Gottesdienst. 595
das hat die Kirche, unter dem fortwährenden Beystande desheiligen Geistes, geordnet.
Was ist der Endzweck, den man sich durch die Werke desGottesdienste vorstellet? Alles bezieht sich auf die Ehre desHöchsten Wesens, und auf die Heiligung des Menschen.Dieß ist der Endzweck des Opfers, der Sacramente, dergeistlichen Versammlungen, der Gedeihe, der Unterweisun,gen, und aller Dinge, welche für Verrichtungen und He-bungen des Gocresdiensts gehalten werden mögen.
Man nimmt in dem Opfer alles wahr, was immer inder Religion herrlich und heilig seyn kann. Dieß Opferwird entrichtet, um die unendlichen Hoheiten Gottes zu eh,ren, um auf die Menschen jene Gnaden herabzuziehen, wel,cher sie vonnörhen haben, damit sie die Wohlthatcn Gotteserkennen, und ihre Sünden abbüßen mögen.
Alle Sacramente der christlichen Religion sind Quellender Gnade, oder wirksame Zeichen der Gnade. Die Taufeist eingesetzt, um den Menschen Gotte zu weihen, und ihnan die Kindsstalt Gottes zu erheben; die Buße, um ihnmit Gotte zu versöhnen; die Ehe, um ein Bündniß zu hei-ligen, welches zur Erhaltung des menschlichen Geschlechtes,nach den Absichten Gottes, nothwendig ist. Man wird diegleichet! Absichten und die gleichen Hülfsmittel zur Heiligkeitbey den übrigen Sacramenten antreffen.
Die geistlichen Versammlungen sind gestiftet worden,um durch göttliche Gesänge die Hoheiten Gottes zu verherr-lichen , ihm für seine Wohlthatcn zu danken, ihm die Be-dürfnisse seiner Geschöpfe vorzulragen, seinen Beystand an,zurufen, die Gläubigen zu unterweisen, und sie au die Ab-sichten, die Pflichten, die Wichtigkeit der Religion zu erin-nern.
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