerusalem, dessen Thürme den Hintergrund bilden, nahen sich mit Siegespalmen, rechts die Märtyrer, liuks die Märtyrinnen. Im Vorgrunde befinden sich, rechts die knieenden Erzväter und Propheten nebst einer grossen Anzahl anderer Figuren in weiten Mänteln, links die knieenden Apostel, Päpste, Heilige und viele andere Figuren. In der Mitte des Vorgrundes ist der Brunnen des Lebens, oben in der Luft schwebt der heilige Geist. Bezeichnet: Michael de Coxiie me Fecit Die niederl. u. deutschen Schulen von 1420 —1550. 165 Anno 1559. Die letzte Zahl ist indess verletzt und nicht ganz sicher. Auf Holz, 4 F. 4 Z. h., 7 F. 7 Z. br. E. E. 525. Michael Cocx.je. Copie des Mittelbildes der oberen Reihe desselben Altars der van Eyck. Der thronende Gott Vater, die päpstliche Krone auf dem Haupte, in rothem Unter- und Obergewände, hält in der Linken ein crystallenes, reich mit Edelsteinen besetztes Scepter, während er die rechte zum Segen erhoben hat. Hintergrund ein Teppich; um das Haupt Gott Vaters Goldgrund, mit einer auf die Eigenschaften desselben bezüglichen Inschrift. Auf Holz, 6 F. 7f Z. h., 2 F. 61 Z. br. E. E. Diese beiden, so wie die übrigen Tafeln desselben Alters hat Cocxie für den König Philipp II. von Spanien copirt. Dieselben befanden sich sämmtlich in Madrid, bis der General Belliard während der französischen Besetzung Spaniens unter Napoleon sie nach den Niederlanden zurückschickte. Die Tafeln, worauf Maria und Johannes befindlich, sind gegenwärtig in der Königl. Gallerie zu München, die Flügel befanden sich in der Sammlung Wilhelms II. Königs der Niederlande. 526. Schule der Brüder van Eyck. Die vor einem prächtigen Teppiche stehende Maria wendet den Blick rechts auf den zu ihren Füssen knieenden Stifter, Arnold von Löwen (f 1287), welcher ihr einen Baum darreicht. Hinter 166 ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. demselben noch ein Mann in ähnlicher Stellung. Das Kind auf dem Arme der Maria segnet die links in derselben Handlung knieende Stifterin , Elisabeth von Breda (f 1280). Hintergrund Landschaft mit Wasser und Bergen. Wahrscheinlich für die Kirche U. L. Frauen zu Antwerpen gemalt. Auf Holz, 4 F. 11Z. h., 4 F. 11 Z. br. S. S. 527. Gerard van der Meere. Die unter einer Strohhütte sitzende Maria hält das Kind auf dem Schoosse, welchem der eine von den heiligen drei Königen knieend im Begriff ist, die Hand zu küssen. Die anderen beiden reichen in goldenen Gefässen ihre Gaben stehend dar. Dabei der sie begrüssende Joseph. Hintergrund Landschaft, worin man das Gefolge der Könige sieht. Auf Holz, 1 F. 10 Z. h., 1 F. 84 Z. bf. S. S. 528. Jan van Eyck. Ein Christuskopf, ganz von vorn, nach dem altchristlichen Typus mit gescheiteltem Haar und gespaltenem Bart, von einem Heiligenschein in Gestalt eines Kreuzes umgeben. Auf dem grünen Grunde, oben und ff), unten J (Initium) F (Fi- nis), auf dem Saume des rothen Gewandes Rex Begum. Auf einer, von dem Künstler selbst herrührenden, als Stein behandelten Einfassung, oben veritas vita, unten primus et novissimus. Unter den letzten Worten bezeichnet: Soljeä. be eicf me fecit et ohblesntt Die niederl. u. deutschen Schulen von 1420—1550. 167 anno 1438. 31. Saimuattj. Auf Holz, 1 F. 7{- Z. h., 1 F. 3 F. br. S. S. 528a. Altniederländische Schule. Der dornengekrönte Christus im Purpurmantel, die Hände gefaltet. Goldgrund. Auf Holz, 1 F. 24 Z. h., lli. Z. br. E. E. 529. Hughe van der Goes, blühte zwischen 1470 und 1480. Schüler des J. van Eyck. Die unter einem Thronhimmel sitzende Maria hält das nackte Kind auf den Armen. Zu beiden Seiten zwischen Säulen Durchsichten auf eine Landschaft. Auf Holz, 2 F. 7 Z. h., 1 F^ 94 Z. br. E. E. 529a. Pieter Christophsen, blühte zwischen 1417 und 1452. Schüler des Hubert van Eyck. a) Die Verkündigung Mariä. Vor ihrem Betschemel knieend, wendet sie sich zu dem Engel um, welcher, ebenfalls knieend, in der Linken ein crystallenes Scepter, mit der Rechten auf sie deutend, ihr die himmlisce Botschaft bringt. Am Boden ein Gefäss mit Lilien. Im Hintergründe des Zimmers ein grünes Himmelbett. Durch die Fenster und die geöffnete Thür Aussicht auf eine hüglichte Landschaft mit einem Flusse und sonnigem Himmel. V) Maria, Joseph, die Jüdin, welche zufolge des Evangeliums der seligen Jungfrau Maria, derselben bei der Geburt Hülfe geleistet, und drei Engel verehren knieend das am Boden liegende Christuskind. In der Strohhütte daneben Ochs und Esel. In der hüg- 168 ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. lichten Morgen-Landschaft, mit der Stadt Bethlehem, welche mit einem Wasser und fernen Bergen abschliesst, die Verkündigung der Hirten. Bezeichnet: Petrus Xpi (Abkürzung für Christophori) me fecit. Auf Holz, 4 F. 7 Z. h., 1 F. 9| Z. br. E. E. 529b. Pieter Ceikistophsen. Das jüngste Gericht. Ganz oben der zwischen der Martersäule und dem Kreuze thronende Christus als Weltrichter im Purpurmantel, welcher, die beiden Hände erhoben, die Wundenmaale zeigt, als Symbol . seines Opfertodes und der dadurch bewirkten Erlösung. Als der Schemel seiner Füsse eine crystallene Weltkugel. Zu jeder Seite zwei posaunende Engel in langen fliegenden Gewändern. Unter dem Christus, in der Mitte Maria, im Gebet. Ihr zur Rechten Maria Magdalena, Catharina von Alexandrien und andere weibliche Heilige, zur Linken Georg, Johannes der Täufer und andere männliche Heilige, wie die Maria, sämmtlich knieend. Mehr abwärts zu beiden Seiten die zwölf Apostel, je sechs auf einem in das Bild hinein verkürzten, mit Perlen und Edelsteinen besetzten Chorgestühl. Hinter denen zur Rechten der geistliche Stand. An der Spitze der Papst im vollen Ornat, neben ihm ein Cardinal und ein Bischof, hinter ihnen Bischöfe, Aebte und Ordensgeistliche. Hinter den Aposteln zur Linken der weltliche Stand. An der Spitze der Kaiser Karl der Grosse Die niederl. u. deutschen Schulen von 1420—1550. 1C9 mit dem Purpurmantel über dem goldenen Harnisch, Schwert und Reichsapfel in den Händen, zunächst zwei Könige. Unter ihnen andere fürstliche Herren. In der unteren Hälfte des Bildes im Hintergründe in einer hügelichten Landschaft mit einem grossen Wasser und entfernten Bergen, einzelne aus den Gräbern Erstehende, von denen zwei von einem Teufel fortgeschleppt werden. In der Mitte des Vordergrundes der sehr grosse Erzengel Michael, im goldenen Harnisch, welcher mit der Linken, die zugleich ein kleines Schild hält, den noch von zwei anderen begleiteten Teufel mit der Lanze durchbohrt, während er mit der Rechten das Schwert gegen ihn schwingt, und mit dem rechten Russe den Tod in den Abgrund stürzt. Dieser, ein riesenhaftes, stark in das Bild hinein verkürztes Gerippe, breitet seine knöchernen Arme über die ganze Hölle unter ihm aus. In dem fruchtbaren, feuersprühenden Höllenrachen einzelne Verdammte Andere werden von grösseren und kleineren Teufeln in den übrigen flammenden Raum der Hölle auf verschiedene Weise gequält. Bezeichnet: anno d o m i n i MCCCCLII. Gegenstück des vorigen Bildes. Auf Holz, 4 F. 7 Z. h., 1 F. 9.4 Z. br. E. E. 530. Hüohe van dek Goes. Die in ihrem Gemache vor einem Betstuhl stehende Maria empfängt von dem Engel die himmlische Bot- 8 170 ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. Schaft. Durch Thür und Fenster des Gemaches Durchsichten in’s Freie. Auf Holz, 3 F. h., 1 F. 14 Z. br.. S. S. 531. Schule der Brüder van Eyck. Maria verehrt, in einem Gemache knieend, das vor ihr liegende Kind. Rechts Johannes der Täufer, links der heilige Donatianus. Durch das Fenster Aussicht in eine Landschaft mit Gebäuden. Auf Holz, 11 Z. h., 1 F. 1 Z. br. S. S. 532. Pieter Christopiisen. Das Bildniss eines jungen Mädchens aus der englischen Familie Talbot mit einer schwarzen Mütze, in einem schwarzen Unterkleide und blauem Pelze, einen Schmuck um den Hals. Hintergrund das Gemach. Auf einem mit dem Bilde gleichzeitigen Rahmen, welcher abhanden gekommen, befand sich die Aufschrift: Opus Petri Christophori. Auf Holz, 11 Z. h., 9 Z. br. S. S. 533. Hans Memling, blühte zwischen 1460 und 1499. Schüler des Rogier van der Weyden des älteren. Der in der Wüste schlafende Prophet Elias wird von dem Engel geweckt und mit Speise und Trank erquickt. Auf Holz, 2 F. 9 Z. h., 2 F. 2 \ Z. br. E. E. 534. Rogier van der Weyden, der jüngere, f 1529. Schüler des Rogier van der Weyden des älteren. Der vom Kreuz abgenommene Christus wird von Joseph von Arimathia und Nicodemus gehalten. Auf einer Leiter befindet sich ein Knecht, welcher, in der rechten Hand die Die nieder!, u. deutschen Schulen von 1420—1550. 17! 5 Zange, mit der Linken den einen Arm Christ: unterstützt. Zu den Füssen Christi, links" steht die, die Hände ringende Magdalena mii*' einem Salbgefäss, nebst Petrus; zu dem Haupt«’ Christi, rechts, wird die ohnmächtig hinge- 1 sunkene Mutter Maria von einer Frau unc’ Johannes unterstützt, dabei noch eine ändert Frau, welche heftig weint. Der vergoldet«' Hintergrund ist durch in brauner Farbe gemalte Glieder und gothische Verzierungen als architectonischer Raum bezeichnet. Auf demselben befindet sich die Jahreszahl 1488. Au: Holz, 4 F. 8 -$- Z. h., 8 F. 5-4 Z. br. An dei oberen Seite ist in der Mitte noch ein vor- springender Ansatz, von 1 F. 8f Z. Höht und 1 F. Z. Breite. E. E. 534a. Rogier van der Weyden. der ältere, Schülei das Jan von Eyck, f 1464. -Ein Triptychon Auf der Tafel zur Linken Maria, welche das neugeborene Kind weckt, und der schlafend« Joseph. Hinter ihnen ein Teppich von Gold- brocat. Oben ein Engel von blauer Farbe Als Einfassung ein Rähmchen im gothischer Geschmack, in dessen Hohlkehle als Sculptu- ren, zu unterst, unter gothischen Schirmdächern, rechts Petrus, links Marcus, in dei Archivolte aber sechs freudige Vorgänge aus dem Leben Mariä. Auf der Tafel in der Mitt« Maria, welche den Leichnam Christi auf ihren Schoosse mit Johannes und Joseph von Ari- mathia beweint. Hintergrund Landschaft 8 * ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. 1 172 | Oben ein Engel von violetter Farbe. In der t ähnlichen Einfassung unten Johannes und fi Matliäus, in der Archivolte sechs traurige Vor- jj giinge aus dem Leben der Maria. Auf der i Tafel zur Rechten, Christus, welcher seiner Mutter Maria nach der Auferstehung erscheint, die in der den Hintergrund bildenden Landschaft dargestellt ist. Oben ein blauer Engel. Auf der ähnlichen Einfassung unten Lucas und Petrus, in der Archivolte wieder sechs Vor- ; gange aus dem Leben Mariä. Auf Holz. Jede Tafel 2 F. 3t- Z. h., 1 F. 4j- Z. br. E. E. Dieses Altärchen ist von dem Papste Martin V. dem Könige Johann II. von Spanien ge- ' schenkt worden, welcher dasselbe im Jahre | 1445 in die Kirche der Carthause von Miraflores in der Nähe von Burgos gestiftet hat. In neuerer Zeit war es in die gewählte Bildersammlung des verewigten Königs Wilhelm II, der Niederlande gelangt, aus deren Versteigerung es für die Bildersammlung des Königlichen Museums erworben worden ist. 534b. Rogier van dek W kyoen der ältere. Drei Tafeln aus dem Leben Johannes des Täufers, welche sich vordem in Spanien befunden haben. Die zur Linken stellt die Geburt des Johannes dar. Im Vorgrunde die Jungfrau Maria, welche das Kind dem Zacharias bringt, der im Begriff ist den Namen aufzuschreiben. Im Mittelgründe Elisabeth im Bette von einer Die niederl. u, deutschen Schulen von 1420—1550. 173 l Magd zugedeckt. Im Hintergründe zwei andere sich nahende Frauen. Auf der, ein gothisches Portal darstellenden, von dem Künstler grau in Grau ausgeführten Einfassung befinden sich unter gothischen Schirmdächern unten vier Apostel, in der Hohlkehle der Archivolte aber drei Vorgänge aus dem Leben des Johannes und drei aus dem Leben der Maria. Die Tafel in cler Mitte stellt die Taufe Christi dar, wobei ein Engel das Gewand Christi hält und im Himmel in rother Farbe Gott Vater erscheint. Die ähnliche Einfassung enthält wieder vier Apostel, so wie in der Archivolte, drei Vorgänge aus dem Leben des Täufers und die drei Momente der Versuchung Christi. Die Tafel zur Rechten stellt die Enthauptung Johannes dar. Die Tochter der llerodias empfängt von dem Henker in der Schüssel das Haupt des Täufers, dessen Rumpf am Boden liegt. Im Mittelgründe trauernde Nachfolger des Johannes. Im HintergRunde Hero- des und Herodias an der Speisetafel, und die knieend das Haupt darreichende Salome. Die ganz ähnliche Einfassung enthält unten die vier übrigen Apostel und an der Archivolte 'sechs Vorgänge aus dem Leben des Johannes. Auf Holz. Jedes Bild 2 F. 5f Z. h., 1 F. 6-f Z. br. E. E. Die zwei ersten Tafeln sind ebenfalls in der Versteigerung der Bildersammlung des Königs der Niederlande, die dritte neuerdings in England erworben worden. ZWEITE ABTHEILUNG. 1. Classe. i 174 V 535. Rogier van der Wf.yden der ältere. Ein Z. h., 2 F. 8 Z. br. K. S. 917. Schule des Rubens, vielleicht Coknelius Schut, geb. 1590, f 1660. Maria hält mit der Rechten das vor ihr auf einem Tische stehende, an ihre Brust gelehnte Kind; mit der Linken blättert sie in einem Buche. Rechts ein Rosenbusch, links andere Blumen und Früchte in einem Korbe, welche von ‘Daniel Seghers genullt sind. Hintergrund ein Wald. Auf Leinw., 4 F. 10 Z. h., 3 F. 5J- Z. br. K. S. 918. Pieter de Ring. Ein Stillleben. Auf einem mit einem grünen Teppich bedeckten Tisch befinden sich ein Erdglobus, ein aufgeschlagenes Buch, worin ein Mann abgebildet ist, der Seifenblasen macht, eine Violine, ein Nautilus, eine Flöte, Würfel, ein Notenbuch, eine goldene Kette, goldene und silberne Münzen, ein Geldbeutel, ein Schreibzeug, eine Sanduhr und andere Gegenstände. Hintergrund ein rother Teppich, mit Aussicht ins Freie. Bezeichnet: P. de Ring fe. 1650 . Auf Leinwand, 3 F. 5 Z. li., 2 F. 7 Z. br. E. E. 919. Jan Weenix, geb. 1644, f 1719. An dem Ufer eines Wassers, auf welchem eine Ente heranschwimmt, befindet sich eine Gans, die sich die Federn säubert, ein Huhn und zwei sich schnäbelnde Tauben. Hintergrund eine bergige Landschaft mit Gebäuden. Auf Leinwand. 3 F. 34 Z. h„ 4 F. 3 Z. br. S. S. 312 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. 920. Aldert van E verdingen. Eine baumreiche Landschaft, mit einem stillen Wasser im Vorgrunde, einigen von der Sonne beschienenen Häusern im Mittel-, und Bergen im Hintergründe. Auf Leinw., 2 F. 2 Z. h., 3 F. 1 -f Z. br. S. S. 921. Evf.rt van Äelst, geb. 1602, f 1658. Auf einem steinernen Tische liegen auf einem grauen Tuche ein Rebhuhn, eine Ente und ein Goldammer. Grund dunkel. Auf Leinw., 1 F. 114- Z. h., 1 F. 7J Z. br. G. G. 922. Alexander Adrieanssrn, blühte um 1650. Auf einem Tische liegt rieben einem Kruge, wobei ein Weinglas steht, ein Rebhuhn, eine Schnepfe und mehrere kleine Vögel; dabei Teller mit Pflaumen und ein Zweig mit Johannisbeeren. Grund einfarbig. Bezeichnet: Alex. Adrieanssen fe. A 0 . 1647. Auf Holz, 1 F. 3-t Z. h., 1 F. 14 Z. br. K. S. 922a. Adriaan van de Velde. Eine Landschaft in dessen Vorgrunde eine buntgefleckte Kuh steht. Hinter derselben ein grasender Schafbock. Rechts im Hintergründe vor einem Gebüsch die ruhende Hirtin mit einer Spindel, eine Kuh und ein anderes Stück Vieh. Bezeichnet A. v. Velde. Auf Holz. 10 Z. h., 1 F. 1 Z. br. E. E. 923. Cornelis Poelenrurg, geh. 1586, f 1660. Schüler des Abraham Bloemaart. In einer Felsenhöhle sitzt die büssende Magdalena; über ihr vier schwebende Engel. Durch die Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600— 1770. 