6s4 Joseph.
Ihr zweyter Grund besteht darinnen, daß diese Stelle ^den Zusammenhang der Erzählung jahling abbreche, welches ^genug anzeiget, daß sie unterschoben und hmzugescßet sey. ^
Aber dieser neue-Grund ist rächt besser, als der erste. §Denn erstlich Feht die Stelle genau an dem Orte, wo siestehen soll, weil sie mit dem dreißigsten Jahre unser« Cr, u
lösers üöereinskömmt, zu welcher Zeit er in seinem größesten "
Glanze erschien. Sodann ist es grundfalsch, daß sie den «
Zusammenhang der Erzählung abbreche, weil sie zwischen K
zwoen Geseichten steht, die keine Verbindung mit einander m
haben, derer Zeitrechnung mehr als zehn Jahre von einan» P
der absteht, und wovon die erste sich in Galiläen, und die d-
andere in Rom eräugte. Es ist also die Erzählung nicht >f
unterbrochen, und man kann keinen fremden Zusatz muth, di
maßen. s
Der dritte Grund ist dieser, daß Joseph durch diesen >Text Jesum Christum für den Messias erketMt, und dennochim Judenthume beharret ist. Nun dieß ist ein Wrderspruch, ^heißt es, den man bey Josephen nicht vermuthen kann.
Aber man antwortet auch darauf: Nichts ist gemeiner t>,unter den Menschen, als Widersprüche von dieser Art. tüNichts ist gemeiner, als daß man sie sagen höret, wie Me« jiideen:
Viäeo mslicxrs, probogue; l»
vetsriors leguur. ^
Die Wahrheit erkennen, und sie annehmen, sind zwey ^sehr verschiedene Dinge. Sie stehen nicht allezeit beysam- ^men: und wie viele Beyspiele davon findet man nicht heut Hzu Tage unter den Menschen ?
Und in diesem Stücke haben wir alles Recht zu sagen, ^
Joseph fty, ungeachtet seiner Einsichten und Gemüthsgaben,