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1 (1777) A - L
Entstehung
Seite
578
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57» Glauben.

VIII.

Der Schlußfälscher machet allen Gottlosigkeiten nnd Umgereimtheiten seines dreyzehmen Kapitels also ein Ende:

Ueberzeugmder Beweisgrund.

Alle Religionen genügen sich ZN verlangen, daß manglaube; sie getrauen sich nicht, werter etwas zu fodern.

Glauben ist nur eine bedingte Bewilligung , welcheUngewißheit und Zweifel vorauosetzt; und dieß kann zurVeränderung Anlaß geben.

Folglich verlangen alle Religionen weiter nichts, alseine bedingte Bewilligung ; sie setzen Ungewißheit vor-aus, und geben der Veränderung Statt.

O

Dieser überzeugende Beweisgrund besteht aus dreyenungereimten Sätzen. Denn der erste ist ungereimt, weil esbewiesen worden ist, daß das Heydenthum nicht verlangethar, und nicht verlangen konnte, daß man glauben selbe:der zweyte, weil wir dargechan haben. Laß die Gewißheitdes Glaubens der Gewißheit der stärksten Erweisungen dieWage hält; der dritte, weil er die Ungereimtheiten der bey,den ersten vereiniget.

IX.

^ Glauben ist keine rvillkührliche Sach«: der Glau-ben hat norhwcndig ein Ebenmaaß mit den Ursachen desGlaubens, und mit den Beweggründen der Glaubwür-digkeit. Mit der Wahrheit verhält es sich, wie mit derEhrlichkeit. Man liebet die Ehrlichkeit nothwendtgerweise, und man grebt der Wahrheit, auch wider seinenwillen, innerlich Beyfall.

* Phil. Rricgsm. -4- Rap.