Los Gottesdienst.
Werl dann der Endzweck des Gottesdienstes ist, Gottedie Huldigung zu leisten, die ihm gebühret, den Menschenzu heiligen, die Empfindungen der Gottesfurcht an Len Tagzn legen und zu nähren: so stiftet das Beyspiel einen unend-lich schätzbaren Nuhen, da cö die Erfüllung dieser so gehei-ligten Pflichten mehr erleichtert. Gleichwie man erkennet,daß das Beyspiel des Lasters allezeit ansteckend und schädlichist; also muß man auch gestehen, daß das Beyspiel der Gotttesfurcht und Frömmigkeit ganz gewiß unendlich nützbar seynwerde.
Endlich ist der äußerliche Gottesdienst die lchrsamste Un-terweisung. Dieser Gottesdienst besteht vornehmlich in jenenStücken, die ich schon im vorhergehenden Artikel angezeigthabe; nämlich: in den Festtagen, Sacramenten, Gebethen,geistlichen Versammlungen, wo man sich in den Tugendenerbauet, über, und unterrichten läßt. All dieses nun ent-hält die lehrsamsten, wichtigsten, nothwendigsten Lehren»
Was ist fürwahr jene Reihe der Festtage, die man imChristenlhume jährlich begehr ? Sie ist eine Reihe von Herr,lichen Schildrungen, durch welche die erhabensten Geheim,msse unfern Angen gleichsam vorgemalet werden. Vermit-telst dieser Feyrlichkeiren wird die Erkenntniß -er Religion,der Lehrsätze, der Pflichten in die Seelen eingepräget, undrothwendiger Weise darinnen erneuert, erhalten, und fordgepsianzet.
Was sind die Süeramenre? Sie sind geheiligte Gebräu-che, um die Gnade der göttlichen Ausnehmung mitzuthei,len, zu vermehren, oder wiederzugeben, wenn man sie durchdie Sünde verloren hätte. Was an allen Sacramentenäußerlich und fühlbar ist, das dienet zum Sinnbilde, wel-ches die unfühlbare Wirkung des heiligmachenden Geistes in
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