L>4 Höchstes Gut.
Zweyter Artikel.
Ungereimtheiten des Handlexikons vom höchsten Gute.
I.
H?or alten Zeiten, saget uns der vortreffliche Schrifrstel,ler, hat man über das höchste Gut viel gestritten.Es wäre eben so gut gewesen, wenn man gefragt hätte,was das höchste Blau, oder die höchste Suppenbrühe,das höchste Gehen, das höchste Lesen, u. s. w. sey. DieFrage vom höchsten Gute ist ungereimt.
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^ Plato, Aristoteles, Cicero können unter die Zahl dergrößesten Männer im Alrerthume gerechnet werden. Aberweil sie die Frage vom höchsten Gute abhandelten, so habensie dann nichts als Ungereimtheiten jagen können. Der HerrVerfasser des Handlexikons macht diesen Ausspruch; und dieUrsache, wegen welcher er also urtheilet, ist merkwürdig.Es ist die Vergleichung, die er vom höchsten Gute mit demhöchsten Blau, der höchsten Suppenbrühe, u. s. f. ma,«her.
Heißt dieß nicht das Publikum beleidigen , wenn manihm dergleichen Thorheiten vorträgt, und die Ausdrücke mis»brauchet. Wer empfindet nicht, Laß jenes Wort: Höch,stes, allezeit nur Dingen zukömmt, die aus sich selbstengroß, wichtig, und erheblich sind? Ist diese lächerliche Ver-gleichung nicht erklecklich, um das kluge Alterrhum zu recht-fertigen , den abgeschmackten Schriftsteller zu »«heilen, undseine Verehrer zu demüthigen?