624 Himmel.
i. Daß es eine Ungereimtheit ist zu sagen: was ha,ben die Alten durch den Himmel verstanden ? Sie wußtenes nicht. Denn man «nag durch das Wort: Himmel, dieHypothesen oder Systeme der Naturlehre, oder den Wohnsitzverstehen, der für die tugendsamen Seelen bestimmt ist; sohaben die Alten von diesen zweenen Punkten ohngefähr soviel gewußt, als unsre Philosophen Heut zu Tage davon wis,sen. Fürwahr, was die Naturlehre betrifft, haben sie denLauf der himmlischen Körper berechnet; die Finsternisse vor,gesagt; die verhältnißmäßige Größe und den Abstand derPlaneten erkannt, ohngefähr, wie wir es heut zu Tage ma-chen. Sie konnten die sehr unnühliche und sehr ungewisse An-ziehung Newtons ganz wohl entbehren. Sie nahmen dieHypothese des phstolaus, des Ariftarchs, und des Rlean,thes, von der Unbeweglichkeit der Sonne im Mittelpunkteder Welt, nicht an, welche noch nicht gut erkläret war; je-ne Hypothese, die Copernik in diesen letztem Zeiten erneuertund in den Schwang gebracht hat. Ob sie schon keine sovollkommene Werkzeuge hatten, als man seit hundert undfünfzig Jahren zu erhalten anfieng ; haben sie dennoch Be-obachtungen gemachet, welche man noch heut zu Tage für rich,tig und gewiß erkennt. Daraus erhellet, wie weit ihre Ein-sichten, ihre Kenntnisse, und ihre Fähigkeit reichten. Undwie gering würden die meisten jener kleinen Männchen schei,nen, die eine so stolze Sprache führen, weil sie einen seichtenGrund von Meßkunst und Sternkunde haben; wie geringwürden sie scheinen,wenn man sie Hipparchen, Eeatosthenen,ptolomäen an die Seite setzete!
Es ist dann eine sehr grobe Ungereimtheit zu sagen, daßdie Alten von den himmlischen Systemen nichts gewußt ha-ben.
Was