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1 (1777) A - L
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601
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Gottesdienst. 6oi

dem, der sie empfängt, vorstellig. Diese Gebräuche sinddann aus sich sechsten ungemein lehrsam.

Alle Bewunderung, Gemüthsbewegungen, Entzückun-gen über die Hoheiten Gottes, welche die Religion in einerSeele erwecken kann; alle Empfindungen der Anbechung,der Ehrfurcht, der Dankbarkeit, der Liebe, der Demuth,der Reue, welche die Religion einflößen kann, sind in derLiturgie, das ist: in den Gebethen des Goltesdiensis, ver-einiget. Man erfährt dieses, wann man jene Loblieder,jene Psalmen absingt, die vormals der heilige Geist denPropheten einsprach, damit sie der Schah der Gläubigenund der Religion ewig bleiben sollten : man erfährt es,wann man jene geheiligten Evangelien lesen höret, wo Je-sus Christus selbst zu den Menschen spricht, um sie zu be-leuchten und zu unterweisen: man erfährt es, wann mansein Gemüth mit jenen rührenden Gebethen vereiniget, wel-che die Kirche, im Namen aller Gläubigen, zu Gotte verrich-tet , und wodurch sie ihm ihre Wünsche und ihre Bedürfnissevorträgt.

Sind wohl die geistlichen Versammlungen, welche dieFrömmigkeit oder die Nächstenliebe zur Welt gebracht hat,minder nützlich, und minder ehrwürdig ? Ihr Endzweck ist:entweder verschiedne Geheimnisse der Gottheit auf eine son-derbare Weise zu ehren ; oder der Mutter des eingefleischtenWortes kränge vorzügliche Dienste zu erweisen; oder die Ar-men, die Weysen, die Gefangenen, die Kranken, und alle,die in ihrer Noch keine Hülfe haben, aus Mitleide liebreichzu versorgen. Ist wohl etwas würdiger für die Religion,oder nützlicher für jene, die sich auf Werke von dieser Artverlegen? Ist wohl etwas würdiger für ein Gesetz, welchesganz auf die Liebs Gottes und des Nächsten eingeschränket ist ?

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