Lc>8 Gottesdienst,
dieser Art gleichgültig aufnehme. Daraus muß man fol-gende Schlüsse ziehen.
1. Wenn manche Gottesdienste, die aufErden eingesetztsind, Sachen enthalten, welche dem Naturgesetze widerstre-ben , oder eine Gottlosigkeit einschließen; so kann man nichtsagen, daß Gott dergleichen Gottesdienste genehmhalte, undcbm so gnädig ansehe, als er einen reinen und unschuldigenGottesdienst anftheu würde. Also waren die Unlauterkeiten,welche bey den Heyden auf die Feyer der-guten Göttin»,der Venus, und des Adsnis vorgeschrieben waren, keineHuldigung, sondern Beleidigungen , die man der Gottheitzufügte. Also sind die abscheulichen Geheimnisse der Hey-den , von denen wir die Beschreibung bey den alten Schutz-rednern des Christenthums anrrcffen, vor dem Richterstuhleder Vernunft und der Religion, auf gleiche Weise verdamm-ttch. Also waren die menschlichen Schlachtopfer, welchebey den Afrikanern, Galliern, Mexikanern , und beymehr als zwanzig verschiedenen Völkern, nach der Erzählungdes heydnischen Porphyrs, und sehr vieler andrer Schrift-steller", im Schwange waren, nichts anders, als Werksder Frömmigkeit und der Religion. Kann man sagen, daßGott alle Gottesdienste von dieser Art gleichgültig aufgenoin-men habe?
2. Wenn wir vom Heydenrhume zu andern Religionenübergehen, bleibt eben diese Wahrheit wieder unumstößlichbewiesen. Der Jude verflucht und verabscheuet JesumChristum , den Stifter und das Oberhaupt der christlichenReligion: der Soeinianer sieht ihn nur für einen großenMann, einen Liebling Gottes an: der Musulmann hältihn als einen Propheten in Ehren: der Deist achtet auf sei-ne
* Eusebs evang. Vorder. 4, B» is. Nap.