. Gewißheit. 545
man nicht vergessen, die nochwendige Vorsorge zu brauchen,um das Jrrchum zu vermeiden. Man kann also aus die,sir ersten Einwendung gegen die sittliche Gewißheit nichtsschließen.
II.
wenn ihr vor der Zeit des Coperniks die ganze Weltgefragt hättet: Ist die Sonne heute aufgegangen ? ist sieuntecgegangen? so würden euch alle Leute geantwortethaben: Wir haben davon eine völlige Gewißheit. Siewaren gewiß versichert; und sie lebten im Jrrthume.
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Eine neue Ungereimtheit! eine neue Thorheit! Wir hei-ßen Sonnenaufgang den Augenblick, da sie vor unfern Au-gen zu erscheinen anfängt, und Sonnenuntergang den Au,genblick, da sie verschwindet. Man hat niemals anders g«,redet, und — mit Gunst unsers Doktors — man wird nie,mals anders reden. Unsre geschickten Sternkenner, wennsie ihre Kalender machen, haben uns allezeit angezeigt, undwerden uns allezeit anzeigen, wann die Sonne aufgeht, undwann sie untergeht. Die Art sich auszudrücken richtet sichnicht nach den Systemen. Wo ist dann das Jrrchum ?
III.
Die Zaubereien, die Wahrsagungen, die besessenenLeute sind lange Zeit, vor den Augen aller Völker, dieallergewisseste Sache von der Welt gewesen, was füreine unzählbare Menge Leute haben alle diese schönenDinge gesehen, welche davon ganz versichert waren?Heut zu Tage ist diese Gewißheit ein Bißchen aus derMode gekommen. ^
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I. Band.
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