L72 . Leidenschaften. '
deutlich wachst, vielen Schalten werfe, und schöne Früchtetrage.
Eine zweyte Thorheit ist es Zusagen, es werde ohne dieLeidenschaften in der Dichtkunst, Malerey, und Tonkunstnichts vortreffliches mehr geben. Die geistlichen Oden desRousseau werden allezeit für eines der vollkommensten Wer»ke der französischen Dichtkunst gehalten werden. Die More,len des Lalande werden allezeit von Leut u , die zur Ton»kunst einen Geschmack haben, den größesten Befall erhal»ten. Das Karthäuserkloster zu Paris wird allezeit Kennervon Malereyen in Verwunderung sehen. Wir könnten Mil»lionen Beyspiele von allen diesen Gattungen anführen.
O verderbter und verführerischer Philosoph! Sie erweckennur Unwillen und Mitleid; und die billigste Belohnung,womit man Ihre Unterweisungen bezahlen soll, ist Abscheuund Verachtung.
V.
Mäßige Leidenschaften bilden gemeine Leute.
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Die großen Leidenschaften bilden groß« Lasterhafte; diemäßigen Leidenschaften machen kleinere Verbrecher.
VI.
Ls wäre dann ein Glück, werdet ihr sagen, wennman starke Leidenschaften hätte. Ja, sonder Zweifel;wenn sie alle in einer Verbindung stünden. Richtet un»ter ihnen eine rechte Zusammenstimmung ein, und fürch»tet keine Ausschweifungen von ihnen.
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Die Leidenschaften sind die Krankheiten der Seele, sagetLicero. Richtet unter diesen Krankheiten eine rechte Zu,
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