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1 (1777) A - L
Entstehung
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546
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54§ ^ Gewißheit.

Es ist ein Glaubenssatz, daß es Besessene, daß es Leutegegeben hat, welche sich auf Zaubereyen, auf die Wahrsage,kunst verlegten, und mit der Hölle Gemeinschaft hatten. DieHeyden selber haben es eingestanden. Es ist glaubwürdig.Laß es viele Wahrsager, und Herumstreicher gegeben habe,welche den einfältigen Pöbel Hintergiengen. Aber was kannman daraus gegen die sittliche Gewißheit folgern, wie wirsie davor erkläret haben?

IV.

Ich beweise einem jungen Menschen, - die dreyWinkel eines Drcyeckes zweenen geraden gleich sind. Erwird dann davon gewiß versichert, und wird es seinganzes Lebenlang feyn. Hier sieht man eine ganz an-dere Gewißheit, als die übrigen sind. Sie waren nurWahrscheinlichkeiten, und als man diese wahrscheinlich»keiten untersuchte, sind sie Jrrthümer geworden. Aberdie mathematische Gewißheit ist unwandelbar undewig.

* * *

Ich beweise einem jungen Menschen, daß die dreyWinkel eines Drcyeckes zweenen geraden gleich sind; sowird er davon für sein ganzes Lebenlang gewiß versüchert seyn. Ich beweise ihm, daß ein Cäsar gelebet hat;so ist er auf gleiche Weise für sein ganzes Lebenlang davongewiß versichert. Der ganze Unterschied zwischen diesen zwoenGewißheiten besteht darinnen, daß jene eine nothweudigeWahrheit, und diese eine zufällige Wahrheit, das ist, diekeine Nochwendigkeit enthält, zum Gegenstände hat. Esist nothwendig, daß die drey Winkel eines Dreyecks zweenengeraden gleich sind. Es ist nicht nothwendig, und es ist

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