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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
602
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6O2 Gottesdienst.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, aus d«nem ganzenHerzen l «.r en. Dieß ist das größeste und erste Geboth.Das zwcyre aber ist diesem gleich : Du sollst deinen Näch,sten, wie dich selbst, lieben. An diesen zweyen Gebo,bothen hängt das ganze Gesetz, und die Propheten. *

^ Wir haben in diesen dreyen Artikeln alles, was denGottesdienst betrifft, mit all möglicher Genauigkeit vorge-tragen. Wir haben seine Nothwendigkeit durch die wesent-liche Rechte des Schöpfers, und durch die unauflöslichenPflichten des Geschöpfes; seine Heiligkeit durch das unfehl,bare Ansehen Gottes, der ihn gestiftet hat, und durch dieWesenheit des Gottesdieusts sechsten; seine Vortheile durchdie wunderbaclichen Wirkungen, die er unter den Menschenhervorbringt, bewiesen. Wenn man, unerachtet dieser sostarken und so überzeugenden Gründe, dennoch allezeit Leuteanlrifft, welche sich als offenbare Feinde des Gotlesdienstsbetragen, und seine Pflichten verachten, so darf man sichnicht wundern. Es ist nicht sehr hart, die Beweggründeund die wahren Ursachen dieser Abneigung, die sie davor ha--ben, zu entdecken; lind es sind diese:

i. Die Werke und Verrichtungen des Gotlesdiensts de,müthigen den Menschen, und lassen ihn allzu sehr fühlen,daß er nur ein schwaches Geschöpf ist; ein Geschöpf, welchesaus sich sechsten nichts vermag , welches alles, was es hat,und alles, was es ist, Gott allein zu danken hat. Nundieses Geständniß fällt dem Stolze des Menschen zu beschwer,lich; er leget es nicht gern ab, besonders öffentlich: dießverträgt sich auf keine Weise mit dem philosophischen Hoch,muthe.

»Matth, xxn.

2. Diese