606 Gottesdienst,
keit, wie sie ein Wohlthärer von jenem erwartet, der Wohl,thaten von ihm empfangen hat; Z. Zeichen der Liebe/ wiesie ein Vater von seinen Kindern begehret ? Und müßte mandeßhalben eine unanständige Eifersucht Gotte Schuld geben?
Der Gedanken des heydnischen Cicero ist weit vernünf,tiger, als der Gedanken des christlichen Voltaire. „ War«„ um leisten wir den unsterblichen Göttern euren Gottesdienst„ und Lhrbezeigungen „ ? fraget er; „ warum verrichten wir„ Gebethe zu ihnen „ ? * (^urci eK, quoei Oiis immor-Inlibug cultus, tionores, Sc precesscidibeamu8? „All„ dieses, fährt er fort, „ wäre sehr vergeblich, wenn die„ Gottheit nicht ihre Blicke auf uns geheftet hätte; wenn„ sie gegen uns gleichgültig wäre ; und wenn wir keine„ Gnaden und Wohlrhaten von ihr zu erwarten hätten,,.Cicero sah daun die Gottheit für die Quelle und den Ursprungaller Güter, und die Gebräuche des Gottesdiensts für dasMittel an, dieselben zu erhalten. Also scheint es, daß einHeyde sechsten den Gottesdienst in der Religion und dasChristenthuin vertheidigen wollte, welches Christen öffentlichzu verachten und zu verabscheuen sich bestreben.
IV.
Nachdem Voltaire durch den Saß, den wir eben un,tersuchet haben, die Gemülher also zur Gottlosigkeit vorbe,reitet hat, bricht er die Beschwerniß durch diesen Aus,spruch ab:
Gebräuche, Gottesdienst, Gesetze sind verschieden»Man sey gerecht r genug l Mehr kann man nicht ge-
biethen.