68s Hohes Lied,
der Liebhaberin« seyn, und können nur an den Geliebten ge«richtet werden. Außerdem wäre kein Schatten Verstandesim Anfänge des Lieds. Aber man hat dieser Stelle dieNase verdrehen müssen, damit man eine Unterweisung mehrin der Unzucht geben konnte.
z. Wenn wir dem Geiste der gelehrtesten und ehrwür«digsten Ausleger folgen, und dieses Lied mit der geheimniß,vollen Vereinigung des eingefleischten Worts mit seiner Kir«che erklären wollen, so werden wir gleich zum Anfänge dieTriebe der lebhaftesten und zärtlichsten Liebe, und die süße«stcn Entzückungen der Braut gegen den göttlichen Bräu-i«gam finden: und wir mögen dieselben also übersehen und aus,legen:
„Er komme, mein Geliebter; er gebe mir einen Kuß„ mit seinem Munde. Die Süßigkeiten deiner Liebe, an,„ berhmSM'irdiges Work! find unendlich besser, als die köst,,, lichsten Wäne. Der Wohlgeruch der kostbarsten Rauch,„ werke ist damit nicht zu vergleichen. Dem Namen Min„ bringt Wonne in meine Seele, wie ein aufgegossenes Oel„ einem Fechter Kraft und Stärke giebt. Deßhalben sind„ die reinen und unschuldigen Seelen aus Liebe zu dir ent,„ zücket,,. Olculetur me olculo oris lui: Huis mc-liors l'unt ubera tus vino, frsArsntis unZuentis opti-mr8. Oleum eftulum nomen tuum; iäeo säolescen-tulXöilexerunt ts.
„ Zeige dich mir; und ich werde von deinen Tugenden,„ deiner Heiligkeit, und deinen Gnaden angezogen werden,„ wie man vom Wohlgcruche der köstlichsten Rauchwerke„ angrzogen wird« Mein Geliebter ist der König des Him-„ melS: er ist auf die Erde Herabgestiegen, um mir sein„ H^z zu eröffnen, und mich an den ewigen Wahrheiten
„ Theil