Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
657
Einzelbild herunterladen
 

s»

IN

-ik

!" -

in

l,

^l!

t,

PUI

M,

Bl

Joseph. 657.

Damit wir aber den Vernunftschluß dieses Herrn ge,rade beantworten, wollen wir ihm sagen: Wenn es wahrwäre, daß der Geschichleschreiber Joseph von Jesu Christonicht geredet hätte, was müßte man daraus schließen?

Der Weise, der die Menschen kennet, und dem dasmenschliche Herz bekannt ist, würde darüber keineswegsstaunen. Er würde aus diesem Stillschweigen schließen,daß Joseph in diesem Stücke nichts anders gerhan hätte,als was die meisten Geschichtsschreiber thun, welche, nach,dem sie sich zu einer Partey geschlagen haben, viele Dingebemänteln, verheelen, unterdrücken, die zum Vortheile derentgegengesetzten Partey wären, und manchesmal sogar Sa,chen Vorbringen und behaupten, die der Wahrheit zum mei,sten zuwiderlaufen. Man lese die Geschichte Ludewigs desVierzehnten von de Larrey, und jene, die Reboulet ver,fasset hat; so wird man finden, daß einer nur zu schreibenscheint, um dem andern zu widersprechen. Man lese dieGeschichte Rarls des Zünften von Leti oder von Ulloa, undsodann die nämliche Geschichte von den französischen Ge,schichteschreibern; wie viele sehr wichtige Dinge wird man vonden zweenen ersten erfahren, wovon die andern kein einzigWort sagen ? Wie oft geschieht es nicht, daß der Parteygeistdie Feder der Schriftsteller leitet oder aufhält? Also, wenn'der Jude Joseph in seiner Geschichte von Jesu Christo nichtgeredet hätte, so wäre die Verwunderung jener sogenanntenGelehrten über sein Stillschweigen allezeit eben so schlecht ge,gründet, als die Anmerkung des Untersuchers verach«tenswürdig ist.

4 M

I. Band.

Tt

XMl.