313 Oeffnung der Höhle Aussicht in eine hüglichte Landschaft, worin man eine Brücke und ferne Gebäude sieht. Auf Holz, 6-.L Z. h., 9 Z. br. K. S. 924. Bartholomäus Breenberg, geh. 1620, lebte noch 1663. Im Vorgrunde einer Landschaft, in deren Mittelgründe man zwischen zum Theil mit Bäumen bewachsenen Felsen, Ruinen und anderen Gebäuden einen prächtigen Springbrunnen sieht, betrachtet Cimon die Efigenia, welche mit ihren Gefährtinnen der Rnlie pflegt. Im Hintergründe Wasser und Gebirge, Nach einer Novelle im Decamerone des Boccaz. Bezeichnet: B. Breenberg f. Anno 1640. Auf Holz, 81 Z. h., 1 F. a Z. br. S. S. 925. Jan Miel. In dem Vorgrunde einer, vom Abendlichte beschienenen, bergigen Landschaft steht ein Ochse; unter einem dürren Baume ruhen Hirt und Hund. Bezeichnet: J. M. Leinwand auf Holz, 1 F. 1| Z. h., 1 F. br. K. S. 926. IIerrman Sachtleven, geb. 1609, f 1685. Schüler des' Jan van Goyen. An den von Gebirgen eng eingeschlossenen Ufern des Rheins ziehen sich Bäume und Ortschaften hin. Im Vorgrunde ein Bauernhaus, vor welchem mehrere Leute, von denen einige beschäftigt sind, Fässer nach einem am Ufer liegenden Kahne zu wälzen; ebendaselbst mehrere Frachtschiffe. In der Ferne grössere und kleinere Fahrzeuge. Bezeichnet mit dem 14 314 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. Monogramm des Künstlers. Auf Kupfer, 1 F. h., 1 F. 2f Z. br. K. S. 926a. Isaac van Nikkelem, blühte um 1690. Die . innere Ansicht einer gothisehen Kirche in Holland mit hölzernem Gewölbe, in hellem Sonnenlicht, mit einigen Figürchen. Bezeichnet: Isaac van Nikkelen 169 . . Auf Leinw., 1 F. 4 a Z. h., 1 F. 1-f- Z. br. E. E. 927. Jan van der Meer de Jonge, blühte zwischen 1679 und 1685. Schüler des Nicolaas Berchem. In einer Landschaft, deren Hintergrund von Gebirgen, deren Mittel- und Vorgrund von einer mit Bäumen bewachsenen Anhöhe gebildet wird, auf welche ein Weg hinaufführt, und an dessen Fuss sich ein, See hinzieht, sieht man ganz vorn einige Schaafe, andere am Fusse des Hügels, nebst zwei Lastthieren und ihren Treibern. Bezeichnet: J. v. der Meer de Jonge f. Auf Leinw., 10 Z. h., 1 F. 1 Z. br. S. S. 928. Isaac Moucheron, geb. 1670, f 1744. Schüler des Frederik Moucheron. Eine gebirgige Landschaft mit weiter Fernd, von der Abendsonne warm beschienen. Im Vorgrunde eine Anhöhe mit Gebäuden, an welcher sich ein stilles Wasser hinzieht. Am Ufer desselben, unter hohen Bäumen, eine Heerde Vieh mit ihren Hirten. Auf Leinw., 1 F.' 7 Z. h., 1 F. 4-L Z. br. E. E. 929. Johann Heinrich Roos. Im Vorgrunde einer gebirgigen Landschaft mit einer Ruine befin- Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 315 det sich in einem klaren Wasser ein grosser Stier, eine Kuh, ein Schaaf und eine Ziege. Bezeichnet: J. H. Roos fe. 1672. Auf Leinwand, 4 F. 1-1 Z. h., 3 F. i Z. br. K. S. 930. Jan van der Meer de Jonge. In einer hüg- lichten, mit Bäumen bewachsenen Landschaft ruht ein Schäfer unter einem Baume. Im Vorgrunde seine, aus Schaafen und. einer Ziege bestehende Heerde, von denen ein junges Schaaf an seiner Mutter saugt. Bezeichnet: J. v. der Meer de Jonge f. 1680. Auf Leinw., 2 F. 7-J Z. h., 3 F. 5) Z. br. E. E- 931. Jan van der Meer de Jonge. Eine Landschaft, in deren Hinter- und Mittelgründe sich Berge hinziehen, von welchen die letzteren reich bewachsen und mit Gebäuden besetzt sind. Im Vorgrunde, in welchem ein Paar starke Eichbäume, treibt ein Hirtenknabe seine, aus einer Kuh und mehreren Schaafen bestehende Heerde einher. Ein Junge und einige Schaafe trinken aus einem klaren Wasser. Bezeichnet: J. v. der Meer de Jonge İ. 1679. Auf Leinw., 2 F. a Z. h., 2 F. 6-1 Z. br. K. S. 932. Peter Caulitz, f 1719. In einem Hofe befinden sich zwei Truthähne, ein Haushahn, und zwei behaubte Hennen. Im Vorgrunde eine Taube, welche aus einem Gefässe trinkt, eine andere, im Begriff von einer Mauer herabzufliegen. Hintergrund Landschaft mit Ge- 14* 31G ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe bäuden. Bezeichnet: P. Caulitz fecit. Auf Leinw., 4 F. 3+ Z. h., 5 F. br. K. S. 932. William Ferguson. Auf einem steinernen Tische, auf welchem von einem Haken ein Rebhuhn und zwei kleine Vögel herabhängen, liegt eine Jagdtasche, ein Jagdhorn und zwei andere kleine Vögel. Im Hintergründe eine Säule und ein Vorhang. Bezeichnet: W. Ferguson f. 1010. Auf Leinw., 1 F. 11|-Z. h., 1 F. 8| Z. br. K. S. 934. Simon de Vlieger, blüthe um 1640. Auf einer leicht bewegten See befindet sich ein Fahrzeug in vollen Segeln. Hintergrund eine bergige Küste und andere Schilfe. Auf Holz, 1 F. 1 Z. h., 1 F. 5i Z. hr. S. S. 935. Antoni Waterloo, geh. 1618, f 1660. Eine mit Bäumen reich bewachsene Anhöhe. Auf einem Wege vor derselben, ein Mann mit einem Kinde und ein Hund, welche sich einer Brücke nähern. In dem Wasser, über welches dieselbe führt, befindet sich im Vorgrunde ein Badender. Andere am Ufer, im Begriff sich auszukleiden. Auf Leinw., 1 F. 9 Z. h., 1 F. 2 Z. br. S. S. 936. Evert van Aelst. An einem zweizackigen Haken hängt ein todter Hase, ein Waldhorn, eine Flinte und ein Rebhuhn. Auf einer steinernen Brüstung, worauf der obere Theil des Hasen ruht, liegen eine Schnepfe, ein Gold- Hubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 317 •immer und ein Degen. Daneben eine Säule. Hintergrund dunkel. Auf Leinw., 1 F. 4-J- Z. ln, 1 F. 3f Z. br. K. S. 937. Hkrrman Sachtleven. • Zwischen zwei mit Bäumen bewachsenen Hügeln sind im Vorgrunde mehrere Bauern auf einem Felde beschäftigt Getreide auszudreschen. Am Fusse des einen Hügels mehrere ruhende Wanderer. Im Hintergründe der Rhein; an dessen, mit hohen Gebirgen umgebenen Ufern man eine Ortschaft liegen sieht. Auf Holz, 1 F. 1 Z. h., 1 F. 4| Z. br. K. S. 938. Cornelis Poelenburg. Der heilige Laurentius, im reichen Messgewande dastehehend, hält mit der Linken den Rost, in der Rechten die Palme. Hintergrund eine gebirgige Landschaft mit Wasser und Bäumen. Auf Holz, 6 Z. h., 44 Z. br. S. S. 939. Peeter van Beek, blühte um 1681. Fine leicht bewegte See mit zwei Kriegsschiffen und einigen Booten im Vor- und Mittelgründe. Im Hintergründe ein Strand, an welchem man eine Kirche und andere Gebäude sieht, nebst anderen Schiffen. Bezeichnet: B. f. 16 . . . . Auf Holz, 1 F. 64 Z. h, 2 F. 4 Z. br. K. S. 940. Alexander Adrieanssen. Auf einem Tische steht eine silberne Kanne und ein Glas mit rothem Wein. Vor derselben ein silberner Teller mit Taschenkrebsen und Krabben, eine Semmel, eine Orange und eine angeschälte 318 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. Citrone, nebst einem Messer. Grund einfarbig. Bezeichnet: Alex. Adrieanssen fee. Auf Holz, 1 F. 3 Z. h., 1 F. 9 Z. br. S. S. 941. Jan Lootkn, 'f 1681. Im Vorgrunde einer gebirgigen Gegend, in deren reich bewachsenem Mittelgründe eine Ortschaft liegt, sieht man, zwischen mit starken Eichbäumen besetzten Hügeln, eine Hirschjagd. Bezeichnet: Jan Looten 1659. Auf Leinw., 5 F. 1 Z. h., 6 F. 10 Z. br. S. S. 942. Regnier Brakenburg, geb. 1649. Schüler des Hendrik Mommers. Auf dem Platze eines Dorfes befinden sich eine Menge Menschen jeden Alters und Geschlechts , unter denen sich eine Gruppe, in welcher sich eine Frau mit einem Manne unterhält, und eine andere einem Kinde aus einem Karren voll Trauben eine hinreicht, vorzüglich hervorheht. Vor der Thür eines Hauses, aus der Mehrere heraustreten, singt ein auf einer Bank stehender Marktschreier von einem Blatte ein Lied ab, welches sich auf die erste Gruppe zu beziehen scheint, indem Verschiedene nach derselben lachend hindeuten. Auf Leinw., 2 F. 2 Z. h., 2 F. 104 Z. br. K. S. 943. Holländische Schule. In einer Vorrathskammer hängt ein geschlachtetes Schwein. Am Boden ein Fass, ein Schaaf, Kohlköpfe, irdenes Geräth, ein Kessel, und ein zinnerner Teller. Im Hintergründe ein Bauernjunge. Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 319 Bezeichnet: f. 1645. Auf Holz, 2 F, U z. h., 1 F. 7i Z. br. K. S. 944. Holländische Schule. Auf einem mit einem grünen Teppich bedeckten Tisch befindet sich ein irdener Krug, ein Weinglas mit einem reich verzierten metallenen Fuss, ein silberner Becher, und ein Teller, worau ein Krebs, Früchte, Austern und Krabben. Grund einfarbig. Bezeichnet: C/'A/ITV. 1647. Auf Holz, 1 F. 10 l Z. h., 2 F. 6| Z. br. K. S. 945. Geritz van Herr. Ein Satyr, welcher mit einer Bauernfamilie in deren Hütte beim Mahle sitzt, verwundert sich darüber, dass die Menschen durch den Athem ihr Essen kalt machen, während sie vorher ebenfalls durch den Athem sich die Hände erwärmt haben, und wird dadurch bewogen, den Verkehr mit denselben, als mit zweideutigen und unzuverlässigen Wesen aufzugeben. Am Heerde die Köchin, welche einen Kessel umrührt. Im Vorgrunde eineKatze, die sich in einem kupfernen Kessel spiegelt. In der offenen Thür, durch die man in’s Freie sieht, ein Pudel. Bezeichnet: G. v. Herp. Auf Holz, 2 F. 4 Z. h., 3 F. 4 Z. br. K. S. 946. Jan Molenaer. Auf einer Brücke, vor dem Eingänge eines mit Bäumen bewachsenen Dorfes, sind eine Anzahl von Landleuten jeden 320 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. Alters und Geschlechts versammelt, welche über den Inhalt eines Blattes, so ein, auf dem Geländer der Brücke stehender, alter Marktschreier absingt, lachend ihren Beifall zu erkennen geben. Neben dem Alten ist seine Frau beschäftigt, das beliebte Lied zu verkaufen. Bezeichnet: J. Molen aer. Auf Holz, 1 F. 6 Z. h., 2 F. 2f Z. br. K. S. 947. Anton Frans van der Metjlen, geb. 1634, f 1690. Schüler des Pieter Snayers. Ansicht der Gegend von Versailles. Im Vorgrundc der König Ludwig XIV. mit seinen Hofleu- ten, zu Pferde. Im Mittelgründe, das Schloss zu Versailles, in dem Zustande, wie es sich vor den Bauten Ludwigs XIV. befand. Neben demselben der Park. Auf Leinw., 2 F. 7 Z. h., 3 F. 6 Z. br. S. S. 948. C. Pierson , geb. 1631, f 1714. Nachfolger des Leemans. Ein Stilleben. Auf einem, mit einer Serviette bedeckten Tische steht eine silberne Schüssel mit einer Pastete; daneben ein Römer mit Wein, ein Pokal von einem Nautilus, mit silbernem Fusse, eine silberne Trinkschale, ein Glas Wein, und zwei silberne Teller, worauf eine Citrone und Oliven liegen. Grund einfarbig. Auf Holz, 1 F. 9 Z. h., 2 F. 3 Z. br. S. S. 949. Jan Molenaer. In einer Dorfschenke ist eine grosse Anzahl von Leuten jeden Alters und Rubens, Rembrandf, Blfithe d. Genre. 1600—1770. 321 Geschlechts mit Essen, Trinken und Kosen beschäftigt. Zu dem Tanze eines Paares spielt einer auf einem Dudelsak, ein anderer auf der Geige auf. Gegenstück von Nr. 946. Bezeichnet: J. Molenaer 1659. Auf Holz, I F. 5 } Z. h., '2 F. 2* Z. br. K. S. 950. Andkies Smit, blühte um 1650. Eine leicht bewegte See mit bewölktem Himmel, die von mehreren grossen und kleinen Schiffen, welche sämmtlich im Segeln begriffen sind, belebt wird. Im Hintergründe zieht sich eine Küste hin, worauf inan verschiedene Gebäude sieht. Bezeichnet: A. Smit. Auf Leinw., 4 F. 9} Z. h.,'6 F. 4 Z. br. K. S. 950a. Bertiiolet Flamakl, geb. 1614, f 1675. Schüler des Gerhart Duffeit. Scipio bedeutet den Eltern und dem Bräutigam des gefangenen Mädchens, dass er das angebotene Lösegeld ihr zum Brautschatz bestimmt, wofür der Bräutigam knieend, die Eltern stehend, ihren Dank darbringen. Auf Holz, 2 F. 4 Z. h, 3 F. 3i Z. br. E. E. 951. Jacob van der Ulet. Ansicht des Platzes zu Rom, auf welchem sich die Ehrensäule des Kaisers Trajan befindet. Auf demselben eine grosse Anzahl von Leuten jeden Standes, Alters und Geschlechts, von denen ein grosser Theil um einen erhaben stehenden Marktschreier versammelt ist. Neben demselben 14** 322 Z WEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. drei beladene Maulthiere. Auf Holz, 2 F. 1 Z. ' h., 2 F. 9-J Z. br. K. S. 'i ' 952. Alexander Adkiicanssen Mehrere Seefische, von denen zwei an einem eisernen Haken ; hängen; vier kleine und ein anderer grösserer, j welcher in Stücke geschnitten, auf einem Tische ? liegen. Hintergrund einfarbig. Bezeichnet: i Alex. Adrieanssen fee. Auf Leimv., 1 F. 10 Z. h., 2 F. 8} Z. br. K. S. 953. Joost Corneun Droogsi.oot, blühte um 1650. Eine grosse Anzahl von Krüppeln und Kranken jeden Alters und Geschlechts stürmt, schreiend und sich untereinander über den Haufen werfend, auf den Teich Bethseda zu, in welchem der, von einem himmlischen Glanze umstrahlte Engel im Begriff ist, herabzufahren. Hintergrund ein Platz von Jerusalem , auf welchem sich mehrere Menschen und Schaafheerden befinden. Mit dem Monogramm : Auf Holz, 1 F. 10i-Z. h., 2 F. S z'br. S’ S. 953a. F. II. Mans, blühte von 1660 —1677. Verschiedene reich mit Bäumen umwachsene Häuser an einem Canal in Holland. Vor den Häusern eine ansehnliche Zahl von Menschen in verschiedenen Beschäftigungen. Auch der Canal ist im Vor- und Mittelgrundd von mehreren reich mit Personen besetzten Booten belebt, welche sich in dem stillen Wasser Rubens, Rembrandt, Bliithe d. Genre. 1G00—1770. 323 spiegeln. Bezeichnet: A. Mans. 1668. Auf Holz, 1 F. 11 Z. h., 2 F. 8-f Z. br. E. E. 954. Holländische Schule. In einer Vorrathskammer hängt ein geschlachteter Ochse. Am Boden ein Fass, irdenes und kupfernes Ge- räth, ein Kohlkopf, gelbe Rüben, und,die Haut des Ochsen. Im Hintergründe, an einem Heerde, der Fleischer und eine Frau, bei einer Butte beschäftigt, und ein Kind, welches die Blase des Ochsen aufbläst. Gegenstück zu Nr. 943. Auf Holz. 2 F. H Z. h., 1 F. 7 Z. br. K. S. 955. Thf.odoor van Tulden, geb,. 1607, lebte noch 1662. Schüler des Rubens. Galatea zieht mit drei anderen Nereiden auf dem Rücken eines grossen Delphins, der von Tritonen gezügelt wird, triumphirend auf dem Meere einher. Im Vorgrunde drei Knaben, von denen der eine auf einem Delphin reitet. In der Luft ein Kreis von schwebenden Liebesgötttern. Im Hintergründe noch andere Meeresgötter und Tritonen. Auf Leinw., 8 F. 8 Z. h., 9 F. 7| Z. br. K. S. 956. Cornelis Poelenbtjrg. Ein Vorgang nach einer Erzählung im Pastor fido. Links auf einem Hügel, Amaryllis, die von einer Anzahl anderer Mädchen z.ur Schiedsrichterin erwählt, welche von ihnen am angenehmsten küsse, den, in einem Blumenkränze bestehenden Preis dem, als Mädchen verkleideten, Myrtill zuerkennt. In einiger Entfernung noch drei tan- 324 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Class . zende Mädchen. Im Vorgrunde erlegtes Wild, Hintergrund eine mit Bäumen bewachsene Anhöhe mit einer Ruine, welche nach dem sogenannten Grabmale der Horatier und Curiatier genommen ist. Bezeichnet: C. P. Auf Leinw., 3 F. 8| Z. h., 4 F. H Z. br. K. S. * 957. 'Salomon Ruysdael. An einem breiten holländischen Canal zieht, sich ein flaches Ufer mit Ortschaften und Weiden hin. Das Wasser wird von verschiedenen Kähnen, das Ufer von mehreren Figuren belebt. Bezeichnet: S. Ruysdael 1642. Auf Leinw., 3F. 8-J Z. h., 5 F. 4 Z. b’r. S. S. 958. Hekman Sachtleven. Ein Vorgang aus dem Pastor fido. Silvio, der die Dorinda, welche von ihrem alten Pfleger Linco unterstützt wird, durch ein Versehen mit einem Pfeile verwundet hat, reicht derselben voll Schmerz einen anderen Pfeil hin, mit der Bitte, seine Brust damit zu durchbohren. Hinter ihm ein weisser Hund. In der Luft der, nach dem Herzen des Silvio zielende Amor. Hintergrund eine felsichte Landschaft mit Baumparthieen. Bezeichnet: H. Saft Leven f. Gegenstück von Nr. 956. Auf Leinw., 3 F. 8i Z. h., 4 F. 6]- Z. br, K. S. 959. Otho Maeseus van Schrieck, geb. 1613, f 1673. Zwei Schlangen, von denen die eine unter einer grossen Pflanze, die andere unter einer Epheuranke liegt, zischen einander an. Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 325 Auf der anderen Seite eine andere Epheuranke, ein Stück verfaultes Holz und Pilze. Hie und da einige Schmetterlinge. Hintergrund : Baurn- werk und ein Berg. Bezeichnet: Otho Mar- seus van Schrieck. fec. Auf Leinw., 3 F. 2i Z. h., 2 F. 4f Z. br. K. S. 960. Karf.el du Jakdin, geh. 1635, f 1678. Schüler des Nicolaas Berchem. Im Yorgrunde einer hüglichten Landschaft, deren Luft mit schweren Gewitterwolken angefüllt ist, steht ein weisser, sich umsehender Ochse, ein Schaa.f und eine, an einer Staude fressende, Ziege. Darauf die verstümmelte Inschrift: K. du Jardin fec. Auf Leinw., 2 F. 1 Z. h., 1 F. 84- Z. br. K. S. 960a. Pieter Molyn, geh. um 1600. Eine reich bewachsene Anhöhe -mit zwei Häusern und einem Geländer, an deren Fuss ein Weg mit Reisenden zu Pferde und zu Fuss vorbei führt. In der Ferne andere Anhöhen. Auf Holz, 2 F. 11| Z. h., 2 F. 5 Z. br. E. E. 961. Willem van Aelst, f 1679. Schüler des Evert van Aelst. Auf einem, zum Theil mit einem rothen Teppich bedeckten, Tische von grünlichem Marmor liegen zwei Schnepfen und ein Goldammer. Darüber hängen an einem Nagel zwei rothe Rebhühner. Ein Stieglitz und andere kleine Vögel hängen, auf einem Zweiglein gereiht, vom Tische herab. Grund dunkel. 326 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. Bezeichnet: W. v. Aelst 1653. Auf Leinw., 2 F. lf Z. h., 1 F. 6i Z. br. E. E. 962. Jan Weenix. Eine Gans, ein Fasan, ein Hase und ein kleiner Vogel liegen am Boden vor einer mit Basreliefen gezierten Vase, neben welcher ein Hund sitzt. Hintergrund Baumwerk, und Aussicht in einen Garten, mit abendlichem Himmel. Auf Leinwand, 5 F. 8 Z. h., 4 F. 5 Z. br. K. S. 963. Jan Davidse de Heem. Auf einer steinernen, mit Bildhauerarbeit verzierten Einfassung breiten sich reiche Gehänge vou Früchten und Blumen aus, welche auf das geschmackvollste zu einzelnen Gruppen vereinigt sind. Bezeichnet: Johannes de Heem f. 1650. An der Stelle der alten Mitte, welche abhanden gekommen, befindet sich gegenwärtig ein Gemälde des Herrn Professor Begas, welches die Maria mit dem Kinde in einer Landschaft vorstellt. Auf Holz, 5 F. 6‘- Z. h., 4 F. \Z. br. K. S. 964. Abraham van Diepenbeek. Clölia, welche, um dem König Porsenna zu entfliehen, ein Ross bestiegen, hilft einer ihrer Gefährtinnen ebenfalls hinauf. Die anderen bereiten sich, theils zu Pferde, theils schwimmend, gleichfalls die Tiber zu durchmessen. Im Vorgrunde der Flussgott mit der Urne, im Hintergründe die Tiber mit dem jenseitigen Ufer, in welcher Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 32< man schon eine Jungfrau zu Pferde sieht. Auf Leinw., 7 F. 8 Z. h., 11 F. br. K. S. 965. Jan Assei,yn, geh. 1610, f 1660. Schüler des Jan Miel und des Esaias van de Velde. Ein Seehafen. Auf einem von Quadern aufgeführten Damm, am Fusse eines alten Thurms, sind vier Leute in türkischer Tracht, von denen einer ein Mohr ist, mit einander im Verkehr. Mehr rückwärts ein Schiff und andere Figuren. Im Hintergründe die See mit steilen Felsen. Bezeichnet: J. A. Auf Leinw., 1 F. 6f- Z. h., 1 F. 4f Z. br. K. S. 966. Niederländische Schule. Im Mittelgründe die, in einem Gebüsche liegenden Ruinen eines Schlosses, nebst einem Bauernhause. Im Vor- grunde ein Gebäude, bei welchem ein Weg vorbeiführt, worauf sich einige Landleute befinden. Im Hintergründe ein von der Sonne beschienener Sandhügel. Bezeichnet mit dem vorn verstümmelten Namen ..lenaem. Auf Holz, lF.iZ. h., 1 F. Z. br. S. S. 967. Jan Fyt. Neben einer Menge von getödtetem Wild, worunter ein Schwan, ein Pfau, ein junges Reh, etliche Hasen und Rebhühner, steht eine Nymphe der Diana, von sieben Hunden, deren einer an ihr emporspringt, umgeben. Hintergrund, einerseits ein zwischen Baumstämmen ausgebreiteter Teppich, andererseits eine bergige Landschaft. Auf Leimv., '2 F. 6J Z. h.„ 3 F. 9-f Z. br. K. S. 328 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. 968. .Johann Ltngei.racii, geb. 1625, + 1687. An der Thür eines Hauses, deren obere Hälfte geöffnet ist, steht ein Mann, welcher zu einer anderen Person innerhalb der Thür hinein spricht. Vor der Thür ein sitzender Dudelsackpfeifer, ein alter Bettler, welcher nach dem Klange jenes Instrumentes tanzt, ein ruhender Junge und ein Mädchen. Hintergrund Gebäude mit hüglicbter Ferne. Bezeichnet: Lin- gelbach f. Auf Leinw., 1 F. 4f Z. h., 1 F. 2 Z. br. K. S. 969. August Querfcrt, geb. 1696, f 1761. Schüler des Georg Philipp Rugendas. In einer hüg- lichten Landschaft wird ein Hirsch von mehreren Jägern zu Pferde und zu Fuss verfolgt, Bezeichnet: A. Q. Auf Holz, 11Z. h., 1 F. 5 Z. br. K. S. 970. C. W. Lansaf.ck. In einem Bauernhause hängt links ein geschlachtetes Schwein, daneben steht ein Junge mit der aufgeblasenen Schweins- blase. Rechts ist eine Frau mit dem Ausnehmen von Fischen beschäftigt; neben ihr ein Mann, welcher ihr einen Bierkrug reicht. Im Hintergründe andere Bauern, beim Kaminfeuer. Hin und wieder noch allerlei Gegenstände, unter welchen ein Hund, der Kopf des Schweines, eine Taube und eine Katze die bemerkenswerthesten sind. Bezeichnet: C. W. Lansaeck. Auf Holz, 1 F. 6|- Z. h., 2 F. J- Z. br. K. S. Rubens, Rembrandt, Bliithe d. Genre. 1600—1770. 329 9 71. Holländische Schule. Vielleicht Naturstudium des Philip Wouvermann. Ein ruhender Hund. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw.', 1 F. 34 Z. h., 1 F. Z. br. S. S. 971a. Abraham Begeyn. Eine grosse Distel, woran verschiedene Schmetterlinge sitzen. Ein Specht, ein Fink und zwei andere Vögel. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: A. Begeyn. f. Auf Leinw., 3 F. 6 Z. h., 3 F. 2-i- Z. br. E. E. 972. Jan van Huysum, geb. 1682, f 1749. Schüler des Justus van Huysum. In einem bronzenen, mit erhabener Arbeit verzierten Ge- fäss, welches auf einem Tische von buntem Marmor steht, befindet sich ein grosser, meist aus Tulpen, Tuberosen, Mohn, Iris, rothen, gelben und weissen Rosen bestehender Blu- menstrauss. Hintergrund eine hellgraue steinerne Nische. Bezeichnet: Jan van Huysum fect. 1722. Auf Leinw., 3 F. 6f Z. h., 2 F. 8| Z. br. K. S. 973. Karel Ruthaets, blühte um 1666. Ein Kampf zwischen Bären und Hunden, in welchem die Hunde einen Bären bereits getödtet, einen anderen hart in’s Gedränge gebracht haben, und ein dritter, der sich auf die Flucht begiebt. von einem grossen Hunde verfolgt wird. Hintergrund die Bärenhöhle, und eine hügelichte Ferne. Auf Leinw., 2 F. 4-J- Z. h., 3 F. br. K. S. 330 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. 974. Frans Snyders. Kampf zwischen Hunden und Bären. In der Mitte des Bildes ein aufrecht stehender Bär, welcher, während er mit seinen Vordertatzen einen Hund erdrückt, einen anderen, der an ihm emporspringt, die Zähne weist; unter und neben ihm zwei schon besiegte Hunde. Links ein anderer Bär, welcher, : ebenfalls aufrecht stehend, einem Hunde, den er köpflings in der Luft hält, die eine Hinterpfote abbeisst, während zwei andere Hunde ihn an Ohr und Hinterbein anpacken. Am Boden ein vierter Hund, der vor Schmerz schreit. Hintergrund eine flache Landschaft mit Bäumen. Auf Leinw., 6 F. 8-i- Z. h., 11 F. 1 Z. br. K. S. 975. Willem van Aelst. Auf einem, mit einem grünen Teppich bedeckten Marmortische befinden sich ein grosser Römer mit einem Fusse von Gold und Silber, eine silberne Weinkanne, ein silberner Teller mit Pfirsichen, Trauben, ein Champagnerglas, eine Perlemutter und ein Glas mit Wein. Hintergrund ein Vorhang, mit der ächten, aber bei einer Verkleinerung des Bildes aus dem cassirten Theil eingesetzten Inschrift: Guill™ 0 van Aelst 1659. Auf Leinwand, 2 F. 8£, Z. h., 2 F. 3| Z. br. K. S. 976. Daniel Seghers, geh. 1590, f 1660, Schüler des Jan Breughel, und Erasmus Quellinus, geh. 1607, f 1678, Schüler des Rubens. Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 331 Eine Bildhau erarbeit, in deren Mitte in Relief zwei Kinder vorgestellt sind, von Erasmus Quellinus gemalt, ist von Daniel Seghers reich mit Blumen und Pflanzen verziert, unter denen verschiedene Arten von Rosen, Nelken, Hya- cinthen, Tazetten und Epheu sich am meisten auszeichnen. Hie und da Schmetterlinge und andere Insecten. Grund dunkel. Bezeichnet: D. S. Auf Holz, 3 F. 3f Z. h., 2 F. 4| Z. br. E. E. 977. Pieter Nasön, blühte um 1670. Auf einem, mit einem grünen Teppich bedeckten Marmortische befinden sich ein goldener Pokal, eine silberne Schüssel mit Früchten, ein halbgefülltes Champagnerglas, eine irdene Schaale mit Pfeffergurken, ein Glas Wein, und ein silberner Teller, worauf Austern und eine Semmel. Grund dunkel. Bezeichnet: P. Na- son f. Auf Leinwand, 2 F. 8f- Z. h., 2 F. 3-J- Z. br. K. S. 977a. Nicolaas van Vekendael, blühte um 1670. Rosen, Tulpen, Hyacinthen, Nelken, Astern, Disteln, Geisblatt und andere Blumen umgeben die Grau in Grau gemalte Maria mit dem Kinde. Bezeichnet: Nie. v. Verendael 1670. Auf Leinw., 2 F. 9J- Z. h., 2 F. 1-J- Z. br. E. E. 978. Daniel Seghers und Erasmus Quellinus. Ein reicher Kranz von Rosen, Nelken, Tulpen, Iris, Hyacinthen, Jonquillen, auf welchem 232 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. hie und da Schmetterlinge und Insecten sitzen, umgiebt eine Mauervertiefung, in welcher Erasmus Quellinus, Grau in Grau, als von Stein, Maria mit dem Kinde und den kleinen Johannes gemalt hat. Bezeichnet: Daniel Seghers SocflL Jesu, und E. Quellinus. Auf Leinw., 4 F. lf- Z. h., 3 F. 4 Z. br. K. S. 979. Kamel Rutharts. Eine Hirschjagd. Ein Hirsch wird von drei Hunden bewältigt, zwei andere hart verfolgt. Mehr rückwärts, links, ein Jäger zu Pferde, der einen Hund auf einen weissen Hirsch hetzt, rechts ein anderer Hirsch von Hunden niedergeworfen. Hintergrund eine hügelichte Landschaft mit Bäumen. Bezeichnet: CAR. Rutharts fect. Gegenstück von Nr. 973. Auf Leinw., 2 F. 5 Z. h., 3 F. br. K. S. 980. Frans Snyders. In einem Wasser, am Ufer desselben und auf zwei trockenen Bäumen befinden sich eine Menge von Vögeln, unter denen sich ein Schwan, etliche Reiher und zwei Pfauen als die ansehnlichsten auszeichnen, welche sämmtlich ein Concert machen, wobei die Eule, als Capellmeister, das Notenbuch vor sich, mit der einen Klaue den Tact schlägt. Hintergrund eine flache Gegend mit Bäumen. Auf Leinw., 5 F. 3^- Z. h., 7 F. 54 Z. br. K. S. 981. Hendrik Verschuring, geh. 1627, f 1690. Schüler des Jan Both. In der Nähe einer Rubens, Rembrandt, Bliithe d. Genre. 1600—1770. 333 Feste einige Marketenderzelte, in denen es lustig hergeht. Vor dem vordersten halten mehrere Trompeter und ein Pauker. Eine Frau, die mit einem Säugling auf einem Maulesel sitzt, unterhält sich mit einem Capuziner. Ausserdem eine Menge von anderen Figuren. Im Mittelgründe mehrere Wagen, welche nach verschiedenen Richtungen aus der Feste ziehen. Im Hintergründe ein Hügel und eine grosse Ebene. Bezeichnet: II. Verscliuring fc. 1674. Auf Leinw., 2 F. lf Z. h., 2 F. 8 Z. br. K. S. 982. Antony Palamedess. Der Angriff von Ca- vallerie auf Infanterie wird durch das Feuer der letzteren abgewiesen. Unter der fliehenden Cavallerie zeichnet sich einer auf einem Schimmel, der heftig schreit, vorzüglieh aus. Bezeichnet: Palamedess 1680. Auf Holz, 1 F. 5 Z. h., 2 F. 8 Z. br. K. S. 988. Jacob Gillis, blühte um 1676. Auf Was- sergewächsen liegen eine Anzahl Flussfische, unter denen man einen Hecht und einige Barsche erkennt. Auf einem Fasse zwei andere Fische, von denen einer aufgeschnitten ist, daneben das Messer. An der Wand hängt eine Angel und ein Netz. Auf Leinw., 2 F. 3 Z. h., 1 F. 10| Z. br. S. S. 984. R. v. Laeck. Im Vorgrunde einer hügelich- ten Landschaft sitzt Venus auf einer Anhöhe am Ufer eines Wassers und züchtigt den 334 ZWEITE ABTHEILÜNG. 3. Classe. Amor dafür, dass er seinen Bogen zerbrochen hat. Bezeichnet: R. v. Laeck f. 1640. Auf Holz, 1 F. Z. h., 1 F. 9 Z. br. S. S. 985. Gisbert Hondekoeter, geh. 1613, f 1653. Schüler des Gillis van Hondekoeter. Rechts strömt zwischen mit Bäumen bewachsenen Felsen, worauf mehrere Ziegen befindlich, ein Wasser herab, an dessen Ufer einige wilde Gänse sitzen, nach welchen ein Jäger vom anderen Ufer schiesst. Links, auf einem Wege zwischen Felsstücken, andere Jäger, von denen einer zu Pferde einen Falken auf der Hand hält. Hintergrund eine hügelichte Ferne. Bezeichnet: G. Hondekoeter. Auf Holz, 1 F. 8 Z. h., 5 F. 5-J- Z. br. K. S. 985a. C. Pierson. Auf einem Tische ein Römer, zwei zinnerne Teller, ein silbernes Gefäss und einige Bsswaaren. Bezeichnet mit dem Monogramm des Künstlers. Auf Holz, 1 F. 4i Z. h., 1 F. 10f Z, br. E. E. 986. Dirk Stoop. Ein Türke führt sein Pferd, einen Schimmel, auf welchem man seinen, mit Pfeilen angefüllten Köcher sieht, durch eine Felsenhöhle. In der Ferne, am Eingänge der Höhle, eine Frau zu Pferde, Hunde und andere Figuren. Bezeichnet: D. Stoop. Auf Holz, 9i Z. h., 11 Z. br. K. S. 987. P. VerbeeK; Am Fusse eines Hügels, auf dessen Gipfel eine Festung liegt, findet ein lebhaftes Scharmützel zwischen orientalischer Rubens, Rembrandt, Bliithe d. Genre. 1600—1770. 353 Reiterei statt. Bezeichnet: P. Verbeeck. Auf Holz, 1 F. 3 Z. h., 1 F. 9J Z. br. K. S. 988. Jan Asselyn. Ein Mann treibt auf einer Strasse, die an einem bewachsenen Felsen vorbeiführt, einen Ochsen einher; neben ihm sein Hund. Im Mittelgründe zwei andere Männer, wovon einer auf einem Esel, der andere zu Fuss. Auf Holz, 7-i- Z. h., 10-*- Z. br. K. S. 989. Jan Fyt. Eine Meute von elf Jagdhunden, - verfolgt von einem schilfichten Ufer herab ein fliehendes Reh, welches, von einem Hunde am Ohr gefasst, voller Angst das Maul weit aufsperrt. Hintergrund eine hügelichte Landschaft. Auf Leinw., 5 F. 9“ Z. h., 8 F. br. K. S. 990. C. Liuenbergii. Auf einem Tische, welcher zum Theil von einem Teppich bedeckt ist, liegen zwei Schnepfen, drei kleine Vögel und drei Quitten, nebst einigen Zwiebeln. In einem daneben stehenden Eimer ein Paar Artischocken und ein todter Vogel. Grund dunkel. Bezeichnet: 1625. Auf Holz, 2 F. 6 Z. h., 2 F. br. S. S. 991. Joan Miel. Ein Halt von Reitern, deren einer einer alten Frau etwas abkauft. Dabei ein Bauernjunge und ein Jäger mit zwei Hunden, In der Ferne Gebirge. Auf Leinw., 6 Z. h., 10 Z. br. S. S. 336 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. 992. Joan van Huchtenburgh, geb. 1646, f 1733. Schüler des Anton Frans van der Meulen. Vor einem reich bewachsenen Dorfe werden, auf den Befehl eines Offiziers zu Pferde, die gefangenen Feinde an einem Baum aufgeknüpft. Vor demselben kniet ein vergeblich um Gnade flehender feindlicher Offizier. Die Einwohner des Dorfes werden von den Soldaten auf verschiedene Weise geinisshandelt. Im Hintergründe ziehen sich Berge hin. Bezeichnet: I. H. Burg. Auf Holz, 1 F. 84 Z. h., 2 F. 3-J. Z. br. K. S. 993. F. Decker. In einer Schmiede, in welche durch ein Fenster ein heller Sonnenstrahl einfällt, schmiedet einer an einem heissen Eisen, während ein anderer das seinige am Feuer glühend macht. Hin und wieder allerlei Iland- werksgeräth und ein Schleifstein. Bezeichnet: F. Decker 1644. Auf Holz, 1 F. 5-i- Z. h., 1 F. 84- Z. br. K. S. 994. Pieter van Mol, geb. 1580, f 1650. Schüler des Rubens. Der in seinem Bette aufrecht sitzende blinde Isaac ertheilt seinem knieenden Sohne Jacob den Segen des Erstgebornen. Rebecca stützt sich mit der Rechten auf auf einen Tisch, auf welchem das nachgemachte Lieblingsgericht des Isaac steht. Hintergrund das Zimmer, mit Durchsicht auf den abendlichen Himmel. Auf Leinw., 5 F. 1 Z. h., 7 F. 2i Z. br. K. S. Hubens, Rembrandt, Blüthe der Genre. 1600—1770. 