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1 (1777) A - L
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574
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574 Glauben.

nach seiner Mcyrmng, weder Bejahen, noch Verneinen. Nun

aber, weder Bejahen, noch Verneinen ist so viel, als nicht

wissen, was man glauben solle. Folglich heißt Glauben,

nach seiner Meynung, nicht wissen , was man glauben

solle.

Glauben sehet, nach seinem Sinne, einen Zweifel vor-aus , und läßt dem Verstände die Freyheit, einen entgegen-gesetzten Glauben anzunehmcn. Also, wenn ich von ihmglaube, daß er em verständiger Kopf, ein ehrlicher Männscy; so sehet Ließ einen Zweifel voraus, und läßt meinemVerstands die Freyh eit, einen entgegengesetzten Glauben an,zunehmen.

Man bemerke, 2. daß diese armseligen Trugschlüsse di«ganze gesellschaftliche Ordnung über den Haufen stürzen wür,den. Ich gebe davon nur ein Beyspiel an. Glauben, daßdie Fürsten und Oberteilen eine rechtmäßige Gewalt über dieVölker besitzen, sehet einen Zweifel voraus , und läßt demVerstände die Freyheit, einen entgegengesetzten Glauben an-zunehmen .... Haben die Wiedertäufer ehemals aufrüh«rischere Grundsätze auf die Bahne gebracht ?

V.

Die Religionen genügen sich zu verlangen , daß mattglaube, daß man nicht streite, daß man die Gefälligkeithabe, sich zufrieden zu geben ; mit einem Worte / daßman seinen Verstand dem Gehorsam des Glaubens blind«hinunterwerfe. Lsptivantos intelleÄum in odsequiumüciui . . Dieß ist der gemeine Spruch in allen Religio-nen,

* . *

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