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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
607
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Gottesdienst. 627

Aber, mein Herr Doktor! durch dieses Wort: gerecht,verstehen Sie entweder nur die gesellschaftliche Gerechtigkeit;oder Sie verstehen die Gerechtigkeit, welche alle Pflichten desMenschen einschließt. Wenn Sie nur die gesellschaftlich«Gerechtigkeit verstehen; so sind Sie ein wahrer Gottloser ,weil Sie keine Pflicht gegen Gott erkennen. Wenn Siedie Gerechtigkeit verstehen, welche alle Pflichten des Men,schen einschließt; das ist, seine Pflichten gegen die Go chsitund gegen die Gesellschaft: so enthalt Ihr schöner Vers nichtsmehr, als Worte, die keinen Sinn haben. Antworten Sieauf den Doppelschluß.

Sie sagen nachmals: Mehr kann man nicht gebiethen.Ich weiß, daß Sie nicht so unsinnig sind, um das DaseynGottes zu läugnen. Ich glaube, daß Sie so vernünftigdenken , und von dem Daseyn Gottes auf die Nothwendig,keit des Gottesdiensts schließen werden. Ist aber ein jederGottesdienst, was es immer ftyn möchte, gut? und hältGott alle ohn Unterschied, einen wie den andern, genehm?Ich hoffe. Sie werden so ehrlich seyn, und gestehen, daßdieß eine Ungereimtheit, und eine Gottlosigkeit wäredennman wird Ihnen beweisen, daß dieses dem Begriffe, denman von Gotte hat, wesentlich widerspreche.

A 11 h a n g.

Gott nimmt nicht jede Art von Gottesdienste gleich-gültig auf.

Gott kann keinen Gottesdienst verlangen oder genehmhalten, der nicht seiner würdig ist. Wenn es dann eineArt von Gottesdienste giebt, welcher Sachen enthält, diefür Gott nicht anständig sind; so kann man nicht glauben,daß er ihn genehmhalte, und daß er einen Gottesdienst von

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