Glaube«. 581
ter, als eine kleine Unterscheidung erfodert, welche die,seist.
Glauben ist keine willkührliche Sachs; das ist: Wen«man eine Wahrheit klar und deutlich erkannt hat, ist esdem Menschen nicht willkührlich, derselben beyzupflrchren,oder nickt b?yzupffrchken. Dieß ist eine Sache, welche wirmit allem Willen eingestehen.
Glauben ist keine willkührliche Sache; das ist: Es stehtnicht in des Menschen Willkühr, sich zu befleißen, um dieBeweggründe, die ihn zu glauben antreiben, aufzusuchcn;die Wege rmzuschlagen, die ihn zum Glauben letten könn»ten; die Hindermsst auf die Seite zu räumen, welche demGlauben im Wege stünden, daß er sich in seinem Herzennicht ftstsehsn könnte. Dieß ist eine Sache, die Niemandzugeben wird Damit wir dieser Antwort »roch mehr Deut-lichkeit und Stärke verschaffen, wollen wir die zwo folgen,Len Anmerkungen beyseßen:
i. Der Glauben ist eine Gabe Gottes; und er ist eineGabe, die Gott keinem versaget, der so viel thur, als erkann, damit er alle Hindernisse aus dem Wege räume, umdiese Gabe zu empfangen. Der Saß, den ich da vortrage,ist kein Lehrsaß, den man unter die Glaubenswahrheiren se,Heu sott. Er ist ein theologischer Schluß, welcher aus je,nein Anespruche des heiligen Pauls gezogen ist: * Gottwill, daß alle Menschen selig werden, und ;u der Er,kenntniß der Wahrheit gelangen : und folglich giebt er ih,nen alles an die Hand, was von seiner Seite zum Heilenvthwendig ist. Nun, der Glauben ist lediglich nothwen»dig zum Heile, weil es, nach eben demselben Apostel, un,
möglich ist, ohne den Glauben Gotte zu gefallen.
^ Wenn
* r. Tim. II. Hebe. XI.