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596 Gottesdienst. '

Die Festtage stellen uns alles vor Augen, was die Re»ligion Großes und Wichtiges Hat. Sie sind alle ein jährli«chcs Andenken, oder der herrlichsten Geheimnisse der Reli»gion, und der Handlungen, die Jesus Christus zur Erlö,sung und Unterweisung der Welt auf Erden gerhag Har;oder der Kämpfe, Siege, und erhabnen Tugenden der Hel-den im Christenthuine. Es ist dann bey allen diesen Feyer-lichkeiten nichts, was nicht die Kennzeichen der Heiligkeit ansich trägt, und Beweggründe oder Mittel an die Handbeut, um zu der Heiligkeit zu gelangen.

Die Gebeths, die öffentlichen Bittgänge, die Kreuzgän»ge, die Gesellschaften, wo man die Werke der Frömmigkeit,der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit ausübst, sind auchein kostbarer Theil des Gottesdienstes. Sie sind, -oder Mit»tel, um den Himmel für den Menschen zu erweichen; oderöffentliche Bezeugungen der Erkenntlichkeit und Danksagungfür die empfangenen Wohlthaien; oder Stiftungen, die fürdie Religion ehrwürdig, und für die Gesellschaft nützlich sind.Die Misbräuche, welche sich manchesmal bey Werken undUebungen von dieser Art einschleichen könnten, sind nichtGrundes genug, um sie zu tadeln, zu verdammen, undabzuschaffen. Diese Misbräuche sind Fehler des Mensche»,und nicht der Religion.

Die unbescheidenen Verbesserer reden nur beständig vonAufheben und Abschaffen. Die aufgeklärten und vernünsttigen Leute misbilligen nur die Misbräuche, und bestreben sichnur, dieselben zu bessern.

Es ist dann gewiß, daß der Gottesdienst durch das An»sehen Gottes eingefttzet worden ist, und keinen andern End»zweck har, als die Ehre des höchsten Wesens, und die Heili-gung der Geschöpft. Freydenker mögen immer nach ihrem

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