337 995. Jo an van Hughtenburg. In einer bergigen, reich bewachsenen Landschaft findet eine Par- force-Jagd statt. Ein Hirsch und ein Reh sind von allen Seiten von den Jägern zu Pferde umgehen; ein anderer Jäger giebt Feuer auf einen Wolf. Bezeichnet: I. v. HucIlten bürg h, Auf Leinw., 2 F. 1-f- Z. h., 2 F. 1 \ Z. br. K. S. 996. Jan van Hagen. Unter einer mit Bäumen bewachsenen Anhöhe, von welcher ein Wasser herabströmt, befinden sich Kühe und Ziegen auf der Weide. Auf einer Strasse daneben ein Eseltreiber. Hintergrund eine Ebene mit einem Wasser, welche von fernen Bergen begrenzt wird. Auf Leinw., 2 F. h., 2 F. 5 Z. br. K. S. 997. Georg Philipp Rugendas, geh. 1666, f 1752. Schüler des Isaac Fischer. Die Belagerung einer Festung. Auf einer Schanze im Vorgrunde, woselbst unter einem Baume mehrere Officiere halten, wird einem Soldaten seine Wunde verbunden; einem Sterbenden hält ein Capuziner ein Crucifix vor. Aus dem Mittelgründe nahen noch zwei Offiziere zu Pferde, und werden andere Verwundete herbeigebracht. Im Hintergründe Gruppen des Belagerungsheeres. Bezeichnet: G. P. R. Auf Leinw., 2 F, 5 Z. h., 4 F. 3 Z. br. S. S. 998. Jan van Huysum. In einer bronzenen Vase, die auf einem Tische von farbigem Marmor steht, befindet sich ein grosser Strauss von Blumen, der vornämlich aus Tulpen, Hyacin- 15 338 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. then, weissen und rothen Rosen, Mohn und Aurikeln besteht. Neben dem Gefäss ein Vogelnest mit vier Eiern. Hintergrund eine Nische von dunkelgrauem Stein. Bezeichnet: Jan van Hujsum. Auf Leinw., 2 F. 5J- Z. h., 1 F. 11-L Z. br. E. E. 999. Rachel Ruysch, geh. 1664, f 1750. Schü- lerin des Willem van Aelst. In einem auf einem Marmortische stehenden Glasgefäss befindet sich eine gross Anzahl Blumen, unter denen sich Rosen, Tulpen, Mohn, Nelken, Schwertlilien, Tazetten und Geisblatt besonders auszeichnen. Vor dem Gefäss zwei Pfirsiche, fünf Pflaumen und ein grosser Nachtschmetterling. An den Blumen hin und wieder andere Insecten. Grund dunkel. Bezeichnet: Rachel Ruysch 1705, Auf Leinw., 2 F. 1 4 Z. h., 2 F. 2f Z. br. E. E. 1000. Georg Philipp Rugendas. In einer hüg- lichten Landschaft breitet sich ein Feldlager aus, in welchem einer, auf einem Fasse sitzend, die Trompete bläst, wonach zwei Paare tanzen. Andere, um einen Tisch versammelt, sind mit Trinken und Liebkosen beschäftigt. Noch andere lassen sich ihre Wunden verbinden. Im Vorgrunde ein Schlafender. Gegenstück von Nr. 997. Auf Leinwand, 2 Z. 5 Z. h., 4 F. 3 Z. br. S. S. 1001. Jan Wef.nix. Ein Gefäss mit Blumen, unter denen sich hesonders Rosen, Mohn, Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 339 Feuerlilien und Malven auszeichnen. Hintergrund Landschaft. Auf Leinw., 2 F. 1 ? Z. h., 1 F. 10]- Z. br. E. E. 1002. Thomas Willeborts, gen. Bossaert, geh. 1613, f 1656. Schüler des Gerard Seghers. Das auf dem Schoosse der Maria sitzende Kind steckt der vor ihm knieenden heiligen Catharina, zum Zeichen der Vermählung, den Ring an den Finger. Hintergrund Vorhang und Architectur mit Aussicht in’s 'Freie. Auf Leinw., 5 F. 4] Z. h., 4 F. 10] Z. br. K. S. 1003. Pieter van Bloemen, gen. Stanpaart, geh. 1649, f 1719. Eine hügelichte Landschaft mit einem Lager. Vor einem Marketenderzelte befinden sich vier Reiter und zwei Cavalleriepferde mit vollem Gepäck. Im Vorgrunde, rechts eine Bauernfrau und ein kleines Mädchen, links ruhendes Vieh. Mehr rückwärts noch andere Figuren. Bezeichnet: P. V. B. Auf Aeinw., 2 F. H Z. h., 2 F. 8 Z. hr. K. S. 1003a. Peter J. van Liender, blühte um 1750. Die Ansicht einer Strasse in Holland, in deren Mitte sich ein breiter Canal befindet, über den eine Brücke führt und dessen Ufer theilweise mit Bäumen besetzt sind. Die Strasse ist von Wagen und Menschen, der Canal von einigen Booten belebt. Bezeich- 15* 340 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. net: P. J. v. Liender 1760. Auf Holz, 1 F. 6-1- Z. h., 2 F. 2J- Z. br. E. E. 1004. Thomas van der Wii.t, blühte um 1680. Schüler des Jan Verkolje. Ein an einem mit prächtigem Teppich bedeckten Tische sitzender Herr spielt mit einem weissgekleideten, auf der anderen Seite des Tisches stehenden Mädchen, das von einem andern Herrn umfasst wird, Tocadille. Zu ihnen eine Dienerin mit einem Teller voll Früchten. Neben dem Mädchen ein Hund. Hintergrund das Zimmer und Aussicht in eine Landschaft. Auf Leinw., 2 F. 34 Z. h., 1 F. 10 Z. br. K. S. 1005. Karei. van Falens, blühte um 1703, f 1733. Schüler des Frans Franck des jüngeren. Im Vorgrunde einer Landschaft, deren Hinterund Mittelgrund von kahlen Hügeln gebildet wird, auf deren einem jedoch ein Zaun und etliche Bäume befindlich, sieht man zwei Pferde, von welchen das eine so eben beladen wird, eine Frau mit dem Kinde an der Brust und einen schlafenden Mann. Etwas mehr rückwärts zwei Kühe, ein Hirt und eine Hirtin. Auf Holz, 1 F. 1 Z. h., 1 F. 4j- Z. br. K. S. 1006. Jonkheer. An einem Hügel ruhen drei Hunde, von denen zwei zusammengekoppelt sind, nebst ihrem Führer, dessen Wanderstab und Reisetasche im Vorgrunde liegen. Rubens, Rembrandfc, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 341 Hintergrund Ruinen. Auf Holz, 6 Z. h., 6 Z. br. S. S. 1007. Johann Kupetzky, geb. 1667, f 1740. Schüler des Claus. Des Künstlers eigenes Bild- niss, mit einer Pelzmütze, in einem dunkelblauen Pelz gekleidet. Eine Pfeife im Munde, stützt er sich mit der Rechten auf einen Tisch, in der Linken hält er ein Stück Kreide. In dem dunklen Hintergründe ein Vorhang. Auf Leinw., 2 F. 11} Z. h., 2 F. 44 Z. br. K. S. 1007a. Pieter Nason. Das Bildniss eines Mannes in mittleren Jahren in schwarzer Kleidung, Alongenperiicke und weissein Halskragen mit breiter Kante, mit dem rechten Arm auf ein Postament gelehnt, die linke Hand gegen die Seite gestemmt. Landschaftlicher Hintergrund. Bezeichnet: P. Nason f. 1668. Auf Leinw., 2 F. 7? Z. h., 2 F. 2-j- Z. br. E. E. 1008. Willem Hontiiorst, blühte um 1650, f 1666. Das Bildniss des Prinzen Wilhelm II. von Oranien, im Harnisch, mit weissem Halskragen. Grund einfarbig. Auf Holz, 2 F. 4 Z. h., 1 F. 10} Z. br. K. S. 1009. Willem Honthorst. Das Bildniss der Prinzessin Maria, Tochter des Königs Carl I. von England, Gemahlin des Prinzen Wilhelm II.. von Oranien, in hellrothem Kleide. 342 ZWEITE ABTHEILÜNG. 3. Classe. Grund dunkel'. Gegenstück des vorigen. Auf Holz, 2 F. 4 Z. h., 1 F. 10| Z. br. K. S. 1010. Adriaen de Pape. Ein alter Maler unterrichtet, an einem Tische sitzend, zwei neben demselben stehende Knaben im Zeichnen. Hintergrund die Werkstatt, mit einer Statfe- lei, auf welcher ein Bild steht. Bezeichnet: A. de Pape. Auf Holz, 1 F. 6j- Z. h., 1 F. 2i Z. br. K. S. 1011. Pieter van Sungei.andt, geb. 1640, f 1691. Schüler des Gerard Dow. Eine Köchin, die beschäftigt ist, zinnernes Geräth zu scheuern. Auf der Erde ausserdem ein Blasebalg, eine Laterne und irdene Krüge. An der Wand ein Korb. Hintergrund die Küche. Auf Holz, 1 F. J- Z. h., 10 Z. br. K. S. 1012. Nicolaas Vercolje, geb. 1673, j- 1746. Schüler seines Vaters Jan Verkolje. An einer steinernen Fensterbrüstung sitzt, auf ihr Nähkissen gestützt, ein Mädchen, welches sich weigert, ein Rebhuhn, so ihr von einem hinter ihr stehenden Jäger angeboten wird, anzunehmen. Im Vorgrunde ein Jagdhund. Hintergrund Durchsicht in eine Landschaft. Bezeichnet: N. Verkolje. Auf Holz, 1 F. U Z. h., 14 Z. br. S. S. 1013. Jan Griffier, geb. 1656, lebte noeh 1720. Schüler des Roelant Rogman und des Philip Wouvermann. Am Fusse einer Anhöhe, auf welcher eine mit Mauern und Thürmen um- Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 343 gebene Ortschaft Hegt, unterhalten sich mehrere Leute mit Essen, Trinken, Tanzen und Kegelspiel. Andere sind um einen Marktschreier versammelt, der ein Lied absingt. Auf einem von Gebirgen umgebenen Strom, an dessen Ufer eine Ortschaft liegt, befinden sich mehrere grössere und kleinere Schiffe. Bezeichnet: J. Griffier. Auf Holz, 1 F. 2J Z. h., 1 F. 6£ Z. br. K. S. 1014. Balthasar Denner, geb. 1685, f 1749. Schüler des Ammana. Das Bildniss eines alten Mannes in einem braunen Pelz. Grund dunkel. Bezeichnet: Denner fec. Auf Kupfer. 1 F. 3 Z. h., 1 F. br. E. E. 1014a. Jan van Huysum. Eine Landschaft, in deren Vorgrunde sich links zwei hohe Bäume befinden, in deren Mittelgründe ein klares Wasser mit Gebäuden, deren Hintergrund mit einem hohen Gebirge abschliesst. Vorn ein Hirt, eine Hirtin und einige Schaafe. Bezeichnet: Jan van Huysum fec. Auf Leinw., 1 F. 7 Z. h., 1 F. 4 Z. br. E. E. 1014b. Balthasar Denner. Das Bildniss eines Mannes mit einer gepuderten Alongenperücke im braunen Kleide. Grund grau. Auf Kupfer. 104- Z. h., 8f Z. br. E. E. 1015. Lucas Achtschellings. Schüler des Ludwig de Vadder. In einer baumreichen Landschaft, durch welche sich ein klares Wasser zieht, worin sich der sonnige Himmel spie- 344 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. gelt, befinden sich vor einem Bauernhause mehrere Leute bei ihrem. ländlichen Mahl. Im Vorgrunde, am Wasser, eine Kuh. Auf Holz, 7 Z. h., 9 Z. br. S. S. 1016. Christian Wilhelm Ernst Dietrich, geh. 1712, f 1774. Schüler des Alexander Thiele. Das auf dem Schoosse der Maria sitzende Christuskind ist im Begriff sich mit der, vor ihm knieenden, heiligen Catharina durch den Bing zu vermählen. Hinter derselben ein Engel mit den Marterwerkzeugen, dem Rade und dem Schwerdte. Ausserdem noch zwei grössere Engel, welche Blumen streuen. Hintergrund ein Teppich, zwei Säulen und Landschaft. Auf Leinw., 4 F. J- Z. h., 5 F. 8 Z. br. K. S. 1017. Willem Honthorst. Das Bildniss der Prinzessin Amalie von Solms, Gemahlin des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien, in schwarzer Kleidung, mit einem schwarzen Schleier. In der Rechten hält sie das ovale Bildniss eines Mannes, wahrscheinlich ihres verstorbenen Gemahls, worauf sie mit der Linken deutet. Grund einfarbig. Auf Holz, 2 F. 8A Z. h., 2 F. 7-f- Z. br. K. S. 1018. Constantin Netscher, geb. 1670, f 1722 Schüler des Caspar Netscher. Das Bildniss eines Feldherrn in mittleren Jahren, im Harnisch, mit einer Alongenperücke, in der Rubens, Rembrandt, Bliithe d. fieure. 1600—1770. 345 Rechten den, gegen die Hüfte gestemmten Commandostab, die Linke auf dem, auf einem Tische befindlichen Helm haltend. Hintergrund Landschaft, worin man ein Denkmal sieht. Auf Leinw., 1 F. 6^- Z. h., 1 F. 2i Z. br. G. G. 1019. Jan Griffier. Ein Strom mit mehreren Schiffen, an dessen rechtem Ufer sich Gebirge hinziehen, an dem linken sich ein hügelichtes Land ausbreitet, auf beiden aber reich mit Bäumen umgebene Ortschaften lie T gen. Im Vorgrunde, rechts, vor einer Schänke, mehrere Landleute, welche sich auf verschiedene Weise belustigen. Bezeichnet: J. Grif- fier. Gegenstück von Nr. 1013. Auf Holz, 1 F. 2J- Z. h., 1 E. 6f Z. br. K. S. 1020. Jan Grasdorp. In einem Garten sitzt neben einem Springbrunnen eine Dame mit einem Hündchen auf dem Schoosse, . welches von einem, sich auf eine Bailustrade stützenden Herrn geneckt wird. Sie scheint ihn zu bitten, damit einzubalten. Bezeichnet: J. Grasdorp f. Auf Leinw., 1 F. C-i- Z. h., 1 F. U Z. br. G. G. 1021. A. van Gaesbkeck. In einem alterthüm- lichen Zimmer, dessen Decke von einer Säule gestützt wird, sitzt eine Frau, mit Nähen von Weisszeug beschäftigt. Zu ihren Füssen ein Korb und eine Laterne. Durch die Fenster fällt das Sonnenlicht ein. Bezeich- 15** 346 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. net: A. van Gaesbeeck f. Auf Holz, 1 F. 4 Z. h., 1 F, l Z. br. K. S. 1022. Johann Kopetzky. Das Bildniss der Tochter des Künstlers, mit einem Federhut, in weissatlassenem Kleide und einem Mantel von dunklem Schillerstoff. In der auf einem Tische ruhenden Rechten hält sie einen Schäferstab. Grund dunkel. Gegenstück von Nr. 1007. Auf Leinw., 2 F. llj Z. h., 2 F. 4.5- Z. br. K. S. 1023. Johann Alexander Thiele, geb. 1685, f 1752. Schüler des Christian Ludwig Agricola. Eine Ansicht vom Plauenschen Grunde., Ueber die im Feisthaie fliessende Weistritz führt eine hölzerne Brücke. Im Vorgrunde, rechts vor einer Felsenhöhle, mehrere Figuren, links, der auf einem Hügel sitzende, zeichnende Künstler seihst und ein Bauernhaus, vor welchem dessen Bewohner verschiedentlich beschäftigt sind. Bezeichnet: A. Thieie ad vivum. Auf Leinw., 2 F. 9| Z. h., 4 F. 4J- Z. br. S. S. 1023a. Christian Wilhelm Ernst Dietrich. Der Wasserfall zu Tivoli. Der Tempel der Sibylle, die Felsen darunter, so wie das Wasser glänzen im Sonnenlicht, während der schön bewachsene Fels gegenüber in tiefem Schatten liegt. Auf Leinw., 3 F. 5-f Z. h., 2 F. 9 Z. br. E. E. Rubenfr, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600 —1770. 347 1024. Caspar Netscher. Das Bildniss des Markgrafen Ludwig von Brandenburg in jüngeren Jahren, im Harnisch, mit einer Alongen- periicke, in der Rechten den Commandostab, die Linke auf den Helm stützend, welcher, nebst dem Hermelinmantel, auf einem Tische liegt. Hintergrund ein Teppich und Landschaft. Auf Leinw., 1 F. 6J- Z. h., 1 F. 3 Z. br. K. S. 1024a. C. W. E. Dietrich. Vor einer, einen mächtigen Bogen bildenden, römischen Ruine, in deren Hintergründe die Statue eines Flussgottes, ein Hirt und eine Hirtin im Gespräch. Im Mittelgründe ein ähnlichss Paar, von dem der Hirt auf der Flöte blässt, eine Kuh und ein Esel. Auf Holz, 10-f- Z. h., 1 F. 2-f Z. br. E. E. 1024b. C. W. E. Dietrich. Eine Landschaft, in derem Mittelgründe sich hohe und steile Felsgebirge hinziehen. Im Vorgrunde ein Hirt, eine Hirtin und eine kleine Heerde von Kühen und Ziegen. Rechts, mehr zurück, drei Hirtinnen mit Vieh von derselben Art. Gegenstück von Nr. 1024a. Auf Holz, 10-f- Z. h. 1 F. 2a Z. br. E. E. 1025. Willem van Mieris, geb. 1662, f 1747 Schüler des Frans Mieris. Eine Dame in blauseidenem Atlaskleide füttert, in ihrem Zimmer sitzend, einen grünen Papagei mit Zuckerbrod: zu ihren Füssen ein kleiner 348 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. Hund. Ein Diener giesst aus einem Kruge Wein in einen silbernen Becher. Im Hintergründe eine Zofe, welche einen Teller von der Wand herabnimmt. Am Fussboden eine Guitarre und Noten. Bezeichnet: W. van Mieris F. 1683. Auf Holz, 1 F. 4f Z. h., 1 F. Z. br. K. S. 1026. Plilip van Dyk, geb. 1680, f 1753. Schüler des Arnold van Boonen. Auf einer steinernen Brüstung gestützt, ist ein Mädchen im Begriff, aus einem Blumentopf eine Ranunkel abzupflücken, nach welcher ein kleines Mädchen neben ihr die Hand ausstreckt. Hinter ihr ein junger Mann, der die Laute spielt. Hintergrund ein Teppich und eine baumreiche Landschaft, worin man eine Statue der Flora sieht. Bezeichnet: P. van Dyk. Auf Holz, 1 F. 2] Z. h., 11 3 Z. br. K. S. 1027. Holländische Schule. Das Bildniss einer Frau in mittleren Jahren mit gestickter Haube, weissem Brusttuch, schwarzem Leibchen, woran die Ermel weiss sind, über einem rothen Kleide mit einer Schürze von weissem Zeuge angethan, am Hals und Gürtel reich geschmückt. Hintergrund Architectur. Auf Kupfer, 9f Z. h., 7J- Z. br. S. S. 1028. Philip van Dyk. In einer steinernen Fensterbrüstung, welche zum Theil von einem Weinstock umrankt wird, ertheilt eine Dame Rubens, Rembrandt, Blüthe d. Genre. 1600—1770. 349 einem Knaben Unterricht im Zeichnen. Dabei ein kleines Mädchen, welches die Statue eines Kindes mit Blumen bekränzt. Im Hintergründe die Statue der Mediceischen Venus und Durchsicht iu ein anderes Gemach. Bezeichnet: P. v. Dyk f. 1728. Auf Holz, 1 F. 2f Z. h., 11! z - br. K. S. 1029. Jan van Haansberge, geb. 1642, f 1705. Schüler des Cornelis Poelenburg. Das Bild- niss eines jungen Mannes in einer Alongen- periicke, welcher sich mit dem rechten Arm auf eine Brüstung lehnt und die linke Hand gegen die Hüfte stützt. