Himmel. 62 s
Was den Himmel becrifft, alsein Mohnsiß dermgend»samen Seelen betrachtet, die mit Gotte vereiniget sind; Haiben wir schon gesagt, wes uns die Offenbarung uns die Erb.lehre davon berichten: und wir haben gewiesen, daß in die,sem Stücke unsere Philosophen unwissende und blinde Leutesind, und daß die Alten weit besser unterrichtet, und weitmehr beleuchtet waren.
2. Es ist eine Ungereimtheit zu sagen: Sie riefen be<ständig: Der Himmel und die Erde; dieß ist soviel, alswenn man riefe r Das Unendliche und ein Sonnenstäub,chen.
Jesus Christus, die Propheten, die größesten Männerin der Religion, die fähigsten Köpfe, vom Homer bis aufdiese letzten Zeiten, haben den Ausdruck gebrauchet: DerHimmel und die Erde: und hier steht ein Mensch auf, derbehauptet, daß alle diese Leute nicht gewußt haben, was siesagten. Der Ausspruch ist eigenmächtig und stolz genug rist er nicht eben aus diesem Grunde desto verächtlicher und lä«cherlicher ? Wenn man saget: Der Himmel und die Erde,versteht man Lurch das Wort: Erde, die Geschöpfe derSphäre, die wir bewohnen; und durch das Wort: Him«mel, die Geschöpfe, die außer dieser Sphäre wohnen, undwie wir, das Werk des Schöpfers sind. Ist es vernünf,tig, wenn man diese Art zu denken und sich auszudrückentadeln will?
Der Gegensatz des Unendlichen auf ein Sonnenstäubchenist eine Hyperbole, die man einem Dichter Nachsehen möch,re; aber sie klingt sehr schlecht für den Philosophen. Es istbewiesen, daß die Welt nicht unendlich ist: aber ein jederMensch erfährt, daß es unmöglich wäre, mit Genauigkeitzu begreifen, wie weit die Gränzen der Welk hinauöreichm«
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