Höchstes Gut. 615
II.
Lin jeder suchet sein Gut, wo ersann, und genießtdavon, so viel er kann, nach seiner Art. <
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Der Grundsatz ist unvergleichlich. Die Schelmen, dieDiebe, die Schwelger, die Unterdrücker, die Wucherer wer,den ihn gewiß nach ihrem Geschmacks finden.
' III.
Ls giebt weder äußerstes Vergnügen, noch äußerstepeinen, die das Leben hindurch währen könnten: dashöchste Gut und das höchste Uebe! sind Hirngefpinnste.
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Hier wird allein mit einer lächerlichen Verdrehung wie,derholet, was Jedermann auf eine weit natürlichere Weiseausdrücket, da man saget: was recht heftig ist, hat keinelange Dauer. IM violentum öurabils. Aber der istein sehr schlechter Logiker, welcher daraus schließt, daß diewahre Zufriedenheit der Seele, das ist, das höchste Gut,ein Hirngespinnst sey.
IV.
Die Tugend ist kein Gut: sie Lfdeine Pflicht. Sie istvon einer verschiedenen Art, von einer höhern Gattung.Sie hat mit den schmerzlichen oder angenehmen EmpfiN'düngen nichts zu schaffen.
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Wir wollen über diese Stellen nur folgende kurze Anmer»kungen machen: i. Nur dem Viehe und den Schwelgernkann man hingehen lassen, daß sie die Tugend für kein Gutrechnen. 2. Es ist ungereimt, alle Güter unter die Glücks,güter einzuschränken. Man hat allezeit die Tugenden und
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