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: J. v. H. 1693. Auf Leinw,, 1 F. 6! Z. h., 1 F. 3 Z. br. E. E. 1030. A. de Snapiihan. Einer Dame, welche sich in ihrem Schlafzimmer, an ihrem Putztische sitzend, von ihrer Zofe das HaaV ordnen lässt, wird von einem Manne ein Billet überreicht. Durch das Fenster Aussicht in’s Freie. Bezeichnet: A. D. Snaphaan. Auf Holz, 1 F. 5! Z. h., 1 F. 1! Z. br. S. S. 1031. Michiei. Maddersteg, geb. 1659, f 1709. Schüler des Ludolf Backhuysen. Die von dem Könige von Preussen, Friedrich I., erbauten Kriegsfahrzeuge, bestehend aus einer Galeere, zwei kleineren Schiffen und etlichen "x Booten. Im Hintergründe das Schloss und die Stadt Köpenick. Auf Leinw., 3 F. 6 Z. h., 4 F. 6! Z. br. K. S. 350 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. 1032. David Hoyer. Kunde von 1693 bis 1706. Des Künstlers eigenes Bildniss in schwarzer Kleidung, mit der Rechten eine Zeichnung und einen Rotlistift, mit der Linken das Reissbrett haltend. Grund dunkel. Bezeichnet; David Hoyer fec. 1693. Auf Leinw., 2 F. 4 Z. h., 2 F. br. S. S. 1033. Hols. Das Innere einer grossen, prächtigen Kirche mit zwei Emporen, einer Menge von Chorstühlen und einem, reich mit Sculpturen verzierten Hochaltar, in welcher hie und da Menschen befindlich sind. Bezeichnet: Hols. Auf Leinw., 2 F. 10| Z. h., 3 F. 7f Z. br. K. S. 1034. Johann Kupezky. Der heilige Franciscus sitzt in der Wüste auf einem Steine. Zu seinen Füssen Rüben, welche ihm zur Nahrung dienen. Im Hintergründe noch zwei Ordensbrüder, von denen einer in Nachdenken über einen Todtenkopf versunken ist. Auf Leinwand, 6 F. 11 Z. h., 4 F. 9 Z. br. K. S. 1034a. Anton Graff, geb. 1736, f 1813. Schüler der B. H. Schellenberg. Das Bildniss des Malers C. W. E. Dietrich, in einem grünen Hausrock und weisser Pelzmütze, die Rechte auf seinem Malstock gestützt, in der Linken Palette und Pinsel. In dem einfarbigem Hintergründe die Staffeley. Bezeichnet: A. Graff pinx, 1767. Auf Leinw., 2 F. 8-J- Z. h., 2 F. 5| Z, br. E. E. Rubens, Rembrandt, Bliithe d. Genre. 1600 —1770. 351 1034a. Peter vnn Ankaad, blühte zu Amsterdam um 1670. Das Bildniss eines Mannes, mit dunklem, herabfliessendem Haar. Die Rechte auf einem mit einem Teppich bedecktem Tische, worauf Schreibzeug und Bücher, mit dem linken Arm auf die Lehne des Stuhls gestützt, worauf er sitzt. Bezeichnet: Peter van Anraad. Auf Leinw., 2 F. 10’- Z. h., 2 F. 5-j- Z. br. E. E. 1035. Pieter van Breda, blühte 1661, lebte noch 1700. In einer gebirgigen Landschaft wird zwischen Ruinen, von welchen mehrere nach bekannten alten Gebäuden zu Rom genommen sind, ein grosser Markt von Ochsen, Ziegen, Schaafen und Hunden gehalten, wobei eine beträchtliche Zahl von Menschen beschäftigt ist, unter denen man zwei in türkischer Tracht bemerkt. Bezeichnet: Peeter van Breda. Auf Leinwand, 4 F. 21 Z. h., 6 F. 4J Z. br. K. S. 1036. Abrahaii Stork, geb. 1650. Eine Seeschlacht. Von beiden Flotten steht ein Schilf in Brand, auf einem anderen ist der grosse Mast im Sinken. Im Vorgrunde einige Boote, deren Bemannung mehrere Menschen aus dem Wasser zu retten sucht. Bezeichnet: A. Storck f. Auf Leinw., 2 F. 1H Z. h., 4 F. 2-1 Z. br. K. S. 1037. Gerard van der Myn, geb. 1706, lebte noch 1763. Schüler des Herman van der Myn. Das Bildniss einer Dame in weisser Haube, 352 ZWEITE ABTHEILUNG. 3. Classe. mit einem Schäferhut, in weissem Kleide, welche in der Linken ihre Schürze, worin sie Blumen gesammelt hat, emporhält, mit der Rechten eine Rose pflückt. Hintergrund Baumwerk. Bezeichnet: 6. van der Myn 1763. Auf Leinw., 2 F. 7 Z. h., 2 F. 1 Z. br. S. S. 1038. Cornelius du Bois. Ansicht einer gebirgigen Gegend, durch welche sich ein Fluss hinzieht, in kühler, morgendlicher Beleuchtung genommen. Bezeichnet: C. D. Bois. Auf Leinwand, 1 F. 11 Z. h., 2 F. 10j Z. br. E. E. Dritte Abtheilung. Altertliümcr und hnnsthistorisclte Merkwürdigkeiten. llllilSlI ;«ESiS w®. «3*V.£ä Erste Classe. Die Byzantiner und die Schulen des mitteren Italiens , Die gangbaren Vorstellungen byzantinischer Malerei, deren unterscheidende Eigenthümlich- keit nicht über das Jahr 600 unserer Zeitrechnung hinausreichen möchte , sind mit immer abnehmendem Gleist, aber mechanischer Treue, bis auf unsere Tage wiederholt worden, woher es in den meisten Fällen sehr schwierig ist, über das Alter eines byzantinisehen Gemäldes mit einiger Sicherheit zu entscheiden. Charakteristisch ist für dieselben die übermässige Länge und Magerkeit der Figuren und der Gebrauch eines zähen, zum Stricheln nöthigenden Bindemittels, welches meist nachgedunkelt 1 hat. Eine Verzweigung der byzantinischen Malerei ist die typisch-kirchliche der Russen, obschon dieselben sich eines flüssigen Bindemittels bedienen. *) *) Bei allen folgenden Gemälden, welche als byzantinische oder russische aufgeführt werden, verssteht es sich von selbst, da«s sie in den nier bezeichn eten Weisen gemalt sind. 356 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. Unter den Italienern, welche sich im 13ten Jahrhundert nach byzantinischen Vorbildern richteten, und nach der in denselben enthaltenen Feier und Würde der Darstellung strebten , sind Duccio di Boninsegna zu Siena und Giovanni Cimabue zu Florenz die bedeutendsten. Giotto di Bondone erweiterte gegen Ablauf des 13ten Jahrhunderts zu Florenz den Kreis der künstlerischen Darstellungen durch viele neue Beziehungen, und führte mit seiner höchst geistreichen, mehr nach Beobachtungen aus dem Leben gebildeten, dramatischen Kunstweise zugleich Willkührlich- keiten des Costüms, in den Gesichtern lang geschlitzte, wenig geöffnete. Augen und sehr lange Nasen ein. Durch seine Mischung der Farben mit Eigelb und Pergameutleim haben seine und seiner Schüler Gemälde ein ungleich helleres Ansehen als die byzantinischen. Seine Kunstart verbreitete sich mehr oder minder in ganz Italien, und erhielt sich zu Florenz ohne wesentliche Umwandlung bis gegen das O o O Jahr 1420, oder bis auf den Masaccio und Fiesole. Nur die Sieneser, wiewohl sie auch von dieser dramatischen Richtung ergriffen wurden, hielten sich desohngeachtet in gewissen Vorstellungen zu der alten, von Duccio ausgeübten Weise, und bedienten sich theilweise auch noch lange des byzantinischen Bindemittels. In der letzten Kunstweise zeichnete sich am meisten Simon Martini, in jener dramatischen Ambrogio Lorenzetti aus- Die Byzantiner n. die Schulen des mittleren Italiens. 357 1039. Flokentinische Schule, zwischen 1350 und 1400. Ein Altar von gothischer Architectur, der drei Abtheilungen enthält, welche durch Säulchen von einander getrennt sind. In der mittleren hält die auf dem Throne sitzende Maria das bekleidete Kind, welches im Begriff ist die Brust zu nehmen, auf dem Schoosse. Am Fusse des Thrones, je rechts und links, drei knieende Engel, die singen und musiciren; oben zwei schwebende Engel in Verehrung, in deren Mitte der heilige Geist. In der Abtheilung rechts Johannes der Evangelist, als alter Mann, in der Linken das Evangelium, in der Rechten eine Feder haltend, und Johannes der Täufer, mit der Rechten auf das Kreuz deutend, welches er in der Linken hält. Oben ein, mit Schreiben beschäftigter, heiliger Bischof. In der Abtheilung links Jacobus der jüngere, mit der Rechten den Pilgerstab, in der Linken ein Buch haltend, und Bartholomäus, der in der Rechten das Messer, in der Linken ebenfalls ein Buch hat. Oben gleichfalls ein mit Schreiben beschäftigter Bischof. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, der ganze Altar 6 F. 2 Z. h., 6 F. 11 Z. br. S. S. 1040. Giotto hi Bondone, geh. 1276, f 1336. Schüler des Cimabue. Maria hält stehend das bekleidete Christuskind, welches die Rechte der Mutter fasst, auf dem linken 358 ZWEITE ABTHETLUNG. 3. Classe. Arm. Goldgrund. Im Tempera. Auf Holz, 2 F. 6f Z. h., 1 F. 6J- Z. br. S. S. 1041. Toskanische Schule. Dreizehntes Jahrhundert. Gemälde in zwei Abtheilungen. In der rechts, oben die Heimsuchung Mariä, in der Mitte die Geburt Johannes des Täufers, unten der stumme Zacharias, wie er, um den Namen, welchen er seinem neugeborenen Sohne geben soll, befragt, aufschreibt, er solle Johannes heissen. In der links, oben der Engel, welcher dem Zacharias im Tempel einen Sohn verheisst, in der Mitte die Predigt des Johannes, unten das jüngste Gericht. Grund Gold, mit eingepressten Mustern. In Tempera. Auf Holz, jede Abtheilung 2 F. Z. h., 8£ Z. br. S. S. 1042. Florentinische Schule. Zwölftes Jahrhundert, vor Nachahmung der Byzantiner. Gemälde in fünf Abtheilungen. In der Mitte die auf einem Thron sitzende Maria, welche auf beiden Händen das sich an ihre Wange schmiegende Kind hält. Rechts, oben Christus, wie er auf einer Leiter zum Kreuze emporsteigt, um gekreuzigt zu werden, unten die Abnahme vom Kreuze. Links, oben Christus am Kreuz, unten Christi Grablegung. Auf Goldgrund, von dem man indess nur geringe Spuren sieht. In Leimfarben. Auf Holz, 2 F. 5 Z. h.^ 2 F. ± Z. br. v. R. Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 359 1043. Schule des Giotto. Die zwölf Apostel sind um das Grab der Maria versammelt. Während zwei von ihnen die Jungfrau in das Grab legen, segnet Christus dieselbe ein. Auf dem linken Arme hält er die Seele der Maria, in der Gestalt eines mit einem weissen Hemdchen bekleideten Kindes. An den Enden des Bildes, rechts zwei Engel mit Kerzen, links, ausser zwei ähnlichen, ein dritter mit einem Rauchfass. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 4 Z. h., 1 F. lOf Z. br. S- S. 1044. Byzantinisch. Zwei Gemälde in einem Rahmen. Auf dem rechts, Maria, die das bekleidete Kind, welches mit der Rechten segnet, in der Linken eine Papierrolle hat, auf dem linken Arme hält. Goldgrund. Auf demselben das Monogramm Jesu Christi und Mariä. Auf dem links Maria, die das bekleidete Kind, welches mit der Rechten segnet, auf der Linken die Weltkugel hat, auf dem rechten Arm hält. Goldgrund. Auf demselben das Monogramm Mariä. Auf Holz, jedes Bild 6 Z. h., 5 Z. br. S. S. 1045. Byzantinisch. Zwei Gemälde in einem Rahmen. Auf dem rechts, Maria, welche das, mit einem weissen Hemdchen bekleidete Kind auf den Armen hält. In der Linken hat dasselbe einen Streifen Papier mit einer griechischen Inschrift. Auf dem Grunde die Monogramme Jesu Christi undMariä. Auf dem links, 360 DRITTE ABTHEILUNG. I. Classe. der heilige Spyridion, eine spitze Mütze auf dem Kopfe, in weissem Unter-, und blauem, mit Gold gesehmücktem Obergewande, dessen schwarzen Saum weisse Kreuze zieren. Mit der Rechten segnet er nach dem Ritus der griechischen Kirche, in der Linken hält er ein Buch. Goldgrund. Auf Holz, jedes Bild 5 Z. h., 3J- Z. br. S. S. 1046. Russisch. Siebzehntes Jahrhundert. Die heilige Catharina, welche, die Krone auf dem Haupte, in einem goldgestickten Purpurkleide, mit einem grünen Hermelinmantel, auf einem silbernen Sessel thront, hält in der Rechten die Palme, in der Linken, welche sie auf das Rad legt, ein Kreuz. Auf Tischen und an der Erde Bücher und eine Sphäre. Hintergrund Luft. Mit der russischen Inschrift: Märtyrerin Christi Catharina. Auf Holz, Hi Z. h., 10 T Z. br. S. S. 1047. Nachahmung des Cimabue. Gemälde in drei Abtheilungen. In der mittleren Maria, welche das zu ihr emporstrebende Christuskind mit beiden Armen hält. In der oben, rechts, zwei männliche Heilige, von denen einer ein Bischof ist, unten zwei weibliche Heilige. In der links, unten die Geisselung Christi, oben Christus am Kreuz; am Fusse desselben, rechts Maria, links Johannns. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, das Mittel- Die Byzantiner o. die Schulen des mittleren Italiens. 361 bild 1 F. 1 Z. h., 9| Z. br.; jedes der Seitenbilder 1 F. 2-J- Z. h., 5 Z. br. S. S. 1048. Byzantinisch. Maria hält das mit goldgesticktem, blauem Rock und hellrothem Mantel bekleidete Christuskind, welches mit der Rechten segnet, in der Linken die Weltkugel hat, aut' dem rechten Arm. Goldgrund. Auf demselben die Monogramme Jesu Christi und Mariä. Auf Holz, 2 F. J Z. h., 1 F. 74 Z. br. S. S. 1049. Byzantinisch, späten Ursprungs. Christus am Oelberge im Gebet. Auf einer Felsspitze, vor ihm, ein goldener Kelch. Im Vorgrunde die drei schlafenden Jünger, im Hintergründe Berge. Auf Holz, 7 Z. h., 5f Z. br. S. S. » 1050. Byzantinisch. Der auf einem Throne von byzantinischem Kunstgeschmack sitzende Christus, mit einer Krone, nach Art der byzantinischen Kaiser, auf dem Haupte, in einem blauen, mit goldenen Mustern verzierten Gewände, dessen weisser Saum mit schwarzen Kreuzen geschmückt ist, erhebt die Rechte zum Segen nach dem Ritus der griechischen Kirche. In der Linken hält er die aufgeschlagene Bibel, auf welcher eine griechische Inschrift befindlich ist. Goldgrund. Neben dem Nimbus, welcher als eiu rotlies Kreuz gebildet ist, befindet sieb das Monogramm 16 362 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. Jesu Chvisti. Auf Holz. 5 Z. h., Z. br. s. s. 1051. Byzantinisch. Maria hält das Kind, welches mit der liechten segnet, in der Linken eine Papierrolle hat, auf dem rechten Arm. Goldgrund. Auf demselben das Monogramm Jesu Christi und Mariä. Auf Holz, 8 Z. h., 7 Z. br. S. S. 1052. Florentinische Schule. Vierzehntes Jahrhundert. Ein Reliquienkästchen. Auf dem Deckel, oben Christus, der .bis auf den halben Leib in seinem Grabe steht, je rechts und links ein Engel, welche einen rothen Teppich halten; unten Maria, welche dem bekleideten, auf ihrem Schoosse stehenden Kinde eine Lilie reicht. Inwendig, rechts Maria, die das, sich an ihre Wange schmiegende, bekleidete Kind auf dem Schoo?se hält; neben ihr eine Heilige mit der Palme. Links Christus am Kreuz. Am Fusse desselben, rechts die ohnmächtige Maria, und andere Frauen, deren eine sie unterstützt, links Magdalena und Johannes. Auf Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, jede Abtheilung 3{ Z. h., 2f Z. br. S. S. 1053. Byzantinisch, um 1400. Der auferstandene Christus erscheint in einem goldenen Gewände. der Magdalena, welche zu seinen Füssen knieet. In der Linken hält er eine Papierrolle. Im Hintergründe sieht man eine Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 3G3 Felskluft, vor welcher der offene Sarkophag steht. In demselben befinden sich die leinenen Tücher so gewickelt, wie man sie an ägyptischen Mumien zu finden pflegt. Neben den Figuren die bezüglichen Worte der Bibel in griechischer Schrift. Auf Holz, 7J- Z. h., 5f Z. br. S. S. 1054. Byzantinisch. Maria, das bekleidete Kind, ' welches sich an ihre Wange schmiegt, auf > dem linken Arm haltend, hat mit der Rechten die linke Hand desselben gefasst. Goldgrund, auf welchem griechische und lateinische Schriftzüge, die sich auf Maria und Christus beziehen. Auf Holz, 5 Z. h., 4 Z. br. S. S. 1055. Andrea del Castagno, geb. 1403, f um , 1477. Schüler des Masaccio. Maria betrauert den auf ihrem Schoosse liegenden, todten Christus. Rechts knieet der heilige Augustinus, links Hieronymus; in der Luft zwei trauernde Engel. Hintergrund eine felsige Landschaft mit einem Wasser. In Tempera. Auf Holz, 6 F. h., 5 F. 11 Z. br. S. S. 1056. Byzantinisch, von dem Priester Emmanuel Tzane, blühte von 1640 bis 1660. Oben trägt der, in einem Kreise von Cherubim auf Wolken thronende , und von Engeln umgebene Gott Vater dem Engel Gabriel die Botschaft an die Maria auf. Aus seinem Munde