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1 (1777) A - L
Entstehung
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598
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598 Gottesdienst.

Fürwahr, was erfährt eine junge Person in den weltli-chen Schauspielen ? in jenen Schauspielen, wo alle Sinnemit emmal bezaubert, erstaunet, und eingenommen sind,durch die blendende Pracht aller Dinge, die in die Augenfallen ; durch die Herrlichkeit der Verzierungen; durch denWohiklang der Stimmen und des SaitenspielS; durch dieAnmukb der Tänze-, durch die zärtlichen und wohllüstigenGrundsätze, die vom Schauplätze wiederhallen ? Dort ver-gißt sich in der Trunkenheit der Sinne die Vernunft sechsten,und läßt das Herz unbewahret; die stärkest« Tugend wirdweich, sie wanket, sie unterliegt: und im Rausche des Ver-gnügens wird man lasterhaft, ohne daß man beynahe ge,wahr wurde, daß man es werden könnte.

Was diese Schauspiele im menschlichen Herzen wirken,um die Leidenschaften auszuwecken, das wirket auf gleicheWeise der Anblick des GotteödienstS, um die Ehrfurcht undLiebe gegen die Religion einzuflößen. Es gehe nur ein Menschin die christlichen Kirchen an den Tagen der größesten Feyer,lichkeiren, wann diese Tempel mit einer herrlichem Prachtgcschmücket, mit Lichtern bey Tausenden beleuchtet, miteiner Menge Gläubigen angefüllet sind, die demüchig aufden Knieen liegen; indessen daß die Priester, sowohl durchihre Gesänge, als durch ihre Versammlung des GemülhSund ihre Sittsamkeit, das Gefühl der Gottesfurcht, vonder sie beseelet sind, zu erkennen geben: es gehe dann einMensch in die Kirchen hinein; so wird er den Eindruck nichtverhindern können, welchen dieser herrliche Anblick auf ihnmachen wird: die Ehrfurcht gegen die Religion wird sichnoch wendiger »Weise in feine Seele prägen, und sein Ge,mülh ganz besehen. Von den Sinnen wird sii in sein Herzeingehen, und die Verehrung und Liebe darinnen erwecken,

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