Gottesdienst. 6oz
r. Diese Verrichtungen, diese Werke, diese Pflichtensind mühsam; sie' federn Unterwerfung; sie schm dem Ta,del aus. Man will lieber in seiner Freyheit leben; manwill sich keinen Zwang anchun; man scheuet die Zungen derFreydenker: und also verwandelt sich der philosophische Hoch,muth in Schwachheit und Feigherzigkeit.
z. Viele von diesen Verrichtungen, und besonders je-ne, die gebolhen sind, heischen nothwendiger Weise eineBesserung im Wandel, und eine Hlendrung im Herzen. Al-lein diese Aendrung und diese Besserung würden allzu vielkosten ; man will nichts daran wenden; man ist sogar sehrabgeneigt, es zu thun. Hier steht wieder der philosophischeHochmuch den weisesten Ermahnungen der Vernunft undder Religion im Wege.
4. Man ist von den nothwendigen Wahrheiten, diewir bewiesen und dargethan haben, nicht unterrichtet, undwill sich davon nicht unterrichten lassen. Aus einer stolzenund verächtlichen Unwissenheit glaubet man, alles beantwor-tet zu haben, wann man die schönen Ausdrücke von Aber-glauben, Ungereimtheiten, pöbelhaften Vorurtheilen u. s. w.fahren läßt. Wir wollen dann ißo sehen, auf welcher Sei,te die Vorurtheile und die Ungereimtheiten Statt haben:wir wollen untersuchen, was diese furchtbaren Schlnßrednergegen uns zu setzen haben.