682 Hohes Lied.
im,g davon zu entdecken, sehr lächerlich geschienen. DerVerfasser des Handlexikons hat den Schlüssel zum Buche deshohen Liedes nicht gehabt; und er redet davon, wie ein Un-wissender von den ägyptischen Hieroglyphen reden würde.
Wir haben schon gesaget, daß dieses Lied ein allegorischerLobgesang ist, um die Vereinigung Jesu Christi mit seinerKirche zu besingen. Diese Kirche ist aus zweyen Völkerngestaltet worden: ans dem Hebräischen Volke, welches alle-zeit die Kenntniß der wahren Religion gehabt hat; und ausdem Volke der Heyden, populuz ustionum, welches erstsehr spät zu dieser Kenntniß gelanget ist.
Diese zween Theile der Kirche werden in dem hohen Lie-de als zwo Schwestern betrachtet. Die altere saget von derjungem, welche nun erst anfangt die wahre Religion zu er-kennen : * Unsre Schwester ist noch ganz klein; sie istnoch ganz jung : soror nolirs p3rvs. Weil sie erst seitkurzer Zeit den Aberglauben des Göyendiensts verlassenhat, so hat sie die Starke der wahren Liebe noch nicht:L übers non habet. Wenn sie wie eine Scheidmauerist, wollen wir sie mit Festen von Silber bedecken, unddurch den Glan; der wahren Beleuchtungen befestigen.8i murus est, X(li6cemu8 super eum propuZnacuIssrAentes. wenn sie wie eine Thüre ist, wollen wir siemit Zederholze zieren, welches ein Sinnbild der Unver-weslichkeitist. 8i osiium eü, eompmosmus isiuäts-bulis ceärinib. Was ist dann in der Auslegung dieserGleichnißrede verächtlich oder unvernünftig?
Ich melde nichts von dm übrigen Abscheulichkeiten, dieeben derselbe Schriftsteller von dem gleichen Stoffe in seinerehrlosen Scharrecke, mit der Aufschrift: Rurzer Begriff des
hohen
' Hoh- «red. VUI.