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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
660
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66o Leidenschaften.

rsnone contra nsturam animi commotio; oder nochkürzer, als: allzu heftige Begierden; und sie heißm allzuheftige Begierden jene, die sich von dem, was uns er Naturzukömmt, allzu viel entfernen. * t^uicium breviu8: ker-turbationem eile appetitum vekementiorem; leä veke-mentioremeum voluntelle, qui lonZms äiicellerira»aturX conftantia.

Was wir durch jenes ziemlich schwache Wort: Leiden,schäften,, bedeuten und verstehen, das haben die Lateinerdurch ein weit nachdrücklicherS und vielbedmtenders Wortausgedrücket. Sie nannten sie die Verwirrungen der Seele,die Zerrüttungen der Seele: kermrb3tione8 snimi. Da,durch schilderten sie aufgewisse Weise ab, was in der See»le eines Menschen vorbeygeht, der voll Leidenschaften ist; siemachten jene Hiße und jene Aufwallung des Blutes gleich,sam fühlbar, welche eine nochwendige Wirkung dieser Ver»Wirrungen und Zerrüttungen ist; sie drückten jene heftigen undungestümen Begierden aus, zu welchen die Seele, ehe siedie Vernunft zu Rache zog, oft sogar gegen alle Ermahnun,gen der Vernunft, ausschweifet; sie zeigten alle Bemühun,genau, wodurch die Seele sich bearbeitet, zum Endzweckezu gelangen, nach welchen ihre ungestümen Begierden siefortreißen.

Alles, was wir da sagen, bemerket man täglich beyden Menschen, die von starken Leidenschaften, und sonderbarvon den Leidenschaften der Liebe, der Rachsucht, des Zornes,des Ehrgeizes, der Habsucht beherrschet werden. Und daman, während dieser Erschüttrungen und Bewegungen ausLeidenschaft, vieles redet und begeht, was die Vernunft misrbilligt und verdammet; so saget man gemeinlich, aus einer

Gattung

Cic. tust. Frag. 14 v.