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Gottesdienst. s5?
Brauche, wann sie davon reden, ihre Lieblingsausdrückevon Aberglauben, Ungereimtheiten, guter Beschäffkigungfür den Pöbel, verschwenden; hochmüthigr Männer mögenihn imi.ner verachten; Frauen, bey denen die Wohlrust unddie Eitelkeit alle Denkenskraft auslöschet, und alle Fähigkeitihres Verstandes erschöpfet, mögen immer Ekel davor em-pfinden : darüber darf man sich nicht wundern. Soll manwohl etwas anders von Leuten erwarten, bey denen die Aus-gelassenheit für Klugheit, der Hvchmuch für Vernunft, unddie Leidenschaften für Religion gelten?
Dritter Artikel.
Vortheile des Gottes-iensts in der Religion.
äußerliche Gottesdienst ist die rührendste, überzeu-gendste, und oft die lehrsamste Unterweisung in derReligion: die rührendste durch den Eindruck, den er nokhwendiger Weise auf den Menschen wirket; die überzeugendstedurch die Macht des Beispiels; die lehrsamste, weil er denMenschen an seine heiligsten Pflichten, seine größesten Ange-legenheiten , und an die wichtigsten Wahrheiten erinnert.Dreß sind die Vortheile des Gottesdienste in der Religion.
Bcynahe alle Gedanken, Empfindungen, Kenntnisse desMenschen kommen ihm durch die Sinne zu: seine Sinne ha-ben fast allezeit mehr Gewalt, ihn zu überreden und zu be,zwingen, als seine Einsicht und seine Vernunft stlbsten.Kurz! nichts machet auf ihn einen so starken und so mäch-tigen Eindruck, als die äußerlichen und sinnlichen Dinge.Diese Wahrheiten bedörfen der Beweise nicht. Ein jederdarf nur seine eigene Erfahrung zum Richter auffodern.
Für-
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