Druckschrift 
1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
579
Einzelbild herunterladen
 

Glauben. 579

Dieß ist das große Skurmrvß des Kriegsmannes. Laßtuns sehen, ob es ein Bucephalus , oder ein Rossinantessty. Unser tapfere Ritter hat ein großes Vertrauen dazu.Denn der Glauben, saget er, * ist die Grundfeste derReligion, i»nd, also zu reden, der Grundstein des Ge,bäudes; deßhalben hielt ich dafür, es wäre nothwendig,diesen wichtigen Punkt gründlich zu untersuchen näm,Itch, daß keine Religion einen wahren Glauben verlan,gen könne.

Wir aber hoffen ihm zu zeigen, daß in tausend Gele,genhktten nichts willkührlicher sey, als zu glauben, und daßman alsdann sich nicht weigern könne zu glauben, ohne sehrstrafbar zu werden. Damit wir es zu Stande bringen, die,se zwo Wahrheiten dem Leser deutlich zu beweisen, wollenwir ihm erliche Fragen vorlegen, die er sechsten ohne Mühebeantworten wird.

1. Ist es nicht wahr, daß man alle Tage Leute antrifft,welchen es in fteyer Willkühr steht, Kenntnisse sich zu ver,schaffen, die ihnen sehr nützlich und sehr nochwendig wären,und welche dennoch keinen Schritt machen wollen, um sichdieselben zu verschaffen ?

2. Ist es nicht wahr. Laß cS recht viele Leute giebt,welche nichts so sehr scheueren, als wenn sie, von gewissenPflichten, und vornehmlich von gewissen Religionc pflichten,allzuviel beleuchtet, unterrichrct, in die Enge getriebenwürden?

Z. Ist es nicht wahr, daß es Lenke giebt, welche mitgutem Muthe allen Beleuchtungen des Gewissens widerstehen,und, wie die zween Alten, von denen in der Geschichte Su-sannens

* 14. Rap. reo. Seit.