sendet er in einem goldenen 16* 364 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. Strahl den heiligen Geist auf die, unten von einem Gebäude von spät antiker Architectur stehende Jungfrau; derselben gegenüber der Engel Gabriel, in der Linken das Scepter, mit der Rechten nach dem Ritus der griechischen Kirche segnend. Ueber demselben in einer offenen Säulenhalle eine Figur, wie es scheint, ein Prophet, mit einem Zettel, worauf eine auf die Maria bezügliche Schrift- steile befindlich ist. Je rechts und links vier kleine Bilder, und zwar, oben, rechts, 2) der Erzvater Jacob, von der Himmelsleiter träumend; 2) der König David, die Bassgeige spielend; 3) der Prophet Ezechiel; 4) der Prophet Daniel. Links, oben: 1) Moses; 2) Aaron; 3) der Prophet Jesaias; 4) der Prophet Ilabakuk. Bei jedem derselben die, mit dem Kinde in Wolken erscheinende Maria, und auf Zetteln eine, auf die Erscheinung Christi bezügliche Stelle aus seinen Schriften. Unten eine,- auf das Mysterium der unbefleckten Empfänguiss bezügliche Inschrift. Goldgrund. Bezeichnet: nOIHMA, ’EMMANOYHA, ’IEPEOX, TOV TZANE AXM. (d. h. das Werk des Emmanuel Tzane des Priesters 1640). Auf Holz, 3 F. 2 Z. h., 2 F. 4 Z. br. S. S. 1057. Byzantinisch, aus sehr neuer Zeit. Links erscheint der Engel dem vor dem hölzer- Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 1565 neu Stalle schlafenden Joseph im Traum, und deutet ihm an, mit Maria und .dem Kinde nach Aegypten zu fliehen. Rechts sieht inan Joseph, wie er den Esel leitet, auf welchem sich die Maria mit dem Kinde befindet. Hintergrund eine bergige Landschaft, mit goldener Luft. Auf Holz, 1 F. 4 Z. h., 2 F. 1,1 Z. br. S. S. 1058. Schule des Gentii. da Fabkiano. Sechs Gemälde in einem Rahmen, a) Die Gehurt der Maria, h) Mariä Darstellung im Tempel. cj Mariä Vermählung mit -Joseph. d) Die Darstellung Christi im Tempel. Im kleineren Maassstab;-, die knieende Stifterin, eine Nonne, e) Die Anbetung der Könige. /) Die Krönung Mariä. Die Luft in allen Gold.. In Tempera. Auf Holz, 2 F. 6 Z. h., 2 F. 5 Z. br. S. S. 1059. Schule des Taddeo Gaddi. Christus wird unter dem Kreuze von der Maria, auf deren Schoosse er ausgestreckt ist, und vier anderen heiligen Frauen beklagt. Dabei die Apostel Petrus und Johannes. Goldgrund. In Tempera. Auf IIolz, 8 Z. h., 1 F. 3 Z. br. S. S. 1060. Dem Spinello Ahetino zeit- und kunstverwandt. In der Mitte Christus, welcher, bis auf den halben Leib in seinem Grabe stehend, sich als der, welcher sich für das Heil der Welt geopfert hat, darstellt. Rechts 366 DRITTE ABTHEILUNG. I. Classe. Maria, links Johannes, beide in Aeusserung des Schmerzes. Neben letzterem der Engel Michael, welcher in der Rechten das Schwert, in der Linken die getödtete Schlange hält. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 8{ Z. h., 1 F. 7f Z. br. v. R. 1061. Russisch. Zwei Gemälde in einem Bahmen. Auf dem zur Rechten sind vier Vorstellungen befindlich. Oben, rechts Joachim, welcher der Anna vor der goldenen Pforte begegnet, links die Geburt der Maria. Unten, rechts Mariä Darstellung im Tempel, mit der Verkündigung Mariä im Hintergründe; links der Tod Mariä, bei welchem Christus mit der Rechten über der Maria den Segen ertheilt, auf dem linken Arm die, als ein Figürchen in weissen Gewändern gestaltete, Seele derselben hält. Am Fusse des, von den Aposteln umgebenen Bettes, der Engel Michael, welcher einem Juden, der, an der Gottheit der Maria zweifelnd, mit den Händen ihr Bett berührt, dieselben abgehauen hat. Im Hintergründe aller vier Vorstellungen, Gebäude. Auf dem Bilde links, die, in goldenen Gewändern, auf einem Felsgebirge, in einem mit russischer Schrift angefüllten Rund auf dem Throne sitzende Maria, das in Goldstoff gekleidete Kind auf dem Schoosse. Auf beiden Seiten und hinter dem Thron, Engel, welche in der einen Hand Scepter, in der anderen Weltkugeln Die Byzantiner n. die Schulen des mittleren Italiens. 367 halten. Unter denselben, auf zwei verschiedenen Plänen, eine grosse Anzahl von Heiligen. Im Hintergründe Gebäude mit mehreren Kuppeldächern, wie sie in Russland zahlreich Vorkommen. Auf beiden Bildern goldener Grund, und eine grosse Anzahl von russischen Inschriften. Auf Holz, jedes Bild 6 Z. h., 4| Z. br. E. E. 1062. Angelo Bizamano von Otranto. Christus wird vom Kreuze abgenommen. Am Busse des Kreuzes Maria, Magdalena und drei andere heilige Frauen. Hintergrund Landschaft. Auf der Rückseite das „in hoc signo “ in gewöhnlicher Weise und die Inschrift: Angelus. Bizamanus. pinxit. in Ho- tranto. In byzantinischer Malart. Auf Holz, 8| Z. h., 6h Z. br. E. E. 1063. Bartiioi.o Dt Fkkpi, blühte um 1356. Nachdem der Henker der heiligen Catharina, in Gegenwart von Kriegsknechten und mehreren anderen Personen, das Haupt abgeschlagen hat, wird die Seele derselben von vier Engeln zum Himmel emporgetragen. Links, auf einem Felsen, zwei andere Engel, welche den Körper der Heiligen in das Grab legen. Goldgrund. In Tempera.. Auf Holz, 1 F. 4 Z. h., 1 F. 10 Z. br. S. S. 1064. Taddeo Gaddi, geb. gegen 1300, lebte noch 1366. Schüler des Giotto. Gemälde in drei Abtheilungen. In der mittleren wird 368 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. die neben Christus auf dem Throne sitzende Maria von demselben gekrönt. Zu 'beiden Setien Cherubim, Seraphim, verehrende Heilige und niusicirende und singende Engel. In der Abtheiluug rechts Maria, welche das Kind säugt, anbetende Engel, Joseph und die musicirenden Hirten. In der links Christus am Kreuz, an dessen Fusse die ohnmächtige Maria und vier klagende Frauen, nebst Priestern, Hauptleuten und Kriegsknechten zu Pferde und zu Fuss. In den Giebelfeldern, in runden Feldern, die Brustbilder Christi nnd zweier Evangelisten. Auf Goldgrund. In Tempera,. Auf Holz, 1 F. 7 a Z. h., 1 F. 9 Z. br. S. S. 1065. Benozzo Gozzoli, geb. 1424, lebte noch 1484. Frühere Zeit. Schüler des Fiesoie. Die in ihrem Gemache auf einer Bank sitzende Maria empfängt von dem sich vor ihr neigenden Engel die himmlische Botschaft. Zwischen beiden ein Gefäss mit Lilien und weissen Rosen. Oben sieht man die Hände von Gott Vater, welcher den heiligen Geist sendet. Durch das Fenster Aussicht in einen Garten. In Tempera. Auf Holz, 4 F. 1 Z. h., 4 F. 54- Z. br. S. S. 1066. Dem Masaccio in Zeit und Art verwandt. In der Mitte der heilige Bernhard, welcher mit dem Bischofsstäbe in der Rechten, und einem Buche in dgr Linken, dasteht. Zu Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 369 beiden Seiten, in kleinerem Maassstabe, sechs Vorgänge aus seiner Legende, und zwar rechts, oben die Einkleidung desselben zum Klostergeistlichen; zunächst Maria, die ihm zwei knieende Königinnen empfiehlt; unten Maria, welche von zwei Engeln begleitet, ihm, der in der "VViiste vor seinem Betstuhl knieet, erscheint. Links, oben, wie ihm von einer Frau, während er auf der Kanzel steht, ein Wickelkind dargereicht wird; zunächst Maria, die ihm auf dem Todtenbett erscheint; endlich die Verrichtung des Todtenarnts für ihn. Die mittlere Abtheilnng auf Goldgrund. In Tempera. Auf Ilolz, 4 F. 8} Z. h., 2 F. 4,; Z. br. S. S. 1067. Simon Martini, gewöhulieh Simon Mi.mmi genannt, geb. 1284, f 1344. Maria in rothem Unterkleid und blauem Mantel, welcher auch über ihr TIaupt gezogen ist, hält das Kind auf dem linken Arme und fasst mit der Rechten die Fiisse desselben an, welches, mit dem Hemdchen und einem rothen Gewände bekleidet, den Schleier der Mutter ergreift. Der Grund golden. Auf Holz, 2 F. 5? Z. h., 1 F. 8J Z. br. E. E. 1068. Sano di Pietro, blühte zu Siena im 15. Jahrhundert. Maria hält stehend das bekleidete Christuskind auf den Armen. Goldgrund. In Tempera. Auf Ilolz, 8j Z. h.. 7| Z. br. v. R. 16 « 370 DRITTE ABTHEILUNG. 3. Classe. 1069. Schule von Siena. Vierzehntes Jahrhundert. Olibrius, der Feldherr des römischen Kaisers Aurelian, findet die heilige Margaretha die Heerden ihres Vaters in Pisidien weidend, und befiehlt sie nach Antiochien zu führen, worüber ihre Gefährtinnen schmerzlich bewegt, sind. Luft Gold. In Tempera. Auf Holz, 8f Z. h., 1 F. 31 Z. br. S. S. 1070. Schule von Siena, gegen H00. Antonius der Eremit, Nicolaus, Laurentius und der heilige Ludwig, sämmtlich stehend. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. h., 9.1 Z. br. S. S. 1071. Dem Cosjmo Roselli verwandt. Die thronende Maria wird in einem Kranze von Cherubim zum Himmel emporgetragen. Unten der heilige Thomas, welcher den Gürtel der Maria von oben empfängt. Im Vorgrunde. die knieende Stifterin, eine Nonne. Hintergrund Landschaft. In Tempera, Auf Holz, 1 F. h., 9 Z. br. S. S. 1072. Simon Martini. Die auf einem Kissen sitzende Maria reicht dem mit einem Gewände umgebenen Kinde die Brust. Gold- gruud. In Tempera. Auf Holz, 10-t Z. h., 7 } Z. br, S. S. 1073. Giotto di Bondone. Auf die Apostel und Maria, welche in einem Gemache versammelt sitzen, schwebt der heilige Geist Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 371 herab. Auf Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. l| Z. h., 101- Z. br. v. R. 1074. Giotto di Bondone. Ein Wunder des heiligen Franciscus. Rechts stürzt ein Knabe aus der florentinischen Familie Spini aus dem Fenster. Derselbe Knabe, im Todten- hemde, mit blutigem Kopfe daliegend, wird von den Angehörigen betrauert. Der nämliche Knabe und seine Mutter bringen dem, auf das Gebet von zwei gegenwärtigen Fran- ciseanern herabschwebenden heiligen Fran- ciseus, welcher denselben durch seinen Segen belebt hat, ihren Dank dar. Auf Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 4 Z. h., llf- Z. br. v. R. 1075. Cosimo RosEt-Lt. Maria sitzt mit dem Kinde auf dem Throne. Rechts, dem Throne zunächst, zwei Engel, daneben die Heiligen Augustinus und Johannes der Täufer; links ebenso zwei Engel und die Heiligen Dominicus und Petrus. Unten, in grosser Anzahl, die zu Bethlehem ermordeten, unschuldigen Kinder, welche sich als die ersten Märtyrer mit ihren Wunden dem Christuskinde darstellen und von demselben den Segen empfangen. In Tempera. Auf Holz, 5 F. 7 Z. h„ 5 F. 4f Z. br. S. S. 1076. Alegretto da Fabriano, blühte zwischen 1650 und 1400. Die thronende Maria hält 372 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. auf beiden Armen das Kind, welches in der Linken einen Vogel hat. Rechts der heilige Bartholomäus, links die heilige Catharina. Grund Gold, mit farbigen Mustern. Tn Tempera. Bezeichnet: Alegrictus de Fa- briano me pimxit (sic). Auf Holz, 1 F. 6f Z. h., 9? Z. br. S. S. 1077. Ambrogio Lorenzetti, geb. 1257, (?), lebte noch 1342. Zwei Vorgänge auf einem Gemälde. a) Zwei Nonnen suchen bei dem Arzte fiir ihre kranke Schwester vergeblich Hülfe, b) Dieselbe wird in ihrer Zelle durch denSegen der heiligen Catharina von Siena gesund gemacht. Dabei zwei andere Schwestern. Hintergrund Baulichkeiten. Die Luft Gold. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 5j- Z. h., 1 F. 9 Z. br. S. S. 1078. Alegretto da Fabriano. Christus am Kreuz. Rechts Maria, links Johannes. Am Fusse des Kreuzes Magdalena, welche, dasselbe auf den Knieen umfassend, die Füsse Christi küsst. Ueber dem Kreuze der Pelikan, welcher in seinem Neste die Jungen mit seinem Blute füttert. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. Gf Z. h., 9f Z. br. Gegenstück von Nr. 1076. S. S. 1079. Taddeo Gaddi. Maria, auf einem Throne von gothischem Geschmack, hält das bekleidete Kind auf dem linken Arm. Am Fusse des Thrones knieen, rechts der Stifter, links Die Byzantiner n. die Schulen des mittleren Italiens. 373 die Stifterin. Auf einem Rande eines gothi- schen Bogens, welcher das Bild einschliesst, rechts Johannes der Täufer, links der heilige Franciscus. Ueber denselben, auf jeder Seite sechs Apostel. Goldgrund. In Tempera. Bezeichnet: anno domini MCCCXXXIIII. Mensis Septembris Tadeus me fecit. Auf Holz, 1 F. 10! z - h., 1 F. 2 : |. Z. br. E. E. 1080. Die Flügel des vorigen, innere Seiten. Oben, in zwei Abtheilungen, zwei Vorgänge aus dem Leben der heiligen Catharina; unten, rechts das neugeborne Kind, von der Maria genährt, von Engeln und Hirten angebetet; darüber ein Engel, welcher einem Hirten erscheint; in den Zwickeln zwei Propheten. Links Christus am Kreuz, welches von der knieenden Magdalena umfasst wird; am F'usse desselben, rechts Maria, links Johannes. Ueber dem Kreuze der Pelikan, der die Jungen mit seinem Blute füttert. In den Zwickeln zwei Propheten. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 10! z K 1 F- 2! Z. br. S. S. 1081. Die Flügel von Nr. 1079., äussere Seiten. Oben, rechts die heilige Margaretha, links Catharina; unten, rechts Christus, der zwischen Maria und Johannes, die sich die Hände geben, stehend, seine Hände auf beider Schultern legt; links der grosse Christoph, -welcher das Christuskind durch das Wasser trägt. 374 DRITTE ABTHEILUNC4. 1. Classe. Golgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. lOJ z - h -» 1 F - 3 t Z - br - s - S - 1082. Schule von Pisa, um 1400. Eine sogenannte Vera Icon, oder das Antlitz Christi nach der altchristlichen Tradition, ganz von vorn, mit röthlichem, gescheiteltem Haar, langer, grader Nase und getheiltem Bart. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 4j- Z. h., 11-f- Z. br. v. R. 1083. Taddeo di Bartolo, blühte von 1401 bis 1414. Schüler des Bartolo di Fredi. Maria, die Verkündigung empfangend. Das Gegenstück der Engel fehlt. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 9-A Z. h., 5J- Z. br. v. R. 1084. Florentinische Schule. Vierzehntes Jahrhundert. Der auf dem Roste stehende Laurentius hält in der Linken ein Buch, in der Rechten die Palme. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 11Z h., öa Z, br. S. S. 1085. Ambrogio Lorenzetti. Vorgänge aus der Legende der ältesten Einsiedler Paulus und Antonius. Auf Holz, 1 If Z. h., 2 F. !)a Z. br. E. E. 1086. Ambrogio Lorenzetti. Der Tod und die Bestattung des heiligen Paulus. Gegenstück des vorigen. Auf Holz, llf- Z. h., 2 F. 9} Z. br. E. E. 1087. Marco Palmezano, blühte schon 1503, lebte noch 1537. Die unter einem Baum auf dem Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 375 Throne sitzende Maria hält das Kind auf dem Sehoosse, welches, in der Linken einige Aehren haltend, mit der Rechten segnet. Rechts der heilige Hieronymus, links Barbara. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: Marcus Palmezzanus Pic-tor Foroliviensis M. Auf Holz, 5 F. 7 Z. h., 4 F. 7 Z. br. S. S. 1088. Agnolo Gaudi, geh. 1327, f 1389. Schüler des Taddeo Gaddi. Der heilige Laurentius, mit der Rechten sich auf den Rost stützend, in der Linken Buch und Palme; neben ihm die heilige Catharina, ebenfalls mit Buch und Palme; unten das Rad. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 2 F. 3 Z. h., 1 F. 6 Z. br. S. S. 1089. Nach dem Vorbilde des Taudeo di Bartoeo Die auf einem Gewölk thronende Maria, von einem Chor musiciretider und singender Engel umgeben, wird zum Himmel emporgetragen. Oben Christus, rechts von ihm der König David und drei andere heilige Personen, links Johannes der Täufer und ebenfalls drei andere. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 2 F. 1 Z. h., 1 F. 4 Z. br. S. S. 1090. Neri de’ Bicci, blühte um 1420. Schüler des Lorenzo de’ Bicci. Die auf einem Kissen sitzende Maria hält das Kind auf ihrem Sehoosse. Je rechts und links ein verehrender Engel. Hintergrund ein goldener Teppich. 376 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. In Tempera. Auf Holz, 1 F. ll^-Z. h., 1 F. 5,1- Z. br. S. S. 1091. Pietro Lorenzetti, blühte von 1327 bis 1355. Die auf einem Throne von gothischer Bauart sitzende Maria hält das stehende Kind, welches mit der Linken ein von einem Engel gehaltenes Buch berührt, auf dem Schoosse. Auf der anderen Seite des Thrones ein anderer, verehrender, im Vorgrunde zwei knieende, musicirende Engel. Ausserdem, rechts Augustinus, ein anderer Heiliger und Fran- ciscus, links Johannes der Täufer, Agnes und Dominions. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 5f Z. h., 8? Z. br. S. S. 1092. Pietro Lorenzetti. Vier Gemälde in einem Rahmen, a) Die Gefangennehmung Christi, b) Die Kreuztragung Christi, c) Christus am Kreuz. Rechts die ohnmächtige Maria von den heiligen Frauen unterstützt, links Johannes und die um den Mantel würfelnden Kriegsknechte; am Fusse des Kreuzes die knieenden Stifter, eine Nonne und ein Mönch, d) Christi Grablegung. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, jedes Bild 11 Z. h., 7 f Z. br. S. S. 1093. Pietro Lorenzetti. Gemälde in zwei Abtheilungen. In der rechts Christus am Kreuz, welches von der knieenden Magdalena umfasst wird, rechts Maria, links Johannes. Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 377 In der links, oben die Geburt Christi und der Engel, welcher den Hirten erscheint; unten drei Könige, welche, zu Pferde, auf der Falkenjagd auf drei offene Särge stossen, in . denen drei Leichname in verschiedenem Grade der Verwesung befindlich sind. In Tempera. Auf Holz, jede Abtheilung 1 F. 7 Z. ln, 5 Z. br. S. S. 1094. Ambkogio Lokenzktti. Der heilige Domi- nicus verehrt in seiner Zelle knieend ein Kreuz; hinter ihm zwei Engel und eine Frau. Goldgrund. In Tempera.. Auf Holz, 1 F. H Z. h., 1H Z. br. v. R. 1095. Dem Taddeo di Bahtoi.o zeit- und kunst- verwandt. Ein Altärclien mit Flügeln im gothischen Geschmack. Auf dem Mittelbilde Maria mit dem bekleideten Kinde, welches den Segen ertheilt, auf dem Throne Rechts ein verehrender Engel und Catharina, welche die knieende Stifterin, eine Nonne, empfiehlt; links ein anderer Engel und der auf Christus deutende Johannes der Täufer. Im Giebelfelde Christus am Kreuz, an dessen Fusse rechts Maria, links Johannes sitzt, in der Mitte die das Kreuz knieend umfassende Magdalena. Auf dem rechten Flügel die Heiligen Laurentius und Stephanus; im Giebelfelde der verkündigende Engel. Auf dem linken Flügel ein junger Heiliger mit dem Schwerdte und Franciscus; im Giebel- 378 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. felde Maria, welche die Verkündigung empfängt. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, das Mittelbild 1 F. 3 Z. ln, 6j- Z. br., jeder Flügel 1 F. Z. h., 2f Z. br. v. R. 1096. Schülk von Siena. Vierzehntes’ Jahrhundert. Die auf einem Throne von gothiseher Bauart sitzende Maria hält das stehende Kind auf dem Schoosse, welches mit der Linken ein von dem heiligen Dominicus gehaltenes Buch berührt; neben letzteren Agnes und Johannes der Täufer. Auf der anderen Seite Franciscus, ein anderer Heiliger und Augustinus. Neben dem Throne zwei Engel. Im Vorgrunde zwei andere, welche knieend inusiciren. Vor ihnen, in kleinerem Maassstabe, die Bildnisse der Stifter, zweier in Verehrung knieender Männer. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 1\ Z. h., 1 F. i Z. br. S. S. 1097. Masoeino ka Panicale, geh. 1387, f 1415. Schüler des Gerardo Starnina. Eine Heilige, vielleicht Helena, steht, von mehreren Männern umgeben, am Ufer des Meeres, auf welchem aus einem grossen Schifte Getreide in ein Boot ausgeschüttet wird. Ausserdem zwei andere Boote, welche dem Ufer zurudern. In Tempera. Auf Holz, 10 Z. h., 1 F. J Z. br. E. E. 1098. Agnoeo Gaddi. Die thronende Maria hält das Kind auf dem Schoosse, welches, in Die Byzantiner und die Schulen des mittleren Italiens. 379 der Linken einen Vogel haltend, mit der Rechten segnet. Rechts ein unbekannter Heiliger und Antonius der Eremit, links Ca- tharina und Laurentius. Am Russe des Thrones in kleinerem Maassstabe, die Bildnisse des Stifters und seiner Frau, beide knieend den Blick aufwärts gerichtet. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 5 F. 3 Z. h., 3 F. 4 Z. br. S. S. 1099. Nachahmung des Cimabue. Maria, auf einem Throne von ansehnlichem Umfange sitzend, hält auf beiden Armen das Kind, welches mit der Rechten ihre Wange streicheln will. Oben, an der Lehne des Thrones zwei Engel. Auf dem Rande, rechts der verkündigende Engel, links die die Botschaft empfangende Maria. Unter jeder dieser Fi- ■ guren eine weibliche Heilige; ganz unten, rechts Christus von Johannes getauft, links der knieende Stifter, ein Dominicaner. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. Z. h., 11J- Z. br. S. S. 1100. Ambrogio Lorenzetti. Die auf einem Throne von gothischer Bauart sitzende Maria hält das Kind, welches in der Linken einen Vogel hat, auf dem Schoosse. Rechts Petrus, Catharina, Johannes der Täufer und ein verehrender Engel; links Paulus, eine unbekannte Heilige, Antonius der Eremit und ein anderer Engel. Goldgrund. In 380 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. Tempera. Auf Holz, 1 F. 9| Z. h., 1 F. If Z. br. v. 11. 1101. Römische Schule, aus dem Ilten Jahrhundert, unter Einfluss des Giotto. Christus, neben der Maria thronend, setzt derselben mit beiden Händen die Ilinnnelskrone auf das Haupt. Hintergrund Nachahmung reicher musivischer Verzierungen. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 7 Z. h., 1 F. 61 Z. br. S. S. 1102. Spineli.o Aretino, geb. 1308, | nach 1400. Schüler des Jacopo da Casentino. Zwei Gemälde in einem Rahmen. Auf dein rechts, das neugeborne Christuskind von Maria und Joseph verehrt. Hintergrund Landschaft, worin der Engel den Hirten erscheint. Auf dem links die Beschneidung des Kindes im Tempel. Luft Gold. In Tempera. Auf Holz, jedes Bild 1 F. 4j Z. h., 7 Z. br. S, S. 1103. Schule von Siena, gegen 1400. Christus am Kreuz. In der Luft zwei trauernde Engel. Rechts die ohnmächtige Maria von den heiligen Frauen unterstützt und der Haupt- rnann zu Pferde. Links Johannes, Kriegsknechte, Pharisäer und eine andere Person zu Pferde. Am Fusse des Kreuzes die knieenden Stifter, ein Mönch und eine Nonne. In Tempera, Auf Holz, 1 F. 5 1 , Z. h., 1 F. 21 Z. br. S. S. 1104. Florentinisciie Schule. Vierzehntes Jahrhundert. In einem gothisehen Bogen, dessen Die Byzantiner und die Schulen des mittleren Italiens. 381 Zwickel von zwei Engelsköpfeti verziert sind, befindet sich der heilige Jacohus der Jüngere, mit der Rechten den Pilgerstab, in der Linken ein Buch haltend. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 7] Z. li., 1 F. br. S. S. 1105. Lorenzo di Pietro, gen. Ii. Vechietta, geh. 1424, f 1482. Zwei Gemälde in einem Rahmen. Auf dem rechts die heilige Catha- rina von Siena in ihrer Zelle am Schreibtisch, welcher Maria und Joseph erscheinen. Auf dem links dieselbe, auf einem Postamente stehende Heilige, mit weissen Rosen in ihrem Gewände, von mehreren Frauen, von denen die vorderste in einem braunen Gewände, knieend verehrt; links daneben die Frau in dem braunen Gewände noch einmal, wie sie auf ihrem Bette schläft. In Tempera. Auf Holz, jede Abtheilung 4-J- Z. In, 84 Z. br. S. S. 110(1. Lorenzo di P.etro. Die Geburt Christi. In der Luft der segnende Gott Vater; in der Ferne der Engel, welcher den Hirten erscheint. Im Vorgrunde die heilige Catba- rina von Siena, welche in Verehrung knieet. In Tempera. Auf Holz, 4-i- Z. ln, 1 F. 1-f Z. br. S. S. 1107. Lorenzo di Pietro. Zwei Gemälde in einem Rahmen. Auf dem rechts errettet dieselbe Heilige, in der Luft erscheinend, einen Knaben 382 DRITTE ABTHETLUNG. 1. Classe. aus dem Meere. Auf dem links dieselbe Heilige, wie sie in ihrer einsamen Zelle, durch welche ein Engel fliegt, schreibt. In Tempera. Auf Holz, jede Abtbeilung 4-L Z. h., 8i Z. br. S. S. 1108. Spinf.llo Aretino. Die Apostel, welche mit Christus unter einem bedeckten Gange an der hinteren Seite eines langen Tisches sitzen, geben ihr Erstaunen und ihren Schmerz über die Worte Christi „einer unter euch wird mich verrathen“ lebhaft zu erkennen. Auf der vorderen Seite des Tisches sitzt der erschreckte Judas. Die Luft Gold. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 5f Z. h., 4 F. 6 Z. br. E. E. 1109. Filippo Mazuola, j- 1505. Die unter einem Baldachin thronende Maria hält das Kind auf dem Schoosse. Rechts die heilige Catharina, links Clara, beide knieend. Oben zwei den Vorhang des Baldachins haltende Engel. Auf einer Stufe des Thrones ein Stieglitz und drei Kirschen. Bezeichnet: d. m. ococcz (T 502J Philippus Mazola Parmensis. p. Auf Holz, 7 F. 9 Z. h., 3 F. 9 Z. br. S. S. 1110. Schule von Siena, zwischen 1300 und 1350. Fünf Gemälde in einem Rahmen, a) Christus von Pilatus dem Volke dargestellt. b ) Links der auferstandene Christus und die schlafenden Wächter, rechts der auf dem Grabe sitzende Engel und die drei Ma- Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 3S3 rien. c) Christi Niederfahrt zur Hölle, dabei zwei heilige Könige, d) Christi Himmelfahrt, e) Die Ausgiessung des heiligen Geistes. Goldgrund. Auf Holz, jedes Bild 6 Z. h., 54 Z. br. S. S. 1111. Sfinf.llo Ahetino. Gemälde in zwei Ab- theilungen. Rechts der Engel, welcher die himmlische Botschaft darbringt, links die auf einer Bank sitzende Maria, dieselbe demüthig empfangend. In der Luft der heilige Geist. Goldgrund. In Tempera, Auf Holz, jede Abtheilung 1 F. 1 Z. h., 9 Z. br. S. S. 1112. Bartolo m Fredi. Die Anbetung der Könige. Während der eine, vor dem Kinde niedergeworfen, demselben die Füsse küsst, bringen die anderen beide ihre Gaben stehend dar. Hinter ihnen mehrere des Gefolges, von denen einer die Pferde der Könige und ein Kameel zügelt. Hintergrund Felsgebirge. In Tempera. Auf Holz, 8-4 Z. h., 2 F. 2 a Z. br. S. S. 1118. Dem Taddf.o Gadiii zeit- und kunstverwandt. Die Geburt Christi. In der Ferne der Engel, welcher den Hirten erscheint. In Tempera. Auf Holz, 10 Z. h., 1 F. 11 Z. br. S. S. 1114. Florentinische Schule, zwischen 1350 und 1400. Der Engel Gabriel bringt knieend, in der Linken eine Lilie, der Maria die himmlische Botschaft dar. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 11J Z. h., 10 Z. br. S. S. DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. 384 111-6. Fi.orentiniscre Schule, zwischen 1350 und 1400. Maria, welche, auf einer Bank sitzend, in der Linken ihr Gebetbuch, die himmlische Botschaft empfangt. Goldgrund. In Tempera. Gegenstück des vorigen. Auf Holz, 1U Z. h., lü Z. br. S. S. 1116. Schule von Siena. Vierzehntes Jahrhundert. Gemälde in zwei Abtheilungen. In der rechts die Darstellung im Tempel, in der links die Grablegung Christi. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, jede Abtheilung 7 Z. h., 7-1 Z. br. S. S. 1117. Sandro Botticelli, geb. 1437 , f 1515. Schüler des Fra Filippo Lippi. Der Engel bringt der in ihrem Gemache knieenden Maria, ebenfalls auf ein Knie niedergelassen, die himmlische Botschaft dar. Durchsichten in’s Freie. In Tempera. Auf Holz, 3 F. 6 Z. h., 3 F. 9 Z. br. S. S. 1118. Florentinisciie Schule, zwischen 1350 und 1400. Maria hält das saugende Kind auf dem Schoosse. Je rechts und links zwei anbetende, unten zwei musicirende Engel. Oben, von Cherubim und Seraphim umgeben, der segnende Gott Vater, welcher den heiligen Geist sendet. Je rechts und links zwei Engel mit den Marterwerkzeugen. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 2 F. 11 ; z h., 1 F. 8 Z. br. S. S. Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 385 1119. Florentinische Schule, dem Giotto verwandt. Die vor einem Baldachin thronende Maria hält das auf ihrem Schoosse stehende, bekleidete- Kind. Am Fusse des Thrones,, rechts Johannes der Täufer, links Nicolaus; an jeder Seite des Thrones zwei Engel. Goldgrund, ln Tempera. Bezeichnet: Anno domini MCCC. Auf Holz, 2 F. Z. h., 1 F. 5 Z. br. S. S. 1120. Sano i*i Pietro. Die Flügel eines Gemäldes, äussere Seiten. Auf dem rechts Maria und Joseph, welche das neugeborene Kind verehren. In der Luft der segnende Gott Vater und zwei Chöre von Engeln. Auf dem links zwei anbetende Hirten. Im Hintergründe der Engel, welcher den Hirten erscheint. In Tempera. Auf Holz, jedes Bild 1 F. 10 Z. h., 84 Z. br. S. S. 1121. Die Flügel desselben Gemäldes, innere Seiten. Auf dem rechts ein Apostel und Johannes der Täufer; oben der verkündigende Engel. Auf dem links Paulus und Petrus; oben die die Verkündigung empfangende Maria. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, jedes Bild 1 F. 10 Z. h., 8t- Z. br. S. S. 1122. Domenico di Bartolo, blühte noch um 1438. Die Himmelfahrt Mariä. Die in einem weis- sen, goldgeblümten Gewände, mit gefalteten Händen thronende Mqria wird in einem Kreise von Cherubim zum Himmel empor- 17 386 DRITTE ARTHEILUNG. 1. Classe. getragen. Zu beiden Seiten, in drei Reihen übereinander, eine grosse Schaar von Engeln, von' denen die in der oberen sich in anbetender Stellung befinden, die in den beiden unteren auf allerlei Instrumenten musiciren und singen. Oben, in der Mitte von Cherubim, der die Maria mit ausgebreiteten Armen empfangende Christus, von Erzvätern, Propheten und Engeln umgeben. Unten die um das Grab der Maria versammelten Apostel, von denen der ungläubige Thomas vom Himmel den Gürtel der Maria empfängt. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 10 F. 74 Z. h., 7 F. H Z. br. E. E. 1123. Don Lorenzo Camaldolense, f nach 1413. Gemälde in drei Abtheilungen. In der mittleren stehen die Heiligen Magdalena und Laurentius, zu dessen Füssen ein knieender Cardinal; in der links der heilige Laurentius mit dem Rost, in der rechts der heilige Hieronymus, zu seinen Füssen der Cardinals- hut und der Löwe. Goldgrund. In Tempera. Bruchstücke von zwei verschiedenen, grösseren Gemälden. Auf Holz, das Mittelbild 3 F. 1 Z. h., 2 F. 3 Z. br.; die Seitenbilder jedes 3 F. 1 Z. h., 1 F. 24 Z. br. s. s. 1124. Sandro Botticelli. Venus, unbekleidet, mit langem, goldenem Haupthaar, nach dem Motiv der Statue, welche unter dem Namen Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 387 der medieeischen Venus bekannt ist, genommen. Grund dunkel. In Tempera. Auf Leinw., 5 F. h., 2 F. 2 Z. br. S. S. 1125. Rafaei.i.in dkl Garbo, geb. 1466, f 1524. Der todte Christus wird in seinem Grabe von einem Engel aufrecht gehalten. Rechts Franciscus, links Hieronymus, beide knieend, in Anbetung. Hintergrund eine felsige Landschaft. In Tempera. Auf Holz, 2 F. h., 3 F. | Z. br. E. E. 1126. Matteo di Giovanni, gen. Matteo da Siena, blähte von 1462 bis 1491. Schüler des Giovanni di Paolo. Maria hält das segnende Kind auf ihrem Schoosse. Rechts Hieronymus, links der heilige Viecenzius. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 6 Z. h., 1 F. 2 Z. br. . S. S. 1127. Matteo da Siena. Maria hält das sitzende Kind, welches mit einer Korallenschnur spielt, auf dem Schoosse. Rechts Hieronymus und ein verehrender Engel, links Franciscus und ein anderer Engel. Hintergruud Luft. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 10 Z. h., 1 F. 4 Z. br. S. S. NB. Die drei Gemälde unter Nr. 128, 129. und 130. siehe die umbrische Schule. , 1128. Antonio Pollajuolo, geb. 1427, f 1498. Schüler des Andrea del Castagno. Der an einen Baumstamm gefesselte heilige Sebastian ist von Pfeilen durchbohrt. Hintergrund eine 17 * 388 DRITTE ABTHEiLUNG. 1. Classe. Landschaft, worin man die Vollstrecker des Urtheils wahrnimmt. In Tempera. Auf Holz, 6 F. 4 Z. h., 2 F. 5>- Z. br. S. S. 1129. Marco Pai.mezzano. Christus, welcher dornengekrönt, mit gesenktem Haupte sein Kreuz trägt,. Grund dunkel. Bezeichnet: Mar- ehus palmezzanus pictor forolivien- sis faciebat. MCCCCCIU. Auf Holz, 1 F. IO» Z. h., 1 F. 7 Z. br. G. G. 1130. Gea’tii, da 'Fabriano, lebte noch 1450. Die thronende Maria hält das stehende Kind auf dem Schoosse. Zu den Seiten die heilige Catharina und der heilige Nicolaus, zu dessen Füssen der Stifter des Bildes anbetend knieet. Auf einer Leiste des gleichzeitigen Rahmens: Gentilis de Fabriano pinxit. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 4 F. 2 Z. h., 3 F. 7 Z. br. E. E. 1131. Fra Fii.ippo Lipps, geb. 1400, f 1469. Schüler des Masaccio. Der thronende heilige Franciscus überreicht einer vor ihm knieenden heiligen Nonne ein Buch, Mit derselben noch viel - , auf der anderen Seite ebenfalls fünf knieende Nonnen. Mehr rückwärts steht rechts ein heiliger Bischof, links der heilige Stephanus. Hintergrund Luft. In Tempera. Auf Holz, 4 F. 4 Z. h., 4 F. 4 Z. br. S. S. 1132. Schule des Sandro Botticelm. Links Julius Cäsar, welchen Decimus Brutus beredet, in Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. '389 den Senat zu kommen; rechts Portia, die dem Marcus Brutus die Wunde zeigt, welche sie sich, um ihn von ihrer Standhaftigkeit zu überzeugen, beigebraeht hat. Hintergrund eine Bogenstellung mit einer Landschaft. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 64 Z. h., 2 F. . 3.f Z. br. S. S. 1133. Schule des Sandro Bottkell:. Julius Cäsar wird in der Curie des Ponipejus ermordet. Während die. Verschworenen auf ihn ein- dringen, geben die Senatoren ihre Bestürzung zu erkennen. In Tempera. Gegenstück des vorigen. Auf Holz, 1 F. (i 1 Z. h., 2 F. 3J Z. br. S. S. 1134. Fimppi.no Lippi. Die auf einer Bank vor , einem Teppich sitzende Maria umfasst das auf einem Tische ■ stehende Kind, welches ■ sich zur Mutter hinneigt. Hintergrund Land- | schuft. In Tempera. Auf Holz. Rund, 2 F. ; 9 Z. im Durchmesser. S. S. I 1135. Taddeo di Baktolo. Der auf einer, mit ' einem Kissen belegten, steinernen Bank sitzende Gott Vater hält mit der Linken das Kreuz mit dem bereits verschiedenen Christus vor sich, während er die Rechte segnend erhoben hat. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 3 F. 64 Z. h., 1 F. 8J Z. br. S. S. 1136. Don Lorf.nzo Camaldolense. Die Verkündigung Mariä. Oben, in einem Kreise von Cherubim und Seraphim, der den heiligen f-r-FH« 390 DRITTE ABTHEILUNG. 1. Classe. Geist sendende Gott Vater. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 3 F. 4 Z. h., 2 F. 2f Z. br. S. S. 1137. Baktolommeo S.uardi, gen. Bramantino, lebte noch 1529. Schüler des Bramante. Die unter einer reichen Architectur thronende Maria überreicht einer Anzahl verehrender Männer, welche von dem heiligen Dominions empfohlen werden, eine Rose. Das Kind auf ihrem Schoosse segnet eine, auf der anderen Seite befindliche Gruppe von Frauen, die sich dem Schutze des Petrus Martyr befohlen haben. Zwei Engel halten über dem Haupte der Maria einen Rosenkranz. In Tempera. Auf Holz, 5 F. 7 J Z. h., 3 F. 74 Z. br. S. S. . 1139 138. Florentixisci-ie Schule, gegen 1400. Augustinus, Petrus, Paulus und Stephanus, sämmtlich stehend. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 8? Z. h., 2 F. 5-4 Z. br. S. S. Andrea del Castagno. Der vor dem Cru- cifix knieende, heilige Hieronymus kasteiet sich mit dem Steine. Hintergrund Landschaft, worin man rechts die Heiligen Sebastian und Rochus, links Tobiä Fischzug, in der Mitte, auf einem Berge, Büssencle sieht, In Tempera. Auf Holz, 1 F. 10 Z. h., 2 F. 6j Z. br. S. S. 140. Florentinische Schule, gegen 1400. Zwei Gemälde in einem Rahmen. Auf dem rechts, Die Byzantiner u. die Schulen des mittleren Italiens. 391 Petrus, mit dem Kopfe zu unterst gekreuzigt. Auf dem links, Saulus, welcher durch die Erscheinung Christi bekehrt wird; dabei mehrere, Begleiter zu Pferde. G-oldgrund. In Tempera. Auf Holz, jedes Bild Z. h , 1 F. br. S. S. 1141. Schule von Siena, um 1450. Der heilige Antonius von Padua, stehend, in der Rechten einen Lilienstengel, in der Linken ein Buch. Oben, rechts, die thronende Maria als Himmelskönigin, links, ebenfalls thronend, der dieselbe segnende Christus. Beide in kleinerem Maassstabe. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 3 F. 14 Z. h., 1 F. 7 Z. br. S. S. 1142. Simon Martini. Gemälde in zwei Abtheilungen. In der oberen die mit dem' Gebetbuche sitzende Maria, welche von dem knieenden Engel die himmlische Botschaft empfängt; in der Luft der von Cherubim umgebene Gott Vater; in kleinerem Maassstabe der Stifter, ein knieender Geistlicher. In der unteren die Heiligen Hieronymus. Dominicus, Augustinus, Agnes, Clara und Catharina. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 1 F. 6 j- Z. h., 1 F. | Z. br. v. R. 392 DRITTE ABTHEILUNG. 2. Classe. Zweite Classe. Die venezianischen und lombardischen Schulen. /luch die Malerei der Venetianer erfuhr im 13. Jahrhundert von der byzantinischen, im 14. von der des Giotto Einfluss, ohne indess dadurch selbst zu namhafter Blüthe zu gelangen. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts gab Gentil da Fabriano derselben einen neuen Austoss, in Folge dessen sie sich vornehmlich durch Jacopo Bellini zu heben anfing. Neben der auf Naturwahrheit ausgehenden Richtung., an deren Spitze Giovanni Bellini steht, zieht sich durch das ganze Jahrhundert eine andere, die, bei vielem Verdienst in den Charakteren der Köpfe, in den Motiven der Gewänder und in der sorgsamen Ausführung, mehr oder minder etwas Starres im Ausdruck, Härte der Umrisse, übertriebene Schärfe der Formenbezeichnung, und etwas Rohes, Unwahres in der Färbung behielt. Den Mittelpunkt derselben bildet drei Generationen hindurch die auf der Insel Murano ansässige Malerfamilie der Vivarini. In der Lombardei zeigen sich eigenthümliche Kunstbstrebungen nicht vor der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, und stehen auch alsdann den gleichzeitigen der anderen italienischen Schulen weit nach. Die vcnetianischen und lombardisc’-en Schulen. 393 1143 Antonio Vivarini, Kunde bis 1451, Schüler des Andrea da Murano, und Bautoi.ommeo Vivarini, arbeitete noch 1499 , Schüler des Antonio Vivarini. Gemälde in sechs Abtheilungen. Unten, von Bartolommeo auf der mittleren, Maria, die mit den Aposteln in einem Gebäude knieend, den heiligen . Geist empfangt, welchen Gott Vater von oben herabsendet. Durch einen Bogen Aussicht in eine Landschaft. Auf der rechts der heilige Antonius von Padua und Fran- ciscus, auf der links Bonaventura und Vin- centius Ferrerius. Oben, von Antonio Vivarini, auf der mittleren Abtheilung, der in seinem Grabe stehende Christus, zu jeder Seite ein verehrender Engel. Auf der links , Hieronymus und Johannes der Täufer, auf der rechts Georg und Paulus. Goldgrund. ' In Tempera. Auf Holz, das obere Mittelbild j 2 F, 104 Z. h., 4 F. J- Z. br.; jedes Seiten- : bild 2 F. 11-J- Z. h., 1 F. 10i Z. br.; das | untere Mittelbild 6 F. 5 Z. h., 4 F. 4 Z. br.; jedes Seitenbild 5 F. Z. h., 1 F. 10J Z. br. S. S. 1144 Schule des Francesco Sqüarcione. Christus wird von Maria und Johannes betrauert und zu Grabe bestattet. In der Luft Engelsköpfe. In Tempera. Auf Holz, 4 F. 44 Z. h., 2 F. 5 Z. br. S. S. 1145. Venetianische Schure. Das Brustbild der Laura, Geliebten des Petrarca, eine Copie 17** 394 DRITTE ABTHEIUJND. 2. Classe. des nach dem Leben angeführten Bildes des Simon Martini, gewöhnlich Simon Meimni genannt. Geschenk Ihrer Durchlaucht, der Frau Fürstin von Liegnitz. Auf Leinwaiid, 2 F. 1 3 Z h., 1 F. 8 Z. br. B. E. ' 1146. Antonio da Crevalcoke. Maria, Joseph und der kleine Johannes verehren das auf einer steinernen Brüstung sitzende Christuskind, welches mit beiden Händen eine Citrone hält. Zu den Seiten, an der Architektur, ein Gehänge von Orangen. Hintergrund Landschaft. Bezeichnet: Opera de Antonio de Crevalcore 1453. (?) Auf Holz, 2 F. 3 Z. h., 1 F. !) Z. br. S. S. 1147. Schule von Verona, gegen das Jahr 1500. Maria und neun Engelchen verehren das am Boden liegende Kind; desgleichen der knieende Donator, ein Geistlicher. An der Thür stehen Joseph und ein Hirtenmädchen. Hintergrund reiches, verfallenes Bauwerk. Auf Holz, 5 F. 7 Z. h., 2 F. Cf Z. br. S. S. 1148. Schule von Padua, gegen das Jahr 1500. Die Verkündigung Mariä. In der Luft der den heiligen Geist sendende Gott Vater. Hintergrund Gebäude und Landschaft. Auf Holz, 1 F. 3J- Z. h., 1 F. J Z. br. S. S. 1149. Lombardische Schule, zwischen 1400 und 1450. Rechts der stellende Petrus Martyr, welcher in der Rechten die Palme, in der Die veuetianischen und lombardischen Schulen. 395 Linken ein Buch hält. Links das Martyr- tlmm desselben Heiligen, welchem von einem Geharnischten das .Haupt gespalten wird; dabei ein anderer Klosterbruder. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 11Z. h., 1 P. 1 Z. br. S. S. 1150. Schule von Padua, zweite Hälfte des löten Jahrhunderts. Der heilige Hieronymus, wel- ; eher da.s Modell einer Kirche trägt. Hintergrund eine Nische. In Tempera. Auf Holz, 1 F. h., 9 Z. br. S. S. 1151. Unbekannt. Christus, nach dem altbyzan- tinischen Typus, ganz von vorn. Grund „ dunkel. Auf Holz, 1 F. 2 Zoll h., 10 Z. br. ; s. s. I 1152. Bautolommeo Vivarini. Ein junger Bischof, j welcher in einem Buche liest, so er mit der Linken hält. In der Rechten' hat er einen Krumstab. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 2 F. h., 1 F. 1 Z. br. S. S. 1153. Venetianische Schule, dem Batista Franco verwandt. Christus, welcher, den Blick auf den Beschauer gerichtet, sein Kreuz trägt. Hintergrund Landschaft. Auf Holz, 2 .F. 7 Z. h., 2 F. 2-L Z. br. S. S. 1151. Michael Gianbono, blühte in der zweiten' Hälfte des löten Jahrhunderts. Die von ; ihrem Haar vom Haupte bis zu den Füssen { bedeckte Magdalena wird von sechs Engeln ■ zum Hinmiel emporgetragen. Im Vordergründe 396 DRITTE ABTHEILUNG. 2. Classe. die knieende Stifterin, eine Nonne. Goldgrund. In Tempera. Auf Holz, 3 F. 3 Z. h., 1 F. 5 Z. br. S. S. 1155. Jacobello del Fiore, blühte um 1401, lebte noch 1431. Schüler des Francesco del Fiore. Der Erzengel Michael durchbohrt mit der Lanze das Haupt des Drachen, welcher sich unter seinen Füssen krümmt. In seiner Linken hält er die Waagschalen, in deren einer ein Verdammter, in der anderen ein Beseligter befindlich ist. Grund dunkel. In Tempera. Auf Holz, 3 F. 9 Z. h., 1 F. Z. br. S. S. 1156. Carlo Crivei.li, blühte um 1476. Schüler des Jacobello del Fiore. Die prächtig gekleidete Maria Magdalena hält, stehend, auf der Rechten das goldene Salbgefäss. Hinter ihr ein Vorhang mit einem Blumengehänge. Goldgrund. In Tempera. Bezeichnet: Opus. Karoli. Crivelli. Venet. Auf Holz, 4 F. 10 Z. h., 1 F. 7 Z. br. S. S. 1157. Venetianische Schule. Der heilige Andreas, in der Rechten einen Stab mit einem Kreuze, in der Linken eine Papierrolle haltend. Goldgrund. In byzantinischer Malart. Auf Holz, 7* Z. h„ 5f Z. br. S. S. 1158. Venetianische Schule. Der todte Christus, von Johannes und Maria betrauert. Hintergrund Luft. Nach der Composition des Die venetianisehen und lombardischen Schulen. ‘97 Giovanni Bellini. In byzantinischer MaJart. Auf Holz, 7 a Z. h., ö i Z. br. S. S. 1159. Venetianische Schule. Der in Cardinaistracht stehende Hieronymus trägt mit beiden Händen das Modell einer Kirche. Zu seinen Füssen der Löwe. Goldgrund. In byzantinischer Malart. Auf Holz, 7-j- Z. h., 51 Z. br. S. S. 1160. Bartolommeo Vivarini. Der heilige Georg zu Pferde, durchbohrt mit seiner Lanze den Kopf des Drachen zu seinen Füssen. In der Ferne die Königstochter, welche knieend für ihre Rettung dankt. Hintergrund eine felsichte Landschaft mit Gebäuden. Bezeichnet: Factum Venetiis per Barto- 1 omeum Yivarinum de Muriano pinxit 1485. In Tempera. Auf Holz, 4 F. 2 Z. h., 2 F. 2 Z. br. S. S. 1161. Altvenetianische Schule. Zwei Gemälde in einem Rahmen. Auf dem rechts, in einer Nische stehend, der in einem Buche lesende Paulus; auf dem links, ebenfalls in einer Nische stehend, Petrus, welcher in der Rechten die Himmelsschlüssel, in der Linken ein Buch hält. In Tempera. Auf Holz, jedes Bild 2 F. 8f- Z. h., 91 Z. br. S, S. 1162. Gregorio Schiavone, blühte um 1470. Schüler des Francesco Squareione. Die auf einem Throne sitzende Maria unterstützt mit der Rechten das mit dem einen Fuss auf einer 398 DKITTE ABTHEILUNG. 2. Classe. Wange des Thrones, mit dem anderen auf ihrem Schoosse stehende Kind, während ihre Linke auf einem, auf der anderen Wange des Thrones liegenden Gebetbuche ruht. Zu jeder Seite des Thrones ein Engel mit einer Traube. Hintergrund eine bergige Landschaft. In Tempera. Bezeichnet: Opus Sclavoni Damaltici Squarcioni. Auf Holz, 2 F. 7 Z. h., 1 F. 10 Z. br. S. S. 1163. Rugeri, blühte zwischen 1450 und 1500. Ein Bild in drei Abtheilungen. In der mittleren hält der thronende Hieronymus mit der Linken das Modell einer Kirche auf seinem Schoose, während er die Rechte zum Segnen erhoben hat. Bezeichnet: Sumus Rugerii manus. In der links Magdalena, in der rechts Catharina,, Der Hintergrnnd der beiden letzten Gemälde, welche von einer andern, unbekannten Hand herrühren, wird von einer Landschaft gebildet. In Tempera. Auf Holz, Das Mittelbild 4 F. Sl Z. li., 1 F. 5j Z. br., jedes Seitenbild 4 F. 8j- Z. h., 1 F. 4} Z. br. S. S. 1164. Francesco Zaganei.u, blühte uni 1518. Schüler des Niccolo Rondinello, und sein Bruder Bernardino. Die unter einem Prachtbau stehende Maria empfängt von dem in der Luft schwebenden Engel Gabriel die. himmlische Botschaft. Ueber derselben der heilige Geist. Rechts steht Johannes der Täufer, Die veuetianischen und lombardischen Schulen. 399 und empfiehlt den, zu - seinen Füssen die Maria knieend verehrenden Stifter; links der heilige Antonius von Padua. In der Mitte Durchsicht in eine Landschaft. Von der auf dem Gemälde befindlichen Inschrift erkennt man nur noch die Jahreszahl 1509 und das Wort: 5 F. Aprilis. br. S. S. Auf Holz, 6 F. 4 Z. b., 1165. Luigi Vivarini, blühte um 1490. Schii 1er des Antonio Vivarini. Maria sitzt mit dem Kinde auf dem Schoosse in einer Capelle auf dem Thron. Rechts die. Heiligen Hieronymus und Johannes der Täufer, links Augustinus und Sebastian. Auf Holz, 8 F. 3 Z. h., fr F. <1 Z. br. S. S. 1166. Pi kr Maria Pennaghi, blühte um 1,320. Schüler des ( Giovanni Bellini, Christus wird von zwei Engeln in dem Grabe gehalten und betrauert.. Hintergrund eine felsicht.e Landschaft. Bezeichnet: Petrus. Maria. Tarvisio. P. Auf Holz, 1 F. 10 Z. h., 2 F. 1 Z. br. S. S. 1167. Venetianiscu, dreizehntes Jahrhundert, nach byzantinischen Vorbildern. Gemälde in achtzehn Abtheilungen. In der Mitte, unten Maria, welche das bekleidete, segnende Kind auf dem linken Arme, in der Rechten eine Rose hält, zu jeder Seite, in einem Rund, ein Engel und das Monogramm der Maria. Oben Christus am Kreuz, welches 400 DRITTE ABTHEILUNG. 2. Classe. die Gestalt eines grünen Baumstammes hat. Am Fusse desselben, rechts, die ohnmächtige Maria, als Schmerzensmutter, mit dem Schwerdte in der Brust, von den heiligen Frauen unterstützt; links Johannes und die Schaarwacht. Vorstellungen rechts: a) die Anbetung der flirten; b ) die Anbetung der Könige; c) Christus von Johannes im Jordan getauft: d) Christus, welcher den Aposteln die F'üsse wäscht und das Abendmahl; e) Christus am Oelberge betend, derselbe mit den Aposteln im Gespräch, und noch einmal, wie er die schlafenden Apostel weckt; f) die Gefangennehmung